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Die Wiege des boxenden Känguruhs

Regie: Günter Meyer, 22 Min., Farbe/Schwarz-Weiß, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1987

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
599
Sonstiger Titel
Max Skladanowsky
Englischer Titel
The Cradle Of The Boxing Kangaroo
Anlaufdatum

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser gemischte schwarz-weiß- und Farb-Dokumentarfilm berichtet über die Entdeckung des Films durch Max Skladanowsky im Jahre 1895. Anhand des "boxenden Känguruhs", welches von der Schaustellerfamilie Skladanowsky vorgeführt wurde, um die Gäste zu unterhalten, werden wir in die Anfangszeit des Films geführt. Trickaufnahmen und Spielszenen werden ergänzend eingespielt. Im Interview erinnert sich die Tochter von Max, Lucie Skladanowsky, gern an die Wechselfälle im Leben ihrer Familie.

Filmstab

Regie
  • Günter Meyer
Drehbuch
  • Günter Meyer
Kamera
  • Michael Albrecht
  • Werner Heydn
  • Max Skladanowsky
Schnitt
  • Erika Lehmphul
Dramaturgie
  • Erwin Nippert
Musik
  • Karl-Ernst Sasse
Ton
  • Jochen Huschenbett
  • Jürgen Abel
  • Konrad Walle (Tonmischung)
Produktionsleitung
  • Rainer Baumert
Redaktion
  • Erwin Nippert
Gestaltung
  • Hans Moser (Trick)
  • Thomas Rosié (Trick)
  • Jochen Härtel (Illustrationen)
Person, primär
  • Max Skladanowsky
  • Lucie Skladanowsky
Person, sekundär
  • Louis Lumiere
  • Emil Skladanowsky
  • Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (Kaiser Wilhelm II.)

Langinhalt

0:00:00

Animation eines Kinovorhangs mit Einblendungen: Max Skladanowsky oder "Die Wiege des boxenden Känguruhs". In die Kinoleinwandmontage werden die 1. Filmaufnahmen vom 1. November 1895 mit dem boxenden Känguruh eingespielt (halbtotal). Umschnitt auf das Gesicht von Max Richard Skladanowsky am Filmprojektor "Bioscop" (halbnah). Umschnitt. Kameraschwenk über die Kurbelbewegungen am Bioscop zum Transport der beiden Filmstreifen (halbnah). Umschnitt auf ein Dia mit Porträt und "Max Skladanowsky der Erfinder des "Bioscop" und der erste Darsteller der Kinematographie auf der Erde am 1. November 1895 im Wintergarten zu Berlin (nah). Umschnitt auf die drei Brüder Skladanowsky (nah). Umschnitt

0:00:55

Blick auf die Hände der erzählenden Lucie Skladanowsky mit dem Foto in der Hand (halbnah) (O-Ton) "Das sind die drei Brüder Skladanowsky, das ist mein Vater, das ist Onkel Emil und das ist der älteste Bruder, Onkel Eugen. Und die haben dann Spaß gemacht und haben sich rückwärts noch einmal fotografieren lassen...(Fotoeinblendung von der Rückseite der Personen)...das waren die sogenannten Hohenzollern damals, die waren sehr modern. Umschnitt. Rückwärtszoom vom gerahmten Bild Skladanowskys auf der Kommode auf die in Fotos wühlende Lucie Skladanowsky in ihrem Wohnzimmer (halbtotal) (O-Ton). Sprecher: "Berlin-Niederschönhausen, Baldowstraße 28, hier atmet man Filmgeschichte. Lucie Skladanowskys erinnert sich gerne an ihres Vaters große Zeit". Blick auf einen Filmstreifen in Lucies Hand (halbnah) (O-Ton) "War ein guter Erfolg". Umschnitt auf Lucies Gesicht (nah) (O-Ton) "Wir haben ja noch die alten Zeitungen mit meinem Bruder raus gesucht und in Archiven wo überall Zeitungsberichte waren. Ein sehr großer Erfolg. Papa wurde sofort nach Paris engagiert". Umschnitt auf eine Fahraufnahme auf dem Bahnsteig mit Blick auf Skladanowskys Original-Reisekoffer (halbnah). Umschnitt. Bahnbeamte tragen den Koffer in den Zugwaggon (halbtotal). Umschnitt auf das Zugschild "Berlin-Hamm-Köln-Aachen-Liège-St. Quentin- Paris Nord" Nah). Umschnitt

