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Erste Liebe

Regie: Konrad Weiß, 64 Min., fa, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1984

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
1760
Englischer Titel
First Love
Anlaufdatum
Veröffentlichungen
DVD + Blu-ray: ICESTORM Entertainment GmbH / www.spondo.de/defa

Kurzinhalt

Dieser Farb-Dokumentarfilm berichtet über Jugendlichen zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr. Befragt nach ihren Gefühlen, Lebensansichten und Erfahrungen erzählen sie aufgeschlossen über sich, ihre erste Liebesbeziehung zum anderen Geschlecht, äußern sich zu ihrem Verhältnis gegenüber den Eltern und Lehrern. Entstanden ist eine psychologische Studie junger Menschen unter Einbeziehung ihres sozialen Umfeldes. Eingeschnittene Lieder und Musik begleiten die Freizeitbeobachtungen und Kontakte der jungen Menschen über einen Zeitraum von 13 Monaten, so entstand eine gefühlsbetonte und mit Humor unterlegte Lebenshilfe für die Heranwachsenden der DDR in den 1980er Jahren.

Filmstab

Regie
  • Konrad Weiß
Drehbuch
  • Steffi Schröter
  • Konrad Weiß
Kamera
  • Gerd Jäkel
  • Michael Lösche
Schnitt
  • Martina Krippendorf
Kameraassistent
  • Gerd Jäkel
Dramaturg
  • Evelyn Wittmann
Komponist
  • Thomas Natschinski
  • Marion Sprawe
Ton
  • Jürgen Abel
  • Ulrich Fengler
Produktionsleitung
  • Rainer Baumert
Beratung
  • Helga Reyner
  • Hans-Dieter Schmidt

Kurzinhalt (Englisch)

Pupils in the 2nd form in Bohnsdorf, near Berlin, are questioned about their feelings, experiences and views on life over the course of a year. The 12-14 year-olds give information about themselves, about their first experiences of love and openly describe their relationship with teachers and parents.

(Source: Four Decades Of Film Art. DEFA Features Films, Children's Films, Documentary Films)

Langinhalt

0:00:00

Kameraschwenk über sich rangelnde Jugendliche auf einem Berg von Heu (halbnah). Umschnitt. Blick von unten auf die vom Heuberg springenden Jugendlichen (halbtotal). Umschnitt auf die Gruppe Jugendlicher auf dem Heuberg (halbtotal) mit eingeblendetem Filmtitel "Erste Liebe". Schrifteinblendungen mit Stabangaben: Ein Filmtagebuch von Konrad Weiß. Dramaturgie Evelyn Wittmann. Gesprächsführung Steffi Schröder. Beratung Dr. Helga Reyner und Prof. Dr. Hans-Dieter Schmidt. Kamera Michael Lösche. Kameraassistent Gerd Jäkel. Ton Jürgen Abel. Mischton Ulrich Fengler. Musikregie Felix Gaubatz. Musikaufnahmen Ernst Bergner. Schnitt Martina Krippendorf. Produktion Rainer Baumert. Musik mit Marion Sprawe, Thomas Natschinski und Jessica. Kompositionen Thomas Natschinski. Liedtexte Konrad Weiß. Umschnitt auf die springenden Jugendlichen im Heu (halbtotal). Umschnitt auf springende Mädchen im Heu (halbnah). Texteinblendung: Unser Filmtagebuch entstand zwischen Mai 1983 und Juni 1984 in Bohnsdorf, einem Stadtteil von Berlin. Ein Jahr lang haben Mädchen und Jungen einer achten Klasse miterleben lassen, was für sie wichtig ist. Aber nur manches davon haben wir aufzeichnen können...

0:02:15

Der erste Sommer: Blick über einen Teich auf schaukelnde Mädchen an einem Baum (halbtotal). Schrifteinblendung "Der erste Sommer". Umschnitt auf Manuela auf der Wiese (halbnah). Frage aus dem Off: "Hör mal Manuela, Du bist jetzt 13 Jahre alt, da wünscht man sich entweder, oder man hat schon einen Freund. Wie müßte denn so ein Freund sein, welche Vorstellungen hast Du von ihm?" Manuela (halbnah) (O-Ton) "Na ja, der müßte nett sein und nicht das er seine Launen an Mädchen auslässt, und das man mit dem auch öfters mal zusammen ist, ins Kino geht, Eis essen oder das wir eben nach der Schule zusammen nach Hause gehen. Also der müßte einigermaßen gut aussehen...na ja, det ist es eigentlich". Frage aus dem Off: "Hast Du denn so einen, der so ist, im Moment?" Manuela (O-Ton) "Ja, ik hab nen Freund, das ist der Jan, der wird im September 15". Frage aus dem Off: "Was ist eigentlich so das Schönste an ihm?" Umschnitt auf Manuela (nah) (O-Ton) "Na, dat Schönste ist irgendwie das man sich eben gut versteht, das auch wenn mal mal ein Problem hat zu ihm hingehen kann. Dass er nicht sagt, was interessiert mich dat jetzt, oder so, dass er eben sagt, ja, das mußt du eben so und so machen, das er einem hilft dabei, also das irgendwie auszuwerten". Frage aus dem Off: "Würdest Du das der Mutti sagen?" Manuela "Ja, die Mutti weiß das ja nun auch schon, also eine Andeutung halt gemacht". Frage aus dem Off: "Würdest Du es auch Deinem Vater sagen?" Manuela "Ja, der Vati versteht mich ja mehr als Mutti...er versteht mich mehr weil er ja selber früher eine Freundin hatte, da weiß er eben wie dat ist, Mutti ist da eben anders".

0:04:45

Umschnitt auf Romy (halbnah). Frage aus dem Off: "Womit denkst Du eigentlich schon ein bisschen an Liebe?" Romy (O-Ton) "Na ja, eigentlich nicht so, ich hab eigentlich so andere Sorgen, ich denke ehrlich nicht so an Liebe, so an Jungs. Im Ferienlager bin ich mit meinem Freund, für die Ferien, na ja, und dann schreib ich mich mit ihm, aber das ist auch nicht mehr so lange. Mit dem einen hat es drei Jahre gehalten mit Schreiben und Besuchen, und so, aber dann hat er auch nicht mehr geschrieben, da habe ik keine Lust mehr gehabt...Na ja, in der Schule da laufen viele den Jungen hinterher, mich interessiert dat nicht. Die Jungs aus der 10. Klasse, das interessiert mich nicht". Frage aus dem Off: "Aber trotzdem, so ganz heimlich denkst Du schon mal an einen Freund, oder?" Romy "Na klar, dat is so...(Findest Du Dich hübsch Romy?)...Ach, na ja, Eigenlob stinkt sag ich immer dazu wenn ik, aber innerlich denk ich mir mein Teil darüber...(Sag es doch mal ganz leise was Du an Dir schön findest)...Na, unter Freundinnen sagt man sich dat immer so, also wenn einem was steht oder irgend welche Sachen, oder so...(Und Deine Haare?)...Das ich blonde Haare habe finde ik ganz schön, die meisten sind alle dunkelhaarig...(Und Deine Augen?)...Ach, sagt mein Vati immer, Himmelblaue Augen...(Dann kannst Du am besten Lachen in der Klasse, das ist ja auch bekannt)...Na ja, wenn ich rein komme, wenn ich mal zu spät komme, oder an die Tafel muß, dann sagen sie alle, Romy grinsen, Romy lachen. Ich muß immer lachen, ik find det lustig...(Wenn ihr so unter Mädchen seid, sprecht ihr dann manchmal über Jungs?)...Ja, wie ich vorhin schon gesagt hab, mit wem er so Ähnlichkeit hat, wie sein Blick ist, wie er angezogen ist, und so. Dann mach man sich so ein bisschen Vorstellungen wie seine Eltern sein könnten, und so, wo er wohnen könnte. Ja, oder so ein bisschen die Initiative ergreifen...ich weiß nicht wat ich weiter dazu sagen soll". Umschnitt

