Angelika Hauff

Biografie

geb. am 15. Dezember 1922 in Wien, gest. am 3. Dezember 1983 ebenda

Schon als Kind trat die spätere Angelika Hauff öffentlich auf. An der Wiener Staatsoper absolvierte sie vom 6. Lebensjahr an Auftritte als Tänzerin, bevor sie als Jugendliche Schauspielunterricht am Max-Reinhardt-Seminar nahm (das nach der deutschen Besetzung in „Schauspiel- und Regieseminar Schönbrunn“ umbenannt worden war). Ab 1942 nahm sie ein Engagement in Salzburg wahr, wo sie durch einen dort gedrehten Streifen mit dem Film in Berührung kam und ihr die Hauptrolle in „Zirkus Renz“ übertragen wurde. Die Filmbiografie, die sehr frei mit dem Leben des Zirkusgründers Ernst Renz (gespielt von René Deltgen) umging, war einer der großen Kinoerfolge seiner Zeit und machte Angelika Hauff zum Filmliebling.

Nach den Kriegswirren lebte sie in Kärnten, konnte aber schnell an ihre Erfolge, u. a. in dem Zirkusfilm „Tromba“ (1949, wiederum neben ihrem Partner René Deltgen) anknüpfen und filmte auch in Brasilien (wo sie zeitweise eine Farm betrieb) sowie in Italien. Ihre künstlerisch anspruchsvollsten Filme entstanden jedoch bei der DEFA mit der Opernadaption „Figaros Hochzeit“ (1949), dem Historiendrama „Semmelweis – Retter der Mütter“ (1950) und der Literaturverfilmung „Das Fräulein von Scuderi“ (1955).

Bis zu Beginn der sechziger Jahre trat sie noch häufig im bundesdeutschen und österreichischen Film auf, danach nur noch selten in Gastrollen. Sie legte das Gewicht jetzt auf die Theaterarbeit. Ab 1955 war sie festes Mitglied des Wiener Burgtheaters, wo sie mit sechzig Jahren zur Kammerschauspielerin ernannt wurde. Sie gastierte auch an Theatern der deutschen Bundesrepublik und der Schweiz und gründete einen „Verein zur Pflege christlicher Theaterkultur“, für den sie namhafte Kollegen gewinnen konnte. Kurz vor ihrem 61. Geburtstag ist sie in ihrer Heimatstadt Wien einer Krankheit erlegen.


Figaros Hochzeit DDR 1949, 109 Min, Schwarzweiß

Regie und Drehbuch: Georg Wildhagen, Literaturvorlage: Oper "Die Hochzeit des Figaro" nach Beaumarchais von Lorenzo da Ponte und W.A. Mozart, Produktion: DEFA-Studio für Spielfilme, Verleih: Stiftung Deutsche Kinemathek, Kamera: Eugen Klagemann & Karl Plintzner, Musikalische Leitung: Artur Rother, Darsteller: Angelika Hauff, Willi Domgraf-Fassbaender, Sabine Peters, Mathieu Ahlersmeyer, Elsa Wagner, Viktor Janson, Alfred Balthoff u. a. - Gesang: Erna Berger, Tiana Lemnitz, Margarethe Klose u. a.

Inhalt: Zofe Susanna und Kammerdiener Figaro stehen beim Grafen Almaviva im Dienst. Als beide heiraten wollen, verlangt der Herr das Recht der ersten Nacht. Seine Frau muß sich der Zudringlichkeiten eines Pagen erwehren, und Figaro kommt durch ein früheres Heiratsversprechen in Bedrängnis. Mit List und Geschick bringt er alles zum guten Ende.

Info: Die bekannte Oper wurde für den Film unter Beibehaltung der meisten Arien gekürzt, die Rezitative als Texte gesprochen. Die Darsteller von Figaro und Almaviva waren spielfreudige Opernsänger. Alle anderen Rollen wurden von Schauspielern dargestellt, denen Sänger für die Arien ihre Stimme liehen. So sang Angelika Hauff als Susanna mit der Stimme der Kammersängerin Erna Berger.

 

Zirkus Renz D 1943, 95 Min, Schwarzweiß

Regie: Arthur Maria Rabenalt, Drehbuch: Roland Betsch & O.E. Hesse, Produktion: Terra Filmkunst GmbH, Kamera: Willy Winterstein, Musik: Albert Fischer, Darsteller: René Deltgen, Paul Klinger, Angelika Hauff, Alice Treff, Fritz Odemar, Herbert Hübner, Rudolf Schündler, Gunnar Möller u. a.

Inhalt: Der Artist Ernst Renz, eine historische Figur, gründet gemeinsam mit Bettina Althoff und dem Athleten Harms ein Zirkusunternehmen in Berlin. Sie haben im französischen Zirkuskönig Déjean einen mächtigen Konkurrenten. Beide Männer buhlen um die schöne Bettina, und ihre Auseinandersetzungen bringen ihren Zirkus in Gefahr.

Info: Der Film, der sich gegenüber der Geschichte des Zirkus Renz einige Freiheiten herausnahm, war ein großer Erfolg und spielte schon im Inland ein Vielfaches seiner Kosten ein. Noch während des Krieges startete er unter dem Titel „Circus Renz“ in Dänemark und den Niederlanden. Obwohl weitgehend unpolitisch angelegt, enthielt sich der Film doch nicht einiger Spitzen, die gegen Frankreich gerichtet waren. Regisseur Rabenalt hatte bereits 1940 mit „Die drei Codonas“ einen erfolgreichen Artistenfilm vorgelegt.

Biografie und Filminformationen als Download: Filmblatt Angelika Hauff


 

Text

 

 

 

 

 

fea3673b-e98a-49ff-9f12-0eb1e712cb48_FIGARO-5-Copyright-DEFA-Stiftung-Eduard-Neufeld.jp