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Der Augenzeuge 1948/110

14 Min., Schwarz-Weiß, Dokumentarfilm
Deutschland (Sowjetische Zone)
DEFA Deutsche Film-Aktiengesellschaft, 1948

Länge in m
393
Anlaufdatum

Kurzinhalt (Deutsch)

1. Kinder suchen ihre Eltern (25 m)

2. Jugend in Gefahr

3. FDGB-Protest gegen Willkür in den Westzonen (30 m)

4. Überholung von Kraftwerken (42 m)

5. Ein Meister der Chirurgie (Herzoperation) (65 m)

6. Schwedische Gymnastik (16 m)

7. Telefonzentrale: Wenn der Groschen fällt (37 m)

8. Bäume in Moskau (26 m)

9. Diskussion: Berliner Rundfunk und Nordwestdeutscher Rundfunk (28 m)

10. Weibliche Polizei (25 m)

11. Märchenoper "Die Kluge" in der Komischen Oper (56 m)

(Quelle: PROGRESS Film-Verleih)

Filmstab

Kamera
  • Heinz Jaworsky
  • Erich Barthel
  • Harry Bremer
  • Walter Fehdmer
  • Richard Groschopp
  • Kurt Krigar
  • Erich Nitzschmann
Schnitt
  • Ella Ensink
Musik
  • Carl Orff
Ton
  • Heinz Reusch
Produktionsleitung
  • Paul Schmidt
Redaktion
  • Marion (auch: I. M.) Keller
  • Herbert Schmidt (Sportredaktion)
Person, primär
  • Alexander Bakulew
  • Helene Berger
  • Hans Busch
  • Axel Eggebrecht
  • Rudolf Gabler
  • Herbert Geßner
  • Elisabeth Grümmer
  • Erwin Haberfeld
  • Wolfgang Harich
  • Eva Heißler
  • Josef Herrmann
  • Willi Heyer-Krämer
  • Alfred Kaczmarek
  • Ingeborg Schmolt
  • Eberhard Schütz
  • Peter Alfons Steiniger
  • Willy Troester
  • Karl-Eduard von Schnitzler
  • Peter von Zahn
  • Erich Zeiler
  • Gottlieb Zeithammer
Person, sekundär
  • Wilhelm Grimm (Gebrüder Grimm)
  • Jacob Grimm (Gebrüder Grimm)

Langinhalt

0:00:33

1. „Kinder suchen ihre Eltern“

Ernst-Otto Bannert

unterlegt mit Kommentar: „aus Königsberg, sucht die Angehörigen.“

Gisela Amberger

unterlegt mit Kommentar: „in Goldbach und

Frieda Amberger in Tulpirsken geboren, suchen den Vater.“

Josef Lursky

unterlegt mit Kommentar: “Geburtsort Reisig bei Eger, sucht die Eltern, die sich im Lager Ausschwitz befanden.“

Irmgard Pikut

unterlegt mit Kommentar: „in Engelstein geboren, möchte die Angehörigen finden. Die Eltern sind tot.“

Hans Jürgen Hammer

unterlegt mit Kommentar: „hat keine Eltern mehr, sucht Verwandte, die in Köln wohnten.“

Wolfgang Link

unterlegt mit Kommentar: „in Königsberg beheimatet, sucht Vater und Mutter.“

Insert: „Sie sahen die Kinder:

Ernst-Otto Bannert

Gisela Amberger

Frieda Amberger

Josef Lursky

Irmgard Pikut

Hans Jürgen Hammer

Wolfgang Link

Bisher haben 314 Kinder durch uns ihre Eltern wiedergefunden.

