DEFA-Produktionen

Der DEFA-Filmstock umfasst die gesamte Kinoproduktion der DDR-Filmstudios aus fast fünf Jahrzehnten. Dazu gehören rund

  • 700 Spielfilme und 450 fiktionale Kurzfilme,
  • 950 Animationsfilme,
  • 2.000 Dokumentarfilme und 2.500 Periodika (Wochenschauen etc.),
    darunter Dokumentarfilme, die im Auftrag des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten (MfAA) produziert wurden,
  • 6.700 deutschsprachige Synchronisationen ausländischer Filme,
  • 200 nach 1990 meist mit anderen Firmen oder TV-Sendern co-produzierte Spiel-, Dokumentar- und Animationsfilme,
  • nicht veröffentlichte und Restmaterialien aus der DEFA-Produktion (z.B. Probeaufnahmen, nicht verwendete Einstellungen),
  • Werbematerialien, Fotos, Plakate, Drehbücher und ihre literarischen Vorstufen, Partituren, Schriftgut und Zulassungsunterlagen.

Auf die Stiftung sind alle Rechte, soweit sie im Produktions- und Distributionsprozess entstanden sind, übergegangen. Das betrifft auch die zeitlich unbefristete Verwertung von ausländischen Filmen auf dem ehemaligen Territorium der DDR sofern dies in Lizenzverträgen des DEFA-Außenhandels mit ausländischen Vertragspartnern vereinbart war.
Die DEFA-Filme werden durch PROGRESS Film-Verleih  (Weltvertrieb) und die Stiftung Deutsche Kinemathek  (Kinoverleih) ausgewertet.

In den DEFA-Studios realisierte Auftragsproduktionen für das Fernsehen der DDR und andere Auftraggeber sind in der Regel nicht Bestandteil des Filmstocks der DEFA-Stiftung. Filme, die im Auftrag für das Fernsehen der DDR entstanden, finden Sie beim Deutschen Rundfunkarchiv  (Potsdam-Babelsberg).

DIE ZWEI HASEN

DEFA-Trickfilm DIE ZWEI HASEN (R: Katja Georgi, 1986) 2 min

Erhaltung der DEFA-Filme

Die DDR, von der die Initiative zu der UNESCO-Empfehlung "For the Safeguarding and Preservation of Moving Images" ausging, hatte als eines der wenigen Länder eine Abgabepflicht für Filme eingeführt. Die Produktion der DEFA ist daher nahezu vollständig erhalten. Das Ausgangsmaterial zu DEFA-Filmen und eine Archivkopie befanden sich im Staatlichen Filmarchiv der DDR. Als einzige Institution des Filmwesens der DDR wurde das Archiv bei der Wiedervereinigung von einer in den alten Bundesländern existierenden Einrichtung, dem Bundesarchiv, übernommen.

Das physische Eigentum am DEFA-Filmstock, also das komplette Filmmaterial, liegt beim Bundesarchiv. Entsprechend seinem gesetzlichen Auftrag ist es zur dauerhaften Erhaltung des überwiegenden Teils der Hinterlassenschaft der DEFA verpflichtet. Die DEFA-Stiftung unterstützt das Bundesarchiv mit Stiftungsmitteln bei der Erhaltung von Filmen und trägt die Kosten für die Herstellung qualitativ  hochwertiger Digitalisierungen von DEFA-Filmen, mit denen zusätzliche Sicherungsmaterialien für das Bundesarchiv entstehen.

Für die Verwertung des DEFA-Filmstocks durch Progress und die Deutsche Kinemathek werden seit einigen Jahren ausschließlich digitale Formate hergestellt.

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