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El Golpe Blanco. Der weiße Putsch

Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 68 Min., sw, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
Studio H & S, Berlin, 1975

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
1910
Sonstiger Titel
Der weiße Putsch
Englischer Titel
The White Coup
Anlaufdatum
Erstsendedatum
Veröffentlichungen
DVD: absolut MEDIEN GmbH / www.absolutmedien.de

Kurzinhalt

Chile 4. März 1973 - Versuch der Reaktion, mit Unterstützung des amerikanischen CIA durch einen "weißen Putsch" im Nationalkongreß eine Zweidrittelmehrheit zu gewinnen und die Amtsenthebung von Präsident Allende zu erreichen. Diese Bemühungen scheiterten. So griff die chilenische Reaktion zur Strategie des bewaffneten Putsches, der am 11.09.1973 gelang und eine militärfaschistische Politik zur Folge hatte.

Filmstab

Regie
  • Walter Heynowski
  • Gerhard Scheumann
Drehbuch
  • Gerhard Scheumann
  • Walter Heynowski
Kamera
  • Peter Hellmich (Chefkameramann)
  • Horst Donth (u.a. Spezialaufnahmen)
  • Winfried Goldner (u.a. Spezialaufnahmen)
Schnitt
  • Ilse Radtke
Komponist
  • Reiner Bredemeyer
Ton
  • Manfred Berger
  • Klaus Freymuth
Produktionsleitung
  • Mathias Remmert
Redakteur
  • Robert Michel
  • Wolfgang von Polentz
Sprecher
  • Gerhard Scheumann
Synchronisation (Regie)
  • Wolfgang Krüger
Person, primär
  • Omar Aguirre
  • Salvador Allende Gossens
  • Luis Corvalán Lépe
  • Sergio Diez
  • Fernando Leniz
  • Rolando Matus
  • Eduardo Frei Montalva
  • Sergio Onofre Jarpa
  • Juan Luis Ossa Bulnes
  • Augusto Pinochet Ugarte
Person, sekundär
  • Fidel Castro
  • William Colby
  • Augustin Edwards
  • Heinrich Gewandt
  • Carlos Prats

Kurzinhalt (English)

At the parliamentary elections that the Unidad Popular won, there were activities to overthrow Salvador Allende. By a white, supposedly clean coup, the rightwing powers of Chile tried unsuccessfully to gain a two thirds majority in the national congress. Months later, the armed, violent coup took place.

Langinhalt

0:00:00

Schrifteinblendungen: Ein Film von Heynowski & Scheumann, Peter Hellmich. Überblendung auf den winkenden Salvador Allende (halbnah). Rückwärtszoom von Allende auf die jubelnden Massen mit Transparenten vor dem Haus (halbtotal). Schwenk von den Sympathisanten auf Allende (halbtotal). Einblendung eines Zeitungsartikels "8 Million Dollars for covert CIA activities in Chile" (nah). Kommentar: "Mehr als 8 Millionen Dollar wendete der amerikanische Geheimdienst CIA auf um diesem Mann das regieren unmöglich zu machen und dennoch müßten sie Salvador Allende schließlich aus seinem Amtssitz heraus schießen lassen". Winkender Allende (halbnah). Zerstörtes Arbeitszimmer Allendes (halbtotal). Foto der CIA-Zentrale bei Washington (nah). Foto des CIA-Chefs William Colby (nah). Schwenk über den Putschisten und General Augusto Pinochet inmitten seiner Offiziere (halbnah). Pinochet (halbnah) (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "...wissen Sie, diese Bewegung ist doch zutiefst national, eben nicht vom Ausland beeinflußt, und ich versichere was hier geschehen würde wußte nicht einmal meine Frau...". Zoom auf einen Artikel aus "Die Zeit" vom 27.9.1974 und dem Foto mit Frau Pinochet (nah). Pinochet (halbnah) weiter im O-Ton "...weder die USA noch andere Länder haben damit zu tun...". Schwenk über den Text "...Chilenischer Junta-Chef Pinochet: Mit Dollar-Millionen an die Macht" (nah). Salutierender Pinochet inmitten seiner Offiziere (halbnah).

0:02:32

Foto der CIA-Zentrale bei Washington (nah). Winkender Allende (halbnah). Titeleinblendung: "EL GOLPE BLANCO (Der weiße Putsch)". Frauenhände zählen Wahlzettel (halbnah). Schrifteinblendung: Unter Verwendung von Zitaten über die CIA aus "International Herald Tribune" und "Time". Blick auf Hände die Wahlzettel auseinander falten (halbnah). Blick auf Hände über einer Wahlurne am 4. März 1973 (halbnah). Titeleinblendung : "EL GOLPE BLANCO (Der weiße Putsch)". Wahlzettel werden ausgezählt (halbnah). Kommentar: "Alles sollte so unschuldig aussehen wie ein weißes Papier, so demokratisch wie ein Wahlzettel...". Foto des CIA-Chefs Colby (nah). Wähler in einem Wahlraum (halbnah). Oberste Richter Chiles betreten einen Saal (halbnah). Hände werden die Stimmzettel in die Wahlurne (halbnah).

0:04:04

Rückblick: Salvador Allende fährt 1970 im offenen Wagen durch Santiago (halbtotal). Jubelnde Anhänger Allendes vor dem Präsidentenpalast "La Moneda" (halbtotal). Redner Sergio Onofre Jarpa (halbnah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "Herr Allende und die Gruppe der Unfähigen, der Nichtnutze, die in der UP-Regierung sitzen, sie dürfen nicht bis 1976 weiterregieren!". Kommentar: "Was bedeutet das? Es ist ein Anschlag auf den Mann in der "Moneda", noch nicht mit Kugeln wie am 29. Juni und noch nicht mit Bomben und Granaten wie am 11. September 1973...". Einschußlöcher in der Fassade des Präsidentenpalastes (halbtotal). Blick (von oben) auf den brennenden Palast "Moneda" (halbtotal). Stimmenauszählung bei den Parlamentswahlen am 4. März 1973 (halbnah). Allende auf einer Wahlveranstaltung (halbnah). Redner Jarpa (halbnah) weiter (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "... Chile braucht nicht nur einen neuen Kongreß, sondern auch eine neue Regierung!". Befürworter und Gegner Allendes demonstrieren auf der Straße (halbtotal). Schwenk (von oben) über die Abgeordneten des Nationalkongresses (halbtotal). Allende auf einer Wahlkundgebung (halbtotal). Blick auf die Obersten Richter Chiles (halbtotal). Wahlwerbung verschiedener Parteien in den Zeitungen Chiles (halbnah). Schwenks und Zoom über die Wahlwerbung in den Tageszeitungen (nah). Zeitrafferaufnahmen von Büsten der chilenischen Präsidenten des letzten Jahrhunderts (halbnah). Allende bei verschiedenen Auftritten (halbtotal).

0:06:26

Redner Sergio Onofre Jarpa (halbnah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "Die Welt muß wissen, daß das chilenische Volk, das Fortschritt und Freiheit allein errang, auch fähig ist, sich den totalitären Zielen des internationalen Kommunismus zu widersetzen, ihn niederzuwerfen, zu zerschlagen!". Blick (von unten) auf das Gesicht Jarpas (halbnah). Redner Jarpa (halbnah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "...CIA-Vertreter. Ich bitte die Freunde vom Fernsehen, das Antlitz des Volkes hier der ganzen Welt zu zeigen. Und dann sollen sie sagen, ob das hier Agenten der CIA und des Imperialismus sind!". Einblendung eines Zeitungsartikels über die Empfehlung der CIA der Nationalpartei heimlich 200.000 Dollar zuzustecken (nah). Anhänger des Parteichefs Sergio Onofre Jarpa mit Transparenten und Schildern auf einer Demonstration (halbtotal). Zoom auf die Anhänger Jarpas mit Fahnen und Transparenten (halbtotal). Demonstrant ruft laut (halbnah) (O-Ton) "Chile voran! Nationale zur Stelle!" Die Nationale Jugend mit Stahlhelmen und Parolen Jarpas bestückt demonstriert lautstark (halbtotal) (O-Ton). Männer rufen Parolen laut vor (halbnah) (O-Ton) "Auge um Auge, Zahn um Zahn! Kommando Rolando Matus - zur Stelle!".

