zitromax costo zitromax 500 mg pris zitromax bivirkninger
desloratadin stada desloratadin i loratadin desloratadin cortison
desloratadin stada desloratadin actavis desloratadin cortison
pramipexol nebenwirkungen pramipexol orion pramipexol precio
DEFA - Stiftung - 2005

Stiftungspreise 2005

Preis für die Verdienste um den deutschen Film 2005
Jutta Hoffmann und Armin Mueller-Stahl

Laudatio, heißt ja nun beinahe "Lobgesang". LAUDES heißen die Lobgesänge in der katholischen Mette. Die "Laudisten" sind die Sänger.- (Keine Angst, ich singe nicht.)- Mein alter Freund, Nicolaus Paryla hat mir einmal erzählt, dass einer der ganz Berühmten aus der Paryla-Familie einmal einen namhaften Regisseur beim Schlips genommen und scharf beirrt hat: „Sie müssen mich loben, dann spiele ich genial!!!“ Und mein Freund Martin Hellberg nahm mich auch einmal energisch beiseite und zischte mich an: Liebe mich, lobe mich, und alles wird gut, und ich vergesse nicht mehr den schrecklichen Text von Thomas Mann!
Kurz gesagt: Ich habe die Ehre, heute zu loben und zu preisen wegen ihrer Verdienste für den deutschen Film- die Schauspielerin und Professorin Jutta Hoffmann und den Schauspieler und Prosa-Autor, Lyriker, Zeichner und Geigen-Virtuosen Armin Müller-Stahl, bekannt durch viele Filme, die mit ihm in der DDR gedreht worden sind, ganz früh schon, unter anderem der großartige Film, beinahe in strenger Novellenform, von Walter Gorrisch und Frank Beyer "Fünf Patronenhülsen".
Später, als es bei uns nicht mehr gehen mochte, arbeitete er sehr oft mit Rainer Werner Faßbinder. Er  hat auch einen Film mit mir gedreht, "Der Dritte". Ich weiß nicht, ob mir es damals schon klar war, aber nicht sagte...Faßbinder hat es gesagt, später, in kleinem Kreis: „So einen, wie den, haben wir bei uns nicht.“ Armin Müller-Stahls Lebens- und Schaffenskreis führte ihn weit weg. Bis nach Amerika, bis zu Jim Jarmush und weiter. Heute lebt und arbeitet der Gefeierte durchaus auch in Los Angeles.
Jutta Hoffmann kam nur bis Hamburg. Aber immerhin!
Mit der ihr eigenen Verwegenheit hat sie sich in ein großes Unternehmen gestürzt, muß es hier richtig heißen. Sie unterrichtet an einer Hamburger Hochschule junge Elevinnen und Eleven, wie man sich schön bewegt, Texte rüberbringt, anmutig geht und steht, Anmut gleichsam als Lehrfach, jedenfalls Absicht, hohes Ziel. Also etwas, das möglicherweise gar nicht lehrbar ist, so wie auch Regie keinen lehrbaren Gegenstand besitzt. Aber Jutta, hört man, hat dabei großen Erfolg und die Liebe der ihr anvertrauten Schüler.
Unvergeßbar sind ihre ersten Filme. „Julia lebt" von Frank Vogel. Dann "Karla" von Uli Plenzdorf und Hermann Zschoche. Dann die Fallada-Verfilmungen. Mit mir hat sie fünf oder sechs Filme gedreht: „Junge Frau von 1914“ – „Die Schlüssel“ – „Der Dritte“ (mit Armin) - Lotte in Weimar...Wir hätten es gerne so fort und fort getrieben. Kurz nach Frank Beyers „Geschlossene Gesellschaft“ und meinem Film "Ursula" verließen Jutta, dann Armin die DDR, mehr geschubst als gesprungen. Nie trugen sie Feindseliges im Sinn. Dazu waren beide zu anständig, zu begabt, zu friedensbereit und zu friedensfähig.
Im Italienischen sind die Laudi vierstimmig gesetzte, hymenartige Lobgesänge, wie etwa bei Palestrina. Da kann mal sehen, wie bescheiden wir geworden sind, was das Loben angeht. Heute, am 24. November 2005, fliegt trotzdem unser Jubelruf, muss es hier richtig heißen, Jutta und Armin entgegen. Danke!

