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Demonstration auf dem Alexanderplatz, Berlin (Ost)

124:16 Min., Farbe
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH, 1989

Film-/Videoformat
U-Matic

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieses Material zeigt Aufnahmen von der größten Demonstration in der Geschichte der DDR. Der Titel der Demonstration ist "Demonstration gegen Gewalt und für verfassungsmäßige Rechte". Das Neue Forum und diverse Künstlerverbände hatten zu der offiziell beantragten und genehmigten Demonstration aufgerufen. Die DDR-Bürger demonstrierten gegen das Machtmonopol der SED und für die Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Neben Bilder von der Demonstration sind zudem Ausschnitte von Reden zu sehen. Auf der Kundgebung auf dem Alex sprechen u. a. Ulrich Mühe, Johanna Schall, Jan Josef Liefers, Gregor Gysi, Marianne Birthler, Markus Wolf, Jens Reich, Manfred Gerlach, Günter Schabowski, Stephan Heym, Friedrich Schorlemmer, Christa Wolf, Heiner Müller, Lothar Bisky und Steffi Spira. Im letzten Teil werden Statements von Demonstranten gezeigt, die sich zur Protestkundgebung äußern.

Filmstab

Kamera
  • Geißler
Person, primär
  • Marianne Birthler
  • Lothar Bisky
  • Kurt Demmler
  • Manfred Gerlach
  • Gregor Gysi
  • Stefan Heym
  • Jan Josef Liefers
  • Steffen Mensching
  • Ulrich Mühe
  • Heiner Müller
  • Jens Reich
  • Günter Schabowski
  • Johanna Schall
  • Ekkehard Schall
  • Gerhard Schöne
  • Friedrich Schorlemmer
  • Steffi Spira
  • Marion van de Kamp
  • Hans-Eckardt Wenzel
  • Markus Wolf
  • Christa Wolf
Person, sekundär
  • Egon Krenz

Langinhalt

C1/0417:

Ostberlin:

Blick von oben auf Demonstrationszug; Demonstranten halten diverse Schilder und Banner u. a. "Neue Wahlen für einen neuen Weg", "40 Jahre DDR- 28 Jahre eingemauert-" etc.; Aufzieher auf Demonstrationszug; verschiedene Aufnahmen vom Demonstrationszug;

Blick von oben auf Straße, Leute strömen herbei;

Demonstrationszug nah, Demonstranten von vorne; Demonstranten gehen heran; Demonstrant hält Banner hoch mit Schriftzug "Statt Arbeiterschliessfächer wertvolle Altbausubstanz erhalten"; Demonstrant mit Plakat "Egon, denk' an Erich u. Walter gehe lange vor dem Alter!"; Demonstrationszug nah und seitlich; Figuren mit zugebundenen Mund und Schriftzug "Nie wieder" GA; Foto von Lenin mit Schriftzug "Ruf doch mal an!" GA an Jacke befestigt;

Aufwärtsschwenk auf lachende Frau;

verschiedene Bilder vom Demonstrationszug;

Demonstrationszug von vorne; Demonstranten halten großes Banner mit Schriftzug "Protestdemonstration"; Aufwärtsschwenk auf Berliner Fernsehturm und zurück; Demonstrationszug nah, von vorne; Schild mit Schriftzug "Privilegien weg! Wir sind das Volk!"; Aufwärtsschwenk auf Berliner Fernsehturm und zurück;

verschiedene Einstellungen vom Demonstrationszug nah und dem Berliner Fernsehturm;

Blick von oben auf den Demonstrationszug, Palasthotel im HG (Karl-Liebknecht-Straße, Ecke Spandauer Straße);

Blick von oben auf Demonstranten; Transparent mit Schriftzug "Die Jugend geht, das Land wird kahl- wir fordern endlich 'Freie Wahl'!";

verschiede Bilder vom Demonstrationszug; diverse Transparente liegen auf der Straße u. a. mit Schriftzug "Das Volk führt! Die Partei hinkt hinterher";

Frau legt Transparent nieder;

Schild mit Schriftzug "Neid!Erkanneinfachalles." und halben Kopf von Egon Krenz;

Abwärtsschwenk auf Demonstrationszug; Transparent mit Schriftzug "Rechtsstaat- JA- Bonzenstaat- NEIN";

Demonstranten am Palast der Republik verschiedene Aufnahmen;

Demonstrationszug zieht vorbei, Berliner Dom im HG angeschnitten;

Demonstranten und Straßenschild "Marx-Engels-Platz";

Demonstrationszug, Transparent mit Schriftzug "Keine Kosmetik-Reform"; Demonstrationszug seitlich mit Palast der Republik im HG;

Staatswappen/ Emblem der Deutschen Demokratischen Republik am Palast der Republik (Glasfassade); Aufzieher auf Demonstranten;

Demonstrationszug zieht am Palast der Republik vorbei, verschiedene Aufnahmen;

Demonstranten von vorne; Transparent mit Schriftzug "Grüne Alternative Partei- Nicht gegen uns sondern mit uns";

Interview mit Demonstrant;

Demonstrant OT zur Frage, ob es nötig sei, eine Grüne Partei in der DDR zu gründen: "Ja, ist sehr nötig/ Flüsse sterben/ die Wälder/empfinde Machtlosigkeit.";

Aufwärtsschwenk auf Transparent mit Schriftzug "Grüne Alternative Partei- Nicht gegen uns sondern mit uns";

Demonstranten nah; diverse Transparente und Schilder werden getragen; Schild vor Autoscheibe (Trabant) mit Schriftzug "Pluralismus statt Parteimonopol";

Aufzieher auf Trabant (Trabi) mit Schild vor Frontscheibe;

Schild mit Schriftzug "Der König ist tot! Es lebe der König"; klatschende Demonstranten;

Männer tragen Schärpen mit Schriftzug "Keine Gewalt!";

Demonstrationszug von vorne, verschiedene Aufnahmen;

Transparent GA mit Schriftzug "Nie wieder Angst"; diverse Transparente; Transparent mit Schriftzug "Freie Wahlen- Kein Machtmonopol der SED!"; Demonstranten mit diversen Transparenten und Schildern ziehen langsam vorbei;

Froschperspektive Mann;

Volkspolizist hinter Gittertür; Schild mit Schriftzug "Ich will keine Banane. Ich will einen Zahnarzt!";

Männer breiten Transparent vor Staatsratsgebäude aus; Menschen vor dem Staatsratsgebäude; Aufwärtsschwenk auf Gebäude und zurück, verschiedene Aufnahmen; Leute lesen sich Schilder und Transparente durch;