0:08:10

Zoom auf Demonstranten mit Stahlhelmen und Aufschrift "C.R.M" (Rolando Matus) (halbnah). Rolando Matus bei Selbstverteidigungsübungen mit amerikanischer Uniformjacke (halbnah). Matus mit umgehängten "Eisernem Kreuz" (halbnah). Anhänger von Matus mit Schlagstöcken und Helmen rufen lauthals Parolen (halbtotal) (O-Ton). Schwenk über den Anführer der Nationalen Jugend Juan Luis Ossa (halbnah). Anhänger von Ulvis mit Bauarbeiterhelmen und Aufschrift "C E" singen (halbnah) (O-Ton) "Komm auch du, Kamerad, dem neuen Tag entgegen!". Demonstrant mit Gasmaske und T-Shirt-Aufdruck "Jarpa" (halbnah). Jarpa auf einer Kundgebung vor Mikrofonen (halbnah). Unterlegter Gesang (Untertitel) "An jedem Ort des Landes sind alle Landsleute: Landsmann ist der Arbeiter und Landsmann ist der Chef. Denn Chilenen sind wir alle! Alle sind Nationale!". Zoom und Schwenk über die militanten Jugendgruppen (halbtotal). Zoom auf ein Plakat "Juan Luis Ossa, Presidente de la Juventud National" (halbnah). Luis Ossa in einem Golfclub in Santiago de Chile (halbnah). Ossa (halbnah) (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "Wer in diesem Golfclub die Löwen, finden sie einige Löwen die die Unidad Popular stürzen werden, und damit stürzen wir das Regime der Marxisten...". Frage aus dem Off: "Dann dürfen wir Sie als einen militanten Antikommunisten bezeichnen?"? Lächelndes Gesicht von Ossa (nah) (O-Ton) "Ja, stimmt genau...es berührt mich nicht das man mich "Mumie" nennt, ich weiß ich bin nicht altertümlich, ich bin der festen Überzeugung das dieses Land von uns jungen, das wir es sein werden die es verändern nachdem wir die Marxisten weggeräumt haben, und dann wird es nicht mehr so sein wie wir es heute kennen, darin soll sich niemand täuschen, wir sind bereit". Eingeblendet werden zum O-Ton: Schwenk über Dokumente auf der Straße in einem Blutbad (halbnah).

0:10:45

Clubabzeichen am Revers von Matus Jacke (nah). Frage aus dem Off: "Sie tragen hier das Zeichen des Löwen am Jackett, betrachten Sie sich als einen Löwen der die Regierung Salvador Allendes stürzen will?". Rückwärtszoom vom Clubabzeichen auf das Gesicht von Matus (halbnah) (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "Ich habe für mich, ja, ich fühle mich als Teil einer Gruppe der Gruppen die nicht einverstanden sind mit der Politik der Regierung, denn ich glaube sie war wenig effektiv, vor allem auf ökonomischem Gebiet...". Frage an Ossa aus dem Off: "Herr Ossa, Sie persönlich wollen nicht nur Abgeordneter werden sondern auch die 2/3 Mehrheit für die Opposition gewinnen. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht wie es hier im Lande weiter geht wenn Sie ihre Wahlziele nicht erreichen...?" Schwenk vom Gesicht Ossas auf seine Hand mit der Zigarette am Aschenbecher (halbnah) (O-Ton) "Nein, ich bin der festen Überzeugung die Opposition wird die Unidad Popular schlagen, auch auf dem Wege der Wahlen, dessen bin ich mir absolut sicher, um offen zu sein die Möglichkeit habe ich gar nicht erwogen, denn das wir bei einer Wahl die Verlierer sind ist unvorstellbar, ja unmöglich, bei einwandfreien Wahlen sind wir nicht zu schlagen, da führt kein Weg hin, das ist unmöglich...". Ossa bei einer Wahlkampfveranstaltung am Rednerpult (halbtotal).

0:12:20

Gesicht eines Mannes (nah). Kommentar: "Dieser Mann kandidiert nicht für einen Platz im Parlament, aber seine Rolle bei dem geplanten Staatsstreich mit dem Stimmzettel wird bedeutend sein, auch er gibt der Unidad Popular keine Chance". Rückwärtszoom vom Gesicht des Unternehmers Villarin (halbnah) (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "Ja, die Prognose die ich stelle, obwohl ich kein Prophet bin, sondern Besitzer eines Transportunternehmens, ist wahr das die Opposition natürlich gewinnen wird und zwar mit einem Vorsprung von mindestens 60 %, die Regierung dürfte nicht mehr als schätzungsweise 30 % Stimmen bekommen und per Saldo wäre der Rest dann Stimmenthaltung". Blick auf einen Tisch mit Wahlhelfern bei der Stimmenauszählung (halbnah). Gesicht von Villarin (nah). Frage aus dem Off: "Herr Villarin, wie stellen Sie sich zur Behauptung der Regierungspresse Sie wären ein Agent der CIA?". Villarin (nah) (O-Ton) "Wissen Sie das dies eine Frechheit ist, ausgemachte Dummheit, das ist so etwas wie ein Schild das man all denen umhängt die hier bei uns in Chile nicht konform gehen, die nicht einverstanden sind mit dieser Regierung, diese Leute wenden solche Beleidigungen selbst dann an wenn es sich um bewährte und hochgestellte politische Persönlichkeiten handelt, wie zum Beispiel meinen hochverehrten Freund und Präsidenten des Senats Eduardo Frei Montalva". Einblendungen von Filmaufnahmen vom ehemaligen Präsidenten Chiles, Eduardo Frei Montalva (halbnah). Kommentar: "...dieser Montalva verkörperte nicht nur in Chile, sondern in ganz Lateinamerika eine politische Konzeption die in den USA ausgedacht wurde...Männer wie Eduardo Frei waren den USA Goldes wert". Einblendung von Zeitungsartikeln zur Rolle der CIA in Chile aus dem Jahre 1964 (nah).

0:14:30

Filmaufnahmen von Allende während der Wahlkämpfe im Jahre 1964 (halbtotal). Eduardo Frei vor dem Präsidentenpalast "Moneda" in einer Pferdekutsche (halbtotal). Allende im Kreise seiner Freunde und Mitarbeiter (halbnah). Schwenk über die fahrende Kutsche und Eduardo Frei Montalva (halbtotal). Schwenk über Frei am Eingang des Präsidentenpalastes (halbtotal). Filmrückblick auf die Revolutionszeit in Kuba und Fidel Castro (halbtotal). Kommentar: "...der Sieg des kubanischen bewaffneten Aufstandes, die revolutionären Umwälzungen direkt vor den Toren der USA hatten den internationalen Imperialismus schockiert, als Alternative zum Revolutionär Castro bauten die USA den Reformisten Frei auf...". Frei am Mikrofon (halbnah). Schwenk über Elendsviertel in Santiago (halbtotal). Schwenk über Neubauten und Reihenhaussiedlungen in Santiago (halbtotal). Anhängerin der Christdemokraten gibt ihre Meinung kund (halbnah) (O-Ton mit Untertiteln) "Ja, wir sind Christdemokraten. Von der Partei. Unter ihrer Regierung ging es uns sehr gut". Männlicher Anhänger (nah) (O-Ton) "Für Frei. Weil wir unter Frei wenigstens die "Aktion Grundstück" hatten". Ein anderen männlicher Anhänger (halbnah) (O-Ton) "Viele Gründe. Zuerst unser Haus. Freis Regierung gab mir den Baugrund. Das Haus ging auf unsere Kosten". Kommentar: "Ein Stück Boden, ein Dach über dem Kopf, das war für viele ein echter Fortschritt, erklärt die verbreitete Gläubigkeit gegenüber dem Mann dessen Name sich mit solchen Erinnerungsfotos verbindet". Rückblick: Plakatwände mit dem Konterfei von Frei (halbtotal). Transparent mit dem Namen "Frei" über den Baracken der Armenviertel (halbtotal). Frei, umgeben von Militärs und Beratern, in den Neubaugebieten der Stadt Santiago (halbtotal). Anhänger Freis mit Transparenten und Porträts ihres Kandidaten (halbtotal).

