Regina Beyer

Schauspielerin

* 13. Juni 1947 in Berlin

Biografie

Filmstill "Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Falada"

Regina Beyer

in DIE GESCHICHTE VON DER GÄNSEPRINZESSIN UND IHREM TREUEN PFERD FALADA (R: Konrad Petzold, 1988) Fotograf: Hans Zillmer

Ihren Karrierehöhepunkt hat die Schauspielerin Regina Beyer Ende der 60er bis Mitte der 70er Jahre. In zahlreichen Filmstreifen der DEFA ist sie zu sehen. Zu ihrem Markenzeichen werden emanzipierte junge Frauen, die frisch und frei ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Sie spielt Sekretärin wie Elektrikerin, ist aber auch überzeugend in der Darstellung historischer Persönlichkeiten wie Königin Luise. Ab den 70er Jahren ist die Schauspielerin vorwiegend beim Fernsehen der DDR präsent.

Regina Beyer wird am 13. Juni 1947 in Berlin geboren. Ihr Vater ist Ingenieur, ihre Mutter Sachbearbeiterin. Ihre Schulausbildung absolviert sie in Berlin, schließt sie mit dem Abitur ab. Daneben beginnt sie eine Lehre als Filmkopiererin, will später Grafik studieren und arbeitet zudem als Modell bei verschiedenen Zeitschriften. Durch ihre Arbeit vor der Kamera wird sie bekannt, der Regisseur  Rolf Losanksy gibt ihr eine Rolle in seiner kurzen Filmsatire MOTORRADHELDEN (1964). Andere Regisseure bitten sie um Probeaufnahmen. Es kommen zwar keine weiteren Engagements zustande, aber Regina Beyer hat ihre Berufswahl getroffen.

Von 1965 bis 1969 studiert sie im Fachbereich Schauspiel an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Bereits während des Studiums erhält sie erste Filmaufgaben von der DEFA, unter anderem in  Kurt Maetzigs Film DAS MÄDCHEN AUF DEM BRETT (1967). Kurz vor ihrem Abschluss erregt sie mit einer größeren Rolle in HAUPTMANN FLORIAN VON DER MÜHLE (1968) unter der Regie von  Werner W. Wallroth Aufmerksamkeit. In dem historischen Abenteuerfilm, der zur Zeit des Wiener Kongresses spielt, agiert sie an der Seite von Manfred Krug als kokette und kluge Frau, die sich gegen die Intrigen des österreichischen Kaiserhauses zur Wehr setzt.

Mit dem Schauspieldiplom in der Tasche wird Regina Beyer 1969 Mitglied des DEFA-Schauspieler-Ensembles. Bis zur Abwicklung der DEFA 1990 ist sie hier angestellt. Zu ihrem Markenzeichen werden emanzipierte junge Frauen, die frisch und frei ihr Leben selbst in die Hand nehmen. In zahlreichen Gegenwartsfilmen ist sie von Ende der 60er bis Mitte der 80er Jahre zu sehen. In der komödiantischen Liebesgeschichte IM HIMMEL IST DOCH JAHRMARKT (1969) von Rolf Losansky spielt sie die Fallschirmspringerin Gritta. Im gleichen Jahr agiert sie als couragierte Sekretärin Angelika Engel in der turbulenten Komödie SEINE HOHEIT - GENOSSE PRINZ (1969) - wieder unter der Regie von Werner W. Wallroth - neben  Rolf Ludwig, der sich als ungewollter Filmprinz in sie verliebt. In dem Gegenwartsstreifen HART AM WIND (1970) von Heinz Thiel spielt sie eine Elektrikerin, Brigadeleiterin auf der Volkswerft, die sich für ihren Freund, der erst seine Selbstherrlichkeit ablegen muss, entscheidet. Unter der Regie von Janos Veiczi ist sie in ANFLUG ALPHA 1 (1971) die junge Anka, Freundin eines nach einem Absturz schwer verletzten Fliegerleutnants.