0:02:05

Animation eines alten Kinovorhangs mit Leinwand (nah). Blick auf einen einfahrenden Zug mit Darstellung der damaligen Zollkontrolle von Skladanowsky (nah) Sprecher dazu: "Die erste, nunmehr fast historische Begegnung zwischen Film und Staatlicher Autorität soll sich in etwa so abgespielt haben...(Animierte Zeichnungen)..."Pass- und Zollkontrolle die Herren. Was führen Sie da für eine Apparatur mit sich?...(Einblendung des Bioscops)...Dies ist ein Bioscop...(Foto von Max und Emil)...ein von mir selbst erfundenes Gerät zur Vorführung lebender Bilder. (Zollbeamter) Bin kein Künstler, erklären Sie gefälligst verständlich was hier Sache ist". Umschnitt auf einen Mitarbeiter vom Filmmuseum vor dem Bioscop (halbtotal) (O-Ton) Also es wurde hier unten gedreht und dabei wurde dieser intermetierende Schaltmechanismus angetrieben, das ist ein tolles Wort". Umschnitt auf Lucie mit einer Welle in der Hand (halbnah) (O-Ton) "Das, ist, wie Papa ihn nannte, der intermetierende Mechanismus. In dem Apparat liefen doch zwei Filme rechts und links, und durch die Drehung...(Zoom auf den Mechanismus in der Hand von Lucie)...wurde immer ein Bild verschoben und dann kam auf der anderen Seite das Nächste, und dadurch erschien dann die Bewegung". Umschnitt...

0:03:10

...auf die gezeichnete Animation am französischen Grenzübergang: "Lebende Bilder, haben Sie eine Ausfuhrgenehmigung für Lebendware?...(Blick in das Innere des Reisekoffers von Skladanowsky mit Filmstreifen)...Sie wollen mich wohl auf den Arm nehmen, das sieht ja eins aus wie das andere. Was ist das". Lucie erklärt die Szene (halbnah) (O-Ton) "Das ist ein Originalfilm aus dem Jahre 1895 von der Vorführung im Wintergarten...und hier, das sind die Löcher, die Transportlöcher, dabei sind es Schuhösen...(Blick auf Filmstreifen und Löcher)...und da hat Papa Ösen rein gemacht weil sonst der Film so leicht riss". Umschnitt auf den Mitarbeiter des Filmmuseums (halbnah) (O-Ton) "Und jetzt wird der Film hier weiter transportiert, ruckweise so wie wir es brauchen, und dabei erfolgt nun auf dieser Seite ein Durchscheinen, wir haben zwei Filmbänder mit den graden Zahlen...(Einblendung)...des aufgenommenen Bildes und den ungeraden Zahlen...(Schwenk auf die Transportwalze)...Man konnte also auf dieser Seite projizieren, und wenn jetzt der nächste Schaltschritt kam konnte hier, ich sage einmal, in Ruhe transportiert werden, und hier projiziert, und so kam das im Wechsel bis zu acht Mal in der Sekunde". Umschnitt

0:04:15

Sprecher: "Der erboste Zugführer beendet die Zollkontrolle (Zeichnung). Der pedantisch pünktliche D-Zug Berlin-Paris hatte bereits über 20 Minuten Verspätung". Blick in den Pariser Bahnhof (halbtotal). Umschnitt auf die Frontansicht des Bahnhofs Paris-Nord mit großen Skulpturen (halbtotal). Sprecher: "So schildert es Erich, Max Skladanowskys Ältester in seinem Manuskript vom bunten Klebebild zum Weltumspannenden Zelluloidband". Blick auf die Reisenden mit Koffern und Taschen auf dem Bahnsteig (halbtotal). Umschnitt auf die anstehenden Reisenden am Taxistand vor dem Bahnhof (halbtotal). Sprecher: "Die beiden ersten deutschen Filmschaffenden, Max und Emil Skladanowsky, treffen im Dezember 1895, knapp 8 Wochen nach der umjubelten Berliner Filmpremiere, in Paris ein...(Zoom auf die Frontansicht des Bahnhofs)...um im Weltstadtvarieté "Folies Bergère" ihre lebenden Fotografien vorzuführen". Kameraschwenk von einem Springbrunnen auf einen geschmückten Weihnachtsbaum (halbtotal). Umschnitt auf weihnachtlich dekorierte Kaufhäuser von außen (halbtotal). Umschnitt auf verkleidete Weihnachtsmänner mit Reklamezetteln auf den Gehwegen (halbnah). Umschnitt

