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DEFA - Stiftung - reed-dean

Reed, Dean

Der amerikanische Sänger und Schauspieler Dean Reed siedelt in den 1970er Jahre in die DDR über. Im Land wird er gefeiert als Show-Star, vom Publikum wie auch von den Machthabern, die ihn zugleich benutzen. Er wird als geläuterter Amerikaner präsentiert, der sich für ihre Seite entschieden hat. Mit seinen politischen Liedern bereist er die Staaten des ehemaligen Ostblocks. Auch als Schauspieler macht er sich in der DDR einen Namen, als "Stimme des anderen Amerika" oder "Johnny Cash des Kommunismus" wird er bezeichnet.

Dean Reed wird als Dean Cyril Reed am 22. September 1938 in einem Vorort von Denver, Wheat Ridge (Colorado), geboren. Sein Vater ist Mathematik- und Geschichtslehrer an einer High School, seine Mutter Hausfrau. Die Familie komplettieren die zwei älteren Brüder Vern und Dale. Mit 12 Jahren lernt er Gitarrespielen. Sein Vater möchte ihn zum Offizier der US-Navy ausbilden lassen, aber nach seinem High-School-Abschluss studiert er an der Colorado Universität Meteorologie. Während seiner Studienzeit finanziert er seinen Lebensunterhalt als Musiker in Bars und Clubs. 1958 bricht er das Studium ab und geht nach Los Angeles.

Er beginnt eine Ausbildung an der Schauspielschule der Warner Bros. Sein Lehrer ist unter anderem Paton Price. Erste Erfolge stellen sich als Musiker ein, in Kalifornien macht er auf sich aufmerksam. Mit dem Song "Meine Sommerromanze" landet er seinen ersten Hit. Er wird in einem Atemzug mit Elvis Presley und Paul Anka genannt. Von der Capitol Schallplatten-Gesellschaft erhält er einen Vertrag und produziert 1961 seine erste LP. Seine Songs im Stil von Rock'n Roll und Country sind erfolgreich, er tritt in den USA auf und begibt sich auf eine Tournee nach Südamerika.

In Argentinien und Chile sieht er sich mit der Armut der Bevölkerung konfrontiert und beginnt sich politisch zu engagieren. Von 1961 bis 1966 lebt und arbeitet er in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern, wird einer der populärsten Sänger auf dem Kontinent. In Chile wäscht er die amerikanische Flagge und leistet damit Hilfe für Salvadore Allende zum Wahlsieg. Er singt für die Gewerkschaft, äußert sich publizistisch gegen Atomtests und den Vietnam-Krieg. 1965 nimmt er in Helsinki am Weltfriedenskongress als Abgeordneter von Argentinien teil. Hier begeistert er sich für die Sowjetunion, reist 1965 in das Land und erobert sich in zahlreichen Konzerten tausende von Fans. 1971 tritt er auf der Leipziger Dokumentarfilmwoche gegen den Putsch in Chile auf oder engagiert sich für die Beendigung des amerikanischen Krieges in Vietnam. Seine Konzerte werden zu politischen Statements. Er singt in Uruguay, Chile und in vielen Staaten des ehemaligen Ostblocks.

Seit 1964 arbeitet Dean Reed auch als Schauspieler. Sein erster Film wird SOMMERZEIT (1964), der in Mexiko produziert wird und die Liebesgeschichte eines Studenten erzählt. In Argentinien spielt er in zwei weiteren Filmen. Es folgen neun Filmproduktionen in Europa. Dean Reed spielt meist Rollen in zweitklassigen Italo-Western, die in Italien, Spanien oder Westdeutschland gedreht werden. Er arbeitet an der Seite von Yul Brynner in dem Film ADIOS SABATA (1971), steht mit Nadja Tiller und Anita Ekberg vor der Kamera.
1972 siedelt Dean Reed, der mittlerweile mit einer Deutschen verheiratet ist, in die DDR über. Er lässt sich vom politischen System hofieren, wird in der TV-Unterhaltungssendung "Ein Kessel Buntes" bejubelt und zu einem der erfolgreichsten Show-Star der 1970er Jahre in der DDR. Er wird als Cowboy gefeiert, gilt als authentischer Rock'n'Roll-Star.

1973 kann er seinen ersten Film realisieren. In der Adaption der Novelle von Joseph Freiherr von Eichendorff DAS LEBEN EINES TAUGENICHTS (1973) unter der Regie von Celino Blauweis spielt er einen etwas gutgläubigen Wanderburschen und Trobadour, der durch die Welt zieht, um sein Glück zu suchen. Eine seiner Partnerin ist die junge Hannelore Elsner. Der Film kann bei Kritik und Publikum nicht wirklich überzeugen. Trotzdem geht die Karriere des Künstlers, gefördert von Politikern, steil bergauf. An der Seite der DDR-Stars Armin Mueller-Stahl, Rolf Hoppe und Manfred Krug spielt er in dem Abenteuerfilm KIT & CO. (1974) von Konrad Petzold, der von Jack London-Erzählungen inspiriert ist. Er gibt Christopher Bellow, genannt Kit, einen jungen Redakteur des Journals "The Billow" aus San Francisco, der kurz vor der Jahrhundertwende wie viele andere auch ins Klondike zieht, um Gold zu finden. Der Film wird als unterhaltsam, kurzweilig und stilsicher gelobt, besonders das Paar Dean Reed und Rolf Hoppe überzeugt die Kritiker.

