Freundschaft – Przyjaźń? (Teil 3)
Kamerablicke aus der DDR auf den polnischen Nachbarn. Die wechselseitigen Beziehungen in der deutsch-polnischen Filmkultur.
Thomas Heimann
320 Seiten, 17 Abbildungen
Die Publikation steht kostenfrei als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.
Das Buch
Freundschaft – Przyjaźń? (Teil 3)
Im dritten und letzten Teil der von der DEFA-Stiftung unterstützten Studie Freundschaft – Przyjaźń? untersucht Thomas Heimann die bilateralen Verabredungen und Geschäftsbeziehungen der Einrichtungen des Filmwesens und des Fernsehens zwischen der DDR und der Volksrepublik Polen.
Analysiert wird, wie beide Länder unter dem Einfluss der Sowjetunion zusammenarbeiteten – mal erfolgreich, mal voller Spannungen. Zwischen den Ländern bestanden große Unterschiede: Die DDR war durch die Berliner Mauer stark vom Westen abgeschirmt und achtete streng auf ihre Grenzen; Polen hingegen war zwar auch ein sozialistischer Staat, aber im Inneren liberaler. Es gab mehr Freiheiten und eine größere Offenheit gegenüber Einflüssen aus dem Westen als in der DDR.
Film und Fernsehen dienten in beiden Staaten nicht nur der Unterhaltung. Sie hatten das Ziel die Menschen im Sinne des Sozialismus zu erziehen. Die Medienpolitik war ein Werkzeug, um die Gesellschaft nach den Vorgaben der Sowjetunion zu formen. Dabei sahen sich die beiden Länder nicht nur in ständiger Spannung des Systemkonflikts, sondern fortwährend auch mit der schwierigen und komplexen deutsch-polnischen Vergangenheit konfrontiert.
Heimann interessierten insbesondere folgende Aspekte der Zusammenarbeit:
- Praktische Hilfe: Wie haben sich die Filmstudios und Fernsehsender gegenseitig bei ihren Projekten unterstützt?
- Austausch: Wie erfolgte der Handel mit Filmen und Programmen zwischen beiden Ländern?
- Festivals: Wie erfolgten gegenseitige Besuche und Kooperationen bei wichtigen Filmfesten (z. B. in Leipzig und Krakau)?
- Bildung und Clubs: Wie gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen Filmklubs und den bekannten Filmhochschulen in Potsdam-Babelsberg und Łódź?
- Archive: Wie kooperierten die staatlichen Filmarchive? Dieser Punkt ist besonders spannend, da beide Länder wichtige Posten im internationalen Archiv-Verband FIAF besetzten – und das mitten im Kalten Krieg.
Die Studie steht kostenfrei als PDF-Datei zum Download zur Verfügung:
Der Autor
Thomas Heimann, Jahrgang 1959, Medienhistoriker und Pädagoge, arbeitete zeitweilig als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten in Mannheim und Leipzig, am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und am Filmmuseum Potsdam. Zur Film- und Fernsehgeschichte der DDR sind u. a. erschienen: „Bilder von Buchenwald. Die Visualisierung des Antifaschismus in der DDR (1945–1990)“, „DEFA, Künstler und SED-Kulturpolitik. Zum Verhältnis von Kulturpolitik und Filmproduktion in der SBZ/DDR 1945 bis 1959“; er ist Mitautor von „Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946–92“, herausgegeben vom Filmmuseum Potsdam.