Seit 1972 spielt Regina Beyer auch Theater. Sie gastiert als Gretchen im "Urfaust" von Johann Wolfgang Goethe im Anklamer Theater. Den Hauptanteil ihrer darstellerischen Arbeit vollbringt sie aber ab den 70er Jahren beim Fernsehen der DDR. Hier ist sie in zahlreichen TV-Spielen und -Filmen, in zahlreichen Serien präsent. Hervorzuheben sind ihre Arbeiten an der Seite des Mimen Wolf Kaiser, mit dem sie in den Adaptionen der Charakterkomödie DER HERR ORNIFLE (1972) des französischen Dramatiker Jean Anouilh und in DAS MÄRCHEN VOM ALTEN ARBAT (1972) nach Alexej Arbusow zu sehen ist. In weiteren Klassikern, die für das Fernsehen adaptiert werden, ist sie zu sehen, unter anderem als Klärchen in EGMONT (1974) und als Königin Luise in dem erfolgreichen 5-Teiler SCHARNHORST (1978). Mehrfach arbeitet sie mit den Regisseuren Vera Loebner und Herbert Krätzig zusammen.

Die Schauspielerei reicht Regina Beyer Mitte der 70er Jahre nicht mehr aus. Von 1975 bis 1979 studiert sie an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig Theaterwissenschaften. In ihrer Diplomarbeit beschäftigt sie sich mit dem Regisseur Thomas Langhoff und schreibt über seine Inszenierung "Drei Schwestern" von Anton Tschechow am Maxim Gorki Theater in Berlin. Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin leiht sie ihre Stimmen Hörspielfiguren, unter anderem der Lerche in "Die Nachtigall" oder der Elisa in "Die sieben Schwäne". In den 80er Jahren sind es dann mehr und mehr Fernsehserien, in denen die Schauspielerin agiert. Neben zahlreichen Auftritten in den TV-Klassikern "Polizeiruf 110" und "Der Staatsanwalt hat das Wort" ist Regina Beyer in "Treffpunkt Flughafen" zu sehen, spielt in "Barfuß im Bett" und "Fridolin" mit. Auch nach dem Zusammenbruch der DDR wird sie in TV-Serien eingesetzt, nun heißen sie "Ein Mann im Zug" und "Liebling Kreuzberg". Der Regisseur Peter Kahane engagiert sie für ihren bisher letzten Kinofilm: COSIMAS LEXIKON (1992), in dem sie die Ehefrau eines Bankiers spielt.

In erster Ehe ist Regina Beyer ab 1969 mit dem Schauspielkollegen Frank Obermann verheiratet. Beide haben sich bei den Dreharbeiten zu HART AM WIND (1970) kennen gelernt. Ihre gemeinsame Tochter Nadine wird 1972 geboren. Die Ehe scheitert und wird geschieden. Regina Beyer lebt mit ihrem Lebensgefährten, dem Schauspieler Volkmar Kleinert, in Berlin.

Zusammengestellt von Ines Walk. Stand: Mai 2006

Regina Beyer in "Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Fallada" (R: Konrad Petzold, 1988) Fotograf: Hans-Joachim Zillmer

Regina Beyer in "Die Geschichte von der Gänseprinzessin und ihrem treuen Pferd Fallada" (R: Konrad Petzold, 1988) Fotograf: Hans-Joachim Zillmer

Literatur

  • Regina Beyer: Eine Möglichkeit für die Spielweise einer sozialistischen Satire, untersucht an der Studioinszenierung "Die Kampagne" (satirisches Lustspiel DDR 1961) von Joachim Knaut, mit persönlichen Erfahrungen an der Rolle "Rosi", Diplomarbeit im Fachbereich Schauspiel an der Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg 1969.
  • Ralf Schenk: Regina Beyer, in: Frauengestalten in Film und Fernsehen der DDR, Bundeszentrale für Politische Bildung 1997.
  • Ralf Schenk: Regina Beyer, in: cinegraph, Loseblattsammlung.

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