HANS DEPPE

Biografie

*12. November 1897, Berlin – †23. September 1969, Berlin/West

Nach seinem Volontariat (1917) am Königlichen Schauspielhaus in Berlin ist Deppe als Darsteller und Regisseur an verschiedenen Theatern tätig. Von 1921 bis 1928 ist er Komiker und Darsteller am Deutschen Theater in Berlin. Im gleichen Jahr reist mit seiner „Gruppe junger Schauspieler“ erstmalig ein deutsches Ensemble in die Sowjetunion. 1928 ist Hans Deppe außerdem Mitbegründer des Kabaretts „Die Katakombe“. Ab 1931 wird er Schauspieler im Film und gibt 1933 sein Regiedebüt mit „Der Schimmelreiter“, welches von der Filmprüfstelle des Dritten Reichs als künstlerisch besonders wertvoll ausgezeichnet wird. Als Regisseur, Autor und Darsteller ist Deppe an über 30 Filmen bis Kriegsende beteiligt, vor allem an politisch harmlosen Liebesfilmen und Komödien, die aber gelegentlich trotzdem einen guten „Blick für soziale Begebenheiten“ und „offensichtliche Missstände“ besitzen. Für die DEFA dreht er zwei Filme, welche sich allerdings inhaltlich nicht dem Sozialismus annähern. Anschließend prägt Deppe das Genre des deutschen Heimatfilms mit reinen Unterhaltungsproduktionen wie z.B. „Schwarzwaldmädel“ (1950) und „Grün ist die Heide“ (1951), die ihm zwar finanzielle Erfolge einbringen, aber keine künstlerische Anerkennung. Seine Arbeit als Produzent ab 1952 ist weniger erfolgreich. Mit „Robert und Bertram“ dreht er 1961 ein Remake des antisemitischen Musikfilms von Hans H. Zerlett. Ab 1962 arbeitet er hauptsächlich als Darsteller in Filmen und am Theater.

 

"Der kleine Grenzverkehr" - D 1943, 83 Min., Farbe: SW

Regie: Hans Deppe - Drehbuch: Berthold Bürgner (=Erich Kästner) nach dem Roman "Georg und die Zwischenfälle" -  Produzent: Hans Schönmetzler - Produktionsfirma: Ufa-Filmkunst GmbH Berlin - Verleih: Transit Film GmbH, Kamera: Kurt Schulz - Musik: Ludwig Schmidseder - Darsteller: Willy Fritsch, Hertha Feiler, Heinz Salfner, Hans Leibelt, Hilde Sessak

Inhalt: Der deutsche Schriftsteller Dr. Georg Rentmeister fährt zu den Salzburger Festspielen und verliebt sich in das österreichische Stubenmädchen Konstanze, die angeblich auf einem Schloss arbeitet. Nachdem er um ihre Hand anhält und sie einwilligt, entpuppt sie sich als Komtess.

Info: Der vom Reichspropagandaministerium als "unerwünscht" eingestufte Schriftsteller Erich Kästner, dessen Bücher verboten und verbrannt wurden, hatte 1942 durch eine Sondergenehmigung auf Empfehlung eines Freundes die Erlaubnis für die Drehbucharbeit an dem Ufa-Filmprojekt erhalten. Die öffentliche Aufführung des Films wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Alliierten Militärbehörden untersagt.

 

"Die Kuckucks" - SBZ (DDR) 1949, 92 Min., Farbe: SW

Regie: Hans Deppe - Drehbuch: Marta Moyland, Robert A. Stemmle -  Produzent: Adolf Fischer - Produktionsfirma: DEFA-Studio für Spielfilme - Verleih: Deutsche Kinemathek Kamera: Robert Baberske, Walter Roßkopf - Musik: Ernst Roters - Darsteller: Ina Halley, Hans Neie, Karl-Heinz Schröder, Rainer Penkert, Günther Güssefeldt

Inhalt: Im Berlin der Nachkriegszeit muss die 18jährige Inge Kuckert sich und ihre vier jüngeren Geschwister versorgen. Als die Familie in einer zerbombten Villa im Grunewald ein Heim findet, will der „Verfügungsberechtigte“ Herr Schultz sie wieder aus dem Objekt vertreiben. Doch Hilfe naht in Form des Nachbarn.

Info: Die Abteilung Kultur und Erziehung des Zentralsekretariats der
SED beurteilte den Film äußerst negativ, denn er verwandle „einen im Grunde richtigen Stoff – besseres Leben aus eigener Kraft – in sein Gegenteil (…), weil das bessere Leben eben doch nicht mit eigener Kraft ermöglicht wurde, sondern sehr entscheidend durch den 'edlen' Kapitalistensohn“. Der Film sei eine „Predigt der gerade überwundenen 'Volksgemeinschaft' im nazistischen Sinne“.

 

Biografie und Filminformationen als Download
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