0:16:50

Allende während des Wahlkampfes (halbnah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "Ich hoffe, wir bekommen 40 %. Vielleicht werden es auch mehr sein...(Frage im Off: Die Opposition sagt, sie wird 2/3 der Senatorensitze bekommen)...Allende (halbnah) "Dieser Opposition kann man Fransen anhängen". Schwenk über Allende der sich zu einem Rednerpodest begibt (halbtotal). Plakat "Arrende y ensena a votar por la UP" (nah). Wahlhelfer der UP erklären den Bürgern und Anhängern der UP die Wahlzettel (halbtotal). Kommentar: "Der Genosse Präsident der 1970 mit 36,3 % gewählt wurde erwartet 1973 vierzig Prozent für die Kandidaten der Volkseinheit. Lerne und lehre für die UP zu stimmen, heißt es auf einem Plakat denn der Wahlvorgang ist kompliziert, ein falsch ausgefüllter Stimmzettel ist ungültig und es geht doch um jede Stimme...". Bürger betrachten Wahlzettel und lassen sich beraten (halbnah).

0:18:03

"CODE", das Zeichen der Feinde der Volkseinheit (nah). Flugblatt "CODE - Confederacion de la Democracia (nah). Verschiedene Umschläge von Broschüren und Flugblättern mit der Aufschrift "CODE" (nah). Kommentar: "...die Reaktion die zum Schlag gegen das Volk ausholt tarnt sich auch in Chile demokratisch". Unterlegt werden die Dokumente mit einem Wahlaufruf aus dem Radio im O-Ton. Wahlplakate auf den Hochhäusern in Santiago für "Frei" und "Jarpa" (halbtotal). Zoom auf ein Hochhaus mit großen Wahlplakaten (halbtotal). Winkender Sergio Onofre Jarpa (halbnah). Schwenk über die Anhänger Jarpas mit Fahnen und Transparenten (halbtotal). Gesicht von Eduardo Frei (nah). Plakate für Frei auf Villen und Holzhütten in Santiago (halbtotal). Kommentar: "Wenn zwei Exponenten verschiedener politischer Programme, die sich noch bis zur Wahl Allendes unversöhnlich gegenüber standen, jetzt eine Ehe eingegangen sind, so war Mister Colby von der CIA ihr Trauzeuge". Foto von Colby (nah). Große Wahlinserate der Kandidaten der "CODE" in der Tageszeitung "El Mercurio" (nah). Kommentar: "Wer soll diese riesigen Inserate zahlen, wer hat das bestellt?". Tageszeitung "El Mercurio" verläßt die Rotations-Druckmaschine (halbnah). Büste des Mercurio (nah). Rückwärtszoom von der Büste Mercurios auf den Salon des Direktors der Tageszeitung (halbtotal). Ein enger Mitarbeiter im Salon steht dem Reporter Rede und Antwort vor dem Porträt Agustín Edwards, dem Vater des Unternehmens (halbnah) (O-Ton) "Der Präsident des Mercurio lebt zur Zeit im Ausland...er hält sich gewissermaßen aus politischen Gründen in Südamerika auf...jetzt widmet er sich publizistischen und artverwandten Themen...er kommt zurück nach Chile wenn er es selbst für angebracht hält...". Foto von Agustín Edwards (nah).

0:20:33

Überblendung vom Schreibtisch des Direktors Augustine Edwards im Salon des "El Mercurio" auf den späteren Wirtschaftsminister Lenis am Rednerpult (halbtotal). Lenis berichtet einem Reporter über seine Tätigkeiten (halbnah) (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "Während des Regimes des Herren Allende war ich Präsident des Betriebes "El Mercurio", das ist ein Verlag für Zeitungen...(Frage aus dem Off: Stimmt es das "El Mercurio" während der Regierungszeit Allendes maßgebliche finanzielle Hilfe aus den USA erhielt?)...Das ist wohl das lächerlichste was man sagen kann, das ist fast infam, Sie entschuldigen die Worte die ich gewählt habe...". Einblendung eines Zeitungsartikels über die finanzielle Unterstützung der CIA für den "El Mercurio" (nah). Kommentar: "Etwa die Hälfte der CIA-Gelder wurde der Oppositionspresse zugeleitet, speziell der führenden Tageszeitung des Landes "El Mercurio"...". Blick auf eine Verpackungsmaschine für Zeitungen (halbnah). Demonstrierende Anhänger der "Demokratischen Konföderation" rufen Parolen (halbnah) (O-Ton) "Verfluchte Kommunisten! Die Teufel des Staates!". Schwenk über die Demonstranten mit eingeblendeten deutschen Untertiteln (halbtotal) (O-Ton) "Das Einzige, was bleibt, ist Scheiße in der Moneda!". Schwenk über sogenannte "Rollkommandos" der Demokraten (halbtotal). Gedrucktes Zitat des CIA-Direktors Colby über die Zuwendung von 1,5 Millionen Dollar an die "anti-Allende canditates" (nah). Kommentar "Die CIA ließ sich den Wahlkampf von 1973 zusätzlich 1,5 Millionen Dollar kosten, einen davon pro Tag, nämlich 500 Escudos zum Schwarzmarktkurs, erhielt jeder dieser Schreier gegen die Volkseinheit". Schwenk über die schreienden Jugendlichen auf der Straße (halbtotal).

0:22:50

Fotos von Eduardo Frei bei der Abgabe der Präsidentenschärpe im Jahre 1970 und Übergabe an Allende (nah). Demonstranten rufen Parolen (halbnah) (O-Ton) mit deutschen Untertiteln "Chicho, du Säufer, in Kuba sitzt dein Galan! Allende, du Säufer, in Kuba sitzt dein Galan!". Allende von hinten bei einer Wahlveranstaltung (halbnah).Kommentar: "CIA-Chef William Colby hatte eine Idee, er flankierte die Operation "CODE" durch die Operation "COLA", la Cola, die Schlange". Schwenk über eine Menschenschlange vor Geschäften in den Straßen Santiagos (halbtotal). Ein Transportunternehmer (nah) (O-Ton) "Wenn es erlaubt ist, ich bereit das zu erklären, es sind zwei Körperschaften, sie marschieren miteinander, Seite an Seite, die Kombination der Opposition, demokratische Konföderation wird sie genannt...das nationale Kommando der Gremien denen ich vorstehe". Transportunternehmer Villarin auf einem Fuhrunternehmerstreik (halbnah) (O-Ton) "...unser Ziel waren die Mittelschichten die gegen Allende arbeiteten...und es wird so lang gestreikt bis wir gesiegt haben, wenn das bewirken würde das Allende gestürzt wird dann bin ich froh, denn das wäre der Weg zum Glück für Chile".

