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Teddy

Regie: Volker Koepp, 25 Min., Schwarz-Weiß, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1973

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
680
Anlaufdatum
Filmplakat zu "Teddy"

(R: Volker Koepp, 1973) Grafiker: Norbert Schmid

Kurzinhalt (Deutsch)

Diese schwarz-weiß-Dokumentation berichtet mit interessanten historischen Foto- und Filmeinblendungen in 9 Kapiteln über den Lebensweg Ernst (Teddy) Thälmanns von seiner Geburt am 16.4.1886 an bis hin zu den letzten Wahlkämpfen vor der Machtübernahme der Faschisten im Jahre 1933. Mit Zitaten aus Thälmanns autobiographischen Notizen und überleitenden Kommentierungen wird ein sehenswerter Bogen gespannt von den unmenschlichen Arbeits- und Wohnbedingungen der Arbeiterklasse um 1900 und der Großmannssucht während der Kaiserzeit von Wilhelm II. bis hin zu den treuen KPD-Anhängern aus Hamburg die gegen das Berufsverbot (Radikalenerlass) demonstrieren und so anknüpfen an den vorgelebten Gerechtigkeitssinn von Ernst Thälmann.

Filmstill zu "Teddy"

(R: Volker Koepp, 1973)

Filmstill zu "Teddy"

(R: Volker Koepp, 1973)

Filmstab

Regie
  • Volker Koepp
Drehbuch
  • Volker Koepp
Kamera
  • Archivmaterial
  • Christian Lehmann

Langinhalt

0:00:00

Porträtfoto des jungen Ernst Thälmann (nah). Titeleinblendung "TEDDY". Ein Dokumentarfilm über die Kindheit und Jugend Ernst Thälmanns. Hergestellt im VEB DEFA-Studio für Kurzfilme. Die Mitarbeiter: Barbara Masanetz; Annerose Richter; Hans-Jürgen Mittag; Klaus Dörrer; Wera und Claus Küchenmeister; Christian Lehmann; Volker Koepp. Umschnitt. Blick (von oben, mit Schwenk) über den Hafenbereich von Hamburg bis auf die Werft von "Blohm + Voss" (halbtotal). Fahraufnahme auf dem Wasser durch den Hafen von Hamburg (halbtotal). Verschiedene Einstellungen von Überseefrachtern und Zubringern im Hafengebiet (halbtotal). Fahraufnahme durch den Hafen mit Blick auf die Häuser in Altona (halbtotal). Frachter werden Be- und entladen (halbtotal). Schwenk über fliegende Seemöwen im Hafen (halbtotal). Umschnitt

0:01:45

Historischer Film aus dem Jahre 1885 zum 70. Geburtstag von Bismarck: Otto von Bismarck, Abgeordnete und Geschäftsleute prosten sich mit Champagner zu (halbtotal). Bismarck nimmt seine 3 Kinder auf den Schoß und die Kinder gratulieren (halbtotal). Foto vom "Alter Wall" in Hamburg (nah). Kommentar "In dieser Straße, im Haus Nr. 68 wird Ernst Thälmann am 16. April 1886 geboren...(Schwenk über die Geburtsurkunde)...Die Eltern zeigen es an, Ernst, Johannes, Fritz. An diesem Tag melden die Zeitungen ...(Einblendung und Blättern in einer Tageszeitung)...drei Grad plus bei leichten Nordwind und bedeckten Himmel. Allen Eltern wird empfohlen "Groß ist ihr Eltern eure Pflicht, verzärtelt eure Kinder nicht. Pflanzt wenn zu pflanzen ist noch Zeit, Gehorsam und Genügsamkeit"...(Einblendung von Zeitungsannoncen)...und weiter in den Hamburger Nachrichten dieses Tages: Einen Selbstmordversuch machte eine bei einer Herrschaft am Neuen Steinweg dienende Magd...". Historische Filmaufnahme aus der Innenstadt von Hamburg (halbtotal). Umschnitt