Alle Auskünfte durch die Redaktion des AUGENZEUGEN,

Berlin C 2, Hankestr. 3“

0:01:24

2. „Jugend in Gefahr“

Schüler in einer Schulklasse (ca. 14 Jahre alt) sitzen und sich miteinander unterhaltend vor Unterrichtsbeginn in ihren Schulbänken; die Schüler stehen auf; Totale auf in den Klassenraum kommenden jungen Lehrer. OT Lehrer: „Guten Morgen. Wer fehlt heute?“; ein Schüler zählt stehend die Namen der drei fehlenden Schüler auf (OT) und die Kamera zeigt nacheinander die drei fehlenden Plätze;

ein Junge mit seiner Mutter in der Küche packt seine Schulbücher aus seiner Schultasche aus und beide gehen mit leeren Taschen und Rucksack aus der Küche, unterlegt mit Kommentar: „Und wo sind diese Jungen, die in der Schule fehlen? Der eine fährt hamstern ...“;

ein Junge steht mit einem kleinen Handwagen vor einem Bahnhof mit vielen Passanten und transportiert damit Koffer und Taschen einer Frau, unterlegt mit Kommentar: „... andere verdienen sich ein paar Mark mit kleinen Aufträgen oder Geschäften aller Art, die nicht immer ganz astrein sind; ein Junge steht vor dem Eingang des Kinos „Astor“ (Filmtheater in Berlin-Charlottenburg, Kurfürstendamm) und verkauft an einen Passanten Kinokarten; Totale auf Kinokasse mit Schild „Ausverkauft“ und nach Kinokarten anstehenden Menschen; ein Junge springt über einen Gartenzaun und stiehlt mit einem weiteren Jungen aus dem Garten Blumen; Totale auf Menschen aus einer U-Bahn kommend und der Junge Blumen verkaufend; ein Vater isst aus Feldgeschirr, die ihm sein Sohn ins Werk gebracht hat und versteckt anschließend Schmuggelware im Feldgeschirr, die der Junge am Pförtner vorbei aus dem Werk bringt, unterlegt mit Kommentar: „Jugend in Gefahr – Auch das ist ein Erbe des Nazi-Krieges. Von euch, Eltern hängt es ab, ob ihr eure Kinder vor den Gefahren, die aus der Not unserer Zeit erwachsen, bewahrt. Den Kindern ein übles Vorbild geben und sie als Handlanger für schlechte Geschäfte benutzen – das ist heute mehr denn je verantwortungslos.“

0:02:55

3. „Zurück?“

Zur Spaltung der Gewerkschaften:

v. E. von einer Demonstration des FDGB in den vom Krieg zerstörten Straßen und auf Plätzen von Groß-Berlin mit Transparenten wie „FDGB Bez. Lichtenberg; Redner (stumm) mit Mikrofon auf Lkw; Lautsprecher; Demonstrationszug zieht an Neptun-Brunnen auf Alexanderplatz vorbei; Demonstrationsteilnehmer fahren auf Lkws mit angebrachten Losungen; Naheinstellungen von Demonstrationsteilnehmern; Demonstrationszug zieht durch die Liebknechtstraße (heute Rosa-Luxemburg-Straße) mit dem zum Wiederaufbau eingerüsteten Theater „Volksbühne“ im Hintergrund; Menschenmassen auf Luxemburgplatz (heute Rosa-Luxemburg-Platz) mit U-Bahnhof Schönhauser Tor (heute Rosa-Luxemburg-Platz),

unterlegt mit Kommentar: „Durch die Straßen der Hauptstadt Deutschland, durch Straßen, die nicht von Ruinen umsäumt wären, hätten sich die arbeitenden Menschen in Deutschland 1933 nicht voneinander trennen und isolieren lasen, ziehen im Juni 1948 Hunderttausende. Ihr Protest gilt den Spaltern, die dieselbe Gewerkschaftseinheit, die sie, die Demonstranten, nach Kriegsende mühsam aufgebaut haben, jetzt auf anglo-amerikanischen Befehl wieder zerschlagen wollen. Ihr Protest gilt den Willkürakten gegen Gewerkschaftsbüros in den Westsektoren Berlins.“

