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An der Unstrut

Regie: Volker Koepp, 28 Min., fa, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1985

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
754
Sonstiger Titel
An der Unstrut
Anlaufdatum
Veröffentlichungen
DVD: absolut MEDIEN GmbH / www.absolutmedien.de

Kurzinhalt

Memleben im Unstruttal (heute Sachsen-Anhalt) war vor mehr als 1000 Jahren Mittelpunkt Europas, Lieblingspfalz und Sterbeort des ersten deutschen Königs Heinrich I. (um 875-936) und seines Sohns Otto I. (912-973). Die Klosterruine, die Burgruine Wendelstein erinnern an Vergangenes. Der Schauspieler Rolf Hoppe liest Texte von den Schriftstellern Willibald Alexis, Friedrich Hölderlin, Johannes Bobrowski und Wladimir Majakowski.

In den 1980er Jahren prägen auch das Zementwerk, die Abraumpyramide des Kalischachts "Heinrich Rau" und das volkseigene Gut mit seinem Getreide- und Weinanbau das Gesicht der Landschaft und die Lebensweise der Menschen. Arbeiter aus dem Kalischacht, ein Schäfer und eine Mitarbeiterin für Umweltschutz im Kulturbund sowie junge und ältere Menschen kommen zu Wort.

Filmstab

Regie
  • Volker Koepp
Drehbuch
  • Volker Koepp
  • Frank Löprich
Kamera
  • Gunther Becher
Schnitt
  • Lutz Körner
Dramaturg
  • Anne Richter
Komponist
  • Johann Sebastian Bach (Orchestersuite D-Dur)
Produzent
  • Frank Löprich
Sprecher
  • Rolf Hoppe

Langinhalt

0:00:00

Vorspann: DEFA-Studio für Dokumentarfilme, Gruppe Dokument - DDR 1985. Umschnitt. Kameraschwenk über eine Landschaft des Unstruttales im Morgengrauen (halbtotal). Umschnitt. Blick auf den Schäfermeister Otto Gottschalt mit seinem Hund beim Anziehen seiner Trachtenweste (halbnah) (O-Ton) "Och du lieber Gott". Frage aus dem Off: "Sag mal wie der Mensch so leben soll". Schäfer Gottschalt schließt die Knöpfe an der Weste (halbnah) (O-Ton) "Wie der leben soll, wie soll ich dir das sagen als Mensch? Ach, du stellst mir immer solche komischen Fragen, da kann ich jetzt nicht drauf antworten, wie der leben soll". Schäfer zieht eine blaue Jacke über die Weste (halbnah) (O-Ton) "Wie verstehe ich das? Ach, ich soll jetzt da rüber gehen, der Hund braucht da nicht mit drauf. Wie der Mensch leben soll? Muß ich erst mal überlegen wie du das meinst". Titeleinblendung "An der Unstrut". Rolf Hoppe spricht Texte von Alexis, Bobrowski, Hölderlin, Majakowski. Musik von Johann Sebastian Bach, Orchestersuite D-dur BWV 1068 - Air. Umschnitt

0:01:45

Blick auf die Winterlandschaft an der Unstrut aus verschiedenen Perspektiven (halbtotal) dazu liest der Schauspieler Rolf Hoppe im Off Texte von Johannes Bobrowski. Fahraufnahmen durch die winterliche Landschaft und Ortschaften der Unstrut (halbtotal). Umschnitt auf Fahraufnahmen an verschneiten Hochhäusern und einer Zementfabrik vorbei (halbtotal). Fahraufnahme an einem Güterzug voller Zement und Kali vorbei (halbtotal). Fahraufnahme am Kalischacht "Johannes Rau" bei Roßleben vorbei (halbtotal). Fahraufnahme durch das winterliche Unstruttal (halbtotal). Umschnitt

0:04:25

Sprecher: "Das Tal der Unstrut öffnet sich zur Ebene...(Filmeinblendung)...dort ist Memleben...(Blick auf den Ort)...Die Menschen hier arbeiten oben in den Gütern und Genossenschaften der Kooperationsgemeinschaft Unstruttal, oder unten in 700 Meter Tiefe im Kalischacht "Heinrich Rau". Umschnitt auf den verschneiten Friedhof von Memleben (halbtotal). Sprecher: "Memleben, Burg Wendelstein, Klosterruine, deutsche Geschichte schlechthin...(Blick auf die Klosterruine Memleben von Westen aus gesehen)...Vor 1.000 Jahren wirklich ein Mittelpunkt Europas, Lieblingspfalz und Sterbeort König Heinrich I., seines Sohnes Otto, erster Kaiser des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation". Umschnitt auf die verschneiten Wege am Fluss im Nebel (halbtotal). Blick in den Nebel auf einen auf die Kamera zukommenden Traktor mit Anhänger und einem folgenden Lieferwagen (halbtotal). Umschnitt

