FITA BENKHOFF

Biografie
Fita Benkhoff (eigtl. Frieda Elfriede Benkhoff)

*1. November 1901 in Dortmund, 26. Oktober 1967 in München

Als Tochter des Besitzers eines Amüsierbetriebes kam Frieda, die sich in der Kindersprache „Fita“ nannte, zur Welt. Nachdem der Vater früh starb, arbeitete sie als Zahnarzthelferin und Telefonistin, nahm aber nebenbei Schauspielunterricht und debütierte 1924 in ihrer Heimatstadt Dortmund auf der Bühne. In Engagements in Lübeck, Düsseldorf, Breslau und Wien spielte sie viele dramatische Bühnenrollen, wie Recha, Gretchen, Desdemona und Heilige Johanna. Fita Benkhoff selbst glaubte an ihr komödiantisches Potential und bewarb sich 1933 für einen Film als komische Alte. Sie erhielt die Rolle, und es erwies sich in weiteren Filmen, daß sie auch als jugendliche Komikerin eine große Wirkung entfalten konnte. Ihren Durchbruch hatte sie 1935 als Dienerin Andria in Reinhold Schünzels Filmversion der klassischen Komödie „Amphitryon“ an der Seite von Paul Kemp. Dieses gut funktionierende Buffopaar wurde bis zu Kemps Tod 1953 noch mehrfach eingesetzt, zunächst 1936 in der Tonfilmoperette „Boccaccio“, in der die beiden als Ehepaar Calandrino zwerchfellerschütternd wirkten.

Fita Benkhoff spielte inzwischen an Berliner Bühnen, trat daneben aber in unzähligen Filmkomödien und Lustspielen auf – selten in zentralen Rollen, aber oft als beste Freundin, Mutter oder Tante der Heldin. Gelegentlich glänzte sie in komischen Stoffen der gehobenen Bühnenliteratur wie Ludwig Thomas „Moral“ (1937), „Schneider Wibbel“ (1939) oder „Das Fräulein von Barnhelm“ (1940). Besonders in den Filmen, die ihr oftmaliger Partner Theo Lingen inszenierte, konnte sie mitunter tragische Nuancen einflechten, wie in „Johann“ (1943).

Ihren wichtigsten Nachkriegsfilm drehte Fita Benkhoff 1949 bei der DEFA. Erich Engel besetzte sie in der Gerhart-Hauptmann-Adaption „Der Biberpelz“ als Auguste Wolff, einer gewitzten du couragierten Waschfrau. Mit Ausnahme ihrer Mütterrolle in Claus Hubaleks „Der Hauptmann und sein Held“ (1955), einer Persiflage auf die Absurditäten des Militärapparats, wurden der Benkhoff in der Bundesrepublik keine über den Durchschnitt herausragenden Film- oder Fernsehrollen mehr angeboten. Im komischen Fach blieb sie aber neben Grethe Weiser die beliebteste Schauspielerin ihrer Generation.

"Boccaccio" - D 1936, 88 Min., Schwarzweiß

Regie: Herbert Maisch - Drehbuch: Emil Burri, Walter Forster - Produktion: Ufa - Verleih: Murnau-Stiftung - Kamera: Konstantin Irmen-Tschet, Erich Rudolf Schmidtke - Musik: Franz Doelle - Darsteller: Willy Fritsch, Heli Finkenzeller, Albrecht Schoenhals, Gina Falckenberg, Paul Kemp, Fita Benkhoff, Ernst Waldow u.a.

Filminhalt: Im 14. Jahrhundert in Ferrara verfaßt der junge Gerichtsschreiber Petruccio (Willy Fritsch) unter dem Pseudonym Boccaccio gewagte Novellen. Weil die Damen den romantischen Geschichten verfallen sind, geben sich die Herren empört. Als das amuröse Treffen des Herzogs Cesare d´Este (Albrecht Schoenhals) mit der Verlegersgattin Bianca (Fita Benkhoff) Thema von Boccaccios neuester Novelle wird, überschlagen sich die Ereignisse.

Info: Diese Tonfilmoperette (in den USA Filmmusical genannt) folgte nicht dem gleichnamigen Bühnenwerk von Franz von Suppé. Der „Amphitryon“-Komponist Franz Doelle schuf hingegen gefällige Melodien im Stil der Zeit, etwa Tango und Foxtrott. Dank einiger parodistischer Szenen wurde „Boccaccio“ ein Publikumserfolg, allerdings von Reichspropagandaminister Goebbels negativ bewertet.

 
"Der Biberpelz" - DDR 1949, 97 Min., Schwarzweiß

Regie: Erich Engel - Drehbuch: Robert A. Stemmle - Vorlage: Gleichnamige Komödie von Gerhart Hauptmann - Produktion: Herstellungsgruppe Herbert Uhlich im DEFA–Spielfilmstudio - Verleih: Stiftung Deutsche Kinemathek - Kamera: Bruno Mondi, Musik: Ernst Roters - Darsteller: Fita Benkhoff, Werner Hinz, Käthe Haack, Friedrich Gnaß, Ingrid Rentsch, Edith Hancke, Paul Bildt, Erwin Geschonneck

 Filminhalt: Die Diebskomödie ist in den 1880er Jahren im Berliner Umland – möglicherweise in Erkner - angesiedelt. Mutter Wolffen (Fita Benkhoff), verheiratet mit einem Schiffszimmermann (Friedrich Gnaß), mit dem sie zwei Töchter (Ingrid Rentsch, Edith Hancke) hat, ist Waschfrau im Hause des Amtsrichters Wehrhahn (Werner Hinz). Die materielle Not zwingt die Wolffens, es mit der Ehrlichkeit nicht so genau zu nehmen. Als dem Rentier Krüger (Paul Bildt) ein Biberpelz abhanden kommt, erstattet er Anzeige. Doch der bornierte Amtsrichter verrennt sich total bei der Tätersuche.

Info: Gerhart Hauptmann porträtierte Personen aus seinem Umfeld in Erkner und zeichnete sich in dem Literaten Dr. Fleischer selbst. Die Geschichte der Wolffen führte er in dem wesentlich kritischeren Stück „Der rote Hahn“ weiter, aus dem Autor Stemmle einige Motive in den Film übernahm, was nicht auf Wohlwollen der Hauptmann-Erben stieß. Der DEFA-Leitung hingegen war der Film zu wenig den aktuell-politischen Fragen angepaßt. Auf massive Kritik reagierte Regisseur Engel, indem er für ein Jahrzehnt die DEFA mied, ehe er hier einen letzten Film drehte.

 

Biografie und Filminformationen als Download: Filmblatt Fita Benkhoff.pdf



 

Text

 

 

 

 

Der Biberpelz
Der Biberpelz

 

 

 

 

 

 

Boccaccio Benkhoff
Gina Falckenberg, Heli Finkenzeller,
Fita Benkhoff, Willy Fritsch (v.l.n.r.)
in Boccaccio

 

 

 

 


Der Biberpelz












Der Biberpelz

 

 

 

 

 

Der Biberpelz





 







Der Biberpelz