0:03:57

4. „Reparaturen an Kraftwerken“

im Heizkraftwerk (Kohlekraftwerk) Dresden-West:

Schwenk über Werksanlagen; v. E. von den Reparatur- und Überholungsarbeiten nach dem Winter:

Arbeiter bauen aus den Kühltürmen die Kühlhorden aus, neue Feuerroste werden in die Kessel eingesetzt, Lichtböcke werden aufgesetzt; innerhalb der Kessel werden die Heizrohre gereinigt;

im Großkraftwerk (Kohlekraftwerk) Hirschfelde:

Arbeiter reparieren die 40 Millionen-KW-Dampfturbine und setzen neue Schaufeln ein;

im Heizkraftwerk Dresden-West:

Totale auf die Schlosser Erich Zeiler, Alfred Kaczmarek und Rudolf Gabler bei Entrostungsarbeiten auf den 65 m hohen Schornsteinen mit Blick auf Dresden

0:05:25

5. „Ein Meister der Chirurgie“

Prof. Alexander Bakulew, einer der Gründer der Herz- und Gefäßchirurgie der Sowjetunion (UdSSR):

Prof. Alexander Bakulew röntgt mit einem Röntgengerät das Herz eines Patienten; Aufnahmen aus einem sowjetischen wissenschaftlichen Film zeigen ein schlagendes Herz (v. E.); Prof. Bakulew führt weitere Untersuchungen am Patienten durch; OP-Schwestern bereiten den Patienten für eine Herzoperation vor; Sitz des Herzens im Brustkorb eines Menschen (Trick); Prof. Bakulew während des chirurgischen Eingriffs am offenen Herzen (Nahaufnahme); Totale auf Teil des herausoperierten verhärteten Herzbeutels; Nahaufnahme vom schlagenden Herz während der Operation; Nahaufnahme vom operierenden Prof. Bakulew; Nahaufnahme vom nach der Operation im Krankenbett liegenden Patienten

0:07:04

6. „Kraft und Schönheit in Originalfassung“

v. E. von einer schwedischen Turnerinnen-Mannschaft bei ihrem Training an Deck eines Überseeschiffs während der Rückreise von Amerika nach Schweden: Gymnastik, Bodenturnen, Bocksprung und Pferdsprung

0:07:40

7. „Wenn der Groschen fällt“

Satire über die Arbeit und Zuständigkeiten des Postamtes:

Eine junge Frau will in in einem Fernsprechhäuschen (Telefonzelle) mit Schild „Öffentlicher Fernsprecher“ telefonieren und klopft gegen den Apparat; ein junger Mann kommt hinzu und fragt (OT): „Es geht wohl nicht, darf ich ihnen behilflich sein?“ und holt das Münzgeld aus dem Apparat mit der Bemerkung: „Der Groschen wäre gefallen.“; die junge Frau bedankt sich und beide verlassen die Telefonzelle; die junge Frau geht zum Postamt (Schild „Postamt“); die junge Frau steht am Schalter im Postamt und spricht zum Postbeamten (OT): „Ich möchte ihnen nur sagen, dass der Apparat in der Fischerstraße ...“, der Postbeamte unterbricht sie abweisend und gelangweilt (OT): „Das müssen sie beim Fernsprechamt melden.“; ein Disput über Zuständigkeiten entsteht;

der Postbeamte dreht sich im Kreis (Trick), unterlegt mit Kommentar: „Oh, dieser Döskopf müsste durchgerüttelt werden, um erst einmal einen klaren Kopf zu kriegen ...“;

Totale auf einen plötzlich sehr freundlichen Postbeamten (OT): „Schönen Dank, Fräulein, ich mache gleich eine Meldung und gebe sie einem Kollegen mit.“

0:08:48

8. „Bäume fahren in die Stadt“

Moskau:

