Filmstill zu "Einfach Blumen aufs Dach"

Christine Laszar

Schauspielerin

* 19. Dezember 1931 in Ortelsburg

Biografie

Christine Laszar

in FOR EYES ONLY (R: Janos Veiczi, 1963) Fotograf: Gerry Wolff

Die Schauspielerin Christine Laszar erreicht Anfang der 1960er Jahre ihren Karrierehöhepunkt: Sie ist in zahlreichen DEFA-Filmen zu sehen, vorrangig in politischen Abenteuerfilmen, Spionage- und Agentenstreifen. In vielen Fällen verkörpert sie kühl-distanzierte Frauen, die über eine natürliche Eleganz verfügen und in den politischen Kämpfen der Zeit - sei es als Journalistin, Ärztin, Künstlerin oder einfach Ehegattin - nicht immer auf der richtigen Seite stehen.

Christine Laszar wird am 19. Dezember 1931 in Ortelsburg, Ostpreußen (heute Szczytno, Polen) geboren. Über ihre Herkunft sind kaum Informationen bekannt. Sie absolviert nach ihrer Schulausbildung die Westberliner Schauspielschule und beginnt ihre Theaterlaufbahn am Renaissance-Theater in Berlin. Außerdem sammelt die junge Schauspielerin Erfahrungen beim Westberliner Kabarett „Die Stachelschweine“ und in der Münchner „Schaubude“. Sie ist ebenso in kleineren Fernsehstudios tätig. In der DDR gastiert sie an der Volksbühne in Berlin.

Filmstill zu "Geschwader Fledermaus"

Christine Laszar und Otto Stark in GESCHWADER FLEDERMAUS (R: Erich Engel, 1958) Fotografin: Waltraut Pathenheimer

Filmstill zu "Weißes Blut"

Christine Laszar und Jürgen Frohriep in WEISSES BLUT (R: Gottfried Kolditz, 1959) Fotograf: Herbert Kroiss

Mit ihrer letzten Theaterrolle in München debütiert sie vor der DEFA-Kamera. Sie gibt die Geliebte eines amerikanischen Generals in dem letzten Filmwerk von Regisseur Erich Engel. Sein politischer Abenteuerfilm GESCHWADER FLEDERMAUS (1958) nach einem Bühnenstück von Rolf Honold ist mit  Wolfgang Heinz,
 Günther Simon und  Norbert Christian prominent besetzt. Im Film unterstützt ein US-amerikanisches Transportgeschwader die französische Kolonialarmee im Krieg gegen Vietnam. Sie fliegen Munition unter Missachtung des Völkerrechts. Nur Chefpilot Bryk weigert sich zu fliegen und flieht später mit der Dolmetscherin Thao in den befreiten Teil Vietnams. Die weibliche Hauptrolle bringt Christine Laszar eine Festanstellung bei der DEFA ein. 1958 siedelt sie in die DDR über. In der Folge gehört die Darstellerin Anfang der 1960er Jahre zu den Spitzenschauspielern der DEFA, spielt zahlreiche Hauptrollen und steigt damit in der Gunst des Publikums ganz nach oben. In vielen Fällen sind es Kriminalfälle, Politthriller und Spionagegeschichten, in denen die häufig kühl und distanziert agierende Schauspielerin zu sehen ist.

Filmstill zu "Der Tod hat ein Gesicht"

Christine Laszar und Günther Simon in DER TOD HAT EIN GESICHT (R: Joachim Hasler, 1961) Fotograf: Eduard Neufeld

Filmstill zu "Der Traum des Hauptmann Loy"

Horst Drinda und Christine Laszar in DER TRAUM DES HAUPTMANN LOY (R: Kurt Maetzig, 1961) Fotografin: Waltraut Pathenheimer

