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DEFA - Stiftung - Koch-Hooge, Wilhelm

Wilhelm Koch-Hooge

Wilhelm Koch-Hooge zählt in den 50er Jahren zu den beliebtesten Darstellern der DEFA. Seine proletarischen Helden sind menschlich und würdevoll. Diese Eigenschaften arbeitet der Schauspieler aus den Tiefen der Charaktere heraus, sie sind nicht aufgrund eines Parteibuches a priori vorhanden. Mit seiner hervorragenden Darstellung des Kommunisten Hans Löning in STÄRKER ALS DIE NACHT (1954) wird er international bekannt.


Wilhelm Koch-Hooge in "Stärker als die Nacht" (1954)
Foto: DEFA-Stiftung/Manfred Klawikowski, Gerhard Kowalewski

Wilhelm Koch-Hooge wird am 11. Februar 1916 in Patschkau, Oberschlesien (heute: Paczków, Polen) als Wilhelm Koch geboren. Sein Vater übt den Beruf eines Schornsteinfegermeister aus. Wilhelm Koch-Hooge ist das elfte von dreizehn Kindern und wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Als einziger seiner Geschwister geht er auf Gymnasium und macht sein Abitur. Nach seiner schulischen Ausbildung will er Schauspieler werden, aber sein Vater möchte, daß er einen handfesten Beruf ausübt. Wilhelm Koch-Hooge arbeitet zeitweise als Schornsteinfeger, geht nach Hamburg und arbeitet als Matrose. Von 1936 bis 1938 läßt er sich an der Schauspielschule des Deutschen Theaters ausbilden. Seine Lehrer sind unter anderem Hugo Werner-Kahle, Theodor Loos und Elisabeth Flickenschild.

Bereits als Schauspielschüler tritt er als Kleindarsteller im Deutschen Theater auf. Nach dem Studium geht er zunächst in die Provinz und arbeitet am Landestheater Kaiserslautern. Hier ist er unter anderem in "Diener zweier Herrn" von Goldoni, "Tartüff" von Molieré und als Don Cesar in "Braut von Messina" von Friedrich Schiller zu sehen. Nach Stationen am Stadttheater Heidelberg und an den Städtischen Bühnen Magdeburg, wo er den Horatio in "Hamlet" von Shakespeare gibt, wird Wilhelm Koch-Hooge 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. An der Ostfront wird er schwer verletzt. Nach seiner Genesung wird er Panzergrenadier und kämpft in Afrika an der Front. 1943 wird er in Tunesien Gefangener der amerikanischen Armee und in ein Lager nach Missisippi gebracht. Hier schreibt er Stücke und spielt Theater.

1946 kehrt Wilhelm Koch-Hooge aus der Gefangenschaft nach Deutschland zurück. In seiner ehemaligen Spielstätte Magdeburg findet er zunächst eine Heimat, bis er 1951 von Helene Weigel und Bertolt Brecht ans Berliner Ensemble engagiert wird. Hier tritt der Schauspieler unter anderem als Matrose Rybakow in "Glockenspiel" auf, ist in "Mutter Courage und ihre Kinder" sowie in "Der Prozeß der Jeanne d'Arc" zu sehen. Nach zwei Jahren Berliner Ensemble holt ihn der Intendant Wolfgang Langhoff 1953 ans Deutsche Theater, an dem er bis 1979 tätig sein wird. Zu den bedeutenden Bühnenrollen gehört der Benedikt in "Viel Lärm um Nichts" nach Shakespeare, auch sieht man ihn als Advokaten Helmer in "Nora" von Henrik Ibsen. Parallel zu seinen Bühnenarbeiten ist der Schauspieler auch als Synchronsprecher tätig.

Mit seinem Engagement nach Berlin beginnt auch die Filmarbeit von Wilhelm Koch-Hooge. Der Schauspieler wird gleich mit Hauptrollen bedacht. Anfang der 50er Jahre steht er erstmals in dem politischen Kriminalfilm GEHEIMAKTEN SOLVAY (1953) unter der Regie von Martin Hellberg vor der Kamera. Er gibt den Schlosser und Gewerkschafter Hannes Lorenz, der den Machenschaften und Sabotageakten alter Westbesitzer des nunmehr volkseigenen Betriebes auf die Schliche kommt. In GEFÄHRLICHE FRACHT (1954) von Gustav von Wangenheim spielt er den Hafenarbeiter Hein Jensen, der sich gegen die Verschiffung von Napalmbomben einsetzt.