0:24:58

Rückwärtszoom von den Menschenschlangen vor den Lebensmittelgeschäften (halbtotal). Lastwagenfahrer am Mikrofon (nah) (O-Ton). "Und darum verspreche ich hier als Bürger Chiles und als Fahrer eines Lastwagens, dieser machtvolle Kampf wird bis zum Ende geführt und bis dahin ist es für uns nicht mehr weit, wir sind ihm sehr nahe, schon greifbar nahe". Menschenschlange vor den Geschäften (halbtotal). Transportunternehmer Villarin (halbnah) (O-Ton) "Es gibt natürlich eine Menge Lastwagen in Chile, ne Menge, aber ich glaube doch das sie mehr interessieren müßte, wie auch ihr Fernsehpublikum in Europa wie viele Lastwagen vom Bund der Fuhrunternehmer Chiles, dessen Vorsitzender ich bin, kontrolliert werden. Im Moment zählt unsere Mitgliedschaft etwas mehr als 50.000 Personen, wir kontrollieren...mehr als 73.000 LKW`s". Zoom und Schwenk über die Menschenschlangen (halbtotal). Transportunternehmer (nah) (O-Ton) "Wir transportieren ungefähr 80 % der Güter, das heißt wir bringen die meisten Dienstleistungen für Chile". Schwenk über still stehende Lastwagen auf einer großen Wiese (halbtotal). Schwenk (von oben) über Menschenschlangen auf den Straßen Chiles (halbtotal). Frage im Off an den Fuhrunternehmer: "Sie haben Ihre 73.000 Lastwagen Wochenlang still gelegt, können Sie den damit eintretenden Gewinnausfall verkraften?". Unternehmer (nah) (O-Ton) "Das ist bei mir der Fall, man muß sich etwas bescheiden geben, da kommt bei mir zu Hause etwas weniger in den Topf, weil ich damit helfe das zu verteilen was mir am wichtigsten ist, mein Recht darauf zu sein was ich sein will, ein freier Unternehmer".

0:27:02

Kommentar: "Dieser freie Unternehmer und seine Gefolgschaft mußten sich zu keinem Zeitpunkt einschränken, Mister Colby hatte vorgesorgt". Kreisende Dollarnoten und kreisendes Porträt von CDU-Politiker Heinrich Gewandt (halbnah). Kommentar: "Gesäubertes CIA-Geld, nämlich solches was über christlich-demokratische Parteien Europas nach Santiago gebracht wurde, das ist so ein christ-demokratischer Saubermann aus der BRD, der mehrmals als Geldbriefträger nach Santiago reiste...diese CIA-Geld half den 45tätigen Streik finanzieren, der eine der schlimmsten Schläge gegen die Wirtschaft war". Schlange stehende Frauen winken in die Kamera (halbnah). Transportunternehmer (halbnah) (O-Ton) "Unser Streik war eine indirekte Wahlhilfe für die Opposition, ich glaube ja, in diesem Moment doch, ohne Übertreibung, ich bin mir sicher, absolut". Gesicht von Sergio Onofre Jarpa am Rednerpult (nah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "Wozu wollen wir eine neue Regierung? Damit es wieder Sicherheit gibt für die chilenischen Familien. Damit sich die Frauen dem Heim und ihren Kindern widmen können und nicht Stunden und ganze Tage verlieren müssen, wenn sie sich nach Öl anstellen, nach Mehl, Zucker, Brot, Reis Schlange stehen und nach all den Dingen, für die sich die Frauen aufopfern". Eduardo Frei bei einer Wahlkampfrede (halbnah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "Chile erlebt eine Inflation, die größte der Welt und die größte in seiner Geschichte. Es erlebt Knappheit und Schwarzmarkt, es erlebt Schlangen und Geldabwertung!".

0:29:15

Blick auf die Frauenbeine bei einem "Schlangentanz" auf einer Kundgebung von Eduardo Frei (halbtotal). Fahrunternehmer (nah) (O-Ton) "Eine Frau, eine einfache Hausfrau, vor dem Laden steht eine Schlange für ein bißchen Brot für ihre Kinder, sie fühlt sich menschlich sehr erniedrigt und gewinnt so den schlechtesten Eindruck von der gegenwärtigen Regierung". Frauen auf einer Wahlkundgebung (halbnah) (O-Ton) "Wir unterstützen den Präsidenten um so mehr. Am 4. März werden wir ihm noch mehr Sicherheit geben". Frauen auf einer "Kochtopfdemonstration" am 23.12. 1971 (halbnah, Zeitlupe). Gesichter von laut protestierenden Frauen der Mittelschicht (halbnah). Politische Gesangsgruppe auf der Bühne (halbnah) (O-Ton) "Die Rechten haben zwei Kochtöpfe, einen ganz kleinen, einen ganz großen". Rückwärtszoom von der Gesangsgruppe (halbtotal) (O-Ton) "Das Töpfchen, eben erst gekauft, benutzen sie nur, um Lärm zu schlagen. Diese häßliche, gehässige Alte - seht mal, wie verfressen die aussieht! Wie sie darauf losschlägt, diese Aufwieglerin! Hör mal, du listige, lästige Alte: Dein Topf ist unnütz, ganz unnütz. Wir hören ja kaum was - streng dich doch mehr an! Der große Topf ist schon gefüllt mit Hühnchen und Kartöffelchen, mit Brühe und mit Braten". Zoom auf einen Sänger (halbnah) (O-Ton) "Vom illegalen Schlachter haben sie`s her, aus mellipilla schaffen sie`s ran". Menschen auf den Straßen singen das Lied weiter (halbnah) (O-Ton). Kommentar: "Ein Lied im Klassenkampf entstanden und ist zum Volkslied geworden, der Marsch der Kochtöpfe".

0:31:55

Schwenk über Frauen mit Kochtöpfen und Deckeln, sie ziehen singend und lärmend durch die Stadt (halbtotal) (O-Ton). Frage im Off an eine Frau: "Haben Sie sich am Marsch der Kochtöpfe beteiligt?". Frau (halbnah) (O-Ton) "Was fällt Ihnen ein, Genosse! Ich gehöre zum Volk". Eine andere Frau (halbnah) (O-Ton) "Mitgemacht haben bloß reiche, faule alte Tanten, die nichts weiter machen, als sich ihren Hintern wischen. Nichts weiter, so ist das". Frage an eine Frau im Off: "Senora, haben Sie beim Marsch mit den Kochtöpfen mitgemacht?". Elegante Frau (halbnah) (O-Ton) "Natürlich". Zoom auf einen kleinen Kochtopf als Schmuckstück aus Edelmetall am Kleid einer Frau aus der Oberschicht (nah). Umschnitt auf verdorbene Lebensmittel in Konservendosen auf einer Müllkippe (halbnah). Schwenk über die weg geworfenen Lebensmittel auf der Müllkippe (halbnah). Kommentar: "Der CIA-Chef bewilligt also 5 Millionen Dollar für Destabilisierungsbemühungen, das sind diese verrotteten Lebensmittel, das ist dieser sogenannte Streik in dem jede nicht gefahrene Schicht pro LKW mit 5.000 Escudos belohnt wurde".

