Bärbl Bergmann

Regisseurin

* 5. September 1931 in Berlin; † Mai 2003 in Potsdam

Biografie

Bärbl Bergmann bei den Dreharbeiten zu "Rüpel"

Bärbl Bergmann

bei den Dreharbeiten zu RÜPEL (R: Bärbl Bergmann, 1962)

Bärbl Bergmann ist die erste Frau auf einem Regie-Stuhl des DEFA-Studios für Spielfilme. Seit Mitte der 50er Jahre arbeitet sie im DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme, erhält Ende des Jahrzehnts ihre Chance und dreht drei Kinderfilme. Mehrere Jahre arbeitet sie im Ausland, ist zurück in der DDR wieder als Dokumentarfilmerin beschäftigt.

Bärbl Bergmann wird am 5. September 1931 in Berlin geboren. Sie absolviert ihr Abitur in Berlin-Grunewald und beginnt 1950 eine Fotografie-Ausbildung. Zwei Jahre läßt sie sich an der Hochschule für Angewandte Kunst Berlin-Weißensee ausbilden. 1952 kommt sie als Praktikantin zur DEFA, arbeitet unter anderem als Regie-Assistentin bei Wolfgang Bartsch und  Heiner Carow. Als Regisseur Wolfgang Bartsch ausfällt, beendet sie seinen begonnenen Film JUNGE PIONIERE ERRICHTEN EINE KOCHSTELLE (1954). In der Reihe, die für das Deutsche Zentralinstitut für Lehrmittel entsteht, wird sie noch weitere Filme herstellen. Ab 1955 arbeitet sie als Regisseurin im DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme, wo sie vor allem Auftragsfilme herstellt. Auftraggeber sind das Hygiene-Instituts und zum wiederholten Mal das Deutsche Zentralinstitut für Lehrmittel.

Ab 1958 ist Bärbl Bergmann als freischaffende Regisseurin und Autorin im DEFA-Studio für Spielfilme beschäftigt, konzentriert sich auf die Inszenierung von Kinderfilmen. Ihr erster wird EIN UNGEWÖHNLICHER TAG (1959), der von der Lustlosigkeit erzählt. Das die kleine Maja zu faul ist, Schularbeiten zu machen, haben auch alle anderen – der Lehrer, die Freunde – keine Lust, ihre Aufgaben zu erfüllen. In DIE ACHMATMURMEL (1960) ist es der kleine Andreas, der seinen Freunden gestehen muß, daß er die von ihnen verlorene Murmel gefunden und stillschweigend behalten hat. RÜPEL (1963) erzählt von Mathias, der schlechte Schulnoten hat, oft zu spät kommt und auch sonst nicht als Neuer in die 7. Klasse paßt. Aber als seine Mitschüler erfahren, daß seine Mutter blind ist und seine Hilfe braucht, kommen sie auf eine Idee. Themen wie Verantwortung, Pflichtgefühl und uneigennützige Hilfeleistungen werden in allen Kinderfilmen von Bärbl Bergmann sensibel in Szene gesetzt.

Von 1964 bis 1967 lebt die Regisseurin mit ihrem Ehemann, dem Kameramann  Helmut Bergmann, in Ägypten. Hier unterrichtet sie an der Filmhochschule in Kairo. Für das Kairoer Fernsehen realisiert sie das Singspiel "Hänsel und Gretel" (1965). Nach ihrer Rückkehr in die DDR ist sie als Regie-Assistentin bei der "Othello"-Verfilmung des Deutschen Fernsehfunks in der Regie von Walter Felsenstein und Georg F. Mielke beteiligt.

In der Zeit von 1972 bis 1983 arbeitet Bärbl Bergmann im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Wieder sind es vorwiegend Auftragsarbeiten für verschiedene Institutionen, die sie realisiert. Für das Deutsche Hygienemuseum Dresden stellt sie eine Reihe kleiner Filme in Schwarzweiß mit etwa 5 bis 7 Minuten Länge her. Zwischen 1974 bis 1984 werden 43 Folgen unter dem Titel "Wegweiser Gesundheit" produziert, wobei Bärbl Bergmann bei etwa 6 Folgen beteiligt ist. Als Ratgeber werden die kurzen Beiträge im Kinobeiprogramm gezeigt.

Ab 1984 arbeitet Bärbel Bergmann als Mitarbeiterin der Sektion Spielfilm und des Bezirkszentrums Potsdam im Verband der Film- und Fernsehschaffenden der DDR.

Bärbel Bergmann stirbt im Mai 2003 in Potsdam.

Zusammengestellt von Ines Walk. Stand: Mai 2006

Filmstill zu "Rüpel"

Still zu RÜPEL (R: Bärbl Bergmann, 1962) Fotograf: Kurt Schütt

Filmstill zu "Rüpel"

Still zu RÜPEL (R: Bärbl Bergmann, 1962) Fotograf: Kurt Schütt

Literatur

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