Demonstrationszug geht heran; Transparent mit Schriftzug "Asterix ins Politbüro!";

Transparent mit Schriftzug "Die DDR ist die Summe dessen, was vermeidbar gewesen wäre."; Demonstrationszug von vorne;

Demonstrationszug von hinten;

Transparent mit durchgestrichenen Schriftzug "Machtmonopol"; Demonstrationszug von vorne; Demonstranten vor dem Roten Rathaus;

verschiedene Aufnahmen von den Demonstranten; diverse Transparente und Schilder u. a. "Nie wieder Angst", "Neues Forum Deutschland", "Stasi in die Produktionslücken!";

Froschperspektive Fernsehturm, Abwärtsschwenk auf Demonstranten;

Polizeiwagen der Deutschen Volkspolizei; Zoom auf Transparent "Hager's letzte Runde"; Aufzieher und Schwenk auf applaudierende Demonstranten;

klatschende Demonstranten;

Wagen der Deutschen Volkspolizei steht quer auf Straße, Demonstranten im HG

C1/0418:

Kundgebung auf dem Alexanderplatz:

Gerhard Schöne steht auf Bühne und singt "Mit dem Gesicht zum Volke"; Aufzieher auf Bühne mit Zuschauern im VG; Zoom auf singenden Gerhard Schöne;

Aufzieher auf klatschendes Publikum; Gegenschuss, Blick auf Zuschauer;

Schwenk über Zuschauer auf Hans-Eckardt Wenzel und Steffen Mensching auf der Bühne; Musiker singen Lied über Krenz; Musiker bekommen Zwischenapplaus und Lacher während Darbietung; Aufzieher auf Bühne mit Zuschauern im VG; verschiedene Aufnahmen von den Musikern während der Darbietung;

klatschendes Publikum von vorne; diverse Aufnahmen von den Zuschauern;

Mann mit Gitarre auf Bühne; Aufzieher auf applaudierende Zuschauer; Publikum von vorne;

Gerhard Schöne auf der Bühne; Schöne singt und spielt Gitarre; verschiedene Aufnahmen von den Zuschauern;

Berliner Fernsehturm; Abwärtsschwenk auf Zuschauermenge; Schwenk über Zuhörer; Transparent mit Schriftzug "Die Wahrheit wird gelebt und nicht gelehrt"; Aufzieher auf Menschenmenge; Schild mit Schriftzug "Neues Forum"; Zuschauermenge mit Haus des Lehrers im HG;

Musiker auf der Bühne; Schild mit Schriftzug "Privilegien weg! Wir sind das Volk!"; Zuschauer seitlich;

Rede Marion van de Kamp (Schauspielerin);

Marion van de Kamp (mit Schärpe "keine Gewalt!") OT: "Wir, die Mitarbeiter der Berliner Theater, heißen Sie herzlich willkommen.../ hier findet keine Manifestation statt, sondern eine sozialistische Protestdemonstration/ in diesem Sinne...";

Ulrich Mühe (Schauspieler) und Johanna Schall (Schauspielerin) OH auf Bühne;

Johanna Schall OT: "...die Regierung ist eingesetzt, um den Allgemeinwillen zur Anerkennung zu verhelfen, aber die Regierenden haben einen Individualwillen und jeder Wille drängt zur Herrschaft/ bedienen die, d.h. die Regierenden sich zu diesem Zwecken der in ihren Händen liegenden öffentlichen Gewalt, dann wird die Regierung zur Geißel für die Freiheit/ daraus könnt ihr schließen, dass jede Verfassung den Schutz der öffentlichen und der individuellen Freiheit vor der Regierung selbst zum obersten Ziel haben muss/ aus dem Vorschlag für eine Verfassung der französischen Republik 1793.";

Zuschauer;

Ulrich Mühe OT: "...für die Inhalte folgender Verfassungsartikel/ Artikel 27 der Verfassung der DDR: Jeder Bürger der DDR hat das Recht, den Grundsätzen dieser Verfassung gemäß seine Meinung frei und öffentlich zu äußern/ dieses Recht wird durch kein Dienst- oder Arbeitsverhältnis beschränkt.../ Artikel 28: alle Bürger haben das Recht, sich im Rahmen der Grundsätze und Ziele der Verfassung friedlich zu versammeln/ Nutzung der materiellen Voraussetzungen zur unbehinderten Ausübung dieses Rechts, der Versammlungsgebäude, Straßen und Kundgebungsplätze, Druckereien und Nachrichtenmittel wird gewährleistet/ folgende, diese Verfassungsartikel einschränkende, Paragraphen des Strafgesetzbuches fordern wir ersatzlos zu streichen bzw. zu modifizieren/ z.B. ...";

Johanna Schall geht an das Mikrophon heran und setzt Rede von Mühe fort

"Schall OT: "...§ 99 des Strafgesetzbuches der DDR- Landesverräterische Nachrichtenübermittlung- wer der Geheimhaltung nicht unterliegende Nachrichten zum Nachteil der DDR an eine fremde Macht, deren Einrichtungen oder Vertreter oder für einen Geheimdienst oder für ausländische Organisationen sowie deren Helfer übergibt, für diese sammelt oder ihnen zugänglich macht, wird mit Freiheitsstrafe von zwei bis zu zwölf Jahren bestraft (Pfiffe und Buhrufe)/ Vorbereitung und Versuch sind strafbar/ § 106- Staatsfeindliche Hetze- Wer die verfassungsmäßigen Grundlagen der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der Deutschen Demokratischen Republik angreift oder gegen sie aufwiegelt, indem er 1. die gesellschaftlichen Verhältnisse/ § 107 - Verfassungsfeindlicher Zusammenschluss- Wer einer Vereinigung, Organisation oder einem sonstigen Zusammenschluss von Personen angehört, die sich eine verfassungsfeindliche Tätigkeit zum Ziele setzen, wird mit Freiheitsstrafe von zwei bis zu acht Jahren bestraft (Pfiffe)/ wer einen verfassungsfeindlichen Zusammenschluss herbeiführt.../ (§ 217)...öffentliche Ordnung und Sicherheit beeinträchtigenden Ansammlung von Personen beteiligt und sie nicht unverzüglich nach Aufforderung durch die Sicherheitsorgane oder andere zuständige Staatsorgane verlässt, wird mit mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung, mit Haftstrafe oder mit Geldstrafe bestraft (Buhrufe und Pfiffe)/ wer eine Zusammenrottung organisiert oder anführt (Rädelsführer), wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu acht Jahren bestraft (Buhrufe und Pfiffe)/ der Versuch ist strafbar."";"