0:05:30

Blick auf sich unterhaltende Personen in einem Park mit Kirchturm im Hintergrund (halbtotal) (O-Ton). Sprecher: "Von Maik oder von Ingo, Agrotechniker, Bergbaumaschinist und Kraftfahrer". Umschnitt auf drei junge Männer auf ihren Motorrädern (halbtotal) (O-Ton) "Was macht denn Moni"? "Ha, ha, tu mir das nicht an, eh. Laß mein Mädel mal in Ruhe". Umschnitt auf die von Schnee befreite Landschaft im Unstruttal (halbtotal). Umschnitt. Blick von oben auf die Unstrut im grünen Tal (halbtotal). Umschnitt auf die Naturschutzbeauftragte Ingeborg Falke auf einer Anhöhe mit Blick auf die Unstrut im Tal (halbtotal) (O-Ton) "Also da oben das ist Beiers Fels, das erzählte ich ja schon, mit einer sehr kleinen Quelle...da könnten wir nachher auch mal hingehen. Und Orchideen gibt es dort auch in dem Hölzchen, Orchideen gibt es überhaupt hier an den Hängen überall. Purpurorchideen, mit dem Herbst dann Enzian, Fransenenzian". Sprecher: "Als ich Kind war, erzählte sie, war ich stolz darauf...(Kameraschwenk von oben über das Unstruttal)...in der Gegend zu Hause zu sein von der die Leute sagten, dort blühen Blumen die wären selten und schön, und die Menschen kämen von weit her um sie anzuschauen...(Blick von oben auf Memleben)...Später fühlte ich mich verpflichtet diese Natur der Nachwelt zu erhalten". Umschnitt

0:07:40

Blick auf den Schäfer mit seiner Herde auf einer saftigen Wiese (halbtotal). Umschnitt auf das Gesicht des Schäfers (halbnah). Umschnitt. Blick von oben auf das qualmende Zementwerk im Tal (halbtotal). Umschnitt auf drei junge Motorradfahrer bei ihren Fahrkünsten im hügeligen Gelände (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt. Blick von oben auf die von unten anfahrenden Motorradfahrer am Berg (halbtotal). Umschnitt auf die Abraumhalde hinter grünen Feldern vom Kalischacht "Heinrich Rau" (halbtotal). Umschnitt auf die drei Jugendlichen auf einer Wiese (halbtotal) (O-Ton) "Ja, das Gefühl da unten, das merkt man nicht ob man jetzt unten oder oben ist, das merkt man nur beim Einfahren und Ausfahren". Sein Freund dazu "Ich möchte nicht runter, lieber nach oben als nach unten". Frage aus dem Off: "Olaf, Du bist doch unten, wie ist denn das"? Olaf antwortet (halbtotal) (O-Ton) "Mir gefällt es, ich, es wäre schwer für mich wenn ich oben arbeiten müßte, von der Arbeitszeit schon mal her...das wäre eine große Umstellung für mich jetzt mal. Mir macht die Arbeit Spaß und hätte auch keinen Anlass jetzt das ich oben arbeiten wollte. Also ich bleibe, soweit wie ich kann bleibe ich". Frage aus dem Off: "Hast Du Zukunftsvorstellungen"? Olaf dazu "Nun ja, Armee und dann eventuell Studium hatte ich vor eigentlich". Sein Freund antwortet auf die Frage "Ja, ich wollte eigentlich jetzt meinen Kraftfahrer machen...der Lehrgang läuft in Halle. Das ich da mitmache und dann etwas weiter gehen, wenns klappt". Frage aus dem Off: "Und Du Maik"? Maik antwortet "Ja, mein großer Traum war immer bei Agrarpflug anzufangen, da muß ich aber erst vier Jahre studieren, ob ich dahin komme weiß ich nicht...es ist schlecht, mir kann keiner groß dazu helfen...ich träume immer weiter, mehr kann ich nicht sagen dazu". Umschnitt

