Filmstill zu "Ein Lord vom Alexanderplatz"

Ohne Frühstück. Ohne Diskussion.


Filmmuseum Potsdam

Anlässlich des 80. Gründungsjubiläums der DEFA widmet das Filmmuseum Potsdam dem cineastischen Erbe des Spielfilmstudios eine facettenreiche Sonderausstellung.

Unter dem prägnanten Titel „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion“ – dem unvergessenen Zitat der Sängerin Sunny aus Konrad Wolfs und Wolfgang Kohlhaases Kultfilm von 1980 – lädt die Schau dazu ein, den DDR-Alltag im Spiegel des DEFA-Gegenwartsfilms neu zu entdecken. Im Fokus der Ausstellung stehen Produktionen, die nicht die verordnete Ideologie der Staatsführung bedienten, sondern oft eigensinnig, nahbar und widerständig die Lebensrealitäten, Sehnsüchte und Nöte der Menschen aufgriffen. Eingebettet in elf Themenkapitel – darunter „Rebellion und Rückzug“, „Sex und Liebe“ oder „Mode und Bekleidung“ – verknüpft die Schau historische Filmdokumente, Plakate, Fotos, Kostüme und Requisiten mit Fragestellungen, die auch heute noch von hoher Aktualität sind. Von Klassikern wie SOLO SUNNY und GELIEBTE WEISSE MAUS über mutige Werke wie COMING OUT bis hin zu ausgewählten Kinder- und Jugendfilmen zeigt die Ausstellung ein differenziertes, farbenfrohes Bild der DEFA-Filmgeschichte als lebendigen Bestandteil des kulturellen Erbes Deutschlands. Die mit Unterstützung der DEFA-Stiftung realisierte Sonderausstellung ist bis Mai 2027 im Filmmuseum Potsdam zu sehen.

Begleitend zur Sonderausstellung widmet das Filmmuseum der DEFA eine einjährige, hochkarätig besetzte Film- und Veranstaltungsreihe. Bis Frühjahr 2027 werden zahlreiche Produktionen auf der großen Kinoleinwand im Marstall wiederentdeckt. Die Filmreihe schlägt den Bogen von den Anfängen der Nachkriegszeit über prägende Klassiker und verbotene Werke bis hin zu Dokumentar- und Experimentalfilmen. Ein besonderer Akzent liegt auf dem frischen Blick der jüngeren Generation: In Kooperation mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und der Universität Potsdam haben Studierende eigene Kurzfilmprogramme kuratiert, die neue Perspektiven auf das DEFA-Schaffen eröffnen. Zahlreiche Filmschaffende präsentieren ihre Werke persönlich. Mit dabei sind u. a. Helke Misselwitz (HERZSPRUNG), Evelyn Schmidt (DAS FAHRRAD) sowie Hannelore und Tobias Unterberg (KONZERT FÜR BRATPFANNE UND ORCHESTER). Das vollständige Programm ist auf der Website des Filmmuseums  einsehbar.

Der neue Podcast „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion“ bietet darüber hinaus Einblicke, Anekdoten und neue Blickwinkel auf das Erbe der DEFA. Moderiert wird das Audioformat von Ulrike Kuschel, der neuen Ausstellungsleiterin des Filmmuseums Potsdam. In der ersten Folge sind Drehbuchautorin Laila Stieler und Regisseur Andreas Dresen zu Gast. Im Gespräch blicken beide auf ihre eigenen künstlerischen Anfänge zurück, diskutieren Einflüsse des DEFA-Erbes auf ihr Schaffen und sprechen über das Weiterwirken der ostdeutschen Filmtradition. Die demnächst erscheinende zweite Folge lässt Studierende der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF zu Wort kommen, während sich die bereits geplante dritte Ausgabe der diskriminierungskritischen Betrachtung von DEFA-Filmen widmet. Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen MD Productions. Die erste Folge ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar (u.a. bei Spotify ).

Eines der bekanntesten Filmzitate der DEFA: „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion.“ aus SOLO SUNNY (R: Konrad Wolf, 1979)

 Filmstill zu "Solo Sunny"

Renate Krößner ist Sunny in SOLO SUNNY (R: Konrad Wolf, 1979) Fotograf: Dieter Lück

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