0:33:55

Frage aus dem Off an den Fuhrunternehmer Villarin : "Wir haben Anhänger der UP gesehen die durch freiwillige und unbezahlte Arbeit versuchten, die durch Ihren Streik entstandenen Versorgungslücken zu schließen, was halten Sie von diesen Leuten?". Fuhrunternehmer (nah) (O-Ton) "Das entspricht nicht der Wahrheit, das waren keine Freiwilligen, Streikbrecher waren es". Arbeiter tragen in einer Lagerhalle Mehl- und Zuckersäcke (halbtotal). Arbeiter tragen schwere Säcke auf ihren Schultern in die Lagerhallen (halbtotal). Trauerzug für einen ermordeten Genossen in Santiago (halbtotal). Zoom auf die Trauernden mit Blumenkränzen (halbtotal). Familienmitglieder und Kameraden fahren den Sarg durch die Straßen (halbtotal). Trauerzug wird angeführt mit der Fahne der Kommunisten Partei Chiles (halbtotal) (O-Ton). Frage im Off an den Fuhrunternehmer Villarin: " Herr Villarin, auch ein Lastwagenfahrer der Ihren Streik nicht mitmachte ist überfallen und umgebracht worden, das heißt von Ihren Leuten". Villarin (nah) (O-Ton) "Wissen Sie das ist ebenfalls nichts weiter als eine unverschämte Frechheit, eine bösartige Beleidigung, oder Verleumdung". Einschußlöcher in der Motorhaube des LKW`s (halbnah). Frau des Ermordeten mit ihrem Sohn (halbnah) (O-Ton) "Wir haben gleich alles nur Mögliche angestellt um ihn raus zu holen aus dem Institut der Gerichtsmedizin...als wir ihn dann hatten haben wir ihn gleich begraben, ich beschloß dann nach diesem bitteren Erlebnis, was ich dann in der Partei und in der Gewerkschaft erfuhr, bewog mich dann in der Gewerkschaft weiter zu kämpfen und ich wurde dann auch Mitglied der KP Chiles, wofür er ja auch sein ganzes Leben lang kämpfte, und dafür fand er ja jetzt auch den Tod, was ich jetzt tu, damit folge ich nur dem Beispiel was er mir gab...".

0:36:26

Frage im Off: "Genosse Inspektor, wie kommen Sie zu dem merkwürdigen Namen "Der Wiederauferstandene" ?". Mann (halbnah) (O-Ton) "Dieser Name rührt von einem Anschlag her den reaktionäre Faschisten gegen uns geplant hatten, aber ich konnte noch einmal dem Tod entwischen". Ein Kamerad berichtet (halbnah) (O-Ton) "Sie waren, jeder von ihnen hatte einen Revolver und ein Gewehr, es bedeutet, es waren vier Feuerwaffen auf uns gerichtet, und dann gab es zwischen uns eine Diskussion, sie schlossen uns dann ein, beraubten uns also der Freiheit, und einer der Männer feuerte auf mich, kaum hatten wir ein paar Worte gewechselt drückte er ab, und er traf mich ins Bein...und dann hat er noch einen zweiten Schuß abgegeben...beide Schüsse trafen mich in den Beinen...". Schwenk vom Gesicht des Erzählenden auf die Wunden an den Beinen (halbnah). Blick auf das Holzhaus einer Fleischerei in San Fernando (halbtotal). Kommentar: "...die Fleischerei wurde zur Stätte des Klassenkampfes, der Fleischer, der sich verborgen hält, hatte seine Ware zu Schwarzmarktpreisen verkauft und war dabei ertappt worden". Verletzter weiter (nah) (O-Ton) "Du Verdammter du, du willst mir also meine Fleischerei schließen, dafür gibt es von mir eine Kugel zwischen die Augenbrauen, und hielt die Pistole hier hin und drückte ab, ja dieser Kerl drückte ab...aber glücklicherweise ging der Schuß nicht los". Inspektor (halbnah) (O-Ton) "Mein Amt ist, ich vertrete in dieser Funktion unser Wirtschaftsministerium, mit der entsprechenden Vollmacht muß ich kontrollieren wie es um die Versorgung steht, Einhaltung der Preise, überhaupt den Handel". Kamerad weiter (halbnah) (O-Ton) "...ich erhielt jetzt sozusagen meine Feuertaufe im Kampf mit dem Mumien, den Faschisten, mit der Reaktion, ich hab die Absicht, bin bereit den Kampf wieder aufzunehmen, mit noch mehr Kraft, mit noch mehr Elan, für die Sache meiner Leute, für die Sache der Proletarier, für unser Chile, für unsere Regierung, für unsere Unidad Popular".

0:38:21

Zoom auf einen Mann in einem Gartenstück (halbtotal) (O-Ton) "Ich bin Omar Aguirre, Präsident der Nationalen Vereinigung ehrenamtlicher Inspektoren, eine Gruppe die sich nur befaßt mit dem schmutzigen Problemkreis des sogenannten Hamsterns und des Schwarzen Marktes. Im Oktober wurde ich bedroht von den Mumien und mit mir auch meine Frau die Vorsitzende in der Siedlung ist, wir beide zusammen wurden bedroht mit dem Tode...". Omar Aguirre hält seinen Ausweis in die Kamera (nah). Blick in eine Sitzung der "JAP" (Räte zur Kontrolle der Preise und des Handels) (halbtotal). Aguirre (halbnah) weiter (O-Ton) "...im Zusammenhang damit kann ich auch von vielen Versuchen berichten die Kaufleute und Händler, um sich den Schwarzmarkt möglichst zu erhalten, uns kaufen wollten, regelrecht bestechen wollten sie uns ehrenamtliche Inspektoren, mal mit Geld das heimlich ins Kontrollbuch gesteckt wurde, mal mit Geschenken die sie anbieten, aber ich möchte Ihnen sagen im Namen meiner Genossen, das wir immer im Sinne der revolutionären Moral handeln, wir lassen uns von niemanden kaufen". Einblendung eines Fotos von Colby und seiner CIA-Spendensumme von 350.000 Dollar um Mitglieder des chilenischen Nationalkongresses zu bestechen (nah). Blick auf die Fassade des "Congreso Nacional" (halbtotal). Zoom auf eine Glastür mit Aufschrift "Sala de Instructures para Solucionar" (halbnah). Schwenk über die Gesichter einer Versammlung ehrenamtlicher Inspektoren (halbnah) (O-Ton).

0:40:12

Inspektor in einem landwirtschaftlichen Betrieb (halbnah) (O-Ton) "Wir gaben und Anfangs als Käufer aus wir Inspektoren, aber man wollte uns nichts verkaufen, trotz überreichem Vorrat...". Inspektoren finden versteckte Lebensmittel und Waschmittel unter Tierfutter und Weizen (halbtotal). Inspektor hält eine "Leche Nido" in der Hand und berichtet weiter (halbnah) (O-Ton) "...das alles auszugraben war viel Arbeit, aber der Erfolg hat die Mühe gelohnt, wir gruben eine ganze Menge Nahrungsmittel aus". Vater mit seinem Kind vor der inoffiziellen Verkaufsstelle für "Leche Nido" (halbnah). Aufgeflogener Schwarzhändler (halbnah) (O-Ton) "Meine Meinung, wie? Daß der Laden eben Pech hatte. Das hat man begriffen und nichts weiter gemacht. Das ist alles. - was denn noch? Das ich Pech hatte, das war los". Männerhände reißen die gefundenen Kartons mit "Leche Nido" auf und entnehmen die Büchsen (halbnah). Schwarzhändler am Verkaufstresen (halbnah) (O-Ton) "Ich streite es ja nicht ab. Wie gesagt, so war`s eben".