0:03:55

Historische Filmaufnahme des Brandenburger Tores (halbtotal). Sprecher zitiert weiter aus der Hamburger Zeitung: "Aus Berlin wird ein Telegramm gedruckt. Die Prinzessinnen, Töchter Sophie und Margarete sind von den Masern soweit wieder hergestellt...(Filmeinblendung der Kinder)...das dieselben bereits einige Stunden außerhalb des Bettes zubringen konnten...(Filmeinblendung der spazieren gehenden Familie)..., das war in Berlin. Aus Hamburg gibt es aber noch zu berichten: Schumacherstreik. Gestern Abend hielten die Schumacher eine etwa von 300 Personen besuchte Versammlung ab...(Fotos von einer belebten Straße in Hamburg und Streikende in einer Straße)...es wurde konstatiert, dass ein Ende des Streiks nicht abzusehen sei...(Zoom auf die streikenden Schumacher auf der Straße)..., 16. April 1886". Umschnitt

0:04:25

Schrifteinblendung "Märkte". Rückwärtszoom von einem alten Foto des Hopfenmarktes an der Sankt Nicolai-Kirche von Hamburg (nah). Zoom auf ein historisches Foto des Marktes am Messberg in der Altstadt von Hamburg (nah). Schwenk über die Personen auf dem Markt des Messsberges (nah). Kommentar: "Die Märkte sind etwas besonderes für die Hamburger. Ernst Thälmann erinnerte sich viele Jahre nach seiner Kindheit: Meine Mutter stand lange Jahre auf dem Hopfenmarkt und hat Gemüse und Früchte aus Vierlande verkauft". Umschnitt. Fahraufnahme durch die Elblandschaft "Vierlande" im Bezirk Bergedorf bei Hamburg (halbtotal). Blick auf die Häuser hinter dem Deich (halbtotal). Frachter auf der Elbe (halbtotal). Historische Fotos aus Vierlande und Hamburger Marktplätzen mit Frauen in ihren Trachten (nah). Porträtfoto von Thälmanns Mutter in Tracht (nah). Historisches Foto von Frauen in Trachten auf dem Hopfenmarkt (nah). Porträtfoto von Thälmanns Vater (nah). Kommentar: "Das ist der Vater, auch er verkaufte Gemüse in Hamburg Eilbeck...(Einblendung einer historischen Postkarte aus Eilbeck)...ein kleines Geschäft, Gemüse, Steinkohlen, Fuhrbetrieb".

0:05:30

Schrifteinblendung "Schuljahre". Porträt des jungen Ernst Thälmann (nah). Erzähler: "Während meiner Schuljahre...(Filmeinblendung der Volksschule von 1890)... mußte ich ununterbrochen im Geschäft meiner Eltern tätig sein. Ich war ein fleißiger Schüler obwohl ich meine Schularbeiten in den meisten Fällen nur morgens vor der Schulzeit machen konnte, war ich bei den Lehrern geachtet...(Filmeinblendung mit Schwenk über die Fassade der Volksschule)...Geschichte, Naturgeschichte, Volkskunde, Rechnen und Turnen und Sport interessierten mich am meisten. Am wenigsten oder fast gar nicht war ich begeistert von der Religion...(Historisches Foto einer Jungenklasse der Volksschule)...Meine Kinderzeit war reich an wechselseitigen Erlebnissen und Erfahrungen". Historisches Foto von Jungen und Mädchen in einem Hamburger Innenhof (nah). Fotoeinblendungen alter Hamburger Fachwerkhäuser mit Geschäften (nah). Zoom auf die Kinder auf einem Foto vor einer "Destillation" (nah). Erzähler: "Der Drang immer wieder neue Bücher zu lesen hat mir manche Tracht Prügel von meinem Vater eingebracht, aber dann las ich an versteckten Stellen...(Historisches Foto einer Hamburger Geschäftsstraße)...um nicht beim Lesen erwischt zu werden. Was ich las war noch nicht Marx und Engels oder Lenin, sondern Schiller, Kleist, Herder und Goethe". Schwenk über ein Foto mit Kindern vor musizierenden Männern in den engen Gassen des Hamburger Gängeviertels (nah).