Schwenk über Zuschauermenge;

Ulrich Mühe am Mikrophon;

Mühe OT: "Außerdem schlagen wir eine Verfassungsänderung vor/ Artikel 1, Kapitel 1: Wir meinen, der Führungsanspruch einer Partei darf nicht durch Gesetz verordnet werden (lebhafter Beifall)/ jeder Führungsanspruch muss erarbeitet werden...";

während Mühes Rede sind Bilder von den applaudierenden Zuschauern zu sehen;

Jan Josef Liefers (Schauspieler) auf der Bühne;

"Liefers OT: ""Ich möchte drei Überlegungen mitteilen. In den letzten Wochen haben Hunderttausende Menschen auf den Straßen unseres Landes das Gespräch eingefordert. Wir alle führen es seit kurzer Zeit. Natürlich hat jeder das Recht, Partner in diesem Gespräch zu sein. Aber ich meine, wir sollten darauf achten und uns verwahren gegen mögliche Versuche von Partei- und Staatsfunktionären, jetzt oder zukünftig Demonstrationen und Proteste von Menschen unseres Landes für ihre Selbstdarstellung zu benutzen (Applaus), Initiatoren und Führer des begonnenen gesellschaftlichen und politischen Reformprozesses zu sein (Applaus)/ der zweite Gedanke. Zur ganzen Frage der führenden Rolle überhaupt, meine ich schon, dass sie zur Disposition gestellt werden muss (Applaus)/ zur Demokratie gehört für mich, dass keine gesellschaftliche Kraft allein dieses Recht okkupieren noch sich um sie bewerben, sondern sie bestenfalls erringen kann (Applaus) und zwar in täglicher Arbeit, demokratisch und eindeutig durchschaubar organisierter Arbeit und entsprechenden Resultaten/ ... lassen Erneuerung nicht zu (Beifall) deshalb müssen sie zerstört werden (Applaus)/ neue Strukturen müssen wir entwickeln, für einen demokratischen Sozialismus/ das heißt für mich unter anderem auch Teilung der Macht zwischen der Mehrheit und den Minderheiten. Dankeschön!";

Mann OT: "Nach unserem Exkurs über Verfassung und Strafgesetzbuch spricht nun zu ihnen der Rechtsanwalt Gregor Gysi!";

"Ansprache Gysi; Gysi OT: ""Liebe Freunde, ich spreche eigentlich frei, ich habe mir diesmal aufgeschrieben, damit ich auch danach noch weiß, was ich gesagt habe (Gelächter und Applaus)/ möchte Sie zunächst begrüßen und beglückwünschen und nicht nur Sie, sondern auch das Präsidium der Volkspolizei zu dieser größten Demonstration in der Geschichte der DDR (Beifall), die als erste nicht von oben, sondern von unten organisiert, aber auf dem Rechtsweg beantragt und genehmigt worden ist (Applaus)/ ich hoffe sehr, dass diese Demonstration gewaltfrei bleibt und dadurch ein Stück gewonnene Kultur wird (Beifall)..."

C1/0419:

Fortsetzung Rede Gregor Gysi:

"Gysi OT: ""...heute zeigte sich, in welch kurzer Zeit hier ein erheblicher Fortschritt möglich war. Die ungenehmigten Demonstrationen der letzten Wochen haben sicherlich ihren Beitrag zur Wende in unserm Land geleistetem (Applaus)/ wir werden uns hoffentlich an rechtlich genehmigte und geschützte Demonstrationen als Ausdruck politischer Kultur gewöhnen müssen (Beifall) / aber wir wissen, dass jetzt andere Formen noch wichtiger werden; neue auch politische Strukturen, wirksame Parlamentsarbeit, neues, ökonomisches Denken und vor allem der Ausbau der Rechtsordnung (Applaus/ sie haben gerade zwei Artikel der Verfassung und einige Paragraphen des Strafgesetzbuches gehört/ alles Paragraphen aus dem Kapitel Staatsverbrechen und Straftaten gegen die staatliche Sicherheit/ vielleicht verstehen jetzt einige besser, weshalb die Rechtsanwälte in ihrer leider vom ADN nicht vollständig, aber doch in wesentlichen Teilen veröffentlichten Erklärung, ein neues Strafrecht und vor allem Überarbeitung dieser beiden Artikel gefordert haben (Applaus)/ diese Strafbestimmungen sind geprägt von einem übertriebenen und falsch verstandenen Sicherheitsbedürfnis, obwohl doch klar ist, dass die beste Staatssicherheit immer noch die Rechtssicherheit ist (Beifall)/ die Verfassung selbst ist gut, obwohl auch sie entwickelt werden kann. Vor allem gilt es aber, Grundrechte der Bürger nach der Verfassung auszubauen und zu sichern. Kein Gemeinwesen kommt gegenwärtig ohne Staat aus. Auch wir brauchen den Staat und die Staatsautorität/ niemand kann ein Interesse daran haben, dass die glücklicherweise geringe Kriminalitätsrate in der DDR steigt, aber wir brauchen eine Kontrolle des Volkes durch demokratisch gewählte Kontrollgremien über den Staat, auch über seine Sicherheitsbereiche (Applaus/ jeder Machtmissbrauch muss ausgeschlossen oder doch zumindest streng geahndet werden (Beifall)/ wir brauchen ein neues Wahlrecht und das nun auch offiziell vorgeschlagene Verfassungsgericht (Applaus)/ wir brauchen mehr Rechtsanwälte. Meine Bitte an den Magistrat von Berlin: Gebt uns endlich Räume, damit wir Rechtsanwälte aufnehmen können, nicht für uns, sondern zur Erhöhung der Rechtsicherheit der Bürger. Wenn ich versuchen würde, Forderungen nach Dienstleistungen und Rechtsstaatlichkeit in einem Satz zusammenzufassen, dann würde ich sagen, jeder Haushalt soll über ein Telefon verfügen und die Bemerkung ""Das möchte ich Dir lieber nicht am Telefon sagen"", sollte für immer der Geschichte angehören (lauter Beifall)/ ohne es jetzt näher ausführen zu können, möchte ich sagen, wir brauchen ein neues Verhältnis von Politik und Recht und ein gänzlich neues Verhältnis zur Wahrheit. Und die Frage der Zulassung des Neuen Forums sollte zügig und rechtsstaatlich entschieden werden (Applaus)/ wenn die Rechtsanwälte heute im Unterschied zu anderen nach wie vor das Vertrauen der Bürger genießen, wie ich hoffe, dann deshalb, weil wir uns nicht beirren lassen und - wenn auch ohne Erfolg - konsequent zum Beispiel den Freispruch für Walter Janka beantragten (Applaus)/ wir haben einfach die Rechte und Interessen unserer Mandanten sehr ernst genommen, vielleicht hätten wir noch mehr tun müssen, aber dazu hätte fast ein Übermaß an Zivilcourage gehört. Deshalb muss ein Ziel darin bestehen, Bedingungen für ein Höchstmaß an Zivilcourage zu schaffen/ da ich weiß, dass es viele Diskussionen zur Person von Egon Krenz gibt, will ich zu ihm etwas sagen. Viele haben vor einigen Monaten im ZDF gehört, was Egon Krenz zu den Ereignissen in China gesagt hat (Pfiffe) und vielen wird dies nicht gefallen haben. Mir auch nicht (Applaus)/ aber ich weiß von meinen Leipziger Kollegen, und sie wissen, Anwälte wissen immer etwas mehr, als sie sollen und dürfen, dass Egon Krenz am 9. Oktober 1989 in Leipzig die Hauptverantwortung für die Entscheidung trug: chinesische Lösung oder demokratische Wende. Und er entschied sich für die zweite Alternative, obwohl er noch nicht wusste, ob dies die Billigung der Führung am nächsten Tag finden würde (Applaus)/ damit hat er einen Beitrag zur Rettung dieses Landes geleistet. Diese Tat wiegt für mich schwerer als die früheren Worte, und deshalb, finde ich, verdient er doch eine Chance, und das Maß an Vertrauen, dass zur Ausübung seiner Funktion nötig wird/ allerdings, und das sage ich genauso deutlich, keinen ersten Mann der Partei und des Staates mehr ohne demokratische Kontrolle oder mit absolutistischen Herrschaftsformen und nie wieder mit Zügen von Personenkult (Applaus)/ und zeitliche Befristungen, wie vorgeschlagen, von solchen Funktionen brauchen wir ebenso wie umgekehrt den Richter auf Lebenszeit. Ich bin, und ich weiß, da bin ich mit vielen nicht einig, für die führende Rolle der Partei, aber ganz und gar gegen ihre Alleinherrschaft. Sie ist meines Erachtens ökonomisch durch das Volkseigentum bedingt, aber die verfassungsrechtliche Verankerung, wenn sie dann überhaupt sein muß, ist viel weniger als die halbe Miete. Entscheidend ist, dass sie täglich politisch und ethisch gerechtfertigt wird/ Partei selbst muss sich erneuern/ haben keine ordentlichen Zeiten und können deshalb auch nicht auf den ordentlichen Parteitag warten (Applaus)/ außerordentliche Zeit verlangt außerordentliche Maßnamen. Noch einen Satz zu unserer Sprache. Wir haben inzwischen viele Anglizismen aufgenommen, wogegen ich nichts habe, aber von der russischen Sprache haben wir nur das Wort Datscha übernommen. Ich finde, es ist Zeit, zwei weitere Worte zu übernehmen: nämlich Perestroika und Glasnost (Applaus)/ nur wenn wir dies auch inhaltlich vollziehen, wird es uns gelingen, die Begriffe DDR, Sozialismus, Humanismus, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu einer untrennbaren Einheit zu verschmelzen. Vielen Dank.";

Mann kündigt Marianne Birthler (Politikerin) an;

"Birthler OT: ""Wir alle sind hier, weil wir Hoffnung haben. Auf diesem Platz ist hunderttausendfache Hoffnung versammelt. Hoffnung, Phantasie, Frechheit und Humor. Diese Hoffnung, die seit ein paar Wochen endlich in der DDR wächst, sollte, bevor sie so groß wurde wie heute, am Abend des 7. Oktober und in den Tagen und Nächten danach niedergeknüppelt werden (Pfiffe)/ ich arbeite in der Berliner Kontakt-Telefon-Gruppe mit/ wir haben über zweihundert Berichte gelesen, in denen davon die Rede ist, wie Menschen gejagt, geschlagen, gedemütigt und verurteilt wurden. Alle, die diese Berichte kennen, haben begriffen, hier handelte es sich nicht um Übergriffe einzelner, nicht nur um kleine Büttel, die künstlich in Stress versetzt wurden, drauflos knüppelten und grinsend Menschen befahlen, sich auszuziehen und Kniebeugen zu machen (Buhrufe und Pfiffe)/ nein, das Unrecht ist auf Befehl geschehen. Es ist geplant, vorbereitet und befohlen worden. Es geschah auf einen Schlag, auf den Straßen, in Rummelsburg, in Blankenburg, in den Garagen und auf den Höfen der Polizeireviere, in den Kasernen der Bereitschaftspolizei, in Berlin ebenso wie in anderen Städten der DDR. Wer sich von den Polizisten solidarisch verhielt, musste dies heimlich tun. Wer sich weigerte, musste mit Strafe rechnen. Bis heute ist nicht beantwortet: Wer hat die Befehle gegeben, wer hatte die politische Verantwortung, wer hat befohlen, dass Polizisten aufgehetzt wurden und Angst vor der Bevölkerung hatten? Wer hat ihnen gesagt, dass man sie auf dem Alexanderplatz aufhängen würde? Der vom Berliner Magistrat gestern Vormittag auf öffentlichen Druck hin eingesetzte Untersuchungsausschuss befriedigt noch nicht, weder in Hinblick auf seine Zusammensetzung noch auf seine Zielsetzung. Offenbar wurde in einer eiligen Aktion versucht, der Entstehung einer wirklich unabhängigen Untersuchungskommission zuvorzukommen, die gestern Nachmittag gebildet wurde (Applaus)/ dieser unabhängige Untersuchungsausschuss, zu dem beauftragte Vertreter von Künstlerverbänden, demokratischen Initiativen, der Kirche sowie Ärzte, Anwälte und Psychologen angehören, ist bereit, mit dem Untersuchungsausschuss des Magistrats zusammenzuarbeiten, wenn gewährleistet ist, dass dort auch die Fragen der politischen Verantwortung geklärt werden und dass dort niemand mitarbeitet, der in die Gesetzesverletzungen verstrickt ist (Applaus)/ diese Forderungen ergeben sich aus der Verantwortung jenen gegenüber, die uns ihre Berichte gegeben haben, weil sie durch ihr Erleben das Vertrauen in staatliche Instanzen verloren haben. Was auch immer sich in diesen Tagen verändert, an einem Punkt sind wir noch nicht sehr weiter gekommen. Wie schaffen wir die politischen Strukturen, die ein für allemal verhindern, dass so etwas noch einmal geschieht? (Applaus)/ ich zitiere einen Diensthabenden in Rummelsburg, als eine Frau ihre Rechte einklagen wollte:"" Die Verfassung der DDR interessiert mich nicht, Rechte habt ihr hier unten nicht, und die Gesetze mache ich."" (Buhrufe und Pfiffe)/ 48 Stunden hatte er Recht und noch ist nicht sicher, dass er nie wieder eine Chance bekommt. Es ist gut, für Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, eine besser funktionierende Wirtschaft und ein neues Bildungssystem zu kämpfen. All das ist bitter notwendig, aber wir sollten bei alledem nicht vernachlässigen, dass diese Rechte gesichert werden müssen, d.h., wir müssen über die Fragen der Macht nachdenken und darüber, wie Macht kontrolliert werden kann. Christoph Hein hat kürzlich die Frage gestellt, was Menschen veranlasst hat, so zu handeln. Er fand eine schlimme Antwort: Weil sie dachten, wir würden weiter schweigen. Es hat nicht funktioniert. Wir haben nicht geschwiegen. Der gewaltige Unterdrückungsversuch hat eine für die DDR einmalige Welle von Mut und Solidarität bewirkt/ Studenten organisieren sich/ Oppositionsgruppen kämpfen mit Papiermangel und anderen technischen Tücken/ Lehrer tun sich zusammen, um etwas zu verändern und so weiter und so weiter. Wer etwas tun will, hat viel Auswahl."";