0:07:15

Kameraschwenk über ein badendes Mädchen das ans Sandufer geht (halbtotal). Blick auf eine Schülergruppe in Badekleidung am Strand (halbtotal). Umschnitt auf die Kinder beim Bau einer Figur aus Sand (halbnah). Umschnitt auf Mädchen und Jungen (halbnah) (O-Ton). Kleine Rangeleien zwischen Mädchen und Jungen (halbnah). Umschnitt auf die badenden Kinder (halbtotal). Umschnitt. Ein Junge taucht immer wieder ein Mädchen mit dem Kopf unter Wasser (halbtotal). Umschnitt auf Claudia (halbnah). Frage aus dem Off: "Warum will man eigentlich in dem Alter einen Freund haben?" Claudia (O-Ton) "Na ja, irgendwie wenn man nicht richtig Lust hat in die Schule zu gehen, dann freut man sich dann irgendwie das jemand auf einen wartet, dann ist das alles nicht so langweilig, nicht alles so stur, in die Schule zu gehen. Ja, und mit ner Freundin ist das nicht so als wenn man einen Freund hat...Na ja, man wünscht sich schon so ein bisschen das er einen in den Arm nimmt, oder einen Kuss gibt, oder so, also irgendwie ist das dann doch viel schöner. so ein bisschen Zärtlichkeiten, und, na ja, da denkt man auch mal dran, oder versucht es ein bisschen herbei zu führen das er, na ja...(Kannst Du Dir vorstellen mit ihm ein bisschen fester zusammen zu sein)...Na ja, so richtig kann ich mir das eigentlich noch nicht vorstellen weil ich erst seit einer Woche mit ihm befreundet bin...und weil er ja kein Mann fürs Leben sein muß. Ja, aber ich muß ihn erst ein bisschen genauer kennenlernen". Umschnitt

0:09:40

Blick auf Jens (halbnah). Frage aus dem Off: "Wie ist das mit den Zärtlichkeiten, muß da immer Deiner Meinung nach der Junge den ersten Schritt tun?" Jens (O-Ton) "Nö, sehe ich nicht so…(Und wie war es bisher)…Na ja, wir waren im Kinderlager, da war det so, wer war zuerst? So bin ich auf die Idee gekommen...(Kannst Du Dich noch an den 1. Kuss erinnern, war das ein ganz großes Ereignis?)...Ja, war erst einmal komisch zum Anfang, ich meine ich bin ja nicht alle 2 Wochen, oder wat, mit Mädchen, oder so, war erst mal im Moment wie eingeschüchtert, man hat sich kaum getraut wat zu sagen...Na ja, im ersten Moment, wat soll ik sagen, im Ferienlager ein Mädchen kennen lernen, dat ist nicht die große Liebe, dazu müßte ich erst einmal näheres über sie wissen. Aber meistens ist es so, wenn, in dem Moment wo wir zusammen sind, ist das Interesse da, aber wenn die Zeit vorbei ist, man kann sich nicht mehr sehen, dann verliert man sich, das Interesse". Umschnitt

0:10:55

Blick auf Cordula (halbnah) (O-Ton) "Na ja, ik geh ja lieber zur Schule seitdem ich einen festen Freund hab, und es macht alles viel mehr Spaß, und so. Wenn man sich Nachmittags treffen kann mit nem Freund, das ist besser, also nicht mehr so langweilig...(Was machst Du denn mit dem Andreas alles zusammen?)...Ach, wir verabreden uns, dann fahren wir Bahn, unterhalten wir uns so über verschiedene Sachen...(Kannst Du auch Deine Traurigkeit bei ihm los werden, wenn Du über Dinge traurig bist?)...Ja, ich heul ihm jetzt nichts vor, aber könnte, ja, er hat ja Verständnis für alles...(Sehnst Du Dich nach Zärtlichkeiten?)...Ich sehne mich nicht so danach, also es reicht eigentlich wenn ich mit ihm zusammen bin, mit ihm unterhalte, und manchmal vielleicht auch, eigentlich nicht häufig, jetzt noch nicht so...(Möchtest Du nicht dass er irgendwann so seinen Arm um Deine Schulter legt?)...Na, das macht er manchmal schon, ja, das ist ziemlich angenehm, aber das ich so wild danach bin...". Umschnitt

0:12:10

Blick auf Manuela (halbnah). Frage aus dem Off: "Möchtest Du das recht bald der Jan die Arme um Deine Schultern legt?" Manuela "Na, warum nicht, ik finde det irgendwie ein gutes Gefühl, das ist irgendwie Schau...da denkt man das träumt man nur, oder man denkt dat is überhaupt nicht so wahr...(Der erste Kuss?)...Der war noch nicht, aber der kommt wahrscheinlich noch". Umschnitt auf eine Jungen- und Mädchengruppe an einer Haltestelle (halbtotal). Kameraschwenk über die Eis leckenden Kinder (halbnah). Umschnitt auf Claudia P. im Badeanzug (halbnah) (O-Ton) "Man stellt sich dat irgendwie immer so schön vor, wenn es mal wirklich ist dann ist das gar nicht so. Schön, wenn man mit einem Jungen alleine ist, zum Beispiel weiß ich dann immer nicht wat ich sagen soll, irgendwie ist dat immer wieder so ganz komisch. Erst weiß man immer wat man alles sagen will, wenn man träumt, und denn wenn es auf einmal so ist, denn weiß man nischt mehr...Bei einer Freundin ist das halt anders, da kann man offen reden über alles, aber bei einem Freund da ist man irgendwie ein bisschen gehemmt, ach, das ist irgendwie komisch manchmal...(Wie wirst Du nun Dein ganzes Gefühlspaket los, wo kannst Du Dich da abreagieren? Schreibst Du ein Tagebuch Claudia?)...Ja, ich schreib erst mal Tagebuch und dann kann ich eigentlich mit meiner Mutter darüber sehr gut reden. Die sagt mir dann auch immer jetzt irgendwie was und mit meiner Mutter kann ich mich darüber sehr gut unterhalten...(Hilft Dir das, das reden über Freundschaft und Partnerschaft?)...Ja, natürlich, das hilft einem, wenn man immer alles in sich hinein frisst dann wird man immer gehemmter und man soll dann lieber reden...Ja, das kann ich mir vorstellen dass ich manchmal den ersten Schritt gehen kann, denn meistens sind ja die Jungens wenn sie mit einem Mädchen zusammen sind noch gehemmter als die Mädchen...". Umschnitt

