DEFA-Chronik für das Jahr 1946

Januar 1946

Das Filmaktiv nimmt seinen Sitz in den ehemaligen Verwaltungsräumen der Ufa am Dönhoffplatz, Krausenstraße 38/39. Aufgabenverteilung: Alfred Lindemann Leiter und Produktionschef, Karl Hans Bergmann, sein erster Vertreter und verantwortlich für Wirtschaft und Verwaltung, Kurt Maetzig verantwortlich für die Wochenschau und Willi Schiller für technische Fragen. Hans Klering ist Verbindungsmann zu den sowjetischen Dienststellen. Herbert Volkmann, Filmreferent der Zentralverwaltung für Volksbildung, verantwortlich für die politische und künstlerische Arbeit des Filmaktivs. Das Filmaktiv wird offiziell nach bürgerl. Recht als in die Zentralverwaltung für Volksbildung eingegliederte Gesellschaft eingetragen mit dem Auftrag, „eine deutsche Filmindustrie im Bereich der SBZ ins Leben zu rufen“. Gründung der Pressestelle des Filmaktivs.
(in: DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 44)

18. Januar

Beginn der ersten Tonaufnahmen zur Wochenschau „Der Augenzeuge“ beim Boxkampf „Eder - Przybilski“ im Friedrichstadtpalast Berlin.
(in: DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 37)

23. Januar

Sitzung im Haus des Zentralausschusses der SPD in Berlin, Gründung des Kulturausschusses der KPD, SPD und des FDGB (Die Bildung des gemeinsamen Kulturausschusses der Arbeiterorganisationen wurde auf der Konferenz am 20. u. 21. Dezember 1945 in Berlin beschlossen). Dem Kulturausschuss gehören als Mitglieder an: Fred Oelsner u. Dr. Josef Nass, KPD; Richard Weimann und Max Nierich, SPD; Carl Fugger und Walter Maschke, FDGB.
(in: Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945 - 1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S. 99 - 100)

Februar 1946

Die Filmfabrik Wolfen (ehemals Agfa – Wolfen des IG Farben Konzerns) nimmt die Produktion von Agfacolor – Film, Kinofilm (s/w) und Schmalfilm auf. (Das Territorium der Filmfabrik war am 1. Juli 1945 von den amerikanischen Besatzungstruppen an die sowjetische Militärverwaltung übergeben worden).
(in: DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil I, S. 31)

3. - 5. Februar

Erste Zentrale Kulturtagung der KPD in Berlin. Teilnahme von Delegierten aus allen Besatzungszonen. Reden : Anton Ackermann „Unsere kulturpolitische Sendung“, Wilhelm Pieck „Um die Erneuerung der deutschen Kultur“, Hans Klering „ Der neue deutsche Film“.
(in: Neuer Weg, Berlin 1946; DEFA – Betriebsgeschichte 1981 , Teil 1, S. 43; Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945 - 1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S. 101 - 143)

9. - 11. Februar

Erster FDGB - Kongress für die sowjetische Besatzungszone in Berlin. Hans Jendretzky wird zum Vorsitzenden gewählt.
(in: Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945 - 1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S. 144)

19. Februar

„Der Augenzeuge“, die neue Wochenschau, kommt erstmals in die Filmtheater.
Leitung: Dr. Kurt Maetzig, Chefredaktion: Marion Keller, Motto: „Sie sehen selbst – Sie hören selbst – Urteilen Sie selbst“. Eröffnung durch Oberbürgermeister Dr. Werner. Gezeigt wird unter anderem der Wiederaufbau des zerstörten Berlins.
(in: DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 46 ; BZ, v. 20.02.1946, Tägliche Rundschau, v. 24.02.1946)

März 1946

Aufführung des sowjetischen Spielfilms „Tachir und Suchra” (1945 im Kinostudio Taschkent/Usbekistan produziert) im Lichtspieltheater Odeon in Berlin Pankow.
Synchronisation: Tobis – Filmkunst.
(in: ND, Berlin, v. 30.04.1946, S. 3)

15. März / 16. März

Abschluss eines Drehbuchvertrages für den Film „Die Mörder sind unter uns”.
Erster Drehtag im ehemaligen Althoff - Atelier in Potsdam - Babelsberg.
(in: DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 48)

April 1946

21. - 22. April

Vereinigungsparteitag der KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), im Admiralspalast in Berlin. Wahl der Vorsitzenden:
Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl.
Zum Zentralorgan der Partei bestimmt der Parteitag die Tageszeitung „Neues Deutschland“ und zum theoretisch - wissenschaftlichen Organ die Monatsschrift „Einheit“. Zentraler Parteiverlag wird der Dietz Verlag.
(in: Geschichte der SED, Abriss, Dietz - Verlag, Berlin, 1983, S.118 – 124; Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945 -1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S.148 - 151)

Mai 1946

1. Mai

AD des Dokumentarfilms „Einheit SPD - KPD”, RE: Kurt Maetzig , AS - RE: Max Jaap, in Berlin und in den Ländern der Sowjetischen Besatzungszone.
(in: ND, Berlin, v. 05.05.1946, S. 3)