Kurt Demmler singt "Irgendeiner ist immer dabei";

Rede Demmler; Demmler OT: "Man braucht, um etwas zu schaffen Sicherheit und das keiner einen in den Rücken fällt, wenn man ganz aufgehen will für das Produkt, das einen mächtig in den Fingern juckt, weil es menschlich ist und nützlich vielleicht der Welt/ man braucht, um etwas zu schaffen Sicherheit / man braucht eine Automatik im System...";

Rede Markus Wolf (Generaloberst a.D. des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR, Schriftsteller);

Wolf OT: "Nicht ohne zu zögern, nutze ich die Möglichkeit, an dieses Mikrofon zu treten. Aus mehreren Gründen/ war nicht meine Partei, die Sozialistische Einheitspartei, die mit der Macht der Medien zu dieser Demonstration aufgerufen hätte/ war die fast leise Stimme Berliner Künstler mit der Forderung nach Freiheit des Worts und der Versammlung/ trotz zunehmend mahnender Stimmen in unseren eigenen Reihen konnten wir nicht verhindern, dass unsere Führung bis zum 7. Oktober in einer Scheinwelt lebte und selbst dann noch versagte, als die Menschen anfingen, mit den Füßen abzustimmen/ war bitter für uns Kommunisten (Pfiffe und Buhrufe)."

C1/0420:

Fortsetzung Rede Markus Wolf;

Wolf OT: "...von einer längst vergangenen Zeit. Und doch liegt diese Zeit erst vier Wochen zurück/ dürfen ihre Rückkehr nie wieder zulassen (Applaus)/ am 7. Oktober gab uns die Anwesenheit Michail Gorbatschows neuen Mut, und am Abend kam es zu den blutigen Zwischenfällen. Seitdem hat sich unser Volk auf den Straßen und Plätzen die Freiheit des Worts selbst geholt (Applaus)/ nun darf sich der Dialog nicht mehr in Worten erschöpfen (Applaus)/ von der in der nächsten Woche angesetzten Tagung des Zentralkomitees der SED werden nun eindeutige und mit Substanz erfüllte Aussagen erwartet (Beifall)/ auch ein Bekennen zur Verantwortung und zu den Ursachen des Geschehenen mit entsprechenden personellen Konsequenzen (Beifall)/ um für die eigentliche, noch nicht begonnene Wende und Erneuerung in meiner eigenen Partei eine klare Orientierung zu geben, sollte das Zentralkomitee entsprechend Artikel 47 des Statuts der Partei unverzüglich eine Parteikonferenz einberufen (Applaus) Hunderttausende Kommunisten, die ehrlich und aktiv gearbeitet haben (Pfiffe), erwarten einen klaren Kurs. Viele haben schon lange um Lösungen gekämpft (Buhrufe und Pfiffe), haben auch weitreichende konzeptionelle Vorschläge für grundlegende Reformen eines erneuerten Sozialismus gemacht (Buhrufe)/ diese Vorschläge gehören jetzt in den Dialog und an die Öffentlichkeit. Damit wird noch deutlicher werden, dass es in dieser meiner Partei (Unruhe) nicht an engagierten und couragierten Menschen auf allen Arbeitsebenen und Feldern mangelt, nicht an klaren und konzeptionell kompetenten Köpfen fehlt. Nicht durch Pochen auf festgeschriebene Artikel (Pfiffe und Buhrufe) nur so, durch Überzeugung und harte, sehr harte Arbeit kann diese Partei ihre Rolle in der neuen Etappe unserer gesellschaftlichen Entwicklung spielen.../ ich habe ein Buch geschrieben, in dem ich mich für offenes Aussprechen der Wahrheit, für Zivilcourage, für ein menschliches Umgehen miteinander, auch mit Andersdenkenden, ausspreche/ kann und will nicht verschweigen, dass ich davor 33 Jahre General im Ministerium für Staatssicherheit war (Buhrufe und Pfiffe) und ich bekenne mich zu meiner Verantwortung für diese Tätigkeit bis zu meinem Ausscheiden vor drei Jahren aus diesem Dienst (Applaus)/ wenn wir diesen Weg der Erneuerung mit Vernunft und Besonnenheit weiter gehen wollen, dann muss ich hier mich dagegen wenden, dass viele Mitarbeiter dieses Ministeriums, die ich aus langen Jahren kenne, nun zu Prügelknaben der Nation gemacht werden sollen (Applaus und Buhrufe)/ liegt gerade im Interesse dieser Mitarbeiter, dass jede Anschuldigung (Buhrufe und Pfiffe), jedes Unrecht, jede Verletzung der Gesetze (Zuschauer rufen "Aufhören!") unparteiisch untersucht und die Verantwortlichkeit festgestellt.../ neues Denken ist in diesem Bereich genauso gefragt, wie überall/ Verantwortliche dieses Ministeriums sollten sich der Öffentlichkeit stellen (Applaus), um damit auch den Dunst des Geheimnisvollen zu beseitigen, das bei vielen Menschen Angst verbreitet/ die Gegner der Erneuerung müssen wir überall dort suchen, wo sich Dünkel, Arroganz, elitäres Denken, Machtanmassung breit gemacht haben/ nun zum dritten Grund.../ Erfahrungen in der Geschichte/ immer, wenn es in sozialistischen Ländern in der Vergangenheit nach dem Kriege einen Kurs- und Führungswechsel gegeben hat und die Menschen emotionsgeladen mit ihren Forderungen auf die Straßen und Plätze gegangen sind, gab es eine Eskalation, ist Blut geflossen und gab es Tote/ man kann vor der Besonnenheit unserer Menschen hier auf dem Platz nur den Hut ziehen (Applaus)/ seit dem 09. Oktober ist kein Blut mehr geflossen und wir wollen es dabei lassen/ sorgen wir doch alle dafür, dass die Vernunft die Oberhand behält/ nutzen wir gemeinsam die einmalige Chance Sozialismus mit Demokratie, die das Wort verdient, zu verbinden (Applaus)/ vielleicht können wir damit Michael Gorbatschow und den Menschen in der Sowjetunion etwas vom Mut und der Hoffnung zurückgeben, die sie mit Perestroika und Glasnost in dieses Land gebracht haben (Applaus).";

