Förderpreis für Almut Getto auf dem 19. filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern

Der Förderpreis der DEFA-Stiftung in Höhe von 4.000 Euro auf dem 19. filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern ging an Almut Getto für ihren Film „Ganz nah bei dir“.

Preisträgerin Almut Getto mit dem Vorstand der DEFA-Stiftung Helmut Morsbach auf der Verleihung

Preisträgerin Almut Getto mit dem Vorstand der DEFA-Stiftung Helmut Morsbach bei der Verleihung

Auf leichte, doch poetische Weise erzählt der Film eine schräge Liebesgeschichte zweier Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der verschrobene Banknotenprüfer Philipp Baader verachtet und meidet Nähe jeglicher Art. Beziehungen enden, so meint er, ja letztlich doch nur in Enttäuschung und Verletzung, also lässt man sich am besten gar nicht erst darauf ein. Er teilt stattdessen lieber seine Wohnung mit seiner vollautomatischen Bügelmaschine und seiner Schildkröte Paul - und nur mit Paul. Bis er auf die blinde Cellistin Lina prallt. Frech, lebenslustig und entschlossen sich von nichts, auch ihrer Blindheit nicht, abhalten zu lassen sich voll ins Leben zu stürzen, bringt sie Philipps Lebenskonzept kräftig ins Wanken. Resistent gegen seine schrulligen Marotten dringt sie Stück für Stück in sein Refugium ein und kommt Philipp als erster Mensch ganz nah. Eine märchenhafte Komödie voll skurriler Details und wortwitzigen Dialogen.

In schönen Bildern und handwerklich sauber nimmt Almut Getto den Zuschauer mit auf die lange Reise der Annäherung zweier Außenseiter, die sich magisch anziehen, aber immer wieder durch recht unterhaltsame Zwischenfälle und Philipps possierliche Absonderlichkeiten voneinander weggestoßen werden. So gelingt ihr mit „Ganz nach bei dir“ ein humoristischer Zugang zum Thema der sozialen Isolation und Angst vor Neuem.

Nach ihrem Studium der Politik-, Kommunikationswissenschaft und Soziologie in München und einem postgraduierten Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln war die Regisseurin u.a. mehrere Jahre als TV-Autorin tätig. Mit ihrem Spielfilmdebüt  "Fickende Fische" war sie bereits im Ophüls-Wettbewerb 2002 erfolgreich vertreten. Ihr zweiter Spielfilm hat Almut Getto jetzt erneut eine Auszeichnung eingebracht.