Wie wichtig ist die Digitalisierung von Filmmaterial für die Erhaltung des Filmerbes


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Film, Fernsehen und Radio gehören zum internationalen kulturellen Erbe. Sie bilden und erhalten die kulturelle Identität einer Gesellschaft und sind länderübergreifend Ausdruck der Kreativität, des Wissens und der Erinnerung. Ein Großteil des audiovisuellen Erbes ist bereits verschwunden. Film- und Tonaufnahmen sind extrem empfindlich. Das Material leidet durch häufiges Abspielen und unter dem natürlichen Alterungsprozess. Auch durch mutwillige Zerstörung oder Vernachlässigung sind unzählige dieser dokumentarischen Schätze verloren.

Die Beschäftigung mit ihrer Filmgeschichte wird den Zuschauern immer schwerer gemacht. Sowohl in den neuen (online) Medien als auch im Fernsehen und Kino werden Filme mittlerweile digital und möglichst hochauflösend in High-Definition–Qualität gezeigt. Filmtheater wurden in den letzten Jahren durch Subventionsprogramme mit digitalen Projektoren ausgestattet und gaben die 35mm-Projektoren auf. Der Video-On-Demand-Markt (Filmangebot im Internet zum Download) ist in der letzten Zeit rasant gewachsen. Auch für diese Plattform der Filmauswertung sind digitale Materialien in hochauflösender Qualität notwendig.


Die DEFA-Stiftung betreut einen Filmstock von 1.090 Spielfilmen und Kurzspielfilmen, 950 Animationsfilmen sowie 4.600 Dokumentarfilmen und Wochenschauen etc. Die Filme aus den Anfangsjahren der DEFA sind mittlerweile fast 70 Jahre alt, die späten Filme über 20 Jahre. Der Filmstock liegt zum großen Teil auf Originalbild- und Tonnegativen vor, die nahezu vollständig im Bundesarchiv-Filmarchiv lagern. Überspiele auf Digital Betacam in Standard-Definition-Format gelten inzwischen als veraltet. Diese Materialien an die neuen technischen Standards anzupassen, d. h. zu digitalisieren, stellt eine große, nicht nur finanzielle, Herausforderung dar. Die digitale Bearbeitung in High Definition (HD) für einen Spielfilm kostet zwischen 15.000 und 20.000 Euro. Im Fall von Konrad Wolfs GOYA (1971) beanspruchte die digitale Bild– und Tonrestaurierung sogar 45.000 Euro.

Auf den nächsten Seiten informieren wir Sie über aktuelle Digitalisierungsprojekte der DEFA-Stiftung sowie über notwendige Schritte bei einer Digitalisierung.