Egon Günter


Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst 2005
Lutz Dammbeck

Schon am Anfang war die Grenzüberschreitung - zunächst von der Grafik zur Filmanimation - auch schon mit dem Urerlebnis Godard als Paten, der die Sinnlichkeit wie einem Gedanken und den Gedanken wie eine Sinnlichkeit erfahren läßt.
"Bischof, ich kann fliegen", sagte der Schneider von Ulm zum Bischof.
Arbeiten wie "Metamorphosen", "Einmart" oder das Herakles-Projekt bekennen sich zur Architektur unterschiedlicher Spurensuche. Immer als Träume von Freiheit und Ausbruch, in Kollision mit der Anonymität der Macht. Beschädigungen des Individuums und der Gesellschaft. Trauerarbeit über Verluste.
Ein früher Film, "Hommage á La Sarraz" 1981 ist die selbstbewusste  Identifikation mit der legendären Avantgarde der 20er Jahre: Die Kultur als Spiegel der Spannungen in einer Welt, die die seine ist.
Faszinierend schon früh das Leitmotiv des eigensinnigen Kindes nach dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm: Gelesen als Parabel eines Antihelden, der eigensinnig auf eigenen Sinn beharrt und sich der Anpassung verweigert. Der deutlichste Reflex auch auf die eigene Biografie!
Kompliziertere und komplexere Grenzüberschreitungen folgen mit den langen Dokumentarfilmen, beginnend mit "Zeit der Götter" und vorerst radikal endend mit "Das Netz“. Ist der Autor zunächst fokussiert als Detektiv auf die feine Grenze zwischen Machtopportunismus und Autonomie der Kunst, so steht er mit seinem bislang letzten Film am Abgrund virtueller Welten, in denen der Einzelne nur noch als "Information" in einer unendlichen kybernetischen Feedbackschleife fungiert.
Diese beunruhigende und verstörende Vision provoziert doppelbödig und in jeglicher Relation die Frage: "Aber, wie geht es weiter?".

Mit dem Eigensinn und dem Sinn...!

  Fred Gehler


Preis zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses 2005
Franziska Meletzky

Zwei Frauen in einer Leipziger Plattenbauwohnung. Für die eine sind diese Räume ein Gefängnis, nach gescheiterter Ehe und langer Einsamkeit. Für die andere, eine vermeintliche Mörderin, endet hier die Flucht vor der Polizei.
Lange waren sie sich als Nachbarinnen begegnet, im Treppenhaus, ohne sich kennen zu lernen. Nun beginnt ein Wechselspiel des Abtastens, das in gegenseitige Abhängigkeiten mündet, von Hilflosigkeit und Abwehr zu Hoffnung und Sehnsucht, barmherziger Lüge und neuem Lebensmut.
Franziska Meletzkys Debütfilm »Nachbarinnen« versammelt zahlreiche Tugenden:
soziale Grundierung, psychologische Genauigkeit, das Vertrauen in die Kraft der Bilder und das Können zweier grandioser Schauspielerinnen. Dagmar Manzel als Dora: herb, ruppig, die Angst vor Bindungen hinter einer Mauer aus Distanz und Kühle versteckend. Grazyna Szapolowska als Jola: fraulich sinnlich, mit einem Anflug von Traurigkeit. Die Deutsche und die Polin, irgendwo auch das Psychogramm zweier Nachbarvölker. Ihre Begegnung als Kammerspiel, in dem jeder Blick einen Sinn hat und jede Einstellung die »richtige« Ferne oder Nähe.
Der junge deutsche Film kennt eine Reihe von Namen, deren erste Arbeiten ein Versprechen auf die Zukunft sind. Franziska Meletzky gehört ganz weit vorn dazu.

