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DEFA - Stiftung - Langhoff, Wolfgang

Langhoff, Wolfgang

Wolfgang Langhoff ist einer der wichtigsten deutschen Theater-Intendanten des 20. Jahrhunderts. Von 1949 bis 1963 leitet er das renommierte Deutsche Theater in Berlin, bringt dort zahlreiche deutsche Klassiker auf die Bühne. Auch für die DEFA steht er vor der Kamera, leider nur in wenigen Filmen und Nebenrollen. Unschätzbar sind seine Leistungen und Impulse, die er darstellerischen Künstlern der DDR mit auf den Weg gibt. Unter seiner Leitung arbeiten unter anderem Ernst Busch, Horst Drinda, Mathilde Danegger und Käthe Reichel.



Wolfgang Langhoff (r.) mit Klaus-Peter Thiele in "Die Abenteuer des Werner Holt" (1964)
Foto: DEFA-Stiftung/Waltraut Patheheimer

Wolfgang Langhoff wird am 6. Oktober 1901 in Berlin geboren. Sein Vater Gustav Langhoff verdient seinen Lebensunterhalt als gut situierter Kaufmann, seine Mutter ist Malerin. Kurze Zeit nach seiner Geburt zieht die Familie mit ihren vier Kinder nach Freiburg im Breisgau. Hier wächst er auf, besucht das Realgymnasium. Mit 15 Jahren bricht er die Schule ab, heuert zwischen 1916 und 1918 als Schiffsjunge und Leichtmatrose an, schwankt in seiner Berufswahl. Zwischen seinem Interesse für das Theater und die Schriftstellerei schwankend, entscheidet er sich 1919 zunächst für den Schauspielerberuf. Ohne jemals eine Ausbildung erhalten zu haben, führen ihn Engagements für vier Jahre nach Königsberg, in der Spielzeit 1923/1924 ist er in Hamburg zusehen, von 1924 bis 1928 spielt er in Wiesbaden und von 1928 bis 1933 steht er auf der Bühne in Düsseldorf. Überwiegend wird er als jugendlicher Held besetzt.

1928 wird Wolfgang Langhoff Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands. Er gründet gemeinsam mit Schauspielkollegen die Agitproptruppe "Nordwest ran", die im Rhein-Ruhr-Gebiet erfolgreich auf politischen Veranstaltungen auftritt. Neben dem Leiter der Gruppe Peter Klingen ist Wolfgang Langhoff der künstlerische Kopf, er probt mit den Spielern, schreibt zahlreiche Texte. Zudem inszeniert er Stücke, bringt als einer der ersten Bertolt Brechts Stück "Die Maßnahme" in Köln und Düsseldorf auf die Bühne. Unmittelbar nach dem Reichstagsbrand wird er im Februar 1933 von der Gestapo verhaftet, in den Konzentrationslagern Börgermoor und Lichtenburg gefangen gehalten. Im Rahmen der Osteramnestie 1934 wird er aus der Haft entlassen, emigriert mit seiner Ehefrau im Juni 1934 in die Schweiz. Hier erscheinen 1935 seine autobiographischen Aufzeichnungen "Die Moorsoldaten. 13 Monate Konzentrationslager". Sie enthalten auch das weltbekannte Lied der Moorsoldaten. Wolfgang Langhoff hat den Text von Johann Esser überarbeitet. 1936 wird ihm aufgrund dieser Veröffentlichung die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.

In der Schweiz arbeitet Wolfgang Langhoff als Schauspieler und Regisseur am Schauspielhaus Zürich. Er spielt Paraderollen der Theatergeschichte - gibt den Karl Moor in "Die Räuber" und den Grafen von Lavagna in "Die Verschwörung des Fiesco zu Genua" jeweils nach Friedrich Schiller, spielt Peer Gynt nach Henrik Ibsen und den Tellheim aus "Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing. Auch politisch engagiert sich der Künstler, er leitet die illegale Tätigkeit der KPD-Parteizelle am Schauspielhaus. Er ist Gründungsmitglied der Bewegung Freies Deutschland in der Schweiz und gibt 1943 die Zeitschrift "Freies Deutschland" heraus.

1945 kehrt Wolfgang Langhoff nach Deutschland zurück. Er übernimmt zunächst die Generalintendanz der Städtischen Bühnen Düsseldorf, im August 1946 tritt er die Nachfolge von Gustav von Wangenheim, wird Leiter des Deutschen Theaters in der sowjetischen Besatzungszone. Hier wird er neben Bertolt Brecht bald zum beispielgebenden Intendanten, bringt zahlreiche deutsche Klassiker auf die Bühne, in den er auch zahlreiche Rollen übernimmt. Zu seinen wichtigsten Inszenierungen gehören "Faust" (1949 und 1954), die "Iphigenie von Tauris" beide nach Johann Wolfgang Goethe, "Don Carlos" (1952) von Friedrich Schiller sowie "Minna von Barnhelm" (1960) von Gotthold Ephraim Lessing. Auch moderne Stücke bringt er auf die Bühne, etwas Peter Hacks "Die Schlacht bei Lobositz" und "Der Müller von Sanssouci". Bis 1963 leitet er die Geschicke des renommierten Theaters. Als Theater-Intendant und Kulturfunktionär steht Wolfgang Langhoff im Blick der Öffentlichkeit, immer wieder kommt es zu Schwierigkeiten mit den politisch Verantwortlichen. Er gibt seine Meinung kund zur Formalismus-Debatte, verteidigt seine Spielplanpolitik. Besonders die Auseinandersetzung um seine Inszenierung des Peter Hacks-Stückes "Die Sorgen und die Macht" veranlassen ihn, die Intendanz abzugeben. Bis zu seinem Tode bleibt er aber dem Theater, dessen Ehrenmitglied er ist, verbunden, inszeniert weiterhin Stücke.

