Förderpreise 2015

Andrea Roggon für MÜLHEIM – TEXAS. HELGE SCHNEIDER HIER UND DORT

Der Förderpreis der DEFA-Stiftung auf dem 36. Max Ophüls Festival geht an Andrea Roggon, die Regisseurin des Dokumentarfilms MÜLHEIM – TEXAS. HELGE SCHNEIDER HIER UND DORT. Mitglieder der Jury waren Hans W. Geißendörfer, Michèle Sauvain und Martina Zöllner.

In der Begründung der Jury heißt es: Dieser Film ist ein gelungenes cineastisches Porträt, das uns beglückt durch seine Leichtigkeit, seine Situationskomik und manchmal seine Melancholie. Der Widerstand Helges, sich auf dieses Porträt einzulassen wird miterzählt. Ein Porträt, das sich selbst immer wieder in die Luft sprengt und genau dadurch seinem Protagonisten gerecht wird. Dieser Preis soll ermutigen, sich weiterhin auf Experimente einzulassen.

Laura Lehmus für ALIENATION

Am Abend des 18. Aprils wurde auf dem 27. Filmfest Dresden der Förderpreis der DEFA-Stiftung verliehen. Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an Laura Lehmus für ihren sechsminütigen Animationskurzfilm ALIENATION (2014).

In der Begründung heißt es: "Wahnwitzig komisch und wahrhaftig zugleich bringt dieser kurze Film das Grauen pubertärer Existenz zwischen Kind- und Erwachsensein auf den Punkt, wenn Körper und Psyche sich ins Groteske verändern. Dokumentarische Tonaufnahmen mit pubertierenden Teenagern beiderlei Geschlechts werden hinreißend schrecklichen Wesen in den Mund gelegt: Eine "Alien Nation" eben – der wir alle einmal angehört haben."

Andreas Pieper für NACHSPIELZEIT

Im Rahmen der diesjährigen Preisverleihung des 25. Filmkunstfestes Mecklenburg-Vorpommern erhielt Andreas Pieper für seinen Spielfilm NACHSPIELZEIT (2014) den mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis der DEFA-Stiftung. Die Verleihung fand am Abend des 9. Mai erstmals im Großen Saal des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin statt.

In der Begründung heißt es: "Der Film wendet sich engagiert sozialen Problemen in Berlin-Neukölln zu. Er vermeidet gängige Vereinfachungen und macht deutlich, dass das Konfliktfeld sich nicht in erster Linie aufbaut zwischen Deutschen und Menschen mit ausländischen Wurzeln, sondern begründet liegt in den Besitzverhältnissen. Da sind diejenigen, welche Geld und Einfluss haben und im Hintergrund bleiben und jene, welche von der Gesellschaft an den Rand gedrängt werden. Das kann Deutsche ebenso treffen, wie jeden anderen bei uns lebenden Mitbürger."

Burhan Qurbani für WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK

Im Rahmen des 20. Internationalen Filmfestivals Schlingel, überreichte die DEFA-Stiftung ihren mit 4.000 EURO dotierten Förderpreis in diesem Jahr an Burhan Qurbani für seinen Film WIR SIND JUNG. WIR SIND STARK. Er erzählt die Geschichte der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen Anfang der 1990er Jahre, aus der Perspektive einer Gruppe Jugendlicher ohne Job, ohne Aufgabe, und ohne Perspektive.

Als Begründung für ihre Entscheidung lobte die Jury besonders die emotionale Umsetzung eines hochaktuellen Themas, die Fassungslosigkeit, Hilflosigkeit und Wut im Publikum auslöste und es gleichzeitig zur Reflektion anregte. Qurbani schafft es mit seinem Film, so die Jury, den Zuschauer dazu zu bringen, seine eigene Haltung und Verantwortung immer wieder neu zu hinterfragen: „Der Film greift bewusst ein Thema auf, was 23 Jahre zurückliegt, aber unbewusst derzeit vor allem in Europa an Aktualität nicht zu überbieten ist. Er wirft viele Fragen auf, beantwortet nicht alle, regt zu kontroverser Diskussion in der Gesellschaft an.
Insofern ist die Entscheidung für den Preisträgerfilm nur folgerichtig und keine wirkliche Überraschung – der Film jedoch, ist es allemal.“

Matthias Koßmehl für CAFÉ WALDLUFT

Am Samstag, den 31. Oktober 2015, überreichte die DEFA-Stiftung  ihren mit 4.000 Euro dotierten Förderpreis ein weiteres Mal auf dem 58. Leipziger Festival für Dokumentar– und Animationsfilm. Dieses Jahr ging der Preis an CAFÉ WALDLUFT (2014/15) von Matthias Koßmehl.

Koßmehls Film zeigt eine kleine Touristenstadt in den bayerischen Alpen, dessen Dynamik sich plötzlich verändert, als Flüchtlinge und Asylbewerber aus aller Welt in den Ort ziehen. Dabei erzählt er die Geschichte von verschiedenen Charakteren, die alle ihre eigenen schmerzlichen Erfahrungen mit Flucht oder Fremdsein gemacht haben.

Die Jury entschied sich für CAFÉ WALDLUFT als Gewinner des DEFA-Förderpreises, da er „auf schöne, aber nicht beschönigende Art [zeigt], wie Vorurteile überwunden werden und fast so etwas wie eine Gemeinschaft entsteht. Ein moderner Heimatfilm im besten Sinn."

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