In dem Agentenfilm DIE PREMIERE FÄLLT AUS (1958) von  Kurt Jung-Alsen gibt sie die junge Schauspielerin Vera Herrmann am Bärenfurter Stadttheater, die mit dem verdächtigen Oberspielleiter Born liiert ist. Unter der Regie von  Gottfried Kolditz spielt sie in WEISSES BLUT (1959) die Ehefrau eines jungen Bundeswehr-Offiziers, der bei einem Atombombentest Strahlung abbekommen hat und unheilbar krank geworden ist. Beide wenden sich an die Öffentlichkeit und treten gegen die atomare Rüstung auf. Als Wirtschaftsredakteurin Christine Koch bringt sie in BEVOR DER BLITZ EINSCHLÄGT (1959) von  Richard Groschopp dem talentierten, aber etwas oberflächlichen Reporter einer Berliner Zeitung Verantwortung bei. Als Dr. Barbara Frei überzeugt sie in DER TOD HAT EIN GESICHT (1961) unter der Regie von  Joachim Hasler. Hier kämpft sie als junge Chemikerin gegen die Verwendung eines neuen Giftstoffes, der jegliches Leben vernichten, ohne die materiellen Werte zu zerstören. In dem Kurt-Maetzig-Film DER TRAUM DES HAUPTMANN LOY (1961) wird sie in einem US-amerikanischen Militärflugzeug als Corporal Doris Graves von der United States Air Force von einem Agenten getötet. In DER ARZT VON BOTHENOW (1961) von Johannes Kittel verkörpert sie an der Seite von  Otto Mellies dessen anspruchsvolle und strapaziöse Ehefrau.

Filmstill zu "For eyes only"

Christine Laszar in FOR EYES ONLY (R: János Veiczi, 1963)

Filmstill zu "Hamida"

Christine Laszar in HAMIDA (R: Jean Michaud-Mailland, 1965) Fotograf: Rudolf Meister

Christine Laszar ist in dem erfolgreichen Spionage-Thriller FOR EYES ONLY - STRENG GEHEIM (1963) von  Janos Veiczi sowie in dem Agentenfilm SCHWARZER SAMT (1963) von Heinz Thiel zu sehen. In Letzterem entpuppt sie sich als eiskalte Mörderin. In HAMIDA (1965) von Jean Michaud-Mailland spielt sie Helene, die Mutter des kleinen Renaud und Mitglied einer französischen Farmerfamilie in Tunesien der 1950er Jahre, die sich hartherzig gegen die arabischen Landarbeiter verhalten. MÖRDER AUF URLAUB (1965) unter der Regie von Bosko Boskovic schildert einen Erpressungs- und Mordfall im jugoslawischen Ferienparadies St. Stephan. Hier verkörpert Christine Laszar die Ehefrau eines Schweizer Fabrikanten und kann kurz vor ihrem zweiten Mord verhaftet werden. In PENSION BOULANKA (1964) von Helmut Krätzig wird sie ebenfalls als Mörderin entlarvt; als Hundedresseurin Sievers ist sie die ehemalige Komplizin und Mörderin Gruyters, der mit Rauschgift gehandelt hat.

Mitte der 1960er Jahre stagniert die Filmkarriere der Schauspielerin; ist eigentlich beendet. Christine Laszar agiert noch in einigen Fernsehfilmen, unter anderem in den Filmbiographien CARL VON OSSIETZKY (1964) und KRUPP UND KRAUSE (1969). Anfang der 1970er Jahre wechselt sie ihren Arbeitsschwerpunkt, wird Fernsehredakteurin beim Deutschen Fernsehfunk. Sie stellt unter anderem als Redakteurin Künstlerporträts her.

Nach einer Erkrankung zieht sich die Schauspielerin in den 80er Jahren aus dem öffentlichen Leben zurück. In erster Ehe ist sie mit dem Schauspieler und Regisseur Rudolf Schündler verheiratet. Ihre gemeinsame Tochter Katrin wird später als Redakteurin arbeiten und Sendungen des Deutschen Fernsehfunks moderieren.

Zusammengestellt von Ines Walk. (Stand: September 2006)

Literatur

  • o. A.: Christine Laszar, in: Unsere Filmsterne, Verlage Junge Welt 1962.
  • Wolfgang Carlé: Christine Laszar, in: Renate Seydel (Hrsg.): Schauspieler. Theater - Film - Fernsehen, Henschel Verlag Berlin 1966.

DEFA-Filmografie

Eine erweiterte Filmografie können Sie unter filmportal.de einsehen.

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