0:41:54

Fahraufnahmen an Verkaufsständen und Schlangen von anstehenden Frauen in den Straßen von Santiago vorbei (halbtotal). Frau in der Schlange ruft lauthals (nah) (O-Ton) "Sei ruhig, du Mumie!". Schwenk von der Frau zu den anstehenden Frauen (halbtotal) (O-Ton) "Daß die offiziellen Preise eingehalten werden dafür kämpft Allende. Es lebe Allende! Hoch! Es lebe die Unidad Popular!". Frauen diskutieren miteinander (halbnah) (O-Ton) "Früher gab es nicht so viele Schlangen, es gab gar keine...Es gab keine, aber was gaben wir den Kindern zu essen? Jetzt gibt es mehr Arbeit! mehr Arbeit und mehr Geld! Wer ist denn Schuld an den Schlangen? Der Schwarze Markt! Die die Moneten haben, die Kapitalisten, die Kapitalisten haben Schuld an all dem....Schieben Sie die Schuld doch nicht auf die Regierung! Die Regierung kämpft doch für uns, Senora! Sie kämpft für uns, für Sie und Ihre Kinder!". Schwenk und Zoom über die diskutierenden Frauen (halbnah).

0:43:30

Kommentar: "Der Wahltag rückt näher, die Radiostationen der CODE mischen sich in den COLAS und blasen den Frauen etwas ins Ohr". Frauengesicht wird mit O-Ton aus der Radiostation unterlegt. Filmaufnahmen eines ermordeten nackten Mannes am Flußufer (nah). Übersetzung der Radiowerbung: "...um das Land von der kommunistischen Plage zu säubern braucht man kein Reinigungsmittel...". Gesichter der anstehenden Frauen (nah). Schwenk auf die Menschenschlange (halbtotal). Soldaten stellen ihre Waffen vor einem Wahllokal auf (halbtotal). Kommentar: "Der Wahltag, vor den Wahllokalen überall Helme und Maschinenwaffen...". Hauptbahnhof von Santiago mit Soldaten und Maschinengewehren (halbtotal). Kommentar: "Es ist nötig und wichtig diese landesüblichen Umstände eines Wahltages heute ins Gedächtnis zu rufen, denn Monate später wird ein Eidbrüchiger Putschistenoberst, inzwischen Stabschef der Putschistenjunta, allen Ernstes behaupten...". Oberst (halbnah) (O-Ton) "...man darf hier nicht übersehen das doch viele dieser Leute die im März gewählt haben, die zur Wahlurne gingen, viele davon die wurden defacto politisch kontrolliert, diese Leute waren alle irgendwo beschäftigt, irgendwo im Betrieb, und viele von ihnen haben doch gefürchtet man jagt sie davon, und waren so gezwungen ihre Stimme für das frühere Regime abzugeben...".

0:45:10

Bauarbeiter (halbnah) (O-Ton) "Nun, man weiß das die Arbeiterklasse oft genug verkündet hat wofür sie stimmen wird bei nächsten Wahlen, dafür das Schluß ist mit der Ausbeutung, ein für allemal, und das wir in Ruhe arbeiten und leben können und noch mehr produzieren". Oberst (halbnah) weiter im O-Ton "Noch ein zweites Wahlmanöver, der Wahlbetrug den es überall gab, den man ermittelte, gab es eine gewaltige Anzahl von Leuten die hatten sich doppelt und sogar dreifach eingeschrieben, das bedeutet so ein Bürger konnte dreimal wählen gehen in verschiedenen Gemeinden". Soldat prüft jeden Wahlberechtigten vor dem Wahllokal (halbnah). Hauptmann erklärt die Funktion des Militärs bei der Wahl (halbnah) (O-Ton) "Die Streitkräfte übernehmen in Chile, und das sowohl die Armee als auch das Personal der...jedes Mal vor den Wahlen, oder genauer 48 Stunden vor dem Wahltag, die absolute Kontrolle und das über das ganze Land, alle Provinzen und Gemeinden, über die Kreise und Departements, um das zu garantieren das davor und während der Durchführung des eigentlichen Wahlganges gewährleistet ist das was wir die Freiheit, Freiheit der Stimmabgabe, Rücksichtnahme auf die Person, öffentliche Ruhe und Ordnung und Achtung vor dem Eigentum nennen. Und später sind wir dann nach dem eigentlichen Wahlvorgang dafür verantwortlich das die Auszählung der Stimmen und damit die Ergebnisse der einzelnen Bezirke voll der Stimmabgabe in ihrem Resultat entsprechen und diese Ergebnisse weiter gegeben werden auf dem vorgeschriebenen Weg, damit die Regierung auf schnellstem Weg die Resultate erfährt und man die offiziellen Resultate veröffentlicht".

0:46:55

Zoom auf eine Menschenschlange vor einem Wahllokal im März 1974 (halbtotal). Soldaten bewachen den Eingang eines Wahllokales "E SCUELA 36" (halbtotal). Schwenk von den Soldaten auf die Schlange von männlichen Wahlberechtigten (halbtotal). Blick auf die separate Schlange der wahlberechtigten Frauen (halbtotal). Soldat kontrolliert die Papiere eines Mannes (halbnah). Frage aus dem Off an einen Mann: "Haben Sie früher schon einmal gewählt?". Wahlberechtigter (halbnah) (O-Ton) "Nein, das war heute das erste Mal...und früher auf den Gütern da gab es keine Schule, so konnten die Eltern uns einem an Bildung nichts mitgeben. Schule für uns, die gab es eben nicht, so gingen wir gleich aufs Gut arbeiten, wir waren gut als Knechte, die Eltern schickten uns hin in den Dienst bei den Herren, nichts zu machen, da konnte man sich nur fügen". Zoom auf das Gesicht des Mannes (nah) (O-Ton) "Ich wähle heute zum 1. mal, und deshalb müssen alle in den Wahllisten stehen nach dem Gesetz, auch die die nicht lesen und schreiben können, das ist heute neu...mit dieser Maßnahme bin ich einverstanden und deswegen bin ich auch hier, wir sind gekommen um für sie zu stimmen, um sie zu wählen...wir haben sogar ein Buch, ein Mitgliedsbuch der Partei". Schwenk über einen Mann im Wahllokal mit den Stimmzetteln in der Hand (halbnah). Analphabeten müssen mit einem Daumendruck die Erfüllung ihrer Wahlpflicht bekunden (nah).

0:48:36

Blick auf die Frauen vor einem Wahllokal (halbtotal). Schwenk über eine Schlange von wahlberechtigten Frauen, bewacht von Militärs (halbtotal). Unterlegt wird dieser lange Schwenk mit einer Wahlwerbung aus dem Radio im O-Ton mit deutschen Untertiteln: "Senora, am 4. März stehen Sie zum letzten Mal in der Schlange! Nicht in einer demütigenden Schlange, um jeden Tag ein wenig Fleisch, Zucker oder Öl zu ergattern. Sondern in der Wahlschlange, daß diese Regierung verschwindet. Beweisen Sie ihre Ablehnung: Wählen Sie am 4. März die Partei der Demokratischen Konföderation! Stellen Sie sich noch einmal an - wählen Sie am 4. März!". Schwenk auf das Schild "Mesas de Mujeres" vor dem Wahllokal (halbtotal). Schwenk über die Frauengruppen vor dem Wahllokal (halbtotal). Schwenk über Wahlhelferinnen bei der Stimmauszählung (halbnah). Blick auf die angekreuzten Wahlzettel (halbnah). Kommentar: "...als die Stimmen ausgezählt wurden in Stadt und Land, als die ersten Ergebnisse bekannt wurden und schließlich das endgültige Resultat, da war die Stunde der Wahrheit gekommen...". Elektronische Anzeige der Stimmenvergleiche von Allende in 1970 und 1974: 36,3% zu 43,4% (nah). Gegner der Volkseinheit marschieren in den Abendstunden mit brennenden Zeitungsseiten in Santiago und zünden Straßenfeuer an (halbtotal). Blick auf brennende Papierfetzen auf der Straße (halbnah). Kommentar: "...der "Golpe Blanco", der Putsch mit dem Wahlzettel ist mißglückt und sie hatten sich doch solche Mühe gegeben, hatten den Mangel organisiert, hatten den Terror praktiziert, hatten Mord- und Totschlag nicht gescheut, und nun hatte das alles nichts genützt".