International bekannt wird Wilhelm Koch-Hooge durch den Film STÄRKER ALS DIE NACHT (1954) von Slatan Dudow. Erzählt wird die Geschichte des Kommunisten Hans Löning, der nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten für sieben Jahre im Konzentrationslager gefangen ist. Nach seiner Entlassung engagiert er sich wieder gegen den Faschismus und wird nach erneuter Verhaftung hingerichtet. Der Regisseur versteht seinen Film als filmisches Denkmal für den 'unbekannten Antifaschisten'. Wilhelm Koch-Hooge gibt hier einen treuen Mann seiner standhaften Ehefrau (gespielt von Helga Göring) und liebenden Familienvater, der sich aber entscheidet, trotz aller Widrigkeiten als Antifaschist gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen und damit in den Tod zu gehen. Der Film, der auf Pathos verzichtet und formal interessant gestaltet ist, wird mehrfach ausgezeichnet, Wilhelm Koch-Hooge als Darsteller besonders hervorgehoben.

Bei der DEFA wird aus dem Darsteller bald der Proletarier, wie sich die Verantwortlichen ihn sich erträumen: mit intellektuellem Habitus, gebildet, stolz, idealistisch. Aber die Verkörperung seiner proletarischen Rollen sind ohne jene Leidenschaft, die dem Parteibuch verpflichtet ist. Die Figuren, die er gestaltet, sind menschlich und würdevoll, weil er diese Eigenschaften aus den Tiefen der Charaktere herausarbeitet. Dazu gehören unter anderem der Herr Paulsen in der Theodor Storm-Adaption POLE POPPENSPIELER (1954) von Artur Pohl, der Dr. Weller in dem Film ZWEI MÜTTER (1957) unter der Regie von Frank Beyer sowie der Erich Braun in der ersten Co-Produktion der DEFA mit der Sowjetunion FÜNF TAGE – FÜNF NÄCHTE (1961). Der Schauspieler arbeitet mit Konrad Wolf zusammen, zeitweise ist er neben Gustav Knuth und Günther Simon im Rennen um die Titelrolle für den Ernst Thälmann unter Kurt Maetzig im Gespräch.


Wilhelm Koch-Hooge in "Die Abenteuer des Till Ulenspiegel" (1956)
Foto: DEFA-Stiftung/André Manion, Waltraut Patheheimer

Ab den 60er Jahren bleiben die Rollenangebote für den Künstler aus, er zieht sich mehr und mehr zurück. Wilhelm Koch-Hooge konzentriert sich wieder auf die Theaterbühne, spielt am Deutschen Theater. Junge, nachrückende Film-Regisseure nutzen selten sein schauspielerisches Potential. Eine seiner letzten Rollen bei der DEFA spielt er unter dem Regisseur Roland Gräf, der ihn für seinen Film DIE FLUCHT (1977) engagiert. Als leitender Arzt versteht er die inneren Konflikte seines jüngeren Kollegen (gespielt von Armin Mueller-Stahl) nicht, kann nicht nachvollziehen, warum dieser das Land verlassen will.

In den 60er und 70er Jahren ist der Wilhelm Koch-Hooge häufig in tschechoslowakischen und jugoslawischen Produktionen zu sehen, meist als Deutscher in Uniformrollen. Diesen Figuren-Typ – aristokratisch, großbürgerlich, preußisch-militärisch – verkörpert er auch mehrfach im Fernsehen der DDR. Er ist unter anderem als Gustav Krupp in "Krupp und Krause" (1969) zu sehen, spielt den Freiherr von Hardenberg in "Scharnhorst" (1978) und agiert als Arzt Prof. Bonhoeffer in "Berühmte Ärzte der Charité: Die dunklen Jahre" (1983).
Nach dem Zusammenbruch der DDR zieht sich der Schauspieler gänzlich aus dem öffentlichen Leben zurück und tritt nicht mehr vor die Kamera. Wilhelm Koch-Hooge stirbt am 2. September 2004 in Berlin.

zusammengestellt von Ines Walk (www.film-zeit.de)


