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Arnold Zweig

Regie: Joop Huisken, 20 Min., sw, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1962

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
550
Anlaufdatum
Veröffentlichungen
DVD: University of Massachusetts (UMASS) - DEFA Film Library / www.umass.edu/defa

Kurzinhalt

Joop Huisken würdigt in seinem Dokumentarfilm von 1962 das Lebenswerk des Schriftstellers Arnold Zweig. Dem Zuschauer werden die entscheidenden Lebensstationen und das künstlerische Oeuvre des Dichters vorgestellt.

Der DEFA-Augenzeuge besucht 1962 den 75-jährigen deutschen Schriftsteller Arnold Zweig (geb. 10.11.1887 in Glogau, gest. 26.11.1968 in Berlin-Ost) in seinem Haus mit Garten in Ost-Berlin-Niederschönhausen, in dem er mit seiner Frau Beatrice, einer Kunstmalerin, lebt und blickt zurück auf seine Kindheit und Jugend, seinen Werdegang, sein Leben und sein Schaffen. Vorgestellt werden die entscheidenden Lebensstationen und das künstlerische Oeuvre des Dichters.

Der Rückblick beginnt mit historischen Aufnahmen von seinem Geburtsort Glogau (Glogau ist heute eine Stadt im Powiat Glogowski in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen), seinen Eltern, seiner Schulklasse sowie die Abiturientenklasse mit seinem von ihm verehrten Lehrer in der Industriestadt Kattowitz.

Schon als Abiturient beschäftigt sich der junge Arnold Zweig mit Literatur; es werden seine frühesten Werke – Gedichte und Prosa –, bis hin zu seinen ersten Erfolgen „Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer“ und „Das Kind“ (1911) sowie „Die Novellen um Claudia“ (1912) genannt.

Seine Zeit als Landsturmmann wird mit historischen Aufnahmen vom ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) unterlegt. Seine Erfahrungen in diesem Krieg machten ihn zu einem engagierten Pazifisten.

Nach dem Krieg profilierte er sich weiter als Schriftsteller.

Nach der Übernahme der Macht durch die Nationalsozialisten wurden Zweigs Bücher im Rahmen von Bücherverbrennungen öffentlich verbrannt. Am 14. März 1933 verließ Zweig Berlin.

Aus der Zeit seines Exils wird ein Porträtfoto von ihm gezeigt. Zweig engagierte sich während des Exils verstärkt für den Sozialismus, publizierte in antifaschistischen Publikationen, wie der Neuen Weltbühne und der Deutschen Volkszeitung. Gezeigt wird das Archiv, das sich im Wohnhaus befindet, in dem sämtliche handschriftlichen Aufzeichnungen und Artikel auch aus dieser Zeit aufbewahrt werden.

1948 kehrt er – der Einladung J. R. Bechers folgend - nach Deutschland zurück (s. Porträtfoto aus dieser Zeit). In einem kurzen Interview erklärt der 75-jährige seine Gründe für seine Rückkehr in den Ostteil Berlins.

Weiterhin wird gezeigt, in welchen Funktionen er welche Aufgaben 1962 wahrnimmt: Als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin die Einweihung der Wahnschaffestraße in Leonhard-Frank-Straße am 4. 9. 1962 in Berlin-Pankow (Zweig war ab 1950 Präsident - anstelle des im März 1950, unmittelbar vor seiner Rückkehr aus dem Exil, verstorbenen Heinrich Mann – und ab 1953 Ehrenpräsident der Akademie der Künste). Die Arbeit als Präsident des deutschen PEN-Zentrums als Nachfolger Bertolt Brechts (ab 1926 war er Mitglied des PEN-Clubs, ab 1957 Präsident des Deutschen P.E.N.-Zentrums Ost und West, seit 1967 P.E.N.-Zentrum DDR), Arnold Zweig als Abgeordneter der Volkskammer (1949 – 1967) in einer Volkskammerversammlung sowie Arnold Zweig im Präsidium während einer Mitgliederversammlung des deutschen Friedensrates.

Im Film wird auf eine seiner vielen Auszeichnungen eingegangen:

Im Moskauer Kreml bekam er 1958 den „Internationalen Lenin-Friedenspreis“ zugesprochen.

