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Das Ohr und wir

Regie: Günter Meyer, 11 Min., Farbe/Schwarz-Weiß, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1981

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
312
Sonstiger Titel
Oh Abendklang
Englischer Titel
The Ear And We
Anlaufdatum

Kurzinhalt (Deutsch)

Deutsche Demokratische Republik (DDR); Ost-Berlin:

Der Dokumentarfilm von 1981 behandelt in humoristisch-satirischer, aber auch in ernsthafter Weise das Thema „Großstadtlärm“ am Beispiel Ost-Berlins, wobei in erster Linie der ruhestörende, also vermeidbare Lärm wie rücksichtsloses lautes Musikhören und Fernsehen, gut vernehmbare innerfamiliäre Verständigungsweisen, Hundegebell, nächtliche Heimwerkerarbeiten, rasantes Bremsen und Hupen mit Fahrzeugen etc. betrachtet wird.

Mit Hilfe von Animationen/tricktechnischen Szenen führt der Film anschaulich die weitverbreiteten, zwischenmenschlichen Unarten vor.

Ein Moderator parodiert eine populärwissenschaftliche Abhandlung des Themas.

Satirisch bildhaft werden seine Aussagen durch Grafiken bzw. Animationen/Trick unterlegt, in denen Ursache und Wirkung des zwischenmenschlichen Lärms deutlich wird.

Eindrücklich lässt der Film von Lärmbelästigung Betroffene sowie einen Arzt, Volkspolizisten und Fachverkäufer eines Fachgeschäftes mit Geräten der Rundfunk- und Fernmelde-Technik (RFT) zu Wort kommen.

Zum Schluss wölbt sich wie eine Glocke der Lärm über die Skyline von Ost-Berlin (Trick).

Filmstab

Regie
  • Günter Meyer
Drehbuch
  • Günter Meyer
  • Frank Leuchte
Kamera
  • Michael Lösche
Schnitt
  • Dagmar Lehnert
Darsteller
  • Gerd Grasse (Moderator)
Dramaturgie
  • Karin Mosch
Musik
  • Thomas Natschinski
  • Archivmaterial
  • Julius Fucik
Ton
  • Jochen Huschenbett
  • Otto Koch
  • Henner Golz
Produktionsleitung
  • Karlheinz Haarnagell
Gestaltung
  • Hans Moser (Trick)
  • Thomas Rosié
  • Holger Thal (Trick)
Person, sekundär
  • Karl Marx

Kurzinhalt (Englisch)

Cheerful satiric observations on the theme of city noises, especially the “interpersonal” noise, which could be avoided.

Langinhalt

0:00:00

Schwenk über Tuner mit Namenszug der Marke „REMA Toccata 940“;

Totale auf Lautsprecher-Box mit Namenszug der Marke „RFT“, unterlegt mit Musik der

DDR-Band „Karat“ (OT);

Totale auf Skyline von Ost-Berlin-Mitte mit Fernsehturm, Rotes Rathaus und Hochhäusern auf dem Alexanderplatz, unterlegt mit Geräusch einer quietschenden Straßenbahn;

Totale auf Volkspolizist vor einem Polizeiauto mit Lautsprechern auf dem Dach stehend und in die Kamera sprechend (OT), dass sich grundsätzlich jeder Bürger zu jeder Tageszeit wegen vorsätzlicher Ruhestörung an die Volkspolizei wenden kann;

Totale auf einen Arzt in seiner Praxis sitzend und in die Kamera sprechend (OT), dass man sich grundsätzlich nicht gegen Lärm schützen kann;

Humoristische Animation/Zeichentrick:

In ein gezeichnetes menschliches Ohr dringen verschiedene akustisch und bildlich dargestellte Geräusche ein: Vogelgezwitscher, Triumphmarsch „Einzug der Gladiatoren“ (Komponist: Julius Fucik), Motorengeräusch eines Baufahrzeugs;

Insert: Das Ohr und WIR,

unterlegt mit unangenehmen Klopf- und Piep-Geräuschen bei einer Mikrofon-Regelungssteuerung;

humorvoll inszenierter Auftritt des Moderators (Gerd Grasse (Schauspieler):

Totale auf Moderator in einem Studio vor Mikrofon sitzend; daneben steht das Modell eines menschliches Ohres und ein Magnet-Tonbandgerät (Modell: Unitra M 1417 S Uwertura Stereo, Marke: ZRK Polen) und an der Wand hängt ein Plakat mit einem menschlichen Ohr und Filmtitel „Das Ohr und WIR“;