0:05:15

Zoom auf ein historisches Foto von Max Skladanowsky (nah). Umschnitt. Kameraschwenk über den Eiffelturm von unten nach oben (halbtotal). Sprecher: "Max war 16 Jahre alt als 1879 ins Schaustellergeschäft einstieg und zusammen mit Vater und Bruder das anerkannt größte Weltdioframa gründete. Statt einer Reise nach Paris mußte er sich vorerst mit Gullivers Reisen begnügen...". Umschnitt auf einen großformatigen historischen Diaprojektor (halbnah). Umschnitt auf die selbstgemalten und handkolorierten Dias "Gullivers Reisen" von Max auf der Leinwand (halbtotal). Blick auf den Wechsel der Dias (Nebelbilder) (halbnah). Sprecher: "Max hatte alles gelernt was ein erfolgreicher Nebelbilddarsteller brauchte, Fotografie, dann Glasmalerei, zuletzt Theaterapparatebau". Zoom auf das Gesicht von Max auf einem historischen Foto (nah). Umschnitt auf eine historische "Nebelbilderschau" mit "Mudickes Durchfall" (halbnah). Zwischenschnitte von Dias, Glasplattenwechsel und Zuschauern vor der Leinwand (halbnah). Umschnitt auf die Vorführung des "Chromatographen". Blick auf die sich verändernden farbigen Kreise auf der Leinwand (halbtotal). Umschnitt auf die Drehkurbel am Diaprojektor (halbnah). Umschnitt. Einblendung eines Diatitels "Auf sturmbewegter See. Damals...1879 ein lebendes Bild höchster Vollendung" (halbnah). Umschnitt auf die historische Diaschau mit bewegten Bildern (halbnah). Zwischentiteleinblendung "Der Express braust über die Ohiobrücke in USA, war mit Geräuschbegleitung das erste lebende Tonbild" (halbnah). Blick auf das animierte Bild mit Zug und Brücke (halbnah). Umschnitt. Kameraschwenk über die Handkurbel am Diaprojektor und die handkolorierten und animierten Glasplatten (nah). Umschnitt auf drehende Windmühlenflügel auf einen Dia (nah). Sprecher: "Die mechanische Kraft wirkt hier zum ersten Male zusammen mit der Malerei und den Lichteffekten, sodass ein künstlerisches Ganzes das Auge des Betrachters erfreut". Umschnitt. Zwischentitel "Der Blitzschlag in die Sennhütte zu Brienz in der Schweiz, war ebenfalls ein Tonbild von wunderbarer Farbenpracht" (halbnah). Blick auf die drehende Hand an der Kurbel des Projektors (halbnah). Blick auf das animierte Dia mit Blitzen (halbnah). Umschnitt

0:07:25

Sprecher: "Für ihre Nebelbilder, so genannt weil sie wie aus dem Nebel auftauchend auf der Leinwand erschienen, verwendeten die Skladanowskys eine Art doppelter Laterna magica...(Zoom auf die historische Apparatur)...Hiermit konnten sie nicht nur rasche und elegante Bildwechsel durchführen...(Einblendung)...sie konnten auch zwei Bilder simultan vorführen...(Überblendungen dieses Vorganges an der Apparatur)...und durch Zahnkränze, Exzenter und Glasschieber verblüffende Bewegungseffekte erzielen...(Blick auf die Veränderungen in der Apparatur und auf die drehende Kurbel am Gehäuse)...Auf seinen Reisen hatte Skladanowsky sicherlich die weltweiten Experimente kennengelernt, dem fotografierten Bild Leben einzuhauchen...(Einblendung eines brennenden Hauses)...ob er die Kinematographie erfinden wollte, wer weiß. Auf jeden Fall spürte er dass es etwas Neues sein mußte. Gute Nacht Nebelbild". Blick auf die gehenden Zuschauer bei einer Nebelbildvorführung (halbtotal). Umschnitt