Ralf Schenk


Programmpreise 2005

Landkino Arnsdorf

Wenn man es nicht gesehen hätte, würde man es nicht glauben. Dieser schon dem Urchristentum entlehnte Satz gilt in besonderer Weise für das Landkino Arnsdorf. Im Schatten des Kirchturms spielt in einer liebevoll ausgebauten Kirchenscheune ein ambitioniertes Kino. Die Kinositze sind alte Kirchenbänke, die reiche Schweizer Christen um die Wendezeit armen ostdeutschen Gemeinden kostenlos überlassen hatten. Alles andere ist Eigeninitiative.
Der Pastor führt in die Filme ein, seine Frau verwaltet die wenigen Eintrittsgelder und der Verein für Ortsgeschichte hält mit Kinoprogramm und Ausschank Leib und Seele zusammen. Träger dieser Kinoinitiative sind ununterbrochen seit sieben Jahren die evangelische Kirchengemeinde und der Verein für Kirchenbau und Dorfgeschichte. Selbst die Freiwillige Feuerwehr ist Vereinsmitglied, müsste sie doch im Notfall über eine abenteuerliche Ausstiegsluke im Dach der Scheune den Kinobesuchern zu Hilfe eilen.
Landkino in Arnsdorf ist mehr als nur guter Film. Es geht weit über das optische Erlebnis Kino hinaus - es ist Gemeinde, Gemeinschaft. Der Vielfalt an Programmideen – von Sommerkino, italienisches Wochenende, über Herbstfilmwoche, Erntetanz bis zum Klapperkino werden keine Grenzen gesetzt. Klapperkino ist Dezemberfilm, in ungeheizter Scheune, mit Decken und Sitzkissen und Glühwein. Kino als Überlebenstraining, aber auch als Dienst am Menschen. Macht weiter so!

Lux Kino Halle

Kaum ein anderes Programmkino hat in den letzten Jahren so viele Auszeichnungen erhalten wie das „Lux“ am Halleschen Zoo. Eine Erfolgsgeschichte zweier Kinoliebhaber, der eine Sozialarbeiter aus dem Westen, der andere Lokführer aus dem Osten. Beide sind sie Kinobesessene, die mit unermüdlichem Eifer der Konkurrenz in der eigenen Stadt trotzen.
Die Übersicht über die bisher gespielten Programmreihen lässt kaum ein ambitioniertes Thema vermissen, die Liste der Prominenten für Filmgespräche ist beinahe unendlich. Der DEFA-Film hat seinen festen Platz, das letzte Programm im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Anspruch und sozialistischer Ideologie befasste sich mit „Liebe, Leidenschaft und Sozialismus“.
Das große persönliche Engagement von Torsten Raab und Wolfgang Burkart verdient Respekt und Anerkennung.

DEFA Film Library

Oktober 2005. Im Museum of Modern Art in New York werden zweieinhalb Wochen lang 21 DEFA-Filme gezeigt. Eine unvergleichliche Ehrung für Filme und Künstler der DEFA. Ein Ereignis mit weit reichenden Folgen für die Arbeit mit dem DEFA-Film. Trotz gelungener Kooperation zwischen einer Vielzahl von Partnern und Sponsoren gebührt einer Institution der besondere Dank: Der DEFA-Film Library an der Universität in Amherst.
Bereits 1997 ist dieses spezielle Zentrum für den DEFA-Film nach dem Beispiel zahlreicher spezialisierter Kinematheken an Universitäten, Kunsthochschulen und Museen in den USA entstanden. Gemeinsam mit Partnern in den USA, aber auch in Deutschland leistet man seit acht Jahren eine verdienstvolle Arbeit. Neben Verleih, Vertrieb und Veranstaltungsmanagement ist vor allem ein internationales Netzwerk der universitär Forschenden entstanden, aus Sicht der DEFA-Stiftung das ungleich wichtigste Ergebnis kontinuierlicher Arbeit.
Der Dank gilt dem ganzen Team der DEFA-Film Library, besonders aber ihrem Leiter Prof. Barton Byg. Und wenn an diesem Abend stellvertretend Hiltrud Schulz geehrt wird, dann auch für ihr unermüdliches Engagement und ihre ausgeprägte Fähigkeit in allen auch schwierigen Situationen kooperativ und zielorientiert zu arbeiten.
Dank der Arbeit der Film Library hat der DEFA-Film einen festen Platz auf dem nordamerikanischen Kontinent gefunden.

(Fotos: Annett Ahrends)

Stiftungspreise 2005:

Preis für die Verdienste um den deutschen Film: Jutta Hoffmann und Armin Mueller-Stahl

Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst: Lutz Dammbeck

Preis zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses: Franziska Meletzky

Programmpreise: Landkino Arnsdorf; Lux Kino Halle; DEFA Film Library