0:14:40

Blick auf Peter (halbnah) (O-Ton) "Na ja, sehr leicht fällt einem das nicht, man muß da eben Taktik anwenden, also auf der Disko lernt man sich am leichtesten kennen, weil man eben da die Möglichkeit hat öfters mit ihr zu tanzen, dann mit ihr zu sprechen, und dann, na ja, dann lernt man sie eben kennen, man findet sich dann zusammen, dann ist man eben Freund und Freundin...Det finde ich als wahre Liebe wenn ein Mädchen nicht einschlafen kann wenn ihr Freund gegangen ist, oder so...(Ist so etwas schon einmal passiert? Erzähl mal.)...Ja, sie ist eben zu mir gekommen, haben wir uns unterhalten, sind wir spazieren gegangen, und so, na ja, dat war eben sehr schön, so für mich...ik hoffe auch für sie war es schön, sie hat sich nicht darüber geäußert...Manche sagen denn, ik könnte nie ein Mädchen haben weil ich eben grob bin, oder so, und manche sagen, der könnte schon ein Mädchen haben, der würde bestimmt auch zärtlich sein, oder so...(Fühlst Du Dich manchmal ein bisschen als groben Jungen?)...Ja, ich würde lieber freundlich sein, aber manchmal kommt es über mich, ik weiß nicht, wenn ik zu einem Mädchen keine Neigung habe dann bin ich eben grob zu ihm...(Freust Du Dich auf das Erlebnis der ersten Liebe?)...Ja, freue ich mich schon, ja...(Wartest Du da drauf?)...Ja, ik hoffe das es mich einmal heimsucht". Umschnitt

0:16:30

Der Herbst: Blick auf eine sitzende Mädchengruppe mit ihren Schultaschen auf einer Schulmauer (halbtotal) mit Schrifteinblendung "Der Herbst". Umschnitt auf eine Gruppe von Jungen auf dem Schulhof (halbtotal). Gegenschnitt auf eine gemischte Gruppe von Mädchen und Jungen auf dem Pausenhof der Schule (halbtotal). Umschnitt auf Claudia mit einem Jungen auf dem Schulhof (halbtotal). Umschnitt auf die tanzende Cordula auf einer Geburtstagfeier (halbnah). Kameraschwenk auf weitere Pärchen beim Tanz (halbnah). Umschnitt auf die eng umschlungen tanzende Manuela (halbnah). Blick auf träumende und sprechende Gesichter beim Tanz (nah). Umschnitt auf die allein sitzende Claudia an einem Tisch (halbtotal). Gegenschnitt auf die tanzenden Pärchen (halbnah). Umschnitt auf vier Mädchen die auf Claudia einreden (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt

0:20:20

Blick auf Claudia neben Cordula (halbnah). Aus dem Off: "Bei der Geburtstagsfeier kam ja eigentlich alles ganz anders als geplant, Du warst eigentlich mit dem Jan befreundet und die Cordula mit André, und plötzlich habt ihr mit ganz anderen Jungen getanzt. Wie kam es denn dazu?" Claudia (halbnah) (O-Ton) "Na ja, Cordula und Andre haben sich schon nicht so gut verstanden. Ich und Cordula hatten uns das eigentlich schon vorher ausgemacht, wir wußten zwar nicht ob das alles so klappt wie wir uns das gedacht haben, aber für uns war das eigentlich schon klar, die haben es dann auch gemerkt. Wir fanden das so viel besser, da fanden wir den anderen besser...(Warum fandest Du in dem Moment den anderen besser?)...Na ja, der andere ist viel mehr aufgeschlossen, der Jan ist so ein bisschen schüchtern, da weiß man gar nicht wie man sich verhalten soll. Also, der traut sich nischt, es war nicht so wie ich mir eine Freundschaft vorstelle". Aus dem Off an Cordula: "Cordula, Du bist ja mit dem Jan gegangen, der sich nicht so viel traut". Cordula (halbnah) (O-Ton) "Na ja, ik fand das ich nicht besonders zu André passe vom Charakter her, weil wir uns sehr ähneln in der ganzen Art, und sagt ja immer das zwei gleiche Charakter irgendwie nicht richtig zusammen passen. Na, André war mir irgendwie zu unfreundlich, und so, da fand ich Jan natürlich besser. Na ja, es hat sich so ergeben auf dem Geburtstag". Umschnitt

0:21:45

Blick auf Jan neben André aus der 9. Klasse (halbnah). André (halbnah) (O-Ton) "Na, also Cordula fand Jan besser und da hab ik ihr gesagt, weil sie nicht Schluss machen wollte, oder so, sie soll ruhig Schluss machen, weil es ja sinnlos ist wenn sie einen anderen besser findet und trotzdem mit ihm geht, bloß aus Prinzip, weil die anderen dann sagen das sie laufend Schluss macht". Frage an Jan aus dem Off: "Jan jetzt ist die Cordula danach mit Dir befreundet gewesen. Ist sie dann zu Dir gekommen und hat gesagt, ich will jetzt mit Dir gehen, war das nicht komisch?" Jan (halbnah) (O-Ton) "Ja, ik wußte das vorher schon von der Fete her, habs dem André erzählt...(Und meinst Du da nicht dass Du Deinen Freund ein bisschen in den Rücken gesprungen bist?)...Ne, das denke ich nicht, weil André ja eh gehen wollte, dann bin ich ihm ja nicht in den Rücken gesprungen...(Geht das bei Dir so schnell?)...Weil ich keine Freundin mehr hatte, oder wat? Ja, es geht schnell...(Das ist aber auch schon wieder aus, warum?)...Weil ik kann mit Mädchen nicht lange gehen, und irgendwie ist sie mir ein bisschen auf den Geist gegangen..". Umschnitt auf Claudia neben Cordula (halbnah) (O-Ton Claudia) "Na, einmal haben wir einen ganz schönen Schreck gekriegt weil wir überhaupt nicht darauf vorbereitet waren, vorher war allet noch ganz normal und dann auf einmal. Also ein bisschen hat man schon gemerkt, aber dann haben wir aber gefragt, und dann hat er gesagt, also es ist nischt mehr...(Wißt ihr eigentlich warum sie mit euch Schluss gemacht haben?)...Ne, haben sie nicht gesagt...(Könnt ihr euch das vorstellen?)...Na, der André hat jetzt ne andere Freundin, vielleicht deswegen, ik weiß es nicht". Umschnitt