0:10:55

Fahraufnahme mit dem Traktoristen Maik auf einem Feld (halbtotal). Kameraschwenk während der Fahrt auf Maik am Steuer (halbnah). Fahraufnahme mit dem Traktor und Blick nach hinten auf das bearbeitete Feld (halbtotal). Umschnitt auf die Uferbearbeitung durch ein Raupenfahrzeug an der Unstrut (halbtotal). Kameraschwenk über die Erdbewegungen durch das Raupenfahrzeug (halbtotal). Umschnitt auf das Entladen eines LKW´s mit Sand und Steinen (halbtotal). Umschnitt auf die Tätigkeiten an der Festigung des Dammes an der Unstrut (halbtotal). Umschnitt auf die Schornsteine des Zementwerkes (halbtotal). Umschnitt auf eine Fahraufnahme unter Tage im Kalischacht "Heinrich Rau" (halbtotal). Fahraufnahme durch die dunklen Schächte mit Blick nach hinten (halbtotal). Umschnitt auf die Bohrmaschinen unter Tage (halbtotal). Umschnitt auf Olaf, den Bediener der Bohrmaschine (halbtotal). Umschnitt auf die Arbeiten mit dem langen Arm des Bohrgerätes in den Schächten (halbtotal). Umschnitt auf einen Kontrollraum unter Tage (halbtotal). Umschnitt auf die pausierenden Arbeiter unter Tage (halbtotal). Umschnitt auf Raupenfahrzeuge beim Abbau des Kali in den Schächten (halbtotal). Zwischenschnitte von den Arbeiten unter Tage (halbtotal). Umschnitt

0:14:20

Kameraschwenk von den farbigen Kalisteinen auf die große Abraumhalde mit dem laufenden Fließband auf der Spitze (halbtotal). Umschnitt. Kameraschwenk über einen fliegenden Raubvogel über der Abraumhalde (halbtotal). Umschnitt auf die Klosterruine Wendelstein am Horizont (halbtotal) dazu spricht der Schauspieler Rolf Hoppe Texte von Willibald Alexis. Umschnitt. Kameraschwenk über die Landschaft im Unstruttal (halbtotal). Umschnitt auf einen Schäfer mit seiner Herde in der Nähe der Abraumhalde (halbtotal). Umschnitt auf einen Schafsstall (halbtotal). Umschnitt auf den Schafzüchter (halbnah) (O-Ton) "Ach, was mich stört, das war eine konkrete Frage, also mich stört Gleichgültigkeit, mich stört Unpünktlichkeit, und mich stört wenn Menschen immer glauben, das muß alles so sein, und gar nicht dran denken dass dafür etwas getan werden muß im täglichen Leben, das stört mich. Wenn sie so, la la, so labil durchs Leben gehen, das mag ich nicht. Ich muß doch auch Abends, wenn Feierabend ist, wissen, oder muß auch die Gewissheit haben dass der Tag was genützt hat, oder was gebracht hat, und alle die so dahin leben, das ärgert mich Abends. Wenn Menschen glauben das ist alles Selbstverständlich was sich heute hier bei uns tut, das stört mich. Wenn ich zurück denke, das war manchmal ganz schön schwierig, bis dahin, vergessen viele, haben viele vergessen. Das regt mich auf". Blick auf den lächelnden Otto Gottschalt (halbnah). Umschnitt

0:16:45

Kameraschwenk über ein Fließband voller Winterfutter für die Tiere (halbtotal). Winterfütter fällt vom Fließband in die Zerkleinerungsmaschine (halbtotal). Umschnitt auf Otto Gottschalt im Schafsstall (halbnah) (O-Ton) "Beruflich sind wir schon mit der Natur stark verbunden, unsere Tiere sind von der Natur abhängig, von der Vegetation. Sie leben von der Natur, nicht wahr, und so sind wir eben stark mit der Natur verbunden und sehen auch wie es wächst und wo es wächst, wo es gut und schlecht aussieht. Wir haben auch, wenn man so will, die meiste Zeit dafür sowas zu beobachten". Umschnitt. Langsamer Kameraschwenk von oben über das Unstruttal (halbtotal). Umschnitt auf die Naturschutzbeauftragte Ingeborg Falke auf einer Anhöhe an der Unstrut (halbnah) (O-Ton) "Als nächstes ist in meinem Leben hier, ja, das mir die, das wir die Bestände möglichst erhalten, die Bestände an seltenen Pflanzenarten und auch an den Pflanzenarten die auch noch vorhanden sind, und das wir sie versuchen sie doch noch zu vermehren, ob es uns gelingt das wissen wir natürlich nicht, denn oft kommen doch Misserfolge mit denen wir nicht gerechnet haben...Also ich gebe bei all diesen Dingen die Hoffnung nicht auf". Umschnitt