0:50:46

Rückwärtszoom von den Fahnen der Volkseinheit auf die jubelnden Menschen der UP vor dem Präsidentenpalast "Monedo" in den Abendstunden (halbtotal). Schwenk über die jubelnden Menschen mit ihren kommunistischen Fahnen (halbtotal). Blick auf jubelnde Anhänger von Allende in den nächtlichen Straßen von Santiago (halbtotal). Mit erhobener Faust laufen die Anhänger der UP durch die Straßen (halbtotal). Rückblick: Winkender Allende bei einer Wahlveranstaltung (halbnah). Zahlen- und Prozentvergleiche auf einer elektronischen Anzeige (nah). Kommentar: "Allende hatte seit seiner Wahl zum Präsidenten nicht etwa Anhänger verloren, sondern dazu gewonnen...36,3% zu 43,4%...da errechneten die Realisten unter den Feinden der Volkseinheit für 1976 eine überwältigende Mehrheit der UP zwischen 70 bis 80%, also durften Allendes Gegner ihn keinesfralls bis 1976, bis zum nächsten Wahlgang gewähren lassen. Die Stunde der Wahrheit ergab, die Wahlurne, diese heilige Kuh der bürgerlichen Demokratie läßt sich in Chile nicht mehr im Klasseninteresse der Bourgeoisie melken, also ins Schlachthaus mit ihr...". Unterlegt wird der Kommentar mit: Gesicht von Allende (halbnah), Wahlzettel werden in die Urne geworfen (nah), Wahlzettel wird in Urne mit Aufschrift "Registro Electoral de Varones" geworfen (halbnah), Gegner Allendes mit schwenkender Totenkopf-Fahne (halbtotal).

0:52:42

Wahlannonce der CODE (nah). Totenkopf-Fahne wird geschwenkt (halbnah). Kommentar: "Nicht mehr CODE, nicht mehr Demokratie hieß fortan die Losung, sie wechselten das Zeichen und ihr Entschluß stand fest, das aus der Drohung diese Realität werde". Totenkopf-Fahne (halbnah) und Totenkopf-Anhänger am Hemd eines Soldaten (nah). Rückblick: Zoom auf eine Wahlveranstaltung der UP vor dem Präsidentenpalast mit Allende (halbtotal). Begeisterte Anhänger Allendes in den Nachtstunden des 14. März 1974 (halbtotal) (O-Ton). Chilenische Soldaten vor dem Präsidentenpalst (halbnah). Zoom auf die Waffen der Soldaten (nah). Foto von Colby (nah). Pinochet im Kreise seiner Offiziere (halbtotal). Rückwärtszoom vom salutierenden Pinochet, umgeben von seinen Offizieren und Soldaten mit Handfeuerwaffen (halbtotal). Blick (von oben) auf den brennenden Präsidentenpalast "El Monedo" (halbtotal).

Bericht des CIA im Auszug (nah). Arbeitssitzung der Junta unter Vorsitz von Pinochet (halbtotal). Kommentar: "Die CIA hält die Junta offenkundig für das kleinere von zwei Übeln, dennoch schätzt sie das Unternehmen Chile als Mißerfolg ein da es mit einer Militärdiktatur endete". Blick auf den brennenden Präsidentenpalast von oben (halbtotal).

0:54:38

Einblendung "EPILOG -oder Das kleinere Übel". Santiago de Chile im Jahre 1975: Zoom auf Männer der Oberschicht (halbnah). Militär im Straßenbild der Hauptstadt (halbtotal). Foto einer Hauswand mit Schmiererei aus Blut "UP" (nah). Rückwärtszoom von einem schwer bewaffneten Soldaten vor dem Rennclub (halbnah). Verschiedene Einstellungen von elegant gekleideten Frauen und Männern der Oberschicht bei Feierlichkeiten (halbnah). Kommentar: "Fernando Leniz ist beauftragt das von der Junta okkupierte Land den internationalen Monopolen anzubieten". Wirtschaftsminister Leniz am Schreibtisch (halbnah) (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "Ein schwieriges Unterfangen, eine insgesamt völlig stimmige Einschätzung darüber zu geben wer an der Spitze liegt, ich glaube zumeist sind die interessiert die mit solchen Produktionen sich befassen, dem Chile bestimmte Vergünstigungen bietet, und ebenfalls die besten natürlichen Bedingungen, konkret gewisse Industrien deren Profil von der Erzförderung, Kupfer- oder Eisenförderung geprägt wird und die sich mit Erschließung von Ölfeldern befassen, und der Ausbeutung". Schwenk über die reichen Zuschauer bei einem Pferderennen (halbnah). Schuhputzer poliert einem Soldaten mit Maschinengewehr in der Hand die Stiefel (halbnah). Schuhputzer vor dem Präsidentenpalast (halbtotal).

0:56:35

Kommentar: "Selbst dieser Putschist in zivil läßt sich nicht ohne Stolz als General ansprechen". Fuhrunternehmer Villarin (nah) (O-Ton) "Wenn Sie das Wort vorziehen, ja, obwohl ich nur einfacher Gefreiter der Reserve bin in der Armee von Chile. Doch da kam die ehrenvolle Aufgabe auf mich zu, diesen Kampf zu führen, um die Demokratie in Chile, und ich führte ihn als ein General in zivil". Kommentar: "Ein General in zivil, von der Junta ernannt zum Präsidenten der "Zentralen Konföderation der Arbeit", einem Abklatsch der faschistischen deutschen Arbeitsfront. Unsere Damen mit den Kochtöpfen, die bigotten Kokotten denen niemals die Vorräte ausgegangen sind, nicht alles was die Reaktion hortete und versteckte hatten die ehrenamtlichen Inspektoren der UP finden können...". Stabschef der Junta (halbnah) (O-Ton) "Wissen Sie, es begann damit, man entdeckte das es sehr viel große Geschäftslager mit großen Vorräten gab, mit Waren die knapp waren, und die im Handel fehlten, und das in der schlimmen Zeit in der unsere ganze Bevölkerung in langen Schlangen die Geschäfte belagert und Stundenlang warten mußten um ihr tägliches Stück Brot zu bekommen. Daraufhin wurden alle Vorratslager durchsucht, wir sahen dort, wir waren im Grunde für Wochen mit Nahrungsmitteln versorgt, nur hat man sie vor den Leuten versteckt...". Schwenk über Konservendosen und Lebensmittel auf der Müllkippe (halbnah).

0:58:25

Winkender Chef der Nationalpartei Jarpa (halbnah). Jarpa in seinem Büro (halbnah) (O-Ton) "...und wir sind ohne Einschränkung zufrieden mit den Aktivitäten die uns damals zukamen, wodurch in der Periode vom 11. September in der breiten Öffentlichkeit das Bewußtsein wecken konnten das diese Veränderung unbedingt notwendig ist, und so ist, denke ich, die Erfahrung von Chile auch für andere von Nutzen, und das ganz speziell für alle Länder des Westens, damit sie sich besinnen bevor sie absolut scheindemokratischen Lösungen verfallen auf die die Diktatur folgt, die der Marxisten". Rückwärtszoom von einer Demonstration der UP (halbtotal). Jarpa (halbnah) weiter im O-Ton "...wir haben also nicht die Absicht einmal gemachte Erfahrungen ein zweites Mal zu wiederholen, die Erfahrung die wir gewannen und am Regime des Marxismus, wir fallen nicht zurück in ein System das politisch schon antiquiert ist, und noch weniger kehren wir zurück zum alten System des Parlamentarismus der all die Mängel bereits in sich birgt die ich erwähnte". Kinder in den Slums der Großstadt Santiago (halbtotal). Kommentar: "Dieser Mann hier machte geradezu ein sensationelles Eingeständnis als wir mit ihm die Frage nach der Rückkehr nach der parlamentarischen Demokratie erörtern". General Pinochet in weißer Uniform (halbnah) (O-Ton) "Eine Frage die des Öfteren gestellt wird, und ich werde einmal mehr wiederholen müssen was ich immer sage, und zwar, diese Regierung mit ihren Beamten wird aufgelöst, doch wer da glaubt nur für ein halbes Jahr, vielleicht auch für ein Jahr, dann würde es wieder anders und es kämen Zivilisten an die Macht, sollen schleunigst diesen Wunschtraum begraben weil er irrt, praktisch unmöglich, nicht real, denn es würde heißen, diese Zivilregierung wäre in 2 Jahren wieder weg gewählt und würde gebildet von den Marxisten".