0:23:30

Blick auf Jan neben André (halbnah) (O-Ton André) "Ik konnte, wie soll ik sagen, ik konnte ihre Ansprüche nicht zufrieden stellen, oder so". Umschnitt auf André (nah) im Off dazu die Frage: "Ist das wichtig wenn ihr ne Freundin habt?" André (O-Ton) "Na wichtig nicht, es kommt darauf wat jeder von denkt und wat jeder von hält, aber wenn sie es gut findet dann wäre ich nicht dagegen...(Fragst Du ob Du küssen darfst?)...Ne, das kommt meistens von alleine...(Gibt es auch mehr als küssen?)...Ja, streicheln, Zärtlichkeiten und alles...(Und wie ist da das Gefühl?)...Hoch, man ist happy, man könnte hoch gehen, so ungefähr, bloß man traut sich eben nicht weiter zu machen weil man immer denkt det wird ihr jetzt zu viel, oder so, und dann Schluss, aus...(Hörst Du dann einfach irgend wann auf?)...Ne, dann belass ich es...(Bist Du dann sauer und unbefriedigt?)...Nö, det nicht, bloß ik muß mir ungefähr so ausdenken können wann Schluss ist...(Möchtest Du auch schon mal mit nem Mädchen ganz fest zusammen sein, mehr als nur schmusen?)...Doch, ja...(Und da bist Du auf der Suche das geeignete Mädchen zu finden?)...Na ja, dat geeignete Mädchen zur innigen Beziehung aber nicht, aber kommt drauf an, also ik würde auch mit nem Mädchen gehen dat absolut gegen Küssen oder Zärtlichkeit oder so ist". Umschnitt auf Claudia und Cordula (halbnah) (O-Ton Claudia) "Natürlich war man traurig, aber wir haben einfach versucht nett zu sein und allet, aber hatte keinen Zweck mehr. Sie haben uns nur noch dumme Antworten gegeben...(Habt ihr euch angeschrien?)...Angeschrien nicht, aber besonders nett zueinander waren wir nicht...(Umschnitt auf die erzählende Cordula)..."Ehm, als wir uns angeschrien haben, das war ganz anders bei uns, wir haben dann garnischt mehr gesagt, nur guten Tag, oder so...(Du hoffst doch sicher noch dass es mit dem Jan was wird oder wieder was wird?)...Na ja, wenn er mal wieder will, oder so". Umschnitt

0:25:45

Der Winter: Blick auf einen Unterstand an einer Bushaltestelle mit Jugendlichen (halbtotal). Junge nimmt ein Mädchen auf sein Fahrrad und fährt von dem Unterstand fort (halbtotal). Blick auf die verbliebenen Personen, ein Mädchen und ein Junge (halbtotal). Umschnitt auf die Schlittschuhfahrer auf dem zugefrorenen Teich vor der Kirche in Berlin-Bohnsdorf (halbtotal) mit Schrifteinblendung "Der Winter". Umschnitt auf Cordula mit ihrer Katze im Wohnhaus (halbnah). Umschnitt auf eine Schneeballschlacht zwischen Claudia und Jungens (halbtotal). Umschnitt. Kameraschwenk über laufende Jugendliche auf dem verschneiten Boden (halbtotal). Umschnitt. Fünf Jungens reiben einem Mädchen mit Schnee das Gesicht ab (halbtotal). Zwischenschnitte von den Rangeleien zwischen Mädchen und Jungen im verschneiten Bohnsdorf (halbtotal). Umschnitt

0:28:50

Blick auf die fragende Reporterin Steffi Schröder neben 5 Jugendlichen (halbtotal) (O-Ton) "Ja, die Frage die mich hier auf dem Schulhof bewegt. Wenn ihr hier so Probleme habt, die Jungs mit den Mädchen und die Mädchen mit den Jungs, könntet ihr euch vorstellen da zu einem Lehrer zu gehen?" Ein Jugendlicher antwortet (halbtotal) (O-Ton) "Im speziellen gibt es kein Problem, aber zu dem Lehrer oder Lehrerin wer der letzte zu dem ich gehen würde. Mehr zu den Eltern und vielleicht mit dem Bruder, aber...". Umschnitt auf die Deutschlehrerin Scheinert (halbnah) (O-Ton) "Die gehen, glaube ich, als erstes zu Freundinnen oder Freunden, und dann, wenn sie ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern haben, die Mädchen zu mindestens, sehr oft zur Mutti. Wenn diese beiden Ebenen verschlossen sind, oder sich da keine Möglichkeit bietet, kommen sie zum Lehrer". Umschnitt auf den Klassenlehrer Memel (halbnah) (O-Ton) "Man kann sie ja schlecht auffordern, das ergibt sich eigentlich nur außerhalb des Unterrichts. Im Unterricht, ich erteile das Fach Geographie, besteht also eigentlich gar keine Möglichkeit sich über solche Probleme zu unterhalten. Das betrifft dann eine Klassenfahrt, oder mal ein Wandertag, eben außerunterrichtlich". Umschnitt auf die Reporterin mit den Jugendlichen (halbtotal) (O-Ton Mädchen) "Ne, ich würde nicht zum Lehrer gehen, ik weiß gar nicht ob der sowat hören will. Die sind oft so beschäftigt, da interessiert sie das gar nicht. Ich würde auch zu meinen Eltern gehen, zumindest zu meiner Mutter". Reporterin (O-Ton) "Sandra, Du bist ja eine die eigentlich mit den Problemen eigentlich alleine fertig wird, aber trotzdem könntest Du Dr das vorstellen mit einem solchen Problem zum Lehrer zu gehen?" Sandra (halbtotal) (O-Ton) "Nö, ik könnte mir dat nicht vorstellen, ik würde dat auch nicht machen. Dann würde in ein paar Tagen dat die ganze Schule wissen, ik würde dat nicht machen". Reporterin "Meinst Du die Lehrer können so etwas als Geheimnis nicht für sich behalten?" Sandra dazu "Ne. ik weiß das nicht, so direkt kennt man den Lehrer auch nicht, bloß im Unterricht". Umschnitt auf die Deutschlehrerin Scheinert (halbnah) (O-Ton) "Nein, also wenn Fragen kommen die wirklich den privaten Bereich des Schülers betreffen, bleiben die auch eines. Es ist ja auch so bei Beurteilungen oder ähnlichen Dingen, wenn sie etwas einschätzen frage ich also auch, bist Du damit einverstanden das ich das vorlese oder wollen das vor der Klasse mal besprechen? Erst wenn dann die Zustimmung vorliegt wird es auch in der Klasse oder mit Kollegen besprochen". Umschnitt auf den Klassenlehrer Memel (halbnah) (O-Ton) "Es gibt Dinge, und ich halte das als Klassenlehrer so, und ich glaube die anderen Kollegen machen das auch so, das wird nicht hinaus getragen. Es kann sein dass, wenn es bestimmte Tendenzen gibt, wo man eben was zu sagen muß, das wir uns dann im Elternaktiv austauschen, das kommt durchaus vor, vielleicht auch mal im Lehrerkollegium, das man da ein paar Kollegen vielleicht einen Hinweis gibt, da ist es so und so, und die mögen sich, und die gehen zusammen, und so weiter, so etwas gibt es , ja. Aber das würde ich nicht unbedingt als Klatsch betrachten, es gibt so viel Freundschaften an der Schule hier, und wenn wir uns jedes Mal darüber aufregen sollten...". Umschnitt auf die Jugendlichen neben der Reporterin (halbtotal) (O-Ton eines Jungen) "Mit dem Lehrer würde ich sowieso nicht darüber sprechen, wenn dann vielleicht nur mit meinen Eltern, oder so, aber zu Lehrern überhaupt nicht..." Umschnitt auf die Deutschlehrerein Scheinert (halbnah) (O-Ton) "Ja, Schüler kommen und sagen, also ich hab jetzt einen Freund und meine Mutti ist ganz und gar nicht damit einverstanden, sie lässt mich nicht weg gehen, und was können sie mir raten, und ich kann doch nicht deshalb den Freund aufgeben. Oder ich wurde auch schon von den größeren Schülern gefragt, meine Mutter möchte nicht mit mir zum Arzt gehen, ich möchte die Pille verschrieben haben, können sie mir da irgendeine Hilfe geben. Nicht immer ist es ja möglich das man nur als Deutschlehrer darauf eingehen kann, aber oftmals ist es eigentlich auch nur so dass sie erwarten von jemand ernst genommen zu werden in dem Alter, das man eben ihre Probleme auch wirklich ernsthaft betrachtet und ihnen ne ehrliche Antwort darauf gibt". Umschnitt