0:06:45

Kommentar: "Das Leben interessierte Teddy in jeder Weise, nicht nur wie es im Buche stand. Er war begeistert von den Musikanten…(Fotoeinblendung eines Musikers in einer Bierkneipe)…in den alten Hamburger Vierteln…(Foto von "Hamburger Typen", einem Bierversandwagen)...von den Kutschern mit ihren schweren Pferden, und dann war da das Leben in den Gastwirtschaften...(Fotoeinblendung einer Wirtschaft)...in denen nicht nur gefeiert wurde, sondern wo die Arbeiter sich trafen um politische Diskussionen zu führen...(Foto einer Gastwirtschaft und Frühstückslokals von außen)...Teddy hat später über seine ersten Erfahrungen nachgedacht". Filmeinblendung von Hamburger Fischverkäufern (halbnah). Schwenk über die Auslagen eines Trödelladens (halbnah). Erzähler: "Die Tätigkeit im Geschäft meines Vaters brachte es mit sich das ich schon früh den Umgang mit allen verschiedenen Menschen kennen lernte und ohne es bewusst zu wollen Menschenstudien machte...". Fischverkäufer im Hamburger Hafen (halbnah). Fischer bietet seine Schollen an (halbnah). Schwenk über einen Luftballonverkäufer mit Gasflasche (halbnah). Schwenk über die Fische in Holzkisten auf einem Kutter im Hafen (halbnah). Käufer und Verkäufer handeln auf einem Marktplatz (halbtotal). Männer mit einem Akkordeon vor einer Wurstbude (halbnah). Inder verkauft seine Schmuckwaren (halbnah). Junge spielt an einem Schiffstau auf dem Kutter (halbnah). Schwenk über die Fischkutter und Kauflustigen im Hafen vor dem "Blohm + Voss-Dock 6" (halbtotal). Umschnitt

0:08:20

Erzähler weiter: "...beim Einkaufen der Kunden im Geschäft merkte ich schon die sozialen Unterschiede im Volksleben. Bei den Arbeiterfrauen Elend, Not, Hunger, bei ihren Kindern geringe Einkäufe...(Historische Filmeinblendungen von Hinterhöfen mit voller Wäscheleine, schmutzigen Kindern, Hühnerstall im Innenhof, qualmenden Schornsteinen von Fabriken in Wohngegenden)...diesen Jammer habe ich als Junge tief empfunden und darüber mit meinen Eltern...(Historische Filmeinblendung von Adeligen in einer Kutsche und folgenden Offizieren auf Pferden)...und meiner Schwester häufiger gesprochen ohne des Rätsels Lösung schon zu fassen. Der Hinweis meiner Mutter, die armen Menschen müßten zu Gott beten, sie würden dann Hilfe von ihm bekommen...(Historische Filmeinblendung einer weiß gekleideten Adeligen auf einem Platz voller Tauben)...überzeugte mich deshalb nicht, weil ich wußte das das im Ernst einzelne Arbeiterfamilien getan hatten ohne das bei ihnen eine Linderung der Not eintrat. Hier begann ich schon als Kind ernsthaft zu zweifeln an der Gerechtigkeit des Allmächtigen". Ärmlich aussehende und verschmutzte Kinder in einem Innenhof im Arbeiterviertel (halbnah). Rückwärtszoom von einem historischen Foto der engen Gassen im Hamburger Arbeiterviertel (nah).

0:09:00

Schrifteinblendung "Geschichte". Blick (von oben) auf das Hamburger Hafengebiet mit dem Gaswerk in den 70er Jahren (halbtotal). Fahraufnahme durch den Hafen mit Blick auf die Türme des Gaswerks (halbtotal). Kommentar: "Teddy dachte nicht nur über seine unmittelbaren Erlebnisse nach. Sah er zum Beispiel das Gaswerk dort, wußte er, das ist die Stelle an der die Hamburger Hanseaten den Seeräuber Störtebeker geköpft hatten, von dem die Legende ging, er nahm von den Reichen um es den Armen zu geben...(Einblendungen von Illustrationen zu Störtebeker und der Seefahrt)...und solche Bilder die man in allen Schulbüchern des Kaiserreiches findet, sah er oft". Erzähler: "Das größte Interesse erweckten bei mir die Wikinger und die Hanseatenzeit und Störtebekers See-und Räuberleben, die Nibelungensage...(Illustration)...Andreas Hofer, Archibald Douglas, die Herrmannsschlacht...(Einblendung von Illustrationen zur Erzählung)...Ein ungeheures, leidenschaftliches Interesse erweckten diese großen Tatsachen in mir". Porträt des jungen Thälmann (nah).