0:18:35

Blick auf die Anlagen des Zementwerkes (halbtotal). Umschnitt auf Wiesen und Bäume (halbtotal). Sprecher: "Lebensnotwendiger Zusammenhalt zwischen Natur und Gesellschaft". Umschnitt. Blick von oben auf das Zementwerk am Horizont (halbtotal). Umschnitt auf den voll besetzten Parkplatz mit den Besuchern an der Klosterruine Memleben (halbtotal). Umschnitt auf die Klosterruine (halbtotal). Sprecher: "Es ist so das Memleben zu einem neuen Mittelpunkt wird. Denkmalpflege...(Blick auf die Besucher)...Tausende die jährlich zu den Veranstaltungen, Konzerten und Vergnügungen der Kooperationsfestspielen kommen". Blick auf die Besucherreihen, das Orchester und einen Chor zwischen den Klosterruinen (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt. Blick über die sitzenden Konzertbesucher zwischen den Klosterruinen (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf den Besucherparkplatz und die Abraumhalden am Horizont (halbtotal). Umschnitt. Blick über die parkenden Fahrzeuge auf Memleben am Horizont (halbtotal). Umschnitt auf die Abraumhalde und qualmende Fabrikschornsteine am Horizont (halbtotal). Umschnitt auf ein drehendes Kinderkarussell auf der Festwiese (halbtotal) dazu trägt der Schauspieler Rolf Hoppe Texte von Wladimir Majakowski vor. Blick auf ein junges Pärchen auf der Festwiese (halbnah). Umschnitt auf die fröhlichen Kinder auf dem Karussell (halbtotal). Umschnitt auf schmusende Jugendliche neben dem Karussell (halbnah). Umschnitt

0:22:00

Blick auf Forstarbeiter und Freiwillige mit Sensen auf einer Wiese vor dem Wald (halbtotal). Blick auf eine junge Frau mit Sense (halbnah) (O-Ton) "Also, eh, wir hauen Gras damit die Pflanzen besser wachsen, die kleinen Bäume, ansonsten, mehr kann man dazu nicht sagen". Umschnitt auf eine kleine Eiche auf der Wiese (halbnah). Umschnitt. Blick von oben in das grüne und saftige Unstruttal in den Abendstunden (halbtotal). Umschnitt auf drei Jugendliche auf der Wiese die sich zu ihrer Arbeit äußern (halbnah) (O-Ton). Frage aus dem Off: "Und wann ändert sich das"? Jugendliche: "Das ist eine schöne Frage, da kann ich keine Antwort geben...wenn das große Geld nicht immer so eine große Rolle spielen würde vielleicht...es entwickelt sich doch alles zum Guten wenn es so ist, ja. Die bauen alle Häuser und so...Probleme, wir wollen doch sicher alle nicht alle hier weg...ne, ne, ich nicht...aber im Großen Ganzen sind wir zufrieden...". Umschnitt

0:23:55

Blick von oben über die aufziehenden Regenwolken über den Unstruttal (halbtotal). Blick auf den eintreffenden Schäfer mit seiner Herde auf der Anhöhe (halbtotal). Umschnitt auf die Landstraße im Unstruttal (halbtotal) dazu trägt der Schauspieler Texte von Friedrich Hölderlin vor. Umschnitt auf einen Regenbogen über den Feldern im Unstruttal (halbtotal). Umschnitt. Blick von oben in das Unstruttal bei Sonnenschein (halbtotal). Umschnitt auf die junge Motorradfahrerin Moni (halbnah). Umschnitt auf ihren Freund auf dem Acker (halbtotal). Umschnitt auf die stehende Motorradfahrerin ohne Schutzhelm (halbtotal). Umschnitt auf ihren Freund mit Latzhose auf dem Acker (halbnah). Umschnitt auf blühende Blumen auf einer Bergwiese (halbnah). Umschnitt auf die junge und lächelnde Motorradfahrerin Moni (halbnah). Abblendung. Stabangaben: Buch Frank Löprich und Volker Koepp. Dramaturgie Anne Richter. Originalton Eberhard Pfaff. Mischton Peter Dienst. Produktion Frank Löprich. Schnitt Lutz Körner. Kamera Gunther Becher. Regie Volker Koepp. Abblendung

0:27:45 ENDE

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