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DEFA - Stiftung - Stranka, Erwin

Stranka, Erwin

Der Regisseur und Drehbuchautor Erwin Stranka hat ein Dutzend Filme gedreht. Er macht sich als Künstler mit der Inszenierung von Historienfilmen einen Namen, bis er sich für die Verfilmung von Kinder- und Jugendstoffen entscheidet und damit seine größten Erfolge produziert. Als einer der wenigen Regisseure ist er über Jahre freischaffend tätig. Mit Filmen wie ZUM BEISPIEL JOSEF (1974) und SABINE WULFF (1978) setzt er sich publikumswirksam mit der Wirklichkeit in der DDR auseinander.



Erwin Stranka am Set zu "Sabine Wulff" (1978)

Foto: DEFA-Stiftung/Fotograf unbekannt

Erwin Stranka wird am 03. Januar 1935 in Kaaden (auch Kaden oder Kadan) geboren, einem Ort, der zu diesem Zeitpunkt zur Tschechoslowakei zählt. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater ist Handschumacher, arbeitet zeitweise auch als Bergmann. 1938 zieht die Familie, zu der neben der Mutter noch drei weitere Kinder gehören, nach Prag. Sein Bruder Walter Stranka wird sich später einen Namen als Lyriker und Schriftsteller machen. Nach dem Ende des II. Weltkrieges wird die Familie ausgesiedelt und geht zunächst nach Halle. Hier arbeitet Erwin Stranka als Statist am Theater des Friedens, will Schauspieler werden.

Aber auf Wunsch seines Vaters beginnt er zunächst ein Studium, um Lehrer zu werden. Nach kurzer Zeit wechselt er zur Theaterhochschule in Leipzig. Hier erhält er ein interessantes Angebot. Von 1953 bis 1959 absolviert er ein Regie-Studium an der Filmfakultät der Akademie der musischen Künste in Prag (FAMU). Im Jahr seines Abschluß legt er mit DER REGEN KOMMT VON OBEN seinen ersten Erfolg vor. Er erhält auf den Studentenfilmtagen in Wien ein Ehrendiplom. 1959 schließt er das Studium mit dem Diplomfilm DER GENERAL (1959) ab. Danach kehrt er in die DDR zurück und arbeitet zunächst als Assistent im DEFA-Studio für Spielfilme, unter anderem bei Georg Leopold, der gerade den fünfteiligen TV-Film "Tempel des Satans" (1969) dreht und beim Regisseur Gerhard Klein und dessen Film DER FALL GLEIWITZ (1961). Ab 1963 ist er als Regisseur beschäftigt. Seinen Debütfilm und zugleich seine einzige TV-Produktion JOSEF UND ALL SEINE BRÜDER (1962) dreht er über einen Arbeitsbummelanten, der im Gefängnis landet und sich nach der Haft erst vom englischen, dann vom französischen und amerikanischen Geheimdienst anwerben läßt. Am Ende wird er nach West-Berlin abgeschoben und dort als Märtyrer und Held der freien Welt gefeiert.

Mit seinem ersten Kinofilm VERLIEBT UND VORBESTRAFT (1963) legt der Regisseur eine DEFA-Komödie vor, die anfangs euphorisch gelobt wird, dann aber das Mißfallen der verantwortlichen Stellen erregt. Erzählt wird von der Baupraktikantin Hannelore, die in einer rauhbeinigen Brigade die Bauarbeiter zur Solidarität mit einem Kollegen aufruft. Auf Weisung von Hans Rodenberg, damaliger Filmminister, soll der Film umgeschnitten werden. Der Regisseur weigert sich, aber ein Umschnitt erfolgt trotzdem. Über acht Jahre arbeitet Erwin Stranka nicht als Regisseur, er ist als freischaffender Autor und Zeichner tätig. Für Heinz Kahlau schreibt er diverse Drehbücher, bei der DEFA wird keiner seiner Entwürfe angenommen. Er kündigt und arbeitet als Dreher an der Werkbank im Karl-Marx-Werk. Krankheitsbedingt muß er die Arbeit aufgeben.