0:10:30

Historische Filmaufnahmen von marschierenden Soldaten des Kaiserreichs in Berlin (halbtotal). Marschierende Soldaten auf einem großen Platz vor dem Kaiser (halbtotal). Kaiser Wilhelm II. hoch zu Ross (halbtotal). Blick auf das "Festprogramm zum Kaiserbesuch in Hamburg vom 18.10.1899" (nah). Kaiser Wilhelm II. verlässt ein Haus und wird von Offizieren mit Federschmuck auf den Helmen begleitet (halbtotal). Stapellauf eines Kriegsschiffes in Hamburg (halbtotal). Passagierdampfer fährt unter einer Brücke hindurch (halbtotal). Foto von Matrosen auf einem Segelschiff der Kriegsflotte (nah). Foto mit Kaiser Wilhelm auf einem Schiff mit einem großen Schwan am Bug (nah). Illustrationen von Kaiser Wilhelm vor See- und Kriegsschiff-Kulisse (nah). Kommentar: "Der Kaiser kam gern nach Hamburg...aus dem Hafen konnten die Deutschen die ganze Welt ansteuern. In einer Rede sagte der Kaiser, je mehr Deutsche auf das Wasser hinaus kommen, sei es im Wettstreit des Segelsports, sei es auf der Reise über den Ozean, oder im Dienste der Kriegsflotte, desto besser ist es für uns. Was sollte umso besser für uns sein? Für wen"?

0:11:30

Historische Filmaufnahmen: Abnahme einer Parade durch Kaiser Wilhelm II. (halbtotal). Blick (von oben) auf gefüllte Güterzüge mit Militärwagen (halbtotal). Kommentar: "Kolonien, seit 1884 bereits eignen sich die deutschen Militaristen zum Nutzen der Industrie afrikanische Gebiete an...(Foto einer deutschen Kanone in Afrika)...und was heraus geschafft wurde an Gütern...(Foto von deutschen Soldaten auf Pferden in Afrika)...an Rohstoffen landete in Hamburgs Hafen...(Foto von deutschen Offizieren vor einem Zelt in Afrika)...die, denen man es entwendet hatte, werden noch beschimpft...(historische Filmeinblendung von scheffelnden deutschen Offizieren in Afrika)...in Teddys Schulbuch war zu lesen: ihre vorstechenste Charaktereigenschaft ist die ganz unbeschreibliche Faulheit...(Foto von afrikanischen Arbeitern und deutschen Soldaten)...nur der Hunger treibt sie eine Arbeit vorzunehmen, so stand es im Schulbuch". Foto von Hamburger Reedern an Deck eines Schiffes (nah). Foto eines Lagerhauses in Hamburg "Tabak-Fabrik und Cigarren-Lager Otto Schwenk" (nah). Umschnitt auf das Jahr 1896, dem Jahr des größten Hafenarbeiterstreiks in Deutschland. Flugblatt "Streik im Hamburger Hafen. Ein Arbeiter, der auf seine Ehre hält, rührt während des Streiks im Hafen kein Stück Arbeit an"! (nah). Fotos von streikenden Arbeitern (nah). Umschnitt. Arbeiter gehen über eine Brücke im Hafengebiet in den 70er Jahren (halbtotal). Gewerkschaftler verteilen Flugblätter im Hafengebiet (halbtotal). Kommentar: "Der Arbeitskampf der Hamburger Hafenarbeiter entflammte später immer wieder auf, besonders heftig auch 1952, bis heute...". Blick (von oben) auf die ankommenden Arbeiter im Hafengebiet (halbtotal). Blick auf ein gefülltes Boot mit den Schauerleuten (halbtotal). Schwenk (von oben) über die Hafenarbeiter in den wartenden Zubringerbooten (halbtotal). Abfahrt der Zubringerboote auf der Gegenseite der "Howaldtwerft" (halbtotal). Blick auf das gefüllte Boot "Carl Tiedemann" bei der Abfahrt (halbtotal). Umschnitt. Historische Filmaufnahmen von einer Hand auf der Kurbel eines Filmprojektors (halbnah). Das boxende Känguruh der Gebrüder Skladanowsky (halbtotal). Weitere Aufnahmen aus dem "Wintergartenprogramm" der Gebrüder Skladanowsky (halbtotal).

