Filmstill zu "Ein Lord vom Alexanderplatz"

Filmfest Cottbus


Das Filmfest Cottbus zeigt Filme unter der Überschrift „Frauen im Sozialismus“ und würdigt das sorbische Filmschaffen in der DDR.

Eine Sektion der 32. Ausgabe des Filmfests Cottbus widmet sich vom 8. bis 13. November den Frauenrollen im Sozialismus. Neben internationalen Filmen von Agnieszka Holland und Věra Chytilová, der Animationsfilmerinnen Signe Baumane, Diana Cam Van Nguyen und Anna Dudko sowie der ukrainischen Filmemacher Taras Dron und Maksim Nakonechnyi sind auch einige DEFA-Produktionen Teil der Reihe. Darunter finden sich mit AKTFOTOGRAFIE – Z.B. GUNDULA SCHULZE (1983), 35 FOTOS (1985) und TANGOTRAUM (1985) drei dokumentarische Helke-Misselwitz-Filme sowie Iris Gusners Spielfilm ALLE MEINE MÄDCHEN (1979). Auch Slatan Dudows FRAUENSCHICKSALE (1952) ist vertreten. Begleitet wird das Programm am 9. November durch eine Podiumsdiskussion, in deren Rahmen die Publikation „Sie. Regisseurinnen der DEFA und ihre Filme“ von Cornelia Klauß und Ralf Schenk (Hg.) erstmals in der aktualisierten E-Book-Fassung präsentiert wird.

Die Hommage in der Sektion „Heimat / Domownja / Domizna“ stellt Jörg Herrmann (* 1941), einen der letzten aktiven, klassischen Silhouettenfilmer vor. Seit Jahrzehnten ist Herrmann, der sein Handwerk von Bruno J. Böttge erlernte, als Animator und Trickfilm-Regisseur tätig. Das Festival präsentiert neben DEFA-Produktionen wie CHAMPION (1965) und HITLERPINOCHET (1975) auch aktuelle Werke Herrmanns: DER SIEBENTE RABE (2011), AUS DEM LEBEN EINES RUMGEHERS (2014) und DENKMAL SCHWITTERS (2018).

Weiterhin plant das Festival unter der Überschrift „Sorbische Filmlandschaften. Zur Geschichte der Sorben im DEFA-Film“ eine Präsentation, die federführend von Grit Lemke und Andy Räder organisiert wird. Beide arbeiten derzeit an einem Buch, das sich dem sorbischen Filmschaffen in der DDR widmet und in der Schriftenreihe der DEFA-Stiftung erscheinen soll. Von 1980 bis zur Auflösung der DEFA entstanden in der Bautzner Produktionsgruppe Sorbischer Film knapp 40 Filme. Im Rahmen der Veranstaltung informieren die beiden Herausgeber über ihr Buchprojekt und präsentieren ein Filmprogramm. Die geplante Vorführung von MIT STRUGA FING ES AN. DER SORBISCHE FILM UND SEINE GESCHICHTE (R: Sven Christensen, 1987) kann als eine echte Entdeckung gewertet werden: Ein westdeutscher Regisseur blickt seinen sorbischen Kollegen über die Schulter, begleitet sie beim Entstehen ihrer Filme und hinterfragt kritisch. Der Film ermöglicht ein Wiedersehen mit den Filmschaffenden Toni Bruk, Gerat Hendrich und Alfred Krawc, Konrad Herrmann, Michael Börner und Lothar Schuster. Zudem läuft die DEFA-Produktion MESTO / DIE STADT (1983) von Michael Börner, der die Arbeit der DEFA-Produktionsgruppe Sorbischer Film entscheidend mitprägte. Die Veranstaltung wird am 9. November 2022, 12:30 Uhr, im Obenkino Cottbus stattfinden.

Mehr Informationen finden sich auf der Website des Filmfests Cottbus .

Filmstill zu "Alle meine Mädchen"

ALLE MEINE MÄDCHEN (R: Iris Gusner, 1979) Fotograf: Wolfgang Ebert

Filmstill zu "Mesto - Die Stadt"

MESTO - DIE STADT (R: Michael Börner, 1983) Fotograf: Michael Börner

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