0:32:25

Der Frühling: Blick über die verschneiten Dächer der Schule auf ein vorbei fliegendes Passagierflugzeug im Hintergrund (halbtotal). Umschnitt auf die Kinder in der Klasse während einer Pause (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf Claudia mit ihrem Freund am Dorfteich (halbtotal) mit Schrifteinblendung "Der Frühling". Umschnitt auf Claudia neben ihrem neuen Freund Thomas (halbnah). Im Off die Frage: "Wann und wo habt ihr euch kennen gelernt?" Claudia (halbnah) (O-Ton) "Na so vor 6 Wochen, nein, ein bisschen länger...na ja, von seinem Freund André, und da waren wir mal öfter bei André und da hab ich ihn kennen gelernt...". Frage aus dem Off an den Lehrling Thomas "Hat die Claudia Dich angesprochen?" Thomas (halbnah) (O-Ton) "Nö, das war eigentlich so dass ich einen Brief geschrieben habe, ob wir uns nicht mal treffen wollen, oder so, na, und dann hat sie geschrieben und dann sind wir erst einmal ins Kino gegangen...(Also war der Film gar nicht so wichtig?)...(Claudia: Ne, eigentlich nicht, ne, und es hat ja einen anderen Zweck gehabt. Na, das wir uns besser kennen lernen, das wir uns etwas näher kommen. Wir kannten uns ja eigentlich überhaupt nicht, nur so vom sehen". Frage aus dem Off an Thomas "Nun bist Du ja ein wenig älter als die Claudia, macht das mutiger wenn mal älter ist?" Thomas (O-Ton) "Det würde ich nicht sagen, also mich stört es nicht...(Claudia: "Mich auch nicht, es ist sogar besser, ganz so alt, ne, das stört mich überhaupt nicht. Also ich finde es besser als wenn ich mit einem gleichaltrigen gehen würde"...(Frage aus dem Off: Weil Thomas auch ein bisschen mehr Erfahrung hat oder cleverer ist?)...Na ja, nicht so schüchtern, ja, schon besser. Versteht es besser mit Mädchen umzugehen, wenn ich da an unsere Jungs denke, die sind so albern und so, gefällt mich nicht so, da ist es so schon besser...(Was verstehst Du denn darunter, besser mit nem Mädchen umzugehen?)...Na ja, wie soll ik das erklären? Ja, nicht so verklemmt oder so, und unsere Jungs sind, wissen nicht wat sie sagen sollen und wissen nicht worüber sie sich unterhalten sollen, und so, es ist ganz anders bei ihm...(Wie ist es bei Dir Thomas, empfindest Du das gleiche zwischen euch?)...Ja, also am Anfang war ich ja ein bisschen skeptisch, aber das hat sich eigentlich, finde ich gar nicht so schlimm, na ja, das kann man ertragen, also. Hab zwar vorher gedacht es könnte schlimmer werden mit dem, also, aber es doch gar nicht so schlimm, oder?...(Claudia und Thomas lächeln sich an)...(Hat die Claudia sich beim ersten Kuss mächtig geziert?)...Ne, eigentlich nicht, det war, also da wollten wir ins Kino gehen, da haben wir uns zum ersten Mal so richtig gesehen, und da...(Kuss auf die Nase?)...nee...(Claudia, war das ein tolles Erlebnis?)...Na klar, ik wußte auch nicht wat ich so richtig machen sollte, und weil ik ihm gleich einen Kuss gegeben hab war dat alles schon besser, ansonsten hätte das noch mehr Laufzeit gebraucht ehe wir uns so, und so war das gleich so als wenn wir schon länger zusammen wären". Umschnitt

0:36:45

Blick auf die schmusende Claudia mit Thomas am Dorfteich (halbnah). Umarmend küssen sich die beiden (halbnah). Umschnitt auf Thomas und Claudia beim Interview im Zimmer (halbnah). Frage aus dem Off: "Wie ist das mit euern Eltern, akzeptieren sie euer Verhältnis, eure Freundschaft, Thomas bei Dir?" Thomas (O-Ton) "Also bei meinen Eltern die haben nischt dagegen, also das die Claudia öfters mal kommt. Also die sagen nischt...(Ist es denen egal?)...Nö, also denen egal ist es nicht, aber sie wissen das es meine Freundin ist und dann...". Frage aus dem Off "Claudia, wie ist es denn bei Dir?" Claudia (O-Ton)"Meine Eltern haben überhaupt kein Verständnis dafür, ik hab ihnen zwar gesagt das ich mit Thomas zusammen bin, und, na ja, sie fanden dat überhaupt nicht jut, erst mal wie er rum läuft, weil er immer Ledersachen an hat, und Rocker, das ist genau so wie Punker und so, und dat sind für sie, finden sie überhaupt nicht jut, und dann weil er so alt ist, dann haben sie irgendwie Angst das ich mich von ihm so beeinflussen lasse, und, also haben sie überhaupt kein Verständnis, und deswegen erzähle ik jetzt auch nicht mehr das ich mit ihm zusammen bin, und haben eben gesagt das es jetzt schon vorbei ist und dann finden sie dat wohl gut das es auf keinen Fall fester wird". Umschnitt auf die Eltern von Claudia (halbnah) (Vater O-Ton) "Ich kann da sagen das wir uns nicht davon beeinflussen lassen wie alt Thomas ist und was sie eigentlich aus ihrer Beziehung machen. Wir fordern Claudia so wie man das von einem Mädchen in ihrem Alter erwartet. Wenn sie ihre Freundschaft in diese Grenzen einbinden können dann haben wir nichts dagegen". Umschnitt auf die schaukelnde Claudia mit Thomas (halbtotal) dazu Claudia im Off "Wenn meine Leistung jetzt nachlassen würde dann dürfte ik überhaupt nicht mehr weg, entweder zur Disko oder außer schulische Veranstaltungen. Das ist auch gar nicht so einfach, dann schreibe ik mal ne drei, ik meine das kommt ja auch mal vor, dat ist auch allet schwer und dann heißt es ja immer, na ja, kann sich nicht genug konzentrieren...(Kameraschwenk über das Pärchen beim Spaziergang)...und denkt zu viel an was anderes, so heißt es dann immer. Das ist das Schlimmste wat sie mir sagen können, denkt zu viel an wat anderes, dabei ist es ja nicht so". Umschnitt