0:14:10

Schrifteinblendung "Sonntagsvergnügen". Das boxende Känguruh der Gebrüder Skladanowsky (halbtotal). Weitere Aufnahmen aus dem "Wintergartenprogramm" der Gebrüder Skladanowsky (halbtotal). Umschnitt. Berliner Kutschenverkehr in der Innenstadt um 1900 (halbtotal). Erzähler: "So ernst mir als Ernst das Leben in der Woche und in der Arbeit war, so lustig war es für mich am Sonntag. Also, wer Geld hat kann auch was springen lassen...(Historische Filmeinblendung eines Karussells auf einem Jahrmarkt (halbtotal)...oder mit anderen Worten ausgedrückt: und wenn der liebe Sonntag kommt dann ist die Freude groß, wir nehmen unseren Wochenlohn und dann gehts lustig los. Ein hoch dem edlen Gerstensaft, ein hoch dem edlen Trank, und wenn der liebe Montag kommt dann sind wir wieder blank". Einblendung von historischen Jahrmarktsattraktionen wie: rotierende Bodenscheiben, drehende Trommel, Erwachsenenrutsche, Elektrowagen auf beweglichem Boden (alle halbtotal). Erzähler: "Schließlich kam die Mutter und hielt mir eine sanfte Gardinenpredigt, drohte wenn es nicht anders mit mir wird, mit dem Geld ausgeben am Sonntag, würde ich wieder weniger bekommen...(Filmeinblendung von Erwachsenen auf einer großen Rutsche)...als alles nichts half versuchte man es mit Sonntagsarrest ohne das Wochengeld auszuliefern...(Historische Filmeinblendung: Frauen und Männer versuchen mit Fahrrädern auf einer Straße zu fahren)...ich wurde vertröstet mit dem Hinweis dafür später ein Sparkassenbuch mit einem Konto zu bekommen". Historische Filmeinblendung: Schwenk über eine vollbesetzte Mole bei einem Schwimmwettbewerb (halbtotal) und Voll bekleidete Frauen springen von einem Holzsteg ins Wasser (halbtotal). Männer und Frauen auf einer Rollschuhbahn drehen ihre Runden (halbtotal).

0:15:31

Schrifteinblendung "Brüder zur Sonne zur Freiheit". Zoom auf ein Klassenfoto mit Ernst Thälmann (nah). Fotos vom Gewerkschaftshaus im Hamburger Stadtteil St. Georg von außen und innen (nah). Erzähler: "Kurz nach meiner Schulentlassung übte ein selbst gesuchtes Erlebnis einen ungeheuren Einfluss auf meine Gedanken und meine geistige Vorstellung aus. Große, rote Plakate fordern in ganz Hamburg die Schulentlassene Jugend auf zu einer Versammlung im Großen Saal des Gewerkschaftshauses zu erscheinen. Es war 2 Uhr nachmittags...(Fotoeinblendung vom gefüllten Saal)...der große Saal war brechend voll, ich staunte und ich war begeistert. Was war die Konfirmation in der Kirche von Hamburg-Eilbek...(Porträt von Ernst Thälmann)...für ein kleines Erlebnis dagegen...(Foto)...Der Redner schilderte den Kapitalismus, das schwere Los der Arbeiterkinder und Arbeitereltern...(Foto: Arbeiter im Hafengebiet)...spricht von der Bedeutung der vor uns liegenden Jugendjahre, und gibt einen kurzen Umriss...(Foto: Arbeiter in einer Kantine)...über die politische Situation und die Aufgaben der Arbeiterjugend...(Foto: Arbeiter in einer Hamburger Fabrik)...Euer Leben beginnt ernster zu werden, einzeln seid ihr nichts...(Foto: Versammlung von Arbeitern in einer Halle)...geschlossen und vereint seid ihr alles". (Foto: Anstehende Arbeiter in der Kantine einer Fabrik). Umschnitt