Auf der Welle der Indianerfilme schwimmend, schreibt er auch sein erstes Drehbuch gemeinsam mit Wolfgang Ebeling und Werner W. Wallroth für den Film BLUTSBRÜDER (1975), in dem er gemeinsam mit Gojko Mitic vor der Kamera steht. Erzählt wird die Geschichte des Soldaten Harmonika, der sich mit den Indianern anfreundet und sich an den Weißen rächt, die seine indianische Ehefrau ermordet haben. Mitte der 1970er Jahre ist das Genre des Indianerfilms bei der DEFA bereits ausgeschöpft, der Film wird als spannungsarm und eher mäßig eingeschätzt. Trotzdem zählt er mit mehr als 1,6 Millionen Zuschauer zu den erfolgreichsten Werken des Jahres.

Die deutsch-sowjetische Verwechslungskomödie SOVIEL LIEDER, SOVIEL WORTE (1976) spielt vor dem Hintergrund der X. Weltfestspielen 1973 in Berlin. Dean Reed tritt als junger Sänger auf. Im Frühjahr 1978 übergibt er der DEFA ein Filmszenarium unter dem Titel "Tell Zaatar". Thema des Films soll die Liquidierung eines palästinensischen Flüchtlingslagers im Südlibanon sein. Er ist an den Ort des Geschehens gereist, wollte gemeinsam mit der PLO an dem Filmprojekt arbeiten. Aus politischen Gründen wird das Projekt nicht weiterentwickelt. In der Folge arbeitet Dean Reed auch im Bereich Regie. Für den Film SING, COWBOY, SING (1981) schreibt er das Drehbuch, führt Regie und spielt neben dem tschechischen Sänger Václav Neckár eine der Hauptrollen. Dean Reed verkörpert einen windigen Cowboy, der immer wieder Partei für das Gute ergreift. Obwohl der Film bei der Kritik durchfällt, zieht er wieder Hunderttausende in die Kinos.

In seiner letzten großen Rolle agiert Dean Reed im Fernsehen. Viele Kritiker schätzen den TV-Film EL CANTOR (1977) als seine wichtigste Filmarbeit ein. Hier spielt Dean Reed den chilenischen Sänger Victor Jara, der vom Pinochet-Regime verfolgt, gefoltert und schließlich ermordet wird. Er schreibt das Drehbuch und übernimmt zudem die Regie. Zum gleichen Zeitpunkt produziert er auch seine erste eigene Show "Der Mann aus Colorado" im Fernsehen der DDR. Er tourt durch das Land, spielt in mehr als 50 Städten.

Mehr und mehr nimmt die Popularität des Künstlers ab. Vielen DDR-Bürgern ist der gelebte Widerspruch des Künstlers zu groß. So genießt Dean Reed die volle Reisefreiheit, preist aber in Interviews stets die Vorzüge der Mauer. Sein Handschlag mit Karl Eduard von Schnitzler, Kommentator des "Schwarzen Kanal", wird ihm von vielen DDR-Bürgern übel genommen. Seine Mitarbeit beim Ministerium der Staatssicherheit gilt vielen als gesichert. Mehrere Jahre arbeitet er an dem Filmprojekt "Bloody Heart". Gemeinsam mit dem Regisseur Günter Reisch will er eine Geschichte über den Aufstand amerikanischer Indianern in Wounded Knee inszenieren. In der Nacht des 13. Juni 1986 kommt Dean Reed im Zeuthener See bei Berlin durch Ertrinken ums Leben. Ob es sich dabei um Unfall, Mord oder Selbstmord handelt, darüber gibt es bis heute nicht enden wollende Spekulationen.

Der Schauspieler Tom Hanks und das Studio DreamWorks haben die Rechte für die Verfilmung der Lebensgeschichte von Dean Reed erworben. Tom Hanks wird die Hauptrolle übernehmen und den Film unter dem Arbeitstitel "Comrade Rockstar" produzieren. Seit 2001 hat sich Tom Hanks um die Filmrechte bemüht und sich mit Dean Reeds Witwe, der Schauspielerin Renate Blume, sowie dem ehemaligen DDR-Staatschef Egon Krenz in Berlin getroffen. Auch die Berliner Filmfirma TOTHO interessiert sich für das Leben des Künstlers und produziert einen Dokumentarfilm. Eine russische Dokumentation unter dem Titel "Wer ist Mister Reed?" ist im Herbst 2004 ausgestrahlt worden.