Moderator klopft wegen der Piep-Geräusche an das Mikrofon, macht Sprechprobe (1, 2, …), der Moderator spricht, aber es ist kein Ton zu hören, ein Techniker kommt und versucht, das Mikrofon zu reparieren und geht erschrocken aus dem Bild, das Mikrofon funktioniert wieder und der Moderator spricht über das Ohr an sich und seine Funktion als ein Teil der Sinnesorgane … (OT);

der Moderator schaltet das Tonbandgerät ein;

Totale auf sich drehende Magnettonbänder, das Geräusche abspielt, die filmisch bebildert werden:

Aus dem offenen Fenster eines Hinterhauses auf Nachbarn schimpfendes Ehepaar sowie Kindergeschrei im Hinterhof;

Totale auf Fußballfans/Schlachtenbummler eines Fußballvereins mit Vereinsfahnen auf der Straße und laut den Namen des Fußballvereins rufend;

Totale auf Vogelkäfig/Vogelbauer mit zwitscherndem Wellensittich an einem offenen Fenster stehend, mit im Hintergrund zu sehendem und zu hörendem lauten Straßenverkehr;

Totale auf ein nachts schlafendes junges Paar bei offenem Fenster, durch das das quietschende Geräusch einer Straßenbahn dringt, der junge Mann steht auf und macht das Fenster zu, legt sich wieder ins Bett und nun ist laute Partymusik von Nachbarn zu hören;

Fortsetzung des humorvoll inszenierten Auftritts des Moderators (Gerd Grasse (Schauspieler), der in die Kamera sehend darlegt, dass man ja die Ohren im Gegensatz zu den Augen nicht schließen kann und er bittet die Zuschauer, die Augen zu schließen: Mit an der Kamera angeklebten Wimpern wird das „Auge der Kamera“ geschlossen und es ist dunkel, danach gehen die Wimpern wieder auf;

der Moderator fährt fort und erklärt die Schwierigkeiten, wenn man sich die Ohren zuhält, dazwischen Totale auf eine Zeichnung von einer Konferenz mit Redner, bei der sich die Konferenzteilnehmer mit den Fingern die Ohren zuhalten,

der Moderator fährt fort und erklärt: „Der kürzeste und sicherste Weg von Mensch zu Mensch ist die Akustik, der Schall, die Sprache, die Musik ...“;

Humoristische Animation/Zeichentrick:

Totale auf Zeichnung von einer Familie mit Vater (Zeitung lesend), Mutter (strickend) und Kind (gelangweilt) am Wohnzimmertisch sitzend und schweigend, unterlegt mit Kommentar: „Der fehlende Kontakt in dieser Familie kann beispielsweise durch einen einfachen Knopfdruck behoben werden.“;

das Kind schaltet das Radio ein, Musik ist zu hören und die Eltern schimpfen beide über die laute Musik;

Zoom vom Wohnzimmerfenster der Familie in Farbe auf alle anderen grauen Fenster eines Wohnblocks, unterlegt mit Kommentar: „Sehen sie, so rauft sich eine Familie zu einem Kollektiv zusammen, werden Menschen aufeinander aufmerksam, wird eine Brücke geschlagen vom Ich zum Wir.“;

Fortsetzung des Interviews mit Volkspolizisten vor einem Polizeiauto mit Lautsprechern auf dem Dach stehend, in die Kamera sprechend (OT) und erklärend, dass es wichtig ist für die Volkspolizei zu prüfen, ob die Ruhestörung vorsätzlich erfolgt ist …. und dass auf der Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen ein Ordnungsgeld in Höhe von bis zu 300,-- Mark oder bis 1 000,-- Mark erhoben und außerdem das entsprechende lärmverursachende Gerät eingezogen werden kann;

In einem RFT-Fachgeschäft:

Totale auf Radiogerät mit Namenszug „RFT RECEIVER RK 8 HIFI QUADRO“, unterlegt mit Rockmusik;

Totale auf Fachverkäufer in Kittel hinter dem Ladentisch stehend und am RFT RECEIVER RK 8 HIFI QUADRO Musik leiser drehend, daneben stehend zwei große Lautsprecher-Boxen, unterlegt mit fragender Kommentarstimme an den Verkäufer gerichtet: „Zum Hausbauen benötigt man eine Baugenehmigung, zum Angeln einen Angelschein etc. aber welche Genehmigung benötigt man eigentlich, wenn man diese Musikanlage in einem dicht besiedelten Wohngebiet betreiben will?“;

Der Fachverkäufer schmunzelt verlegen und kann die Frage nicht beantworten;

Totale auf eine antwortende Fachverkäuferin im weißen Kittel: „Das einzige, was sie dazu brauchen ist, dass sie die Rundfunkgebühren bezahlen.“;

Anatomie des Ohres:

Zeichnerische Darstellung der Anatomie des Ohres und der Weg des Schalls in das Ohr, durch den äußeren Gehörgang zum Innenohr mit Hilfe eines Zeigestocks, unterlegt mit Erklärungen zum Aufbau des Innenohrs;

Nachfolgend werden reale Geräusch-Beispiele gezeigt, die das Gehirn reizen, die Auswirkung dieses Geräusches im Ohr und auf das Gehirn wird mit jeweils einer gebastelten Anlage simuliert und unterlegt mit Kommentar;

Totale auf real tropfenden Wasserhahn mit Geräusch,

Totale auf nächtlich beleuchteten Wohnblock, unterlegt mit Bohr- und Hammergeräuschen von Heimwerkern,

Totale von oben auf Lkw mit Plane, von dem bei laufendem Motor Baumaterialien/Bretter lautstark abgeladen werden,

Totale nachts auf beleuchtetes Fenster, vor dem bei einer Party getanzt wird und laute Musik und lautes Gelächter zu hören ist und sich der Nachbar darunter aus dem Fenster nach oben lauthals beschwert;

Nachfolgend kommen von Lärmbelästigung Betroffene im Interview (OT) zu Wort:

Totale auf einen älteren Hausbewohner eines Wohnhauses in der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin-Friedrichshain auf Sofa sitzend und vor ihm auf dem Tisch Papiere liegend, der im Interview über Probleme mit der lauten Discomusik vom Café Warschau erzählt (OT): „Vier Familien müssen täglich Schlaftabletten und Ohropax nehmen, um Ruhe finden zu können.“;

Totale auf eine Kindergärtnerin mit Kindern an Tischen sitzend und Mittag essend, erzählt (OT), dass die Kinder nur Mittagsschlaf halten können, wenn die Fenster im Kindergarten geschlossen sind, um die laute Radiomusik aus den angrenzenden Wohnungen eindämmen zu können;

Totale auf eine junge Mutter in ihrer Wohnung sitzend und erzählend (OT), dass ihr Sohn auf niemanden Rücksicht nimmt beim lauten Musikhören;

Totale auf Hausfrau vor Gardine am Fenster stehend und erzählend (OT), dass sie am liebsten rausgehen und über den Hof rufen möchte, dass die Nachbarn „ihren Kasten“ (Fernseher/Radio) leiser machen sollen oder die Fenster schließen sollen;

Fortsetzung Interview mit der jungen Mutter in ihrer Wohnung sitzend und erzählend (OT), dass sie unter Angstzuständen litt, wenn sie nach Hause kam, Tabletten nahm um schlafen zu können und sich einen Schallschutz-Kopfhörer besorgt hatte, den sie in die Kamera hält;

Fortsetzung Interview mit dem älteren Hausbewohner eines Wohnhauses in der Karl-Marx-Allee in Ost-Berlin-Friedrichshain (OT), dass die Hausgemeinschaft in vier Jahren 12 Eingaben (Beschwerden) eingereicht hat beim Bezirksbürgermeister, bei der HO-Gaststättendirektion, bei den Kreis- und Bezirkshygieneinspektionen, dies aber ohne Erfolg blieb und deshalb 12 Familien beim Stadtbezirksgericht wegen ungesetzlicher Lärmbelästigung Klage eingereicht haben;

Totale auf Front eines Wohnhauses/Altbau mit darübergelegten Trickdarstellungen mit unterschiedlichen Beispielen der Lärmbelästigungen:

Lautes Singen (Ariengesang), Hundegebell, laute Rockmusik (E-Gitarre), Schießen (Pistole) in Spielfilm im Fernsehen, Baulärm (elektrische Säge);

Fortsetzung Interview mit Arzt in seiner Praxis sitzend und in die Kamera sprechend (OT), über die Funktion des Ohres und dass das Hörorgan gegen die zunehmende Lärmbelästigung ungenügend geschützt ist;

Totale auf Skyline von Ost-Berlin-Mitte mit Fernsehturm, Rotes Rathaus und Hochhäusern auf dem Alexanderplatz (s. o.) mit tricktechnisch dargestellter regenbogenartiger Lärmglocke mit grafischen Symbolen über der Stadt, unterlegt mit Geräuschen wie lautes Singen (Ariengesang), Hundegebell, laute Rockmusik (E-Gitarre), Schießen (Pistole) in Spielfilm im Fernsehen, Baulärm (elektrische Säge), Nachbarschaftsstreit, Straßenverkehrslärm, quietschende Straßenbahn, Presslufthammer;

Animation/Zeichentrick:

Totale auf ein gezeichnetes Gesicht aus einem Ohr, aus dem eine Träne tropft, unterlegt mit dem Weinen eines Kindes (OT)

Abspann: Drehstab

0:11:00

Ende

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