0:39:50

Blick auf die Mutter von Claudia (halbnah) (O-Ton) "Ich find ansonsten, ist er ja, so wie ich ihn kenne, ein ganz netter Junge und, aber diese Kleidung eben, wie Claudia uns eben sagte, das er doch so gerne wie ein Rocker sein möchte, gefällt uns auch nicht ganz. Es ist ja nicht nur die Kleidung, er hat ja damit auch will irgendwie was darstellen oder beweisen, oder was zeigen, und soweit ich eben Rocker kenne, höre oder gehört habe, finde ich das nicht so gut. Bloß wie wir ihn kennen macht er einen netten Eindruck, und im Moment haben wir nichts dagegen, aber man weiß nicht wie sie sich verhalten wenn sie in einer Gruppe sind". Umschnitt auf das Eis essende Pärchen (halbnah) dazu Claudia im Off: "Na ja, gleich als erstes fragen sie immer, mit wem ich war und wo ich war, und wie es war, dann muß ich immer alles Mögliche erzählen, also die ganzen Einzelheiten, das ist furchtbar belastend dann. Und wenn ik dann aber nicht so viel erzählen will oder kann, ik kann ja nun nicht so viel erzählen wenn nichts weiter war, wat soll ich da erzählen?...(Blick auf Claudia und Thomas Hand in Hand an einer Straßenüberquerung)...Dann denken sie immer, weiß ikke, ik denk mir nur alles aus, oder so, weil ich etwas unsicher bin wenn ik erzähle. Na, dann bin ich immer ganz sauer, dann kotzt mich alles an und dann könnte ich am liebsten gleich wieder weggehen, und dann gehe ich meistens ins Bett und denk darüber nach wie schön es war und dann ist es eben besser". Umschnitt auf den Vater von Claudia (halbnah) (O-Ton) "Also ich kann eigentlich nur sagen das wir ganz stark auf Claudia vertrauen, auf den Thomas natürlich auch, und wir sind nicht ängstlich, wir sehen da nicht ängstlich in die Zukunft. Claudia hat noch viel vor, Thomas hat noch viel vor, in ihrem Beruf, im Leben, in der Schule, und ich hoffe sie schaffen es. Es ist ihr Problem hauptsächlich". Mutter dazu (halbnah) "Ein bisschen ängstlich ist man als Mutter schon, aber trotzdem nicht überängstlich. Man macht sich schon ein paar Gedanken...(Frage aus dem Off an die Mutter: Wissen Sie wie es bei Ihnen so beim ersten Mal war?)...Ja, bei uns war das alles schon ein bisschen sehr streng, ich hab dann eben viele Dinge heimlich getan. Ich hatte zwar in dem Alter auch meinen kleinen Freund, aber eben so offen konnte ich mit keinem darüber reden. Man hat es eben auch gemacht aber es war nicht im Einvernehmen mit den Eltern". Umschnitt

0:42:10

Blick auf Thomas und Claudia im Zimmer von Thomas (halbnah) (O-Ton Claudia) "Na klar, meine Mutter meint sag doch mal, wir meinen es doch nur gut, aber sie brauchen sich doch keine Gedanken machen, also, find ik, sicher, sie meinen es bestimmt gut, ja. Die haben ja nur Angst um mich, aber ein bisschen zu viel, bisschen übertrieben". Umschnitt auf fünf Jugendliche nach dem Schulgang auf dem Gehweg (halbtotal). Blick auf Manuela, Claudia P. und Peter (halbtotal) dazu Manuela im Off: "Also ik muß sagen es hat sich irgendwie verbessert jetze, die Jungs sind jetzt irgendwie anders geworden...(Blick auf die drei Radfahrer neben den Mädchen)...sie sind nicht mehr so verspielt, man kann sich jetzt richtig gut unterhalten...(Claudia P. und Manuela gehen in eine Telefonzelle)...und es ist viel besser geworden". Im Off dazu erzählt Peter: "Na, wesentlich würde ich nicht sagen mit der Veränderung, die Mädchen sind so abweisend, also wenn man die mal neckt oder so, dann gleich, eh Du...und das ist dann eben, man wird weg gestoßen, direkt eine Miene ziehen, das ist so als wenn sie einen Schlag auf den Rücken bekommen hätten, oder wat...(Die Jungens stören die Mädchen in der Telefonzelle)...ganz soll, oder wat weiß ik. Na, jetzt sind sie so, bei irgend welchen Scherzen lachen sie auch mal mit, sie unterhalten sich jetzt auch besser mit den Jungs, zumindest aus unserer Klasse". Im Off erzählt Claudia P. weiter: "Aber die Jungs sind eben noch nicht so weit als das da eine Freundschaft entstehen könnte...(Blick auf die lachende Claudia P. in der Telefonzelle)...sie sind immer noch zu kindisch, sie wünschen sich unbedingt ne Freundin, sie sind dann so wie sie sonst gar nicht sind. Dann versuchen sie immer sich so zu verhalten was uns gefällt, und es gefällt uns doch nicht. Sie sagen, also wenn sie uns jetzt richtig gefallen sollen, dann sagen wir dann immer, nun hört mal auf aufzudrehen, bleibt mal so wie ihr immer seid". Umschnitt