0:16:25

Historische Filmaufnahmen: Fahraufnahme auf einem Lastwagen mit roten Fahnen (halbnah). Schwenk über eine Wahlveranstaltung in Hamburg (halbtotal). Verschiedene Einstellungen von Versammlungen und Kundgebungen (halbtotal). Umschnitt. Die Rote Fahne flattert über einer Fabrik in Hamburg (halbtotal). Aufmarsch von Hamburger Kommunisten (halbtotal). Arbeiter marschieren mit roten Fahnen durch die Straßen Hamburgs (halbtotal). Arbeiter stimmen ab mit erhobener Faust (halbtotal). Fahraufnahme durch Hamburg mit Blick auf die marschierenden Mitglieder der KPD (halbtotal). Mit erhobener rechter Faust gehen die Männer und Frauen über die Straßen (halbtotal). Aufmarsch und Großkundgebung der KPD auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg (halbtotal). Umschnitt

0:17:40

Blick auf das reflektierende Sonnenlicht im Wasser des Hafens (halbtotal). Fahrender Schlepper im Hafen (halbtotal). Schwenk über eine fliegende Möwe (halbnah). Erzähler: "Ich gehe allein auf die Straße, Phantasien entwickeln sich in meinem Geiste. Wo sind die Wege? Wie kann ich helfen? Was muß ich tun? Ich denke zurück an die Arbeit im Elternhaus, soll ich dort verkümmern? Irgendwo muß der Drang meines Wissens doch Platz und Raum finden...(Filmeinblendungen aus dem Hamburger Hafen im Nebel)...so sitze ich dort am Hafen und grüble über mein weiteres Schicksal, über meine Zukunft nach. Ratlos und ohne festen Willen stehe ich auf...und ich trete den Kopf voller Gedanken und Phantasien, den Rückweg an und setze am nächsten Morgen meine altgewohnte Arbeit im Elternhaus fort. So ging es fast noch ein ganzes Jahr weiter".

0:18:30

Schrifteinblendung "Erste Schritte". Porträt des jungen Ernst Thälmann (nah). Blick auf den Stadtteil in dem Thälmann wohnte aus den 70er Jahren (halbtotal). Fahraufnahme durch den Hamburger Hafen mit Blick auf Schlepper an der Hafenmauer (halbtotal). Erzähler: "Eines Tages, als der Vater unterwegs war, ich hatte einen Tag vorher eine Tracht Prügel von ihm bekommen...verließ ich mein Elternhaus ohne Ziel...ich ging nach Sankt Pauli und habe dort...(Filmeinblendungen aus dem Stadtteil)...einige Nächte im Asyl für Obdachlose geschlafen. Ohne jegliche Hilfe, allein auf mich angewiesen, irrte ich umher um Arbeit zu suchen. Auch im Kampfe mit der bitteren Macht, dem Hunger...(Historische Fotos von hungrigen Männern und Frauen in einem Saal)...habe ich mehrfach gerungen und mich durchgesetzt. Bin nie auf Abwege gekommen...(Historisches Foto eines Männerasyls)...und habe mich ehrlich durch die Welt geschlagen...(Historisches Foto einer "Stiefel-Handlung" mit Kindern vor dem Laden)...Durch Zufall lernte ich einen Menschen kennen der als Theaterregisseur am plattdeutschen "Ernst Drucker Theater" angestellt war...(Historisches Foto des Theaters)...er hatte Mitleid mit mir als ich so verhungert herum schleifte und nahm mich mit...(Historisches Foto der Häuser im Hamburger Gängeviertel)...es war eine Kellerwohnung in der kleinen Wasserstraße in Altona (Fotoeinblendung)...seine 78jährige Mutter gab mir Quartier". Gegenüberstellung von historischen Fotos aus dem Gängeviertel und den Wohn- und Geschäftshäusern im Zentrum (nah).