Filmographie

  • 1953 Geheimakte Solvay
    Darsteller
  • 1953 Die Unbesiegbaren
    Darsteller
  • 1953 Das Stacheltier 007/53: Das Wiedersehen
    Kurzfilm, Darsteller
  • 1953 Das Stacheltier 017/53: Panne
    Kurzfilm, Darsteller
  • 1954 Gefährliche Fracht
    Darsteller
  • 1954 Stärker als die Nacht
    Darsteller
  • 1954 Pole Poppenspieler
    Darsteller
  • 1955 Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse
    Darsteller
  • 1955 Das Stacheltier 135/58: Darf der denn das?
    Kurzfilm, Darsteller
  • 1956 Genesung
    Darsteller
  • 1957 Die Abenteuer des Till Eulenspiegel
    Darsteller
  • 1957 Rivalen am Steuer
    Darsteller
  • 1957 Zwei Mütter
    Darsteller
  • 1958 Jahrgang 21
    Darsteller
  • 1958 Das Stacheltier 045/58: Das Wartehäuschen
    Kurzfilm, Darsteller
  • 1959 Im Sonderauftrag
    Darsteller
  • 1959 Sie nannten ihn Amigo
    Darsteller
  • 1959 Reportage 57
    Darsteller
  • 1959 SAS 181 antwortet nicht
    Darsteller
  • 1960 Das Stacheltier: Ein deutscher Herr in Paris
    Kurzfilm, Darsteller
  • 1960 Das Leben beginnt
    Darsteller
  • 1960 Leute mit Flügeln
    Darsteller
  • 1960 Schritt für Schritt
    Darsteller
  • 1961 Fünf Tage - Fünf Nächte
    Darsteller
  • 1961 Der Feigling
    Darsteller
  • 1962 Mord ohne Sühne
    Darsteller
  • 1962 Festung am Rhein
    Darsteller
  • 1965 Terra incognita
    Darsteller
  • 1968 Der Mord, der nie verjährt
    Darsteller
  • 1969 Auftrag für Tiger
    Darsteller
  • 1970 Tödlicher Irrtum
    Darsteller
  • 1971 KLX an PTX – Die Rote Kapelle
    Darsteller
  • 1971 Der Schlüssel
    Darsteller
  • 1972 Die Oase
    Darsteller
  • 1972 Einer ist Sarajevo
    Darsteller
  • 1973 Schüsse in Marienbad
    Darsteller
  • 1975 Aktion in Istanbul
    Darsteller
  • 1975 Am Ende der Welt
    Darsteller
  • 1976 Das Attentat von Sarajevo
    Darsteller
  • 1977 Die Befreiung Prags
    Darsteller
  • 1981 Die Stunde der Töchter
    Darsteller


TV-Filme und Serien

  • 1962 Mord am Gateway
    TV-Film, Darsteller
  • 1962 Das grüne Ungeheuer
    TV-Film, Darsteller
  • 1964 Drei Kriege - 3. Teil: In Berlin
    TV-Film, Darsteller
  • 1967 Begegnungen
    TV-Film, Darsteller
  • 1969 Krupp und Krause
    TV-Film, Darsteller
  • 1970 Der Mörder sitzt im Wembley Stadion
    TV-Film, Darsteller
  • 1975 Polizeiruf 110: Episode "Der Mann"
    TV-Film, Darsteller
  • 1976 Ohne Märchen wird keiner groß
    TV-Film, Darsteller
  • 1977 Die Flucht
    TV-Film, Darsteller
  • 1978 Scharnhorst
    TV-Film, Darsteller
  • 1980 Anamnese
    TV-Film, Darsteller
  • 1982 Der Mann der Cap Arcona
    TV-Film, Darsteller
  • 1982 Rächer, Retter und Rapiere
    TV-Film, Darsteller
  • 1983 Berühmte Ärzte der Charité: Die dunklen Jahre – Sauerbruch / Bonhoeffer
    TV-Film, Darsteller
  • 1984 Polizeiruf 110: Episode "Schwere Jahre",
    Teil 1 TV-Film, Darsteller
  • 1989 Die gläserne Fackel
    TV-Film, Darsteller


Auszeichnungen

1955 STÄRKER ALS DIE NACHT
Nationalpreis II. Klasse im Kollektiv (gemeinsam mit Slatan Dudow, Jeanne Stern und Kurt Stern) Filmfestspiele in Locarno: Bester Darsteller


Ausgewählte Literatur

Fred Gehler: Wilheln Koch-Hooge 79, in: Sonntag, 09.02.1986.

Hans-Jörg Rother: Wilhelm Koch-Hooge, in: Ralf Schenk (Hrsg.): Vor der Kamera - Fünfzig Schauspieler in Babelsberg, Henschel Verlag Berlin 1995.

Ralf Schenk: An nichts und an niemanden verzweifeln … Am Sonntag ist der Schauspieler Wilhelm Koch-Hooge 80 Jahre alt geworden, in: Neues Deutschland, 12.02.1996.

Ralf Schenk: Wilheln Koch-Hooge, in: film-dienst 21/2004.

Dieter Reimer: Wilhelm Koch-Hooge, in: Dieter Reimer: DEFA-Stars. Legenden aus Babelsberg, Militzke Verlag Leipzig, 2004.