Rede Jens Reich (Sprecher Neues Forum, Molekularbiologe);

Reich OT: "...wir kennen alle die alte Spruchweisheit 'Tapeziert der Nachbar sein Haus, dann tapezieren wir noch lange nicht'/ dagegen setzen wir 'Renoviert der Nachbar seinen Roten Platz, dann tapezieren wir unseren Alex!'/ außerdem tapeziert der Nachbar den Kreml, dann gründen wir ein Neues Forum/ das Neue Forum darf nicht nur miesepetrig geduldet werden, es braucht die offenherzige volle Anerkennung (Applaus)/ gilt auch für die anderen neuen Bürgerinitiativen (Applaus)/ Tapeten haben wir heute genug beschrieben, wir brauchen nun mehr eine richtige Zeitung/ brauchen den Zugang zu den elektronischen Medien/ Neue Forum brennt darauf das gähnende Loch aufzufüllen, das der schwarze Kanal hinterlassen hat (Gelächter und Applaus)/ ein Wort zum Dialog zwischen Volk und Regierung: Ja, es stimmt, wir haben die Sprache wiedergefunden und die Welt kennt seitdem dieses verschlafende Land nicht wieder/ wollen dabei aber nicht außer Acht lassen, der Dialog ist nicht das Hauptgericht, sondern die Vorspeise/ wird nicht mit Zuckerwatte zubereitet, sondern mit Pfeffer und Paprika/ geht nämlich nicht um artiges Gerede, sondern darum, dass die Konflikte in unserer Gesellschaft und mit den Regierenden ohne Umschweife ausgetragen werden/ mit Auswahl zwischen Kandidaten und verschiedenen Programmen, mit geheimer Abstimmung und fehlerfreier Zusammenrechnung (Applaus)/ ist wichtig, dass die da oben die Verfassungsartikel kennenlernen und auch einhalten/ noch wichtiger ist aber, dass wir uns alle die Freiheit nehmen, die uns zusteht/ Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden/ ...und ein letztes freundliches Wort, vielleicht können wir bei einer anderen Veranstaltung Erich Loest oder Wolf Biermann dabei haben. Vielleicht können wir die Leute dabei haben, die nicht mehr bei uns sind, weggegangen sind und wiederkommen möchten. Danke.";

Rede Manfred Gerlach ( Vorsitzender der Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands (LDPD)- Stellv. Oberbürgermeister in Leipzig);

Gerlach OT: ""Mündige Bürgerinnen und Bürger (Applaus) diese bewegende Willenskundgebung ist auf Vorschlag Berliner Künstler zustande gekommen. Lassen Sie mich deshalb zunächst unmissverständlich sagen: Das Ansehen unserer Republik in der Welt gründet sich wesentlich auf die schöpferischen Leistungen ihrer Künstler. Deshalb auch haben die Künstler, die heute mit vielen anderen Bürgern dieses Landes hier versammelt sind, das Recht, für ihr Schaffen gute, vernünftige, zuträgliche Bedingungen../ kein Talent darf brachliegen oder verkümmern. Wir brauchen jedes Bild und jedes Stück, jede Note und jeden Film.../ auch um zu zeigen, dass es keine Phrase ist, auf die Unverzichtbarkeit der Künste in unserem Alltag hinzuweisen. Dieser Tag, diese Willensbekundung ist ein schöner, ein ermutigender Beweis dafür. Lassen Sie mich nun aber auch als Vorsitzender der LDPD noch einige Gedanken äußern. Wie unserem Lande von seinem geistigen Potential nichts verlorengehen darf, so genauso wenig von seinem reichen politischen Spektrum. Es muss jeder Gedanke daran überwunden werden, dass die Wahrheit nur im Besitz einer Gruppe, einer Partei, einiger Funktionäre ist! Deshalb muss endlich auch die Volkskammer in aller Offenheit zur Lage im Lande Stellung nehmen. Wir Liberaldemokraten halten Block und Nationale Front dann für aktionsfähig, wenn darin die Ideen, die Gedanken, die Vorschläge des ganzen Volkes vereinigt sind. Das Unsere wollen und werden wir dazu beitragen, dass kein Gedanke und keine Idee, dass vor allem keine Bereitschaft zum konkreten Tun mehr verlorengehen. Wir wollen Alternativen zur Debatte stellen. Wir bestehen auf Meinungsstreit, auf Einrede und Widerspruch. Wir wollen aus der Geschichte und den Erfahrungen unserer Partei den liberalen demokratischen Geist kräftig lebendig machen/ Offenheit und völlige Gleichberechtigung in der Beschäftigung mit allen gesellschaftlichen Fragen/ Suche um die beste Lösung auch im heftigen Streit und in Anerkennung der Würde des Partners, mit dem der Streit geführt wird/ müssen richtige, für alle annehmbare und durchschaubare Entscheidungen treffen, dafür ist keine Anstrengung zu hoch/ um Entscheidungen geht es, - jetzt um den Rücktritt der Regierung (Applaus), - auch um solche Entscheidungen, die unzerstörbare Sicherungen für die Fortführung der Umgestaltung, - die DDR - Perestroika einbauen/ Debatte um der Debatte willen kann uns allein nicht weiterbringen. Schon im Lernprozess darüber, wie, wie oft und wo möglichst viele Menschen miteinander reden, muss der Weg in die Zukunft abgesteckt werden. Vorschläge meiner Partei dafür liegen auf dem Tisch und sind veröffentlicht. Wunder kann die Wende nicht bringen. Für Wunder ist keiner von uns zuständig, dafür aber für Arbeit, für harte Arbeit..."