0:19:45

Schrifteinblendung "Im Hafen". Blick vom Turm einer Kirche auf den Hamburger Hafen in den 70er Jahren (halbtotal). Fahraufnahme an der Speicherstadt vorbei (halbtotal). Säcke werden in die Lagerhallen transportiert (halbtotal). Männer tragen gefüllte Säcke und stapeln sie auf (halbnah). Schwenk vom Lastkahn auf die Lagerräume in den verschiedenen Etagen der Speicherstadt (halbtotal). Erzähler: "In aller Frühe ging ich regelmäßig zum Freihafen um nach Gelegenheitsarbeit auszugucken, es glückte mir auch bald in solchen Speicher- und Lagerhäusern für einzelne Tage in der Woche Arbeit zu bekommen...(Filmeinblendung "Kaffee-Lager")...die bei den Hafenarbeitern allgemein als Knochenmühle...(Schwenk über Kaffeesäcke)...bekannt waren. Aber ich war froh, nachdem ich gehungert hatte, endlich wieder einmal ein warmes Mittagessen zu mir nehmen zu können und einen Teil meiner Verpflichtungen bei meiner alten Vermieterin zu begleichen...(Filmeinblendungen vom Weitertransport von Holzkisten und Baumwollballen aus der Speicherstadt)...so bekam ich den ersten, gründlichen Anschauungsbericht vom kapitalistischen Ausbeutungssystem und seinen Methoden...(Filmeinblendung von der Beladung eines Frachtschiffes im Hafen)...Am 15. Mai 1903, mit 17, wurde ich Mitglied der sozialdemokratischen Partei Hamburgs...(Filmaufnahme vom Einholen der dicken Schiffstaue im Hafen)...und am 1. Februar 1904 Mitglied des deutschen Transportarbeiterverbandes, Ortsgruppe Hamburg". Auszahlungsstelle für Hafenarbeiter (halbtotal). Arbeiter stehen an der Kasse an (halbnah). Vorbeifahrt des Schleppers "Franz Haniel" (halbtotal). Fahraufnahme im Hafen mit Blick auf ein Zubringerboot voller Hafen- und Werftarbeiter (halbtotal). Zubringerboot legt an und die Männer springen an Land (halbtotal). Porträt des jungen Thälmann (nah).

0:21:00

Schrifteinblendung "Bis heute !". Blick auf Thälmanns Kampfgefährten Kuddel Drescher neben seiner Ehefrau 1973 in Hamburg (halbnah). Geburtsurkunde Dreschers (nah). Drescher blättert in alten Fotos und Dokumenten (nah). Kommentar: "Das ist Kuddel Drescher...Freund und Kampfgefährte Ernst Thälmanns. Hafenarbeiter wie er, roter Matrose, war im Gefängnis und Konzentrationslager, politisch aktiv bis heute. Schwenk von Relief Lenins an der Wand auf ein gerahmtes Foto von Drescher (halbnah). Blick (von unten) auf das winkende Ehepaar Drescher am geöffneten Fenster ihrer Wohnung (halbnah). Umschnitt. Fotos von demonstrierenden Jugendlichen in Hamburg (nah). Foto von Drescher unter den Demonstranten (nah). Demonstrantenfoto "Weg mit dem Berufsverbot" (nah). Historische Filmeinblendungen: KPD-Aufmarsch mit Ernst Thälmann (halbtotal). Ernst Thälmann auf einer Wahlkundgebung (halbtotal). Kommentar: "Die Jugend die heute in Hamburg demonstriert kennt ihn, Ernst Thälmann. Allem was er schon in seiner Kindheit für wertvoll hielt ist er Zeit seines Lebens treu geblieben, ehrlich sich selbst gegenüber und stets nach Gerechtigkeit in der Gesellschaft rufend. Eigenschaften die ihn das werden ließen was er später war, ein Führer der deutschen Arbeiterklasse, geboren am 16. April 1886 in Hamburg, Alter Wall 68. Seine Freunde nannten ihn "Teddy". Fotoeinblendungen von Demonstranten und KPD-treuen in Hamburg (nah). Fotos von Demonstranten mit Transparenten und Plakaten "Weg mit dem Berufsverbot" (nah). Gegenschnitte mit historischen Filmaufnahmen von Ernst Thälmann bei Wahlveranstaltungen und KPD-Demonstrationen (halbtotal). Schwenk über eine Demonstration der Gegner des Berufsverbots (nah). Überblendung auf "Das Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED stellte uns die im Film zitierten autobiographischen Notizen Ernst Thälmanns zur Verfügung. er schrieb sie während seiner Haft im faschistischen Kerker. Wir danken den Genossen die uns halfen. Abblendung

0:23:48 ENDE

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