0:44:10

Der zweite Sommer: Blick über den Autoparkplatz vor dem Schulgebäude (halbtotal). Kameraschwenk über die Radkunststücke der Jugendlichen vor dem Schulgebäude (halbtotal) mit Texteinblendung "Der zweite Sommer". Umschnitt auf einzelne Jungens auf ihren Fahrrädern (halbnah). Umschnitt. Kameraschwenk über zwei Mädchen in leichter Sommerkleidung (halbtotal). Zwischenschnitte von den Kunststücken der Radfahrer (halbnah). Umschnitt auf eine Gruppe Mädchen neben einer Gruppe Jungens mit Fahrrädern (halbtotal). Umschnitt auf Claudia mit Marlboro-Tasche und Romy mit 007-Pulli (halbtotal). Umschnitt auf die Schüler mit ihren Fahrrädern auf der Hauptstraße (halbtotal). Umschnitt auf Mädchen an einem Kinderkarussel auf dem Spielplatz (halbtotal). Umschnitt auf die schaukelnde Claudia im Garten (halbtotal). Umschnitt auf Jens bei der Reparatur seines Fahrrades (halbnah). Umschnitt auf die sich frisierende Manuela (nah). Umschnitt auf die lernende Cordula in ihrem Zimmer (halbnah). Umschnitt auf den Musik hörenden Jens in seinem Zimmer (halbnah). Umschnitt auf Romy (halbnah) (O-Ton) "Ich hab voriges Jahr gesagt das die Jungs mich nicht interessieren, es ist jetzt nicht mehr so, also außerhalb, nicht wenn ich an meine Klasse denke. Sie interessieren mich nicht, die sind alle in ihrem Benehmen so klein, sie sind irgendwie auf dem Niveau der 5. oder 6. Klasse. Davon halte ich nicht viel...(Frage aus dem Off: Was hat das letzte Jahr so für die gebracht?)...Na ja, ne Menge Neues hat es für mich gebracht...Na ja, ich hab so ein paar Erfahrungen gesammelt und so, und hab ne Menge Neues kennen gelernt und so. Auch mal mit Jungs...(Du hast ne Freundin gefunden, die Sandra. Worüber unterhaltet ihr euch wenn ihr allein seid?)...Über alles, über zu Hause und über unsere Interessen, na, was so passiert ist, oder wir nehmen uns was Schönes vor, oder auch mal über einen Jungen, ja...(Bist Du selbstbewusster geworden?)...Doch, eigentlich ja, es ist alles ein bisschen anders geworden um mich herum". Umschnitt

0:47:55

Blick auf Claudia P. auf der Wiese (halbnah) (O-Ton) "Also mir sagen viele das ich mich verändert habe, aber ich weiß nicht, ein bisschen vielleicht schon. Man sieht vielleicht vieles anders weil man jetzt mehr kennengelernt hat, aber so im Grunde genommen bin ik der Meinung eigentlich nicht dass ich mich verändert habe dolle...(Im Off: Ne ganz feste Freundin hast Du, hast Du auch nen Freund im Moment?)...Na ja, nen Freund nicht aber mehrere Kumpels, das ist ein bisschen Unterschied zum Freund, ein Kumpel der ist irgendwie, na ja, mit nem Kumpel kann man sich eben genauso unterhalten wie mit nem Freund aber da hat man eben nicht so ne Verpflichtung wie mit nem Freund". Umschnitt auf Jens (nah) dazu im Off: "Du hast damals gesagt, Mädchen sind für Dich noch nicht so wichtig, sind sie inzwischen ein bisschen wichtiger geworden? Jens (O-Ton) "Ja, so wie man das kennt so in der Klasse eigentlich schon, mit Mädels kommt man ganz gut aus, aber mit einer festen Freundschaft ist bei mir im Moment nichts los...(Aber Du guckst schon ein bisschen mehr als vorher nach den Mädchen?)...Ja, ein bisschen...(Bist Du mit Jungs mehr zusammen?)...Ja, fast immer kann man sagen...(Und unterhaltet ihr euch da über Mädchen?)...Ja, zum unterhalten geht ja...(Blick Jens mit einem Freund auf ihren Fahrrädern)...fragt man mal, wie findest Du den die und die? Wie war den das Verhalten von der? Sowas, ja". Umschnitt auf die mit dem Hund spielende Manuela (halbtotal) im Off erzählt sie dazu: "Zu Zeit habe ik keinen festen Freund außer solche die ich aus dem Ferienlager kenne oder aus dem Urlaub...(ab hier Manuela im Bild)...wo jetzt noch Kontakt irgendwie ist...(Frage aus dem Off: Bist auf der Suche?)...Na, Suche, ach na ja, jetzt sind wieder Sommerferien, da findet sich wieder irgend einer...(Warum ist dann denn mit Jan auseinander gegangen? Es fing ja eigentlich ganz romantisch und schön an)...Na ja, da kamen die großen Ferien von 8 Wochen in denen man sich nicht gesehen hat, irgendwie hat man dann, ging dat dann auseinander. Vielleicht hat man andere kennen gelernt, so war es bei mir gewesen, man war sich dann fremd gewesen. Ein bisschen traurig war et schon, aber nicht das ik jetzt weine oder so, so ernst habe ich es nicht genommen...(Du hast damals gesagt, das Du noch auf den ersten Kuss von Jan wartest, ist es passiert?)...Ne, Jan war ein bisschen schüchtern gewesen...Eigentlich bei Freundschaften sehe ich das es nicht mehr so lange halten kann, das es länger als 4 Wochen bei den meisten nicht hält, eben außer bei Claudia wo es schon ganz schön lange ist. Da war ik früher immer anderer Meinung gewesen, da so etwas länger hält...In dem Alter sind viele immer gleich sauer oder so, und dann ist der eine eben zu faul sich bei dem anderen zu entschuldigen, und dann findet er eine andere Freundin oder einen anderen Freund, und dann geht dat auseinander...(Worauf ist man sauer?)...Na ja, vielleicht das einer mal mit einem anderen Mädchen geschäkert hat oder so, und da sind Mädchen ziemlich schnell eingeschnappt, und schäkern die mit anderen Freunden, und dann ist der Junge wieder sauer, und so geht dat dann immer weiter, bis es dann auseinander geht". Umschnitt

0:51:10

Bick auf Peter (halbnah) (O-Ton) "Ja, zwischendurch hatte ich schon wieder mal was, aber hat nicht richtig geklappt. Die ist wieder mit dem anderen abgeschoben und dann war es wieder aus. Na, da war ich natürlich sauer, ja, seit der Zeit habe ich dann keine mehr. Über den Sommer hatte ich kene weil ik da arbeiten war, da hatte ik auch keine Zeit mehr um, wenn ich jetzt ein Mädchen hätte um mich da zu kümmern. Na ja, und im Winter hatten wir zwar einen Treffpunkt über den Winter, da hatte ich auch wieder mal ein paar Tage eine Freundin, aber eben, dat war ihr dann auf Dauer zu kalt...Auf dem Spielplatz haben wir da so gesessen und so, das war es schon. Mal Musik gehört, manchmal auch ein paar Leute angemacht, eben so als Geck. Da hat man auf Dauer kalte Füße gekriegt und wenn man da so dick angepummelt ankam, dat sah auch nicht gut aus, und wenn ich mich dünner anzog dann wurde dat eben zu kalt...(Im Off die Frage: Und als es dann für das Mädchen zu kalt war, mit wem hast Du Dich da ausgetauscht, wem hast Du Deinen Kummer erzählt?)...Ja, ich hatte kaum Kummer, mal abgesehen von dem so genannten Schulstress, hatte eigentlich kaum Sorgen. Außer mit meinem Fahrrad, das war zu dieser Zeit noch nicht so richtig fertig, dann hatten wir da auch einen der hat immer an den Fahrrädern rumgespielt, hat sich das angekiekt, ist damit rumgefahren. Hat immer dran rumgespielt an den Lichtern da...(Blick auf Peter mit seinem Fahrrad auf dem Schulplatz)...Na und die Mädchen sind 16, da trau ich mich noch nicht so richtig ran. Ich meine die würden vielleicht auch mit mir gehen, aber irgendwie habe ich da Hemmungen das ik eben nicht verstanden werde oder so, oder das sie sagen, was will der denn von mir oder so. Na ja, aus unserer Klasse, die gehen sowieso mit Größeren, da hätte ich keine Chance mit einer zu gehen...Liebe direkt ist es ja noch nicht in dem Alter, da kann man eben noch nicht so richtig lieben...(Was gehört denn dazu?)...Ist gut (lacht) ja, das man sich eben küsst, umarmt, auf der Straße auch, ja eben miteinander gut auskommen, besser gesagt sehr gut auskommen. Das man eben nur den Partner gut findet und eben den besonders gern hat". Umschnitt