Erst Anfang der 70er Jahre kann Erwin Stranka endlich wieder einen Film realisieren, arbeitet als einer der wenigen Regisseure über Jahre freischaffend. Die geplante Co-Produktion der DEFA mit Ungarn kommt zwar nicht zustande, aber der Regisseur realisiert HUSAREN IN BERLIN (1971) allein. Erzählt wird eine Geschichte aus dem Jahr 1757, als ungarische Husaren für einen Tag Berlin besetzen. Die Liebesgeschichte zwischen der Berliner Kaufmannstochter Andrea und den ungarischen Trompeter Pali ist als actionreiche Komödie mit Manfred Krug und Evelyn Opoczynski inszeniert. Auch sein folgender Film DIE GESTOHLENDE SCHLACHT (1972) greift auf einen historischen Stoff zurück. Während des Siebenjährigen Krieges erhält der Meisterdieb Käsebier von Friedrich II. den Auftrag, sich in die Stadt Prag einzuschleichen und diese in seine Hände zu spielen, aber er verliebt sich in das Prager Mädchen Katka und stellt sich auf die Seite der Bürger.

Der Kinderfilm SUSANNE UND DER ZAUBERRING (1974) markiert einen Wendepunkt in der Filmkarriere des Regisseurs. Um nicht auf Historienstoffe festgelegt zu werden, wendet sich Erwin Stranka der Gegenwart zu. Der Kinderfilm erzählt ein modernes Märchen. Susanne erhält einen Zauberring, der die Fähigkeit besitzt, seinem Besitzer in verschiedenen Notlagen zu helfen. Als der Ring durch eine diebische Elster verloren geht, hat Susanne bereits soviel Selbstvertrauen errungen, daß sie auch ohne den Ring an sich glaubt. Der Film wird über Jahre beim Publikum ein großer Erfolg. Noch einen weiteren Kinderfilm wird Erwin Stranka drehen, der ebenso erfolgreich bei kleinen wie großen Zuschauern ist. In DER KLEINE ZAUBERER UND DIE GROßE FÜNF (1977) wird erzählt, daß sich eine schlechte Zensur nicht wegzaubern läßt, auch wenn der kleine Oliver Zaubern als Lehrfach hat.

Mit ZUM BEISPIEL JOSEF (1974) legt Erwin Stranka seinen ersten Gegenwartsfilm vor. Es handelt sich um die Geschichte von Josef, der nach einem turbulenten Leben - Kriegsfindelkind, Fremdenlegionär, Seefahrer, Werftarbeiter - in der DDR endlich wieder Boden unter die Füße bekommt und auf der Werft in Rostock mit dem Brigadiers Bruno einen sinnstiftenden Gegenspieler erhält. Der Film wird als gelungener Versuch aufgenommen, Arbeiterpersönlichkeiten zu zeichnen, die ausnehmend individuell sind und deren Lebensläufe nicht immer gradlinig verlaufen. Der Regisseur und Drehbuchautor konzentriert sich auch im folgenden auf ein jugendliches Publikum. Danach inszeniert Erwin Stranka den Jugendfilm DIE MORAL DER BANDIREN (1976). Im Jahre 1947 wird ein brandenburgisches Dorf von einer Bande Jugendlicher terrorisiert, die mit der Gesellschaft in Konflikt leben. Der Film schildert, wie Bürgermeister und Neulehrer die Jugendlichen für sich gewinnen wollen. Der Regisseur und sein Kameramann Peter Brand orientieren sich dabei am italienischen Neorealismus.



Erwin Stranka (l.) mit Henry Hübchen am Set zu "Moral der Banditen" (1975)

Foto: DEFA-Stiftung/Wolfgang Ebert, Ingo Raatzke

1976 erhält Erwin Stranka wieder eine feste Anstellung bei der DEFA. In seiner neuen Position entsteht nach dem Kinderfilm DER KLEINE ZAUBERER UND DIE GROßE FÜNF (1977) sein wohl erfolgreichstes Werk SABINE WULFF (1978). Die 18jährige Sabine, gespielt von Karin Düwel, wird aus dem Jugendwerkhof entlassen, mietet sich ein eigenes Zimmer und beginnt eine Arbeit in einer Schuhfabrik. Sabine ist unbequem und ehrlich, stößt als Suchende bei vielen auf Widerstand. Der Film zählt zu den erfolgreichsten des Jahres, wird als Publikumsliebling beim Nationalen Spielfilmfestival in Karl-Marx-Stadt ausgezeichnet.