17. Mai

Gründung der „Deutschen Film - AG (DEFA) i. Gr.“ in Potsdam - Babelsberg. Adolf Fischer hatte die Kurzform „DEFA“ vorgeschlagen. Hans Klering entwarf das bekannte „DEFA“-Firmenzeichen.
Überreichung der ersten Drehlizenz durch Oberst Tulpanow von der sowjetischen Militärverwaltung „für die Herstellung von Filmen aller Kategorien“ (nicht für deren Vertrieb). Lizenzträger: Hans Klering, Alfred Lindemann, Willy Schiller, Karl Hans Bergmann, Kurt Maetzig. Zunächst Bildung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Am 13. August 1946 erfolgt die Eintragung der Deutschen Film GmbH ins Handelsregister in Berlin - Mitte. Sitz der Firma: Berlin SW 68, Krausenstraße 38/39.
Gesellschafter: Lindemann, Bergmann, Volkmann. Stammkapital: 20. 000 RM
Alfred Lindemann und Karl Hans Bergmann werden als Geschäftsführer eingesetzt, Hans Klering wird zum Prokuristen berufen.
(in: DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 44 - 45, 61; Tägliche Rundschau Nr. 114, v. 18.05.1946)

Juli 1946

Gründung des Zentralen Kulturausschusses der SED in Berlin. Vorsitzende: Josef Naas u. Richard Weimann.
Richtlinien des Zentralsekretariats der SED über den Aufbau und die nächsten Aufgaben der Abteilungen Kultur u. Erziehung beim Zentralsekretariat, bei den Landes -, Bezirks - u. Kreisvorständen der SED.
(in: Um die Erneuerung der deutschen Kultur, Dokumente 1945 - 1949, Dietz - Verlag Berlin, 1983, S. 165; ND, Berlin, v. 10.07.1946)

7. Juli

Herausgabe der kulturpolitischen Wochenzeitung „Sonntag“. Herausgeber: Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands

August 1946

Alfred Lindemann gibt einen Überblick über die schon erreichten Ergebnisse der DEFA. Außer den Spielfilmen sind weitere 12 Kulturfilme, 6 Werbe - und 21 Lehrfilme produziert.
(in: ND, Berlin, v. 10.08.1946, S. 3)

September 1946

4. September 1946 - Ende Dezember 1947

Rückblick auf die Entnazifizierung der Kulturschaffenden in Berlin.
(in: ND, Berlin, v. 27.01.1948, S. 3; DEFA – Betriebsgeschichte 1981, Teil 1, S. 25 - 26)

Oktober 1946

15. Oktober

Aufführung des ersten DEFA - Films „Die Mörder sind unter uns”, DB/ RE: Wolfgang Staudte, KA: Friedl Behn - Grund, Eugen Klagemann, DA: Ernst Wilhelm Borchert, Hildegard Knef, Erna Sellmer.
(in: ND, Berlin, v. 05.05.1946, v. 17.10.1946, S. 5, v. 18.10.1946, S. 5)

15. Oktober - 17.Oktober

Volksfilmtage der SED in Berliner Lichtspielhäusern.
(in: ND, Berlin, v. 12.10.1946, S. 5)

18. Oktober

AD des DEFA - Spielfilms „Freies Land”, RE: Milo Harbich u. Kurt Hahne, KA: Otto Baecker, DA: Ursula Voss, Fritz Wagner, Herbert Wilk.
(in: ND, Berlin, v. 14.11.1946, S. 3)

26. - 31. Oktober

Sächsischer Künstlerkongress in Dresden. Vorträge: Alexander Dymschiz, Ilja Fradkin, Hans Grundig, Herbert Gute u. Sergej Tulpanow über die Entwicklung einer neuen, demokratischen deutschen Kunst und ihre Traditionen.
(in: Sonntag, Berlin, 19/1946, S. 2)

November 1946

Tagung der Landesbildstellenleiter im Haus der Zentralverwaltung für Volksbildung zur Aktivierung der Film - und Lichtbildarbeit in Erziehung und Unterricht. Ausarbeitung von Richtlinien für die Arbeit der Zentralbildstelle und der Landes - und Kreisbildstellen.
(in: ND, Berlin, v. 23.11.1946, S. 3)

Dezember 1946

18. Dezember

AD des DEFA - Spielfilms IRGENDWO IN BERLIN, RE / DB : Gerhard Lamprecht, KA: Werner Krien, DA: Harry Hindemith, Hedda Sarnow, Charles Brauer (geb. Knetschke).
(in: ND, Berlin, v. 18.12.1946, S. 3)

18. Dezember

Hans Klering, Direktor der DEFA, gibt einen Rückblick über einzelne Etappen des neuen deutschen Films von der ersten Dreherlaubnis, über die Gründung der DEFA bis zu den bereits entstandenen Dokumentar - und Spielfilmen und einen Überblick über die Vorhaben von 1947.
(in: ND, Berlin, v. 18.12.1946, S. 3)

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