0:08:15

Kameraschwenk von oben über eine fahrende S-Bahn in Berlin (halbtotal). Lucie Skladanowsky berichtet weiter (halbnah) (O-Ton) "Die allerersten Filmaufnahmen, die Probeaufnahmen mit der Kamera, die waren 1892 auf dem Dach des Hauses Ecke Kastanien- Schönhauser Allee...(Zoom über das Haus auf den Dachbereich)...da hatte der Freund meines Vaters, Willi Fenz, ein Fotoatelier auf dem Dach oben, hat mein Vater mal Onkel Emil bei gymnastischen Übungen aufgenommen". Nachgestellte Szene des Vorganges auf dem Hausdach: Blick auf die Beine und weißen Schuhe von Emil (halbnah) Im Off dazu Max: "Pass uff, heute wirste berühmt, einen Schritt noch, noch ein Stück. Action". Blick auf die turnenden Beine von Emil (halbnah). Wechselnde Schnitte vom Nachdreh und Standfotos aus dem bewegten Film mit Emil Skladanowsky (nah). Umschnitt auf den historischen Film des turnenden Emil (halbnah). Umschnitt

0:09:20

Blick vom Dach des Hauses auf eine vorbei fahrende S-Bahn (halbtotal). Sprecher: "Von den ersten 48 Filmbildern der deutschen Filmgeschichte haben wir nur noch 6 gefunden...(Einblendung einer Hand auf dem Hausdach mit den Bildern aus dem Filmstreifen)...vielleicht befriedigen die restlichen 42 irgendwo rastlose Sammlerherzen". Umschnitt nach Paris auf den "Champs-Elysée" mit Triumphbogen am Ende (halbtotal). Kameraschwenk über die Straße auf ein Foto der 3 Skladanowskys (halbnah). Umschnitt auf das nächtliche Paris (halbtotal). Sprecher: "Der Direktor des Berliner Wintergartens, Baron, hatte es ihnen prophezeit: Meine Herren, Sie sind Millionäre, denn das wird die Sensation der Zukunft werden". Umschnitt. Kameraschwenk über die Neonreklame auf den Straßen von Paris (halbtotal). Zwischenschnitte von verschiedenen Filmplakaten und Kinos in Paris (halbtotal). Sprecher: "Jetzt haben sie einen lukrativen Vertrag über 4.500 Franc in der Tasche, und vor ein paar Monaten wußten sie nicht wovon sie Patentgebühren bezahlen sollten". Blick auf ein Foto der Brüder Skladanowsky (nah). Umschnitt auf den Eiffelturm (halbtotal). Umschnitt auf das Sigel "Kaiserliches Patentamt" (nah). Umschnitt auf eine Patentschrift von Max Skladanowsky (nah). Sprecher: "150,25 Mark zahlte Max für doppelte Schneckenradgetriebe an die Firma Marke & Schäfer...(Zoom auf Details aus der Patentschrift)...32,12 Mark zusätzlich für die elektrische Ausrüstung. damit waren seine finanziellen Möglichkeiten erschöpft, einen Geldgeber fand der Schausteller im damaligen Preußen nicht, der Direktor der Deutschen Bank wies ihn ab". Nachgestellte Szene der Begegnung Max Skladanowsky als Bittsteller beim Direktor der Deutschen Bank (halbnah) "Für Hirngespinste habe ich kein Geld". Blick auf die zuschlagende Tür (halbnah). Umschnitt auf ein Foto der Brüder (nah). Sprecher: "Von ihrem Wintergartenhonorar, 2.250 Reichsmark, konnte Skladanowsky endlich die Gebühren für seine Patenturkunde zahlen...(Einblendung des Dokuments)...den Beginn einer Weltkarriere stand nun nichts mehr im Wege". Umschnitt