Neben seiner umfangreichen Theaterarbeit ist Wolfgang Langhoff auch am Film interessiert. Im September 1949 veröffentlicht er mehrere Texte zum Dokumentarfilm, setzt sich für eine ausgewogene Darstellung der nationalsozialistischen Vergangenheit ein. Bei der DEFA ist Wolfgang Langhoff als Darsteller an einer Handvoll Filmen beteiligt. In GENESUNG (1956) von Konrad Wolf spielt er den ehemaligen KZ-Häftling Ernst Mehlin, der Hilfe durch den Sanitäter Friedel Walter erfährt. Als späteren Ratsvorsitzenden setzt er sich für Walter ein, der als sich über Jahre als Arzt ausgegeben hat. Nochmals einen Rechtsanwalt spielt er unter der Regie von Kurt Maetzig in DAS LIED DER MATROSEN (1958). In DIE ABENTEUER DES WERNER HOLT (1965) von Joachim Kunert gibt er den humanistischen Professor Holt, den Vater von Werner. Die DEFA bietet dem Theaterregisseur auch einen Stoff zur Verfilmung an. Unter dem Arbeitstitel "Wettbewerb und Liebe", den Jan Koplowitz geschrieben hat, soll eine Auseinandersetzung zwischen einer Männer- und einer Frauenbrigade im Stahlwerk Maxhütte erzählt werden. Wolfgang Langhoff lehnt ab, da ihm die künstlerische Qualität des Textes nicht zusagt. Mehrmals arbeitet er auch als Sprecher für das DEFA-Studio für Dokumentarfilme, kommentiert Filme von Karl Gass sowie Andrew Thorndike und Annelie Thorndike. Auch an TV-Filmen ist er beteiligt, spielt in den erfolgreichen Fernsehspielen WOLF UNTER WÖLFEN (1964) und DR. SCHLÜTER (1965) mit.

Wolfgang Langhoff ist Mitglied er Akademie der Künste, von 1962 bis 1966 dessen Vizepräsident. Er wird 1956 Präsident des DDR-Zentrums des Internationalen Theaterinstituts der UNESCO.

Der Künstler ist seit 1926 mit der Schauspielerin Renate Reiner verheiratet. Ihre gemeinsamen Söhne werden ebenfalls künstlerisch tätig sein. Thomas Langhoff (geb. 1938) macht sich zunächst als Schauspieler, später als Theaterregisseur einen Namen, übernimmt 1991 als Intendant die Leitung des Deutschen Theaters. Matthias Langhoff (geb. 1942) ist ebenfalls Theaterregisseur, fungiert unter anderem als Intendant am Berliner Ensemble. Sein Enkel Tobias Langhoff (geb. 1962) setzt die Tradition fort und wird Schauspieler. Wolfgang Langhoff stirbt am 25. August 1966 nach einem Krebsleiden in Berlin.

zusammengestellt von Ines Walk ( www.film-zeit.de ), Stand: Mai 2006


Filmographie

  • 1935 Nächtlicher Spuk
    Sprecher
  • 1956 Genesung
    Darsteller
  • 1958 Das Lied der Matrosen
    Darsteller
  • 1960 Kosmos - Erinnerungen an Alexander von Humboldt
    Sprecher
  • 1961 So macht man Kanzler
    Sprecher
  • 1962 Tabak
    Darsteller
  • 1963 Das russische Wunder, 1. Teil
    Sprecher
  • 1963 Das russische Wunder, 2. Teil
    Sprecher
  • 1964 Wolf unter W�lfen
    TV-Serie, Darsteller
  • 1965 Die Abenteuer des Werner Holt
    Darsteller
  • 1965 Dr. Schl�ter
    TV-Film, Darsteller

Auszeichnungen
1951 Nationalpreis I. Klasse

1951 Nationalpreis II. Klasse

1957 Ernst Moritz Arndt-Medaille

1958 Medaille "Kämpfer gegen den Faschismus"

Ausgewählte Literatur
Wolfgang Langhoff: Die Moorsoldaten. 13 Monate Konzentrationslager, 1935.

Wolfgang Langhoff: Eine Fuhre Holz. Erzählung, Moskau 1937.

Wolfgang Langhoff: Die Bewegung Freies Deutschland und ihre Ziele, Europa-Verlag 1945.

Wolfgang Langhoff: Über den Dokumentarfilm, in: Nacht-Express, 24.09.1946.

Wolfgang Langhoff: Zeugnis der Wahrheit, in: Tägliche Rundschau, 26.09.1946.

Wolfgang Langhoff: Um den Dokumentarfilm, in: Der Tagesspiegel, 26.09.1946.

Edith Krull: Wolfgang Langhoff, Henschel Verlag Berlin 1962.

Christoph Funke: Wolfgang Langhoff, Henschel Verlag Berlin 1969.

Deutsches Theater Berlin (Hrsg.): Hundert Jahre Deutsches Theater Berlin. 1883 – 1983. Berlin 1986.

Christa Neubert-Herwig (Hrsg.): Wolfgang Langhoff - Schauspieler, Regisseur, Intendant, Berlin 1991.

Armin Stolper: Und noch ein roter Hunderter. Wolfgang Langhoff, Schkeuditzer Buchverlag 2001.