C1/0421:

Ekkehard Schall (Theaterregisseur und Schauspieler) am Mikrophon OH (kurz);

Rede Günter Schabowski (Funktionär der SED/ Chefredakteur des Zentralorgans der SED "Neues Deutschland"/ 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin, Mitglied des Zentralkomitees und des Politbüros);

Schabowski OT: "Liebe Berlinerinnen und Berliner! Billigen wir einander die Kultur des Dialogs zu! (Applaus)/ was bewegt einen Kommunisten in dieser Stunde, im Angesicht und im Blickfeld von Hunderttausenden? Bitteres ist hier gesagt worden/ geht an unsere, auch an meine Adresse/ nur wer die Mahnung hört und versteht, ist fähig zu neuem Anfang. Wir alle wollen eine DDR, von der jeder sagen kann: Das ist unser Land! Aus Prag erreichen uns indes wieder bedrückende Nachrichten und Bilder (Pfiffe und Buhrufe)/ viel Mühe wird es kosten, vertanes Vertrauen zurückzugewinnen/...wenngleich von unterschiedlichen Ausgangspositionen? Auch zwischen Andersdenkenden müssen die Hürden nicht unüberwindlich sein...zur Umgestaltung (Sprechchor: 'Aufhören!')/ ...das kam spät, aber es ist unwiderruflich. Wir sind gewillt ...";

Bilder von den Zuhörern;

Schabowski OT: "Ich will es noch einmal deutlich sagen: Wir sind gewillt und wir lernen unverdrossen, mit Widerspruch, mit Pfeffer und Salz zu leben. Und wir werden die Produktivität des Widerspruchs nutzen. Das Zentralkomitee der SED, das am Mittwoch zusammentritt (Buhrufe), wird das mit seinem angekündigten Aktionsprogramm messbar machen. Die Dynamik des Aufbruchs zum Neuen lässt sterilen politischen Nachlassverwaltern keine Chance. Das ist sicher! Aber ich sage hier offen, ich mag auch nicht die schnellen Scheiterhaufen, auf denen manche alles brennen sehen wollen, was an unbestreitbaren Leistungen in vergangenen Jahrzehnten vom Volk vollbracht wurde (Applaus)/ auch ich wende mich an die Initiatoren und die Organisatoren dieser Kundgebung und bezeuge ihnen meinen Respekt, den Künstlern, den Schriftstellern, den Kulturschaffenden. Wir müssen heute sagen, mit ihrem wachen Gespür für die Stimmung des Volkes.../ vorwärts im festen Bund mit unseren sowjetischen Freunden. Gut, wie die neue Zeit auch strapazierten Worten Aufrichtigkeit und neuen Sinn verleiht. Das Begonnene ist unumkehrbar, Regen wir heute die Hände für unser Land, für einen Sozialismus, der stark macht, weil die Menschen ihn wollen!""; Schabowski geht ab;

Stefan Heym (Journalist, Schriftsteller) tritt an das Mikrophon;

Heym OT: "Liebe Freunde, Mitbürger, es ist, als habe einer die Fenster aufgestoßen nach all den Jahren der Stagnation, der geistigen, wirtschaftlichen, politischen, den Jahren von Dumpfheit und Mief, von Phrasengewäsch und bürokratischer Willkür, von amtlicher Blindheit und Taubheit. Welche Wandlung! Vor noch nicht vier Wochen, die schön gezimmerte Tribüne hier um die Ecke (Gelächter und Applaus), mit dem Vorbeimarsch, dem bestellten, vor den Erhabenen! (Applaus)/ und heute! Heute ihr, die Ihr Euch aus eigenem freien Willen versammelt habt, für Freiheit und Demokratie und für einen Sozialismus, der des Namens wert ist."

In der Zeit, die hoffentlich jetzt zu Ende ist, wie oft kamen da die Menschen zu mir mit ihren Klagen. Dem war Unrecht geschehen, und der war unterdrückt und geschurigelt worden. Und allesamt waren sie frustriert. Und ich sagte: So tut doch etwas! Und sie sagten resigniert: Wir können doch nichts tun. Und das ging so in dieser Republik, bis es nicht mehr ging. Bis sich so viel Unwilligkeit angehäuft hatte im Staate und so viel Unmut im Leben der Menschen, dass ein Teil von ihnen weglief. Die anderen aber, die Mehrzahl, erklärten, und zwar auf der Straße, öffentlich: Schluss, ändern. Wir sind das Volk! (Applaus)

Einer schrieb mir - und der Mann hat recht: Wir haben in diesen letzten Wochen unsere Sprachlosigkeit überwunden und sind jetzt dabei, den aufrechten Gang zu erlernen. Und das, Freunde, in Deutschland, wo bisher sämtliche Revolutionen daneben gegangen (Applaus), und wo die Leute immer gekuscht haben, unter dem Kaiser, unter den Nazis, und später auch (Beifall)/ aber sprechen, frei sprechen, gehen, aufrecht gehen, das ist nicht genug/ lasst uns auch lernen zu regieren! (Applaus)/ die Macht gehört nicht in die Hände eines Einzelnen (Applaus) oder ein paar weniger oder eines Apparates oder einer Partei (Beifall)/ alle müssen teilhaben an dieser Macht/ wer immer sie ausübt und wo immer, muss unterworfen sein der Kontrolle der Bürger, denn Macht korrumpiert/ absolute Macht, das können wir heute noch sehen, korrumpiert absolut (Applaus)/ Sozialismus - nicht der Stalinsche, der richtige -, den wir endlich erbauen wollen zu unserem Nutzen und zum Nutzen ganz Deutschlands (Applaus), dieser Sozialismus ist nicht denkbar ohne Demokratie. Demokratie aber, ein griechisches Wort, heißt Herrschaft des Volkes (Beifall)/ Freunde, Mitbürger, üben wir sie aus, diese Herrschaft.";

Auszug Rede von Friedrich Schorlemmer (Theologe, Mitbegründer der Partei "Demokratischer Aufbruch" );