0:11:00

Kameragang von einem Zeitungsgeschäft zum Eingang des "Folies de Paris" (halbtotal). Blick auf eine Ankündigung der Show "Folies Bergère" (nah). Umschnitt auf die Theaterfassade des "Folies Bergère" (halbtotal). Einblendung des Fotos mit den 3 Skladanowskys von vorne und hinten (nah). Sprecher: "Der schwere Anfang war vergessen, aus dem nationalen Erfolg sollte hier ein internationaler werden. Paris, Gebrüder Skladanowskys Sprungbrett zum Weltruhm". Rückwärtszoom von der Hausfassade des "Folies Bergère" auf den Vorplatz des Theaters (halbtotal). Umschnitt auf eine Ankündigung "Wintergarten. Neues Programm. 12 Debuts. Neu! Das Bioscop" (nah). Sprecher: "Etwa 40.000 Besucher haben im Wintergarten Skladanowskys Bioscop gesehen". Nachgestellte Szene einer Vorführung mit Max Skladanowsky im Berliner Wintergarten (halbtotal) (O-Ton) "Hochverehrtes Publikum, Sie werden in wenigen Minuten Zeuge der Welturaufführung des lebenden Bildes durch die Herren Skladanowsky sein. Bleiben Sie ruhig auf Ihren Plätzen sitzen wenn in wenigen Augenblicken im Saal das Licht ausgeht...(Kameraschwenk über Ankündigungsplakate für das Bioscop)...und auf der weißen Leinwand lebende Menschen erscheinen, die vielleicht im selben Augenblick in einem anderen Varieté der Welt auftreten...(Das Licht wird abgeblendet)...Machen Sie sich keine Sorgen, die Erfindung ist völlig ungefährlich". Blick auf die Kurbelbewegungen am Bioscop (halbtotal). Umschnitt auf die drehende Apparatur (halbnah). Umschnitt auf historisches Filmmaterial vom "Boxenden Känguruh" (halbnah). Umschnitt auf tanzende und hüpfende Kinder auf der Leinwand (halbnah). Sprecher: "Staatsbürger-Zeitung vom 5. November 1895: Das Finale der Vorstellung springt auf die kleine Bühne mit dem Bioscop über. Der seriöse Techniker benutzt hier ergötzliche Momentfotogramme und bringt sie in vergrößerter Form zur Darstellung, aber nicht starr, sondern lebendig. Wie er das macht das soll der Teufel wissen". Umschnitt

0:12:50

Historische Fotos aus dem Varieté-Haus "Wintergarten" in Berlin (nah). Sprecher: "In der folgenden Wochenschauszene aus dem Jahre 1935 wird sie für Max Skladanowsky noch einmal lebendig, jene glänzende Vergangenheit die für ihn keine Zukunft hatte". Historische Wochenschau: Titeleinblendung "Wintergarten. Das führende Varieté". Max Skladanowsky erklärt an einem Bioscop die Funktionsweise der Apparatur (halbnah) (O-Ton) "Und der erste Film mit diesem Apparat wurde am 1. November 1895 im Berliner Wintergarten, die ersten Filme öffentlich dargestellt...(Frage aus dem Off: Funktioniert das Ding denn noch?)...Jawohl, ich werde Ihnen gleich einmal den Kintop vom Jahre 1895 vorführen". Skladanowsky kurbelt an der Apparatur (halbnah). Blick auf sein Gesicht (nah). Zwischentitel: "Die Einfahrt eines Eisenbahnzuges". Blick auf einen einfahrenden Zug im Bahnhof Schönholz (halbtotal). Blick auf die aussteigenden Fahrgäste auf dem Bahnsteig (halbtotal). Zwischenschnitt auf das Bioscop (nah). Umschnitt auf den Verkehr am Berliner Alexanderplatz (halbtotal). Umschnitt auf Skladanowsky im Bioscop (halbtotal). Zwischentitel: "Die Wachtparade kommt! Unter den Linden in Berlin". Blick von oben auf die eintreffende Wachtparade und die zuschauenden Berliner Bürger (halbtotal). Zwischentitel: "Die Neue Wache in Berlin. Die Wache tritt in´s Gewehr. Raus!". Blick von oben auf die sich aufstellenden Wachtsoldaten (halbtotal). Zwischentitel: "Unter den Linden in Berlin. Aufgenommen vom Balkon des Café Bauer". Blick von oben auf Pferdekutschen voller Passagiere (halbtotal). Umschnitt auf den sich verbeugenden Skladanowsky (halbnah). Ende des historischen Filmteils