Totale auf Kolonne von Lkws auf einer Hauptverkehrsstraße fahrend, die mit ausgewachsenen Bäumen beladen sind, unterlegt mit Kommentar: „Auf den Straßen und Plätzen von Moskau werden in diesem Jahr 180 000 Bäume angepflanzt.“; Menschen schaufeln tiefe Erdlöcher am Straßenrand; ein Krahn setzt einen ausgewachsenen Straßenbaum in ein Erdloch; Schaulustige sehen zu; v. E. von den Baumpflanzungen; Totale auf Springbrunnen mit ausgewachsenen Bäumen daneben stehend; v. E. von Straßen mit Straßenverkehr, Passanten, modernen Bauten und Bäumen sowie Alleen in Moskau, unterlegt mit Kommentar: „Fast 20jährige Linden stehen nach wenigen Stunden an ihrem neuen Platz ...“

0:09:43

9. „Diskussion im Äther“

Beitrag zum Beschluss des II. Deutschen Volkskongresses am 17./18. März 1948 in Berlin zum „Volksbegehren des Deutschen Volksrates für Einheit und gerechten Frieden“, das vom 23. Mai bis 13. Juni 1948 stattfand:

Totale auf Gebäude Haus des Rundfunks/Berliner Rundfunk in der Masurenallee, Berlin;

Totale auf Bühne mit Diskussionsteilnehmern, mit Losung: „Deutschland ist eine unteilbare Demokratische Republik, in der den Ländern ähnliche Rechte zustehen sollen, wie sie die Verfassung des Deutschen Reiches vom 11. 8. 1919 enthielt.“;

Totale auf aufmerksam zuhörendes Publikum, unterlegt mit Kommentar: „Der Große Sendesaal des Berliner Rundfunks war Schauplatz der ersten Rundfunkdiskussion zwischen Mitarbeitern zweier deutscher Sendenetze seit Kriegsende.“ (erste öffentliche Diskussion zwischen Berliner Rundfunk (BERU) und Nordwestdeutscher Rundfunk (NWDR) am 11. Juni 1948);

Ausschnitt aus Diskussionsveranstaltung (stumm):

Naheinstellungen von den vier Vertretern des Berliner Rundfunks mit Karl Eduard von Schnitzler, Herbert Geßner, Prof. Dr. Alfons Steiniger und Wolfgang Harich;

Naheinstellungen von den vier Vertretern des NWDR mit Willy Troester, Erwin Haberfeld, Peter von Zahn und Eberhard Schütz; Nahaufnahme vom Diskussionsleiter Axel Eggebrecht (NWDR Hamburg); Naheinstellung vom aufmerksam zuhörenden Publikum;

0:10:31

10. „Wie wird man eine Wespe?

Schwenk von Ampel auf an Straßenkreuzung stehende Berliner Schutzpolizistin, im Volksmund „Wespe“ genannt;

aus an Haltestelle einfahrende Straßenbahn holt die Polizistin Passagiere aus der völlig überfüllten Straßenbahn;

eine Schutzpolizistin Ingeborg Schmolt (frühere Verkäuferin) führt Kinder an der Hand haltend über die Straße, vorbei an eine Verkehrspolizistin; zwei Schutzpolizistinnen (Eva Heißler, früher kaufmännische Angestellte) und Helene Berger (früher Arztsprechstundenhilfe) führen Lkw-Kontrolle im Straßenverkehr durch;

Schutzpolizistinnen in Uniform mit ihrem Lehrer bei ihrer Ausbildung im Unterricht

0:11:14

11. „Die Kluge“

Ausschnitte aus der Oper „Die Kluge“ von Carl Orff (Musik und Libretto, nach dem Märchen „Die kluge Bauerntochter“) in der Komischen Oper Berlin (OT):

Szene mit Josef Herrmann als König und Elisabeth Grümmer als die Kluge; Szene der drei Strolche mit Hans Busch, Willi Heyer-Krämer und Gottlieb Zeithammer; Schlussszene mit Elisabeth Grümmer als die Kluge und Josef Herrmann als König

0:13:07

Abspann

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