Folgende Werke finden im Film Erwähnung:

„Vor Deinem Fenster“, „Tronende Liebe“, „Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer“ (1911) und „Das Kind“ (1911), sein literarisches Debüt mit „Novellen um Claudia“ (1912), Der Streit um den Sergeanten Grischa (1927), ein Roman mit dem er internationale Berühmtheit erlangte, der den Militarismus anklagt (wurde 1968 von der DEFA verfilmt.), „Junge Frau von 1914“ (1931), „Erziehung vor Verdun“ (1935), „Die Feuerpause“ (1954), „Die Zeit ist reif“ (1957), „Einsetzung eines Königs“ (1937 im Exil entstanden), „Das Beil von Wandsbek“ (1947, wurde 1951 von der DEFA verfilmt) sowie der Roman „Traum ist teuer“, über seine Zeit im Exil in Palästina, den er

Filmstab

Regie
  • Joop Huisken
Drehbuch
  • Renate Drescher
  • Heinz Kamnitzer
Kamera
  • Joop Huisken
Schnitt
  • Inge Dochow
Komponist
  • Kurt Grottke
Ton
  • Fritz Thymm
Produktionsleitung
  • Gerhard Abraham
Redakteur
  • Paul Ickler
Sprecher
  • Norbert Christian
  • Walter Jupé
Person, primär
  • Willi Bredel
  • Anne Frank
  • Jakob Hacks
  • Peter Hacks
  • Wieland Herzfelde
  • Ludwig Renn
  • Anna Seghers
  • Bianca Zweig
  • Arnold Zweig
  • Beatrice Zweig
  • Adolf Zweig
Person, sekundär
  • Johannes R. Becher
  • Leonhard Frank
  • Thomas Mann
  • Hugo von Hofmannsthal
  • Arnold Zweig

Langinhalt

0:00:04

Titel (unterlegt mit Klaviermusik): „Arnold Zweig“

0:00:10

Ost-Berlin; Garten des Wohnhauses in Berlin-Niederschönhausen:

Totale auf Arnold Zweig (75 Jahre alt) mit seiner Frau Beatrice Zweig (Kunstmalerin) im gemeinsamen Gespräch (stumm, weiter unterlegt mit Klaviermusik) auf der Terrasse sitzend;

0:00:22

Beatrice Zweig steht auf und geht mit der Zeitung in der Hand ins Haus;

Arnold Zweig steht auf und geht in den Garten (unterlegt mit Kommentar und Zitat zur Person und dem künstlerischen Schaffen Arnold Zweigs);

verschiedene Einstellungen vom Garten:

Schwenk über einen Teil des Blumengartens mit Rosenstöcken;

Arnold Zweig geht mit Stock durch den Garten, über den Rasen, zum kleinen Gartenteich mit Seerosen;

Totale auf weiteren Teil des Blumengartens und auf Rosen;

Arnold Zweig geht zurück zum Haus;

0:01:25

Im Wohnzimmer des Wohnhauses:

Arnold Zweig kommt in das Zimmer, in dem ihn Frau Beatrice am gedeckten Kaffeetisch sitzend, erwartet und sie sprechen miteinander (stumm);

Totale auf Arnold Zweig;

0:01:590

Totale auf Beatrice Zweig;

Schwenk und Totale auf Landschaftsbilder von Beatrice Zweig an Zimmerwand sowie auf ein kleines Lenin-Bildnis;

Totale auf Schreibtisch mit kleinen Keramik-Figuren darauf;

langer Schwenk vom Schreibtisch auf Bücherregal (unterlegt mit Kommentar: Bücher der Psychologie, Kriegskunst und des dialektischen Materialismus);

0:04:00

Zitat über Kindheit und Jugend Arnold Zweigs bebildert mit:

Fotografie der „Festung Glogau“ (heute ist Glogau eine Stadt im Powiat Glogowski in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen) - Arnold Zweigs Geburtsort;

Fotografie mit Vater vor seinem Geschäft: „Adolf Zweig – Sattler-Meister“ (unterlegt mit Kommentar, dass sich sein Vater als erster in seiner Familie in einer Stadt niedergelassen hat; Totale auf Fotografie vom Vater Adolf Zweig und Mutter Bianca Zweig;

0:04:29

Totale auf alte Fotografie der Industriestadt Kattowitz (unterlegt mit Zitat: der zweite Teil meiner Jugend vollzog sich in der Industrielandschaft um Kattowitz);

Totale auf Klassenfoto von der Schulklasse mit Lehrer und Schuldirektor Jakob Hacks und Bildausschnitt mit dem Schüler Arnold Zweig;

Bildausschnitt mit dem Schuldirektor (unterlegt mit Zitat: Vorbild eines freien Geistes und Mathematikers, der das Denken und Philosophieren lehrte);