0:15:00

Umschnitt auf eine Ankündigung zur Bioscop-Vorführung in Paris (nah). Kameraschwenk über eine Pariser Straße bis zu einem Straßenschild "Rue Scribe - Boulevard des Capucines" (halbtotal). Umschnitt. Zoom auf eine Gedenktafel an einem Haus (halbnah). Sprecher: "Hier fanden am 28. Dezember 1895 die ersten öffentlichen Projektionen lebender Bilder mittels des Kinomatographischen Apparates der Brüder Lumière statt". Kameraschenk über eine farbige Illustration "Cinématographie Lumière" (nah). Umschnitt auf die Fassade des Premieren-Eckhauses "Scribe" (halbtotal). Sprecher: Die Premiere der deutschen Kinematographie fand nicht statt. Paris wird Skladanowskys Schicksalsstadt, Adieu Arc de Triomphe, Folies Bergére". Umschnitt auf Lucie Skladanowsky (halbnah) (O-Ton) "Also Papa wurde hier engagiert, und wie er in Paris ankam da hat ja Lumière dagegen protestiert, und da hat er seine Filmvorführung nicht gemacht, er bekam die Gage ausbezahlt und hat sich Paris angesehen und wohnte der Vorführung von Lumière bei". Umschnitt. Rückwärtszoom vom Militärmuseum in Paris auf die außen stehenden historischen Kanonen (halbtotal). Sprecher: "Das Geld wurde gezahlt, der Auftritt fand nicht statt. Warum, das können wir heute nur vermuten, vielleicht war es wirklich die Eitelkeit der Lumièrs...(Blick über die Kanonen auf den Eiffelturm)...oder das angespannte deutsch-französische Verhältnis". Umschnitt

0:16:20

Historische Filmeinblendung vom grüßenden Kaiser Wilhelm in Uniform (halbnah). Umschnitt auf ein kleines Buch "Daumenkino" mit dem grüßenden Kaiser (nah). Sprecher: "Für die Weiterentwicklung seiner Erfindung fehlte dem Schausteller Skladanowsky das Kapital. Der vielseitige Erfinder verwandelte seine Filme in "lebende Fotografien" in Buchform...(Blick auf den Buchumschlag "Skladanowsky`s Lebende Photographien. Seine Majestät Kaiser Wilhelm II.")...die reißenden Absatz fanden...(Fotoeinblendung mit Skladanowsky und Familie mit einem "Daumenkino")...und denen auch das langersehnte Haus verdankte...(Blick auf das ehemalige Haus Skladanowskys)...Das Bioscop hatte gegen die industriell gefertigten neue Generation der Kinoapparaturen keine Chance". Schwenk über ein Bioscop (halbnah). Mitarbeiter des Filmmuseums (halbnah) (O-Ton) "Es ist für seine Zwecke hergestellt, ein Jahrmarktsgerät, und es mußte immer eine Veranstaltung durchhalten, und dann wurde neu genagelt und geschraubt. Wenn wir uns hier einige Teile anschauen...(Schwenk über das Bioscop)...das ist schon recht grob zusammengeflickt". Detailaufnahmen der Apparatur und beweglichen Teile des Bioscops (nah). Sprecher: "Vielleicht war es wirklich nur eine Sackgasse des Films die Skladanowsky da erfunden hat. 1896 tritt er mit einem verbesserten Modell des Bioscops auf ausgestattet mit dem Know-How der damaligen Filmtechnik. Seine 1896 gedrehten Berliner Filmaufnahmen datiert er später großzügig ins Jahr der Bioscop-Premiere zurück". Umschnitt

