Kolditz, Gottfried

Gottfried Kolditz wird als Sohn eines Landarbeiters am 14. Dezember 1922 in Altenbach geboren und absolviert von 1945 bis 1949 ein Studium der Germanistik in Leipzig. Daneben  studiert er ab 1947 an der Mendelssohn-Akademie Regie und Schauspiel. Schon während seiner Studienzeit arbeitet er als Assistent am Stadttheater, bevor er nach seinem Abschluss diverse Regisseurstellen in Leipzig, Dresden und Rostock übernimmt. In Chemnitz ist er zuletzt Oberspielleiter.

Beim Film arbeitet Kolditz ab 1955: Als musikalischer Berater wirkt er bei den Musikfilmen ZAR UND ZIMMERMANN (1955) und MAZURKA DER LIEBE (1957), beide von Hans Müller, mit. Seine erste eigenständige Arbeit als Regisseur ist der Kurzfilm TANZ IN DER GALERIE (1957), in dem sich zwischen dem Pförtner eines Kunstkabinetts und einem kunstinteressierten Ehepaar ein lustvolles Versteck- und Verfolgungsspiel entwickelt.

In der Filmreihe "Das Stacheltier" folgt bald auch sein expressionistisches Langfilmdebüt, DER JUNGE ENGLÄNDER (1958) nach Wilhelm Hauff. Kolditz wird in den folgenden Jahren für seine Experimentierfreudigkeit bekannt und dreht zahlreiche phantasievolle Märchenfilme, Musicals und Komödien. Besonders interessantes Beispiel ist der Science-Fiction-Film SIGNALE – EIN WELTRAUMABENTEUER (1970), der eine deutliche Reminiszenz an Stanley Kubricks 2001 – ODYSSEE IM WELTRAUM (1968) darstellt. Zudem inszeniert er drei der populären DEFA-Indianerfilme mit dem serbischen Schauspieler Gojko Mitić, darunter ULZANA (1973).

Am 15. Juni 1982 stirbt Gottfried Kolditz unmittelbar vor Drehbeginn eines neuen Indianerfilms.

Quelle: Deutsches Filminstitut – DIF
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Kolditz während der Dreharbeiten zu ULZANA (1973)
Foto
: © DEFA-Stiftung/Eberhard Daßdorf