Schwenk über Fotografie der Abiturientenklasse und Bildausschnitt mit Arnold Zweig;

0:05:16

Büchlein mit frühen handschriftlichen Aufzeichnungen und Manuskripte Arnold Zweigs zu Werken von Hugo von Hofmannsthal und Thomas Manns „Die Buddenbrooks“ wird aufgeschlagen (unterlegt mit Kommentar: Zweig beschäftigt sich mit der Literatur und den Dichtern der Zeit);

0:05:27

Porträtfotografie von Arnold Zweig als junger Mann (unterlegt mit Kommentar: bald möchte er selbst zu den Dichtern gehören);

0:05:32

Totale auf Titel der frühen Werke von Arnold Zweig (unterlegt mit Kommentar: Er schreibt Gedichte und Prosa):

„Vor Deinem Fenster“, „Tronende Liebe“;

Buchtitel: „Aufzeichnungen über eine Familie Klopfer“ und „Das Kind“ – zwei Erzählungen im Verlag Kleine Bibliothek Langen München, 1911; „Die Novellen um Claudia“ (1912);

0:05:46

weitere Porträtfotografie von Arnold Zweig als junger Mann (unterlegt mit Kommentar: Das frühe Talent hat sich offenbart und bringen ersten Ruhm und so hätte das Leben weitergehen können);

0:05:51

Erster Weltkrieg:

Kommentar: „Aber dann plötzlich war Krieg“;

historische Aufnahmen:

junge Rekruten eilen mit ihren Koffern auf einen Platz und stellen sich in einer Reihe auf; zum Abschied winkende Frauen und Kinder; Totale auf mit Soldaten und Kriegsmaschinerie überfüllten fahrenden Zug

0:06:10

Totale auf Arnold Zweigs „Militärpass“ als „Landsturmmann“, unterlegt mit Kommentar: Auch Arnold Zweig wurde Soldat;

Porträtfotografie Arnold Zweig in Soldatenuniform (unterlegt mit Zitat über sein kritisches Befinden in dieser Uniform);

historische Aufnahme einer Militärparade aus der Kaiserzeit;

historische Aufnahmen vom Kriegsschlachtfeld:

Bombeneinschläge, fallende Soldaten, Totale auf nach Bombeneinschlag langsam vom Boden aufstehenden Soldaten, unterlegt mit Zitat über seine kritische Einstellung zum Krieg;

0:07:22

Porträtfotografie von Arnold Zweig nach dem Krieg als Schriftsteller;

0:07:31

Totale auf erste Seite der Romane:

„Der Streit um den Sergeanten Grischan“ (1928 veröffentlicht);

„Junge Frau von 1914, Gustav Kiepenheuer-Verlag“ (1931);

„Erziehung vor Verdun, 1935“ (im Exil entstanden);

0:08:09

Arbeitsweise des fast erblindeten Arnold Zweig:

Totale auf Sekretärin am Schreibtisch mit Telefon, die ein Blatt Papier in die mechanische Schreibmaschine einspannt (unterlegt mit Kommentar: Arnold Zweig schließt sein Buch „Traum ist teuer“ - Roman, 1962 - ab);

Arnold Zweig sitzt daneben und diktiert der Sekretärin eine Passage aus „Traum ist teuer“ über seine Zeit im Exil in Palästina in die Schreibmaschine (OT);

0:09:23

Archiv im Keller des Wohnhauses mit weit geöffneten Fenstern:

Schwenk über Archiv-Regale;

Totale auf alphabetisch sortierte und beschriftete Archiv-Kästen (verschiedene Titel);

Blättern in Arbeitsmappe mit handschriftliche Notizen „Handschriften, kurze Notizen“; unterlegt mit Kommentar: darunter „Die Feuerpause“ (1954), „Die Zeit ist reif“ (1957); Totale auf weitere Titel: „Die Alldeutschen voran“, „Warum Herr Hitler es so weit treiben durfte, 1936“, „Wie bändigt man den Angriffsgeist, 1942“, „Was an der Person des Herrn Göring hängt“, „Glückwunsch an die USSR, 1937), „5 Jahre Hitlerei, 1938“, „Goebbels verbietet Gibbon, 1937)“;

0:10:46

Bücherverbrennung durch die Nationalsozialistische Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), historische Aufnahmen:

Nazis zerreißen Bücher, sammeln Bücher ein;

Totale auf einen Berg mit Büchern u. a. Buddenbrooks;

historische Aufnahmen der Bücherverbrennung auf dem Berliner Opernplatz mit zusehenden Nazis und Zivilisten;