01:00:28

Kommentar: "Dieser Mann, genannt Sergio Diez, hat sich dazu hergegeben die Faschistenlogik des Generals juristisch aufzuputzen". Sergio Diez vor einer großen Weltkarte in seinem Büro im Jahre 1975 (halbnah) (O-Ton) "Wir wurden von der Regierungsjunta gebeten alle Möglichkeiten der Reform der Verfassung von Chile zu studieren, wir setzten uns zusammen, wir Professoren für Verfassungsrecht, und unterbreiteten der Junta ein Ergebnis, ein Memorandum, in dem wir alle Grundideen darlegten die unserer Meinung nach Bestand sein müßten, in dieser neuen Verfassung". Diez auf seinen Schaukelstuhl im Frühjahr 1973 (halbnah) (O-Ton) "Nein, ich bin nicht dafür das die Kommunistische Partei verboten wird, ich bevorzuge es dem Feind direkt gegenüber zu stehen, im System der traditionellen Demokratie von Chile, es wär von mir nicht konsequent wenn ich auf der einen Seite für die Fahne der Demokratie und Freiheit kämpfe und auf der anderen Seite sie zerreiße um zum Sieg zu kommen". Fotogegenüberstellung von Diez aus dem Jahre 1973 und 1975 (nah) O-Ton 1975 "Die Parteien die heute verboten sind, die außerhalb des Gesetzes stehen, sind die Parteien die sich im Widerspruch befinden zum demokratisch-freiheitlichen System, also die Marxistischen, das sind die verbotenen Parteien".

01:02:03

Foto des ermordeten Chilenen Carlos Prats auf den Straßen von Buenos Aires (nah). Zeitungsartikel im "The Guardian" vom 22.10.1974 zur Ermordung Carlos Prats (nah). Gesicht des lächelnden Juan Luis Ossa Bulnes (nah). Wirtschaftsminister Lenis (halbnah) (O-Ton) "...wir mußten bei vielen Waren die bisherigen Preise frei geben, das betraf die große Mehrheit, um auf die Art die ungeheuren Verzerrungen zu glätten bei den einzelnen Preisen". Kommentar: "Die Verzerrung sah so aus: Unter der Regierung Allende wurden Preise festgesetzt, gestützt und kontrolliert, die das werktätige Volk bezahlen konnte, das ist vorbei. Gibt es heute Ware so hat das Volk doch kein Geld, denn Chile erlebte nach Allende die höchsten Preissteigerungen, die höchste Inflationsrate und die größte Arbeitslosigkeit seiner Geschichte". Eingeblendet zum Kommentar: Verkaufsraum einer Fleischerei mit anstehenden Kunden (halbtotal). Händler hält eine 1.000 Escudo-Geldschein in der Hand (halbnah). Frau hält einem TV-Kameramann den neuen 5.000 Escudo-Geldschein in die Kamera (halbnah). Orlando Frei vor der Wahl (halbnah) (O-Ton) "Chile erlebt eine Inflation - die größte der Welt und die größte in seiner Geschichte...". Schwenk über jubelnde Frei-Anhänger (halbtotal). Kommentar: "So Eduardo Frei, als er seine Anhänger zum Wahlputsch gegen die UP anführte, heute differenziert dieser 5.000er die Gefolgschaft des Demagogen, denn wohl in diesen Häusern sind diese 5.000er zu Hause, hier aber fehlen sie". Schwenk über eine Villa und ein Holzhaus mit "Frei"-Reklame (halbtotal).

01:04:29

Kommentar: "Frei selbst, der so gerne nach erfolgreichen Wahlputsch Allendes Nachfolger geworden wäre durfte lediglich als betrogener Betrüger den neuen Machthabern in seiner Eigenschaft als Ex-Präsident huldigen". Militärjunta unter der Führung von General Pinochet bei der Amtseinführung (halbtotal). Rückblick: Zoom auf ein Hochhaus mit dem Namen "Frei" an der Spitze (halbtotal). Transparente mit dem Namen "Frei" auf Villen und Baracken (halbtotal). Frage an einen Genossen der UP vor seinem einfachen Holzhaus nach seinem Kontakt zu seinem christdemokratischen Nachbarn (halbnah) (O-Ton) "Völlig normal und herzlich, zu unserem Leidwesen sind es Menschen die sich geirrt haben und noch immer irren, das bedeutet sie irren sich nicht etwa weil sie sich irren wollen, sondern weil sie über viele Jahre und Jahrzehnte, weil sie doch immer belogen und betrogen worden sind". Schwenk (von oben) über die ärmlichen Holzhütten am Rande von Santiago (halbtotal). Fotoeinblendungen: Verhaftungen der UP-Mitglieder (nah), Polizei und Militär durchsucht Häuser (nah). Fotoaufnahmen von der Registrierung der UP-Wähler unter Bewachung des Militärs (nah). Kommentar: "Der Terror trifft sie alle, die Genossen der UP zuerst, aber auch die Tür eines Christdemokraten ist nicht mehr sicher. In diesem Erleben bildet sich eine neue Aktionseinheit, alle Bewohner eines Arbeitervorortes die der UP oder eines der christdemokratischen Parteien angehört haben registrieren lassen".

01:05:50

Der Generalsekretär der KP Chiles Luis Corvalán Lépe vor der Traditionsfahne (halbnah) (O-Ton mit deutschen Untertiteln) "Chile, Lateinamerika, die Welt der Unterdrückten und Ausgebeuteten haben den Marsch angetreten zu einem besseren Leben. Welche Schwierigkeiten und Rückschläge es auch geben mag - dieser Marsch geht voran, denn es ist der Marsch der Geschichte". Foto einer Hauswand mit den Buchstaben "UP" (nah). Kommentar: "Das ist die Dialektik der Geschichte, das aus diesem Zeichen, in Blut geschrieben, ein neues und größeres Bündnis wächst, die Antifaschistische Front". Schwenk über das Foto auf das Blut unter den Buchstaben "UP" (nah). Abblendung. Nachspann: Buch und Regie: Heynowsky & Scheumann. Chefkameramann und Dokumentation: Peter Hellmich. Kamera und Spezialaufnahmen: Horst Donth und Winfried Goldner. Montage: Traute Wischnewski. Filmgrafische Gestaltung: Walter Martsch. Redaktion: Robert Michel und Wolfgang von Polentz. Übersetzungen aus dem Spanischen: Christiane Barckhausen und Renate Heckmann. Schnitt: Ilse Radtke. Synchronisation: Wolfgang Krüger. Ton: Manfred Berger und Klaus Freymuth. Musik: Reiner Bredemeyer. Produktionsleitung: Mathias Remmert. Studio H & S 1975.

01:07:15 ENDE

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