Dean Reed ist dreimal verheiratet. In Mexico-City heiratet er 1964 Patricia. Seine zweite Ehefrau Wiebke heiratet er 1973 in West-Berlin. Ab 1981 ist er mit der Schauspielerin Renate Blume verheiratet. Der Schauspieler und Sänger hinterläßt zwei Kinder. Seine Tochter Ramona wird 1968 in Rom geboren. Natasha, seine Tochter aus zweiter Ehe, erblickt 1976 das Licht der Welt.

zusammengestellt von Ines Walk (www.film-zeit.de)


Ausgewählte Literatur

  • Klaus Huhn: Die mißlungene "Exhumierung" des Dean Reed, Spotless-Verlag, Berlin 2004.
  • Stefan Ernsting: Der rote Elvis - Dean Reed oder Das kuriose Leben eines US-Rockstars in der DDR, Aufbau Verlag Berlin, 2004
  • Ralf Schenk: Unser Bruder, Vater des Friedens – Der Schauspieler und Sänger Dean Reed wäre heute 65 Jahre alt geworden, in: Berliner Zeitung, 22.09.2003.
  • Birgit Walter: Zum Weinen, in: Berliner Zeitung, 15.12.2001.
  • Falko Hennig: Der real existierende Cowboy, in: Die Tageszeitung, 27.12.2000.
  • Siegfried Skolunda: Der Junge aus Colorado - Der Sänger Dean Reed wäre heute 60 geworden, in: Märkische Allgemeine Zeitung, 22.09.1998.
  • Horst Knietzsch: Zermahlen zwischen Ost und West. Troubadour aus Colorado: Dean Reed wäre heute 60 Jahre alt geworden, in: Neues Deutschland, 22.09.1998.
  • Reggie Nadelson: Comrade Rockstar: Search for Dean Reed, Chatto & Windus, London 1991.
  • Victor Grossmann: Das seltsame Leben und mysteriöse Sterben eines Freundes – Dean Reed, in: Neues Deutschland, 12,06.1991.
  • Rainer Schmitz: Warum starb Dean Reed?, in: Süddeutsche Zeitung, 02.11.1990.
  • Wolfram Schröder: Popstar Dean Reeds Tod bleibt voller Geheimnisse, in: Berliner Morgenpost, 29.06.1986.
  • Dean Reed: Aus meinem Leben, aufgeschrieben von Hans-Dieter Bräuer, Edition Peters, Leipzig-Dresden 1984.
  • Ulrich Kubisch: Ein Cowboy in Ost-Berlin, in: Tagesspiegel, 19.08.1984.
  • Ulrich Kubisch: Der ideologische Sänger, in: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 03.06.1984.
  • Ingeborg Stiehler: Trotz Verbots – Bergarbeiter und Studenten sangen "Venceremos", in: Leipziger Volkszeitung, 13.09.1983.
  • Ingeborg Stiehler: Mit Wort und Lied für den Erhalt des Friedens – Dean Reed, Sänger und Schauspieler, in: Leipziger Volkszeitung, 28.05.1982.
  • Peter Berger: El cantor - Sänger der Revolution. Gespräch mit Dean Reed über einen neuen Fernsehfilm, in: Neues Deutschland, 04.08.1977.
  • Erich Kocian: Cowboy-Stimme ist sehr gefragt. Dean Reed spielt auch in Deutschland, in: Berliner Morgenpost, 21.11.1969.

Dean Reed in AUS DEM LEBEN EINES TAUGENICHTS (1973)
Foto: © DEFA-Stiftung/Wolfgang Ebert



Dean Reed in KIT & CO. (1974)

Foto: © DEFA-Stiftung/Fotograf unbekannt

Filmografie

  • 1991: Dean Reed - Glamour und Protest
    DDR, TV-Dokumentation
  • 1984: American Rebel
    USA, Dokumentation
  • 1983: Rennsaison
    Japan, BRD
  • 1981: Sing, Cowboy, sing
    DDR
  • 1977: El Cantor
    DDR, TV-Film
  • 1976: So viele Wörte, so viele Lieder
    DDR, SU
  • 1975: Blutbrüder
    DDR
  • 1974: Kit & Co.
    DDR
  • 1973: Fäuste – Bohnen und ... Karate
    Italien, Spanien
  • 1973: Aus dem Leben eines Taugenichts
    DDR
  • 1972: Vier Schlitzohren auf dem Weg zur Hölle
    Italien, Spanien, BRD
  • 1971: Adios Sabata
    Italien, Spanien
  • 1970: Der wilde Korsar der Karibik
    Italien, Spanien
  • 1970: Dein Leben ist keinen Dollar wert
    Italien, Spanien
  • 1969: Chrysanthemen-Bande
    Italien, Spanien
  • 1969: Blonde Köder für den Mörder
    Italien, BRD
  • 1968: Buccaroo – Galgenvögel zwitschern nicht
    Italien
  • 1968: Die Cousins von Zorro
    Italien
  • 1967: Bleigericht
    Italien
  • 1965: Mi primera novia
    Argentinien
  • 1965: Ritmo nuevo y vieja ola
    Argentinien
  • 1964: Sommerzeit
    Mexiko