0:53:55

Blick auf Manuela auf der Ortsstraße mit einem Jungen auf dem Fahrrad (halbtotal). Junge verabschiedet sich vor dem Haus von Manuela und fährt auf die Kamera zu (halbtotal). Radfahrer fährt auf das Grundstück seines Wohnhauses (halbtotal). Blick auf den Musik hörenden Jungen in seinem Zimmer (halbnah). Umschnitt auf das Gesicht von Peter mit seinem Hamster auf der Schulter (nah). Umschnitt auf ein Mädchen neben zwei Motorradfahrern (halbnah). Umschnitt auf Jugendliche vor dem Schuleingang (halbtotal). Gegenschnitt auf ältere Jugendliche mit Motorrädern und Freundinnen (halbtotal). Umschnitt auf Jugendliche in einer Disko (halbnah). Gegenschnitt auf tanzende Jugendliche in der Disko (halbnah). Umschnitt auf Thomas und Claudia vor dem Diskofenster (halbtotal). Gegenschnitt auf tanzenden Mädchen (halbnah). Umschnitt auf die zuschauende Claudia neben Thomas (halbnah). Umschnitt auf Cordula auf der Wiese (halbnah) im Off dazu: "Deine Freundin, die Claudia, hat einen festen Freund, hat das eigentlich eurer Freundschaft geschadet? Seit ihr da ein bisschen mehr auseinander gekommen dadurch?" Cordula (O-Ton) "Ja schon, also früher da haben wir mehr unternommen und jetzt ist das nicht mehr so sehr doll. Weil sie jetzt mehr mit dem Thomas unternimmt, aber ich finde es eigentlich ganz gut so, ich bin da nicht so dagegen. Ich meine ich würde es bestimmt auch so machen...(Bist Du manchmal neidisch auf die Claudia?)...Oh nein, das bin ich überhaupt nicht, nö, würde ich nicht sagen, weil ich gönn ihr ja die Freundschaft mit Thomas...(Blick auf Thomas und Claudia ein einer Fete bei Cordula)...Ich finde es gut das sie mit einem älteren geht der sie besser versteht...(Wenn die Claudia manchmal Dich als Vorwand benutzt und sagt ich bin bei Cordula, und ist aber nicht bei Cordula, stört Dich das?)...Nein, eigentlich nicht, ich weiß nicht. Ich kann da auch nischt sagen, wenn ich jetzt zu ihr sagen würde, sag das mal nicht oder so, das wäre ja auch gemein, wir sind ja Freundinnen, also ich hab da nischt dagegen". Umschnitt

0:58:15

Blick auf sich unterhaltende Jugendliche auf einem Ortsweg vor dem Flugplatz (halbtotal) im Off eine Freundin von Cordula: "Na ja, Claudia und Thomas, ik finde im würde das nicht machen, aber das ist schon ein großer Altersunterschied. Aber Claudia und Thomas wissen bestimmt was sie machen. Claudia hat schon viel Erfahrung mit Jungs...(Blick auf den "Capitol"-Kinoeingang mit Reklame zu "Unter Geiern" und "Blutfehde")...na ja, die müssen eben wissen wat sie machen". Peter im Off: "Man kann bloß immer staunen wie es einem geht, wa, man kennt eben bloß Freundschaften die nur einen Monat geht...(Thomas und Claudia streicheln ein Pferd im Gatter)...das wundert mich schon wie sie es ausgehalten hat und wie Thomas dat eben auch aushält. Ich meine wenn man sich jeden Tag sieht, dann kommt einem das auch mal über". Kameraschwenk von Thomas und Claudia mit Pferd auf ein startendes Passagierflugzeug (halbtotal) im Off dazu Manuela: "Claudia und Thomas die verstehen sich eigentlich gut und ik finde det Thomas sie auch mal an der Schule besuchen kommt...(Blick auf Thomas und Claudia auf der Ortsstraße)...das sie öfters zusammensind finde ik gut". Blick auf die Jugendlichen auf der Straße (halbtotal) dazu im Off die Frage: "Und wenn er ihr vor der Schule einen Kuss gibt?" Manuela antwortet im Off "Ik find det jut, erstens mal dat er sich dat traut, ich meine er ist ja schon ziemlich alt, und das die Claudia das auch macht, das sie sich nicht vor den anderen schämt, oder so". Umschnitt

0:59:20

Blick auf Claudia und Thomas im Gras (halbnah) dazu im Off die Frage: "Und Deine Freunde, Thomas? Thomas (halbnah) (O-Ton) "Na, Jan der eine der fragt immer so, wenn wir uns zusammen treffen, er ist bei der Armee, aber wenn wir uns treffen fragt er immer, na, ist es besser geworden mit den Eltern, und dann sage ich, es ist doch nicht so toll...(Frage aus dem Off: Wie stellt ihr euch das jetzt in der nächsten Zeit vor miteinander, nochmals 5 Monate?)...Claudia dazu: "Na mindestens, na ja, noch viel länger, na so lang wir uns eben vertragen...(Und wie weit denkt ihr da?)...Na, und an kein Ende, also ik nicht...(Thomas, wie siehst Du die kommende Zeit?)...Na, an morgen denkt man schon, aber so weit nun auch wieder nicht...(Was wird noch alles für euch kommen, was habt ihr noch nicht miteinander erlebt?)...(beide lachen)...(Claudia will antworten)...Thomas dazu: Wir waren noch nicht zusammen baden (Claudia: Ja, waren wir noch nicht)...". Umschnitt auf das Pärchen auf einer Waldstraße (halbtotal). Thomas und Claudia gehen umarmend auf die Kamera zu (halbtotal). Texteinblendung: Unser besonderer Dank gilt Claudia und Thomas sowie den Mädchen und Jungen der 8a der 23. Oberschule Berlin-Bohnsdorf, ihren Eltern und Lehrern und allen, die uns durch Mitarbeit und Beratung unterstützt haben. DEFA-Studio für Dokumentarfilme Berlin, Gruppe Kinderfilm. DDR 1985. Abblendung

1:01:50 ENDE

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