Danach inszeniert der Regisseur alle zwei Jahre einen Film. Mit DIE STUNDE DER TÖCHTER (1981) verfilmt Erwin Stranka ein Buch seines Bruders Walter Stranka. Erzählt wird die Geschichte des Arbeiters Richard Roth, der sich infolge einer Herzattacke die Frage stellt, was von ihm in seinen vier Töchtern weiterleben wird.

Der Episodenfilm AUTOMÄRCHEN (1983) schildert Geschichten um des Menschen liebstes Kind, das Auto. In dem turbulenten Episodenfilm agieren unter anderem Kurt Böwe und Roman Kaminski. In DER HAIFISCHFÜTTERER (1985) regelt der Möbelfahrer Stefan in einigen Tagen sein Leben, bevor er zur Armee eingezogen wird. In dem Film LIANE (1987) sucht eine zwanzigjährige Elektronikfacharbeiterin ihren eigenen Weg im Leben. Die Auseinandersetzung mit Lebenswünschen und -ansprüchen junger Leute in der DDR ist mit einem sicheren Gespür für Atmosphäre inszeniert. Sein letzter Film ZWEI SCHRÄGE VÖGEL (1989) erzählt von den Informatikstudenten Kamminke und Frank, die sich in der Provinz bewähren müssen und dies sehr findig tun. Der Film läuft am 12. September 1989 in Ostberlin an und wird von den politischen Ereignissen sehr schnell eingeholt.

1990 erleidet Erwin Stranka einen Herzanfall. Er wird mehrfach operiert. Danach kann er keinen Film mehr realisieren. Der Künstler widmet sich der experimentellen Malerei und schafft Plastiken. Erwin Stranka ist mit der Kostümbildnerin Rosemarie Wandelt verheiratet. Beide haben zwei gemeinsame Söhne, Oliver und Stefan.

Erwin Stranka verstarb am 14. April 2014 in Potsdam.

zusammengestellt von Ines Walk (www.film-zeit.de)


Filmographie

  • 1959 DER REGEN KOMMT VON OBEN
    Studentenfilm
  • 1959 DER GENERAL
    Abschlußfilm FAMU
  • 1962 JOSEF UND ALL SEINE BRÜDER
    TV-Film; Regie
  • 1963 VERLIEBT UND VORBESTRAFT
    Regie, Buch
  • 1971 DIE HUSAREN IN BERLIN
    Regie, Buch
  • 1972 DIE GESTOHLENE SCHLACHT
    Regie, Buch
  • 1973 SUSANNE UND DER ZAUBERRING
    Regie, Buch
  • 1972 TOBIAS BREMSER UND DAS RUNDE LEDER
    Kurzfilm; Regie, Buch
  • 1973 BREMSERS MACHEN URLAUB
    Kurzfilm; Regie, Buch
  • 1974 TOBIAS BREMSER ALS KELLNER
    Kurzfilm; Buch
  • 1974 ZUM BEISPIEL JOSEF
    Regie, Buch
  • 1974 ZUM BEISPIEL JOSEF
    Werbefilm; Buch
  • 1976 DIE MORAL DER BANDITEN
    Regie, Buch
  • 1977 DER KLEINE ZAUBERER UND DIE GROßE FÜNF
    Regie, Buch
  • 1978 SABINE WULF
    Regie, Buch
  • 1981 DIE STUNDE DER TÖCHTER
    Regie, Buch
  • 1983 AUTOMÄRCHEN
    Regie, Buch
  • 1985 DER HAIFISCHFÜTTERER
    Regie, Buch
  • 1987 LIANE
    Regie, Buch
  • 1989 ZWEI SCHRÄGE VÖGEL
    Regie, Buch


Ausgewählte Auszeichnungen

1959: DER REGEN KOMMT VON OBEN
Ehrendiplom 1. Kategorie auf dem Studentenfilmfestival in Wien

1974: ZUM BEISPIEL JOSEF
Heinrich Greif Preis
Kunstpreis des FDGB

1980: SABINE WULFF
Publikumspreis "Großer Steiger" beim Nationalen Spielfilmfestival in Karl-Marx-Stadt


Ausgewählte Literatur

M. Schröder: Held und Autor "vorbestraft", in: Junge Welt, 16.11.1963.
Michael Hanisch: Hauptattraktion auch diesmal der Indianerfilm, in: Junge Welt, 15.07.1971.

K. Meyer: Feuertaufe und Zerreißprobe, in: Sonntag, 29/1971.
Horst Knietzsch: Sommerliches aus Babelsberg, in: Neues Deutschland, 12.07.1971.