0:11:06

Zeitungsüberschriften:

„Die neue Weltbühne“, „Heute und Morgen – Antifaschistische Revue – Herausgegeben vom Kreis der Bücherfreunde“ und handschriftliche Aufzeichnungen von und mit Arnold Zweig aus dem Exil verfasst:

„Barbarei und Bücherverbrennung“,

„Gruß an die Landsleute“ (1938),

„Duhamel und Goebbels“,

„An der Schwelle des 4. Kriegsjahres“,

„Krieg und Kriegsfolgen“, 1938;

0:11:59

Porträtfotografie von Arnold Zweig im Exil während des zweiten Weltkrieges;

0:12:13

Totale auf erste Seite des Romans „Einsetzung eines Königs“ (1937 im Exil entstanden),

„Das Beil von Wandsbek“ (1938 – 1943)“ sowie Totale auf Titel in verschiedenen anderen Sprachen, wie z. B.: „sekyra Wandsbeku“, „La Scure Di Wandsbeck”, “The Axe Of Wandsbek”, “Bilan Fran Wandsbek”;

0:12:32

Porträtfotografie von Arnold Zweig nach dem zweiten Krieg, unterlegt mit Kommentar: Der Einladung Johannes R. Bechers folgend treibt es ihn 1948 nach Deutschland zurück;

0:12:40

Arnold Zweig (75-jährig) an seinem Schreibtisch sitzend und seine Gründe für seine Rückkehr in den Ostteil Berlins 1948 schildernd (OT): Aufbau einer echten deutschen freiheitlichen untyrannischen Kultur;

0:13:41

Buchladen (innen) mit Kunden; Totale auf einen Buchstand mit Werken Arnold Zweigs;

0:14:01

Ost-Berlin; Einweihung der Wahnschaffestraße in „Leonhard-Frank-Straße“ am 4. 9. 1962 in Berlin-Pankow am Heinrich-Mann-Platz (Die Umbenennung erfolgte in einer Feierstunde aus Anlass des 80. Geburtstages des vor Jahresfrist verstorbenen antifaschistischen Dichters und Schriftstellers Leonhard Frank):

Arnold Zweig (Mitglied der Akademie der Künste) am Mikrofon sprach Worte des Gedenkens (stumm) während der Feierstunde mit Blasorchester vor den Teilnehmern, vor allem Schüler und Studenten; applaudierende Teilnehmer;

Straßenschild wird von Stadtrat Helbig enthüllt, unterlegt mit Kommentar über seine Mitgliedschaft in der Akademie der Künste;

0:14:22

Arnold Zweig – seit 1957 Präsident des deutschen P.E.N. Zentrums:

Arnold Zweig nimmt im Präsidium Platz; weitere Teilnehmer: Ludwig Renn, Willi Bredel, Wieland Herzfelde, Peter Hacks (Sohn des Lehrers und Schuldirektors von A. Zweig in Kattowitz Jakob Hacks);

0:14:34

Arnold Zweig - Abgeordneter der Volkskammer (1949 - 1967):

Totale und Schwenk von oben auf Volkskammerversammlung; Totale auf Arnold Zweig mit Kopfhörer;

0:14:46

Theaterstück „Anne Frank“:

Plakat zur Ankündigung der Uraufführung am 26. Februar, 20.00 Uhr;

Arnold Zweig auf Bühne erzählend vor Bühnenvorhang sitzend (stumm); applaudierendes Publikum

0:14:56

Sowjetunion (UdSSR); Moskau; „Internationaler Lenin-Friedenspreis“ an Arnold Zweig 1958 im Moskauer Kreml:

Arnold Zweig erhält Urkunde; applaudierendes Publikum;

Arnold Zweig hält Ansprache (stumm), unterlegt mit Kommentar

0:15:10

Mitgliederversammlung des deutschen Friedensrates:

Totale auf Nelkenstrauß auf Konferenztisch;

Zoom auf Mitglieder und Arnold Zweig im Präsidium; verschiedene Einstellungen von den Mitgliedern; Totale auf Rede haltenden Arnold Zweig (OT) über den Krieg in der Welt, dazwischen weitere verschiedene Einstellungen von den Mitgliedern u. a. Anna Seghers;

0:17:25

Wohnzimmer im Wohnhaus von Arnold Zweig am Abend:

Beatrice Zweig porträtiert den vor ihr sitzenden Arnold Zweig (Kohlezeichnung);

Totale auf zeichnende Beatrice Zweig;

Totale auf Arnold Zweig

0:17:55

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