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Haus im Feuer

Regie: Carl Balhaus (auch: Ballhaus), Spielfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Spielfilme, 1959/1960

Sonstiger Titel
Die Stunde der toten Augen
Literarische Vorlage
Thürk, Harry: "Die Stunde der toten Augen", Roman

Kurzinhalt (Deutsch)

Im Winter 1944 verläuft die Frontlinie direkt hinter dem ostpreußischen Dorf Haselgarten. Als einzige Zivilistin ist die junge Frau Anna geblieben. Sie versteckt den aus der Gefangenschaft geflohenen russischen Offizier Warasin. Der deutsche Fallschirmjäger Thomas Bindig, der Anna den Hof macht, weiß davon, verrät Warasin jedoch nicht. Nach einer erfolgreichen russischen Offensive liegt Haselgarten hinter der Frontlinie. Anna wird nun von den Russen mit Lebensmitteln versorgt. Bindig, der sich schwer verletzt von seiner Truppe abgesetzt hat, taucht bei Anna auf. Sie informiert Warasin, der sich jedoch weigert, Bindig gefangen zu nehmen, sondern fordert, er solle sich freiwillig in Gefangenschaft begeben. In den letzten Kämpfen kommen die Hauptfiguren ums Leben.

(Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Kontext

Das Filmprojekt HAUS IM FEUER basierte auf dem 1957 in der DDR erschienenen Bestseller-Roman „Die Stunde der toten Augen“ von Harry Thürk. Wie die literarische Hauptfigur diente auch Thürk im Zweiten Weltkrieg als Fallschirmjäger der Wehrmacht. Während das Buch anfänglich positiv aufgenommen und prämiert wurde, geriet es ab 1958 zunehmend in die Kritik der DDR-Kulturfunktionäre und -Medien. Bemängelt wurden vor allem die drastische Sprache und die Darstellung des Krieges als bloßes Abenteuer, ohne dem Publikum eine klare sozialistische bzw. antifaschistische Perspektive zu vermitteln.

Die konkreten Planungen für eine Verfilmung begannen im November 1958. Im März und April 1959 realisierte Produktionsleiter Werner Dau mit Regisseur Herbert Ballmann und Kameramann Günter Eisinger Probeaufnahmen. Die Besetzung der weiblichen Hauptrolle gestaltete sich schwierig und führte zu Verzögerungen. In der ersten Maihälfte 1959 wurde die Produktion gestoppt und der Regievertrag mit Herbert Ballmann außer Kraft gesetzt.

Im Sommer 1959 folgten Debatten über die Zukunft des Projekts. Die Regie wurde Carl Balhaus übertragen. Unter Balhaus erfolgte im September 1959 eine grundlegende Überarbeitung des Drehbuchs. Mit einem Budget von 1,3 Millionen Mark lief die Produktion an. Adolf Fischer übernahm die Produktionsleitung. Der erste Drehtag fand am 28. Oktober 1959 statt.

Spätestens Anfang Dezember 1959 sah sich die Produktion massiver inhaltlicher Kritik ausgesetzt. Es fanden mehrere Sichtungen des bereits gedrehten Materials mit den Filmschaffenden, der Studioleitung, Vertretern des Künstlerischen Rates des Studios und der staatlichen Filmstelle, VVB Film, statt. In den anschließenden Debatten, die sich vor allem an der Figur des Thomas Bindig und dem ideologischen Widerspruch zwischen seiner Rolle als Kriegsverbrecher und der Funktion als „positiver Held“ entzündete, konnte keine Einigung erzielt werden. Daraufhin wurde eine weitere Vorführung vor dem gesamten Künstlerischen Rat für den 5. Januar 1960 angesetzt. Bei dieser Sitzung forderte die Mehrheit der Ratsmitglieder den Stopp des Projekts. Studiodirektor Albert Wilkening folgte dieser Empfehlung. Zu diesem Zeitpunkt waren die Dreharbeiten zu etwa 50 Prozent abgeschlossen.

Bis Spätsommer 1961 schlossen sich Diskussionen, Drehbuchänderungen und wiederholte Sichtungen an. Die inzwischen gegründete Künstlerische Arbeitsgruppe „Solidarität“, der auch Carl Balhaus angehörte, stoppte das Projekt am 29. September 1961 endgültig. Mehrheitlich sahen die Gruppenmitglieder die frühere Kritik bestätigt, wonach sich der Film in die „Psychologie eines Killers“ begebe. Vor dem Hintergrund des kurz zuvor erfolgreich angelaufenen Fernsehmehrteilers GEWISSEN IN AUFRUHR wurde HAUS IM FEUER als ideologischer und ästhetischer Rückschritt gewertet – eine kulturpolitische Notwendigkeit für die Fertigstellung des Films war nicht mehr gegeben.

Das gedrehte Filmmaterial ist nach heutigem Stand nicht überliefert und gilt als vernichtet.

Filmstill zu "Haus im Feuer"

(R: Carl Balhaus, 1959/60) Fotografen: Waltraut Pathenheimer, Herbert Kroiss, Heinz Wenzel

Filmstill zu "Haus im Feuer"

(R: Carl Balhaus, 1959/60) Fotografen: Waltraut Pathenheimer, Herbert Kroiss, Heinz Wenzel

Filmstab

Regie
  • Carl Balhaus (auch: Ballhaus)
Drehbuch
Kamera
  • Walter Fehdmer
Darsteller
  • Inge Keller (Anna)
  • Ulrich Thein (Thomas Bindig)
  • Hans-Peter Minetti (Georgi Warasin)
  • Ekkehard Schall (Zado)
  • Heinz Voß (auch: Voss) (Timm)
  • Alexander Papendiek (Mosek)
  • Hilmar Thate (Verwundeter)
Regieassistenz
  • Heinz Mentel
Kameraassistenz
  • Walter Küppers
Szenenbild
  • Oskar Pietsch
Dramaturgie
  • Marieluise Steinhauer
  • Helmut Lütge
Ton
  • Bernd Gerwien
Kostüm
  • Joachim Dittrich
Maske
  • Stefan Jezierski
Requisite
  • Erich Schulte
  • Hermann Bertz
  • Erich Düring (Außenrequisite)
Produktionsleitung
  • Adolf Fischer
Aufnahmeleitung
  • Fritz Brix
  • Horst Schmidt
DEFA-Fotograf
  • Waltraut Pathenheimer
  • Herbert Kroiss
  • Heinz (auch: Hein) Wenzel

Kurzinhalt (Weitere Sprachen)

Nell'inverno del 1944 la linea del fronte corre dietro al paesino di Haselgarten, nella Prussia orientale. Anna, l'unica civile rimasta in paese, nasconde l'ufficiale russo Machinow, fuggito di prigionia. Thomas Binding, un paracadutista tedesco innamorato di Anna, pur conoscendo il suo segreto, non lo svela a nessuno. L'offensiva russa riporta il villaggio di Haselgarten dietro la linea del fronte e le truppe russe riforniscono Anna con dei viveri. Binding, gravemente ferito, lascia le truppe e si presenta da Anna. Lei informa Machinow, che tuttavia si rifiuta di arrestare Binding, ma pretende, che si consegni come prigioniero volontario. Tutti i protagonisti muoiono negli ultimi scontri. (Italienisch)

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