Michael Hanisch: Spaß an Käsebiers gekonnten Späßen, in: Junge Welt, 06.08.1972.

M. Heidecke: Dieb und König, in: Filmspiegel 18/1972.

Horst Knietzsch: Potztausend, dieser Gauner Käsebier, in: Neues Deutschland, 06.08.1972.

K. Anders: Poesie und Wirklichkeit, in: Filmspiegel 22/1978.

P. Berger: Poetisches Gleichnis für Kinder und Erwachsene, in: Neues Deutschland, 25.08.1973.

E. Novotny: Wunder dauern etwas länger, in: Berliner Zeitung, 07.10.1973.

K. Richter de Vroe: Kino für 25 Pfenning, in: Sonntag, 02/1974.

M. Beckmann: Sprung in eine andere Welt, in: Filmspiegel, 22/1974.

Rolf Richter: Dramatisches Geschehen um einen jungen Helden, in: Neues Deutschland, 15.10.1974.

Hans-Dieter Tok: Vom Anderswerden in unserer Gesellschaft, in: Film und Fernsehen, 10/1974.

Hans-Dieter Schütt: Geschichte, in der es nicht zimperlich zu geht, in: Junge Welt, 14.03.1976.
E. Jahnke: Lehrer Lindner und die Rächer-Bande, in: Filmspiegel, 07/1976.

Rolf Richter: Ein Lehrer ringt um die Herzen der Jugend, in: Neues Deutschland, 17.03.1976.

W. Schroeder: Ohne erhobenen Zeigefinger, in: Wochenpost, 14/1976.

Horst Knietzsch: Wunderbares für junge Zuschauer, in: Neues Deutschland, 10.02.1977.

K. Anders: Zauber, Poesie und Kriegsgetümmel, in: Filmspiegel, 12/1977.

Hans-Dieter Tok: Rezension zu SABINE WULFF, in: Wochenpost, 46/1978.

Günter Agde: Kleine Geschichte einer Ankunft, in: Filmspiegel, 25/1978.

M. Heidicke: Vom neuen Anfang einer 18jährigen, in: Berliner Zeitung, 11.11.1978.

Horst Knietzsch: Nachdenken über den eigenen Weg im Leben, in: Neues Deutschland, 11.11.1978.

Klaus Rümmler: Ein Mädchen findet zu sich selbst, in: Film und Fernsehen, 02/1979.

Hans-Dieter Tok: Suche nach Freundlichkeit, in: Wochenpost, 47/1978.

o.A.: Erwin Stranka – Im Gespräch mit dem DEFA-Regisseur, in: Ostsee-Zeitung, 19.01.1980.

Maja Turowskaja: Auf der Suche nach der "freundlichen Welt", in: Film und Fernsehen, 01/1981.

R. Schostach: Schmollmund und Trotz im Blick, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.08.1981.

Fred Gehler: Rezension zu DIE STUNDE DER TÖCHTER, in: Sonntag, 14/1981.

Günter Agde: Vielerlei Prüfungen, in: Filmspiegel, 06/1981.

R. Stolze: Gesucht wird der eigene Weg im Leben, in: Junge Welt, 27.02.1981.

Horst Knietzsch: Bekenntnisse zur Wirklichkeit und zu einem bewußt gelebten Leben, in: Neues Deutschland, 03.03.1981.

Margit Voss: Kleiner Radius für großes Thema, in: Film und Fernsehen, 05/1981.

Hans-Dieter Schütt: Erwin Stranka: Eingreifen in die aktuelle Situation, in: Rolf Richter (Hrsg.): DEFA-Spielfilm-Regisseure und ihre Kritiker, Bd. 2, Henschel Verlag Berlin, 1983, Seite 174 – 192.

Jochen Maaß: HAIFISCHFÜTTERER – Interview mit dem Regisseur Erwin Stranka, in: Sonntag, 29.09.1985.

Ida Falken: Interview mit Erwin Stranka über DER HAIFISCHFÜTTERER, in: Filmspiegel 18/1985.

Horst Knietzsch: Nachdenken über LIANE und über ihre Freunde - Die Filmschöpfer äußern sich zu Publikumsreaktionen, in: Neues Deutschland, 11.01.1988.

Ulrike Odenwald: Erwin Stranka, Regisseur, in: Film und Fernsehen Nr. 03/1998, Seite 43 - 48.