0:17:30

Kameraschwenk über eine Filmproduktion in einem Studio (halbtotal). Sprecher: "Mester und andere nehmen seine bescheidenen Korrekturen am fehlenden Erfinderglück zum Anlass um seine Erfindungen überhaupt infrage zu stellen. Skladanowsky erfindet aber unermüdlich weiter". Blick auf eine Ankündigung des "Stereographen". Das neue Photowunder" (nah). Umschnitt zu Lucie Skladanowsky mit einem Stereographen in der Hand (halbnah) (O-Ton) "Hier hinten war ein Glasbild und das konnte man je nach Augen einstellen, dann wird das plastisch". Umschnitt auf gedruckte Werbung für Skladanowskys Diaserien (nah). Sprecher: "Er vertreibt Diaserien und Projektion für alle. Er entwickelt den Plastographen...(Einblendung)...Sein Traum aber bleibt der Film". Historische Filmaufnahme: Skladanowsky in der Wochenschau von 1935 (halbnah). Sprecher: "So wie er als Schausteller um jeden Zuschauer gekämpft hatte, kämpft er nun mit seinen Mitteln um die Anerkennung als deutscher Erfinder des Kinos...(Blick auf Zeitunganzeigen von Skladanowsky mit seinen Erfindungen)...Es geht ihm nicht ums Geld, es geht um die Ehre...(Der Reisekoffer von Max mit seinem Bioscop wird geschlossen und abtransportiert)...er wird totgeschwiegen, vergessen, ignoriert, bis zum Jahre 1935, da plötzlich entdeckt man ihn wieder, da braucht man ihn, Deutschlands Ruhm zu mehren". Historischer Filmaufnahme einer Wochenschau von 1935: Max verbeugt vor der Kamera der Wochenschau (halbnah). Umschnitt (mit Original-Wochenschauton) auf den Eingang des Wintergartens in Berlin (halbtotal). "Heute vor 40 Jahren führten die Brüder Max und Emil Skladanowsky zum ersten Male in diesem Hause der Öffentlichkeit Filmstreifen vor". Ende des historischen Filmausschnittes. Blick auf die Gedenktafel am Haus des Wintergartens (halbnah). Sprecher: "Die Gedenktafel die der Welt verkündete, Europas Filmemacher war ein Deutscher, ging in den Trümmern des Wintergartens verloren, Skladanowsky erlebte es nicht mehr, er starb 1939". Kameraschwenk über den Friedhof auf das Grab von Max Skladanowsky (halbtotal). Umschnitt auf den Grabstein von Max (halbnah). Sprecher: "Der Film ist ein unartiges Kind, soll Louis Lumiére großzügig gesagt haben, er hat mehrere Väter...aber nur eine Mutter, nämlich die Zeit die reif für ihn war". Umschnitt

0:19:20

Zwischentitel: Jetzt folgt ein komischer Film, aufgenommen in Stockholm. Regie, Photographie, Manuskript, Aufnahmeleitung, Dramaturgie, Gesammtleitung: Max Skladanowsky". Wechsel zum Zwischentitel: "P.f.A.-Film - Projektion für Alle". Blick in einen Park auf Spaziergänger mit Regenschirmen (halbtotal). Ein eifersüchtiger Mann kämpft mit seinem Nebenbuhler (halbtotal). Umschnitt auf Lucie Skladanowsky (halbnah) (O-Ton) "Na ja, manchmal wurde er herabgesetzt weil er kein Ingenieur war, und so, aber das hat ja damit nichts zu tun, es war doch sein Patent und seine Erfindung. Es kann doch auch einer was erfinden der nicht studiert hat". Umschnitt. Rückwärtszoom vom Reisekoffer Max Skladanowskys vor dem Schriftzug "Filmmuseum der DDR-Potsdam (halbtotal). Sprecher: "Nachruf: Wir danken Max Skladanowsky mehr als jenen Blick zurück über die Jahrhundertgrenze. Er hat mit seinen Mitteln und Möglichkeiten, allein und unabhängig von anderen, einen Traum zur Wirklichkeit werden lassen". Max Stimme: "Und, reicht das nicht"? Umschnitt auf die Kino-Animation: "Die Wiege des boxenden Känguruhs" aus dem DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Redaktion Erwin Nippert. Produktion Rainer Baumert. Trickbearbeitung Moser & Rosié. Illustrationen Jochen Härtel. Tonaufnahme Jochen Huschenbett und Jürgen Abel. Composition Karl-Ernst Sasse. Schnitt Erika Lehmphul. Photographie Michael Albrecht, Werner Heydn und Max Skladanowsky. Manuskript und Gesamtleitung Günter Meyer. Wir danken für Mitwirkung und Unterstützung Frau Lucie Hürtgen-Skladanowsky sowie den Herren Ilger und Suchner vom Filmmuseum Potsdam, Herrn Berfelde vom Gründerzeitmuseum, dem Staatlichen Filmarchiv der DDR, Madame Schmitt vom service dex Arcives du Film, Paris. DDR 1987. Abblendung

0:21:05 ENDE

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