"Schorlemmer OT: ""40 Jahre haben wir das erduldet, jetzt wollen und können wir diesen riesigen Angstapparat weder weiter tolerieren noch bezahlen (Applaus)/ Fehler dürfen nun nicht flugs korrigiert, sie müssen auch als Fehler zugegeben werden, aber, liebe Freunde, liebe Mitbürger in unserem ganzen Land, reißen wir nun nicht neue Gräben auf, trauen wir jedem eine Wende zu, auch wenn nicht jeder in seiner alten Position verbleiben darf (Applaus)/ ...ohne die wache Solidarität aller demokratischen Kräfte wird es nicht gelingen, eine lebensfähige Demokratie aufzubauen, die Zersplitterung der Demokratien ist stets die Stunde der Diktatoren (Applaus)/ wir werden noch durch ein Tal hindurchgehen, wir werden uns nicht durch besonderen Wohlstand auszeichnen können, aber vielleicht durch mehr Freundlichkeit und Wärme/ aus Wittenberg kommend, erinnere ich Regierende und Regierte - also uns alle - an ein Wort Martin Luthers: Lasset die Geister aufeinanderprallen, aber die Fäuste haltet stille!"" (Applaus);

Rede Christa Wolf (Schriftstellerin);

"Wolf OT: ""...jede revolutionäre Bewegung befreit auch die Sprache. Was bisher so schwer auszusprechen war, geht uns auf einmal frei von den Lippen· Wir staunen, was wir offenbar schon lange gedacht haben und was wir uns jetzt laut zurufen: Demokratie jetzt oder nie! Und wir meinen Volksherrschaft, und wir erinnern uns der steckengebliebenen oder blutig niedergeschlagenen Ansätze in unserer Geschichte und wollen die Chance, die in dieser Krise steckt, da sie alle unsere produktiven Kräfte weckt, nicht wieder verschlafen (Applaus)/ mit dem Wort 'Wende' habe ich meine Schwierigkeiten. Ich sehe da ein Segelboot, der Kapitän ruft: ""Klar zur Wende!"", weil der Wind sich gedreht hat oder ihm ins Gesicht bläst und die Mannschaft duckt sich, wenn der Segelbaum über das Boot fegt/ aber stimmt dieses Bild noch? Stimmt es noch in dieser täglich vorwärtstreibenden Lage. Ich würde von revolutionärer Erneuerung sprechen (Applaus)/ Revolutionen gehen von unten aus. ""Unten"" und ""oben"" wechseln ihre Plätze in dem Wertesystem und dieser Wechsel stellt die sozialistische Gesellschaft vom Kopf auf die Füße. Große soziale Bewegungen kommen in Gang. Soviel wie in diesen Wochen ist in unserem Land noch nie geredet worden, miteinander geredet worden, noch nie mit dieser Leidenschaft, mit soviel viel Zorn und Trauer und mit soviel Hoffnung/ wir wollen jeden Tag nutzen, wir schlafen nicht oder wenig, wir befreunden uns mit Menschen, die wir vorher nicht kannten und wir zerstreiten uns schmerzhaft mit anderen, die wir zu kennen glaubten/ das nennt sich nun ""Dialog""/ wir haben ihn gefordert, nun können wir das Wort fast nicht mehr (Schnitt)./ ...durch uns selbst (Applaus)/ verblüfft beobachten wir die Wendigen, im Volksmund ""Wendehälse"" genannt, die, laut Lexikon, sich ""rasch und leicht einer gegebenen neuen Situation anpassen, sich in ihr geschickt bewegen, sie zu nutzen verstehen"". Sie am meisten, glaube ich, blockieren die Glaubwürdigkeit der neuen Politik (Applaus)/ soweit sind wir wohl noch nicht, dass wir sie mit Humor nehmen können - was uns doch in anderen Fällen schon gelingt. ""Trittbrettfahrer - zurücktreten!"" lese ich auf Transparenten. Und, an die Polizei gerichtet, von Demonstranten...(Schnitt)/ Ja: Die Sprache springt aus dem Ämter- und Zeitungsdeutsch heraus, in das sie eingewickelt war, und erinnert sich ihrer Gefühlswörter. Eines davon ist ""Traum"". Also träumen wir mit hellwacher Vernunft/ stell dir vor, es ist Sozialismus, und keiner geht weg! (Gelächter und Applaus)/ sehen aber die Bilder der immer noch Weggehenden, fragen uns: Was tun? Und hören als Echo die Antwort: Was tun! Das fängt jetzt an, wenn aus den Forderungen Rechte, also Pflichten werden: Untersuchungskommission, Verfassungsgericht. Verwaltungsreform. Viel zu tun, und alles neben der Arbeit. Und dazu noch Zeitung lesen! Zu Huldigungsvorbeizügen, verordneten Manifestationen werden wir keine Zeit mehr haben (Applaus)/ dies ist eine Demo, genehmigt, gewaltlos. Wenn sie so bleibt, bis zum Schluss, wissen wir wieder mehr über das, was wir können, und darauf bestehen wir dann (Applaus): Ein Vorschlag für den Ersten Mai: Die Führung zieht am Volk vorbei (Gelächter und Applaus)/ alles nicht von mir, alles nicht von mir, das ist literarisches Volksvermögen (Gelächter)/ unglaubliche Wandlungen. Das ""Staatsvolk der DDR"" geht auf die Straße, um sich als ""Volk"" zu erkennen...(Schnitt)."

C1/0422:

Auszug Rede Heiner Müller (Schriftsteller);

Müller OT: ""...warum sind nicht ständige Tarifverhandlungen über Lohnerhöhungen geführt worden? Wo stehen die Funktionäre des FDGB, wenn in unserem Betrieb neue Normen eingeführt werden? Auf unserer Seite? Verhindern sie die Normen, bevor nicht klar ist, dass wir auch entsprechend bezahlt werden? Wie kann der FDGB als unser angeblicher lnteressenvertreter es zulassen, dass wir im Durchschnitt 10 Tage weniger Urlaub haben als unsere Kollegen im Westen? (Applaus)/ hat der FDGB sich für die Herabsetzung des Rentenalters stark gemacht? (Schnitt)...nicht mehr organisieren lassen, auch nicht von neuen Männern und Frauen (Applaus)/ (Schnitt)...sollen angezogen werden. Die Preise werden steigen und die Löhne kaum/ Staat fordert Leistung. Bald wird er mit Entlassung drohen. Wir sollen die Karre aus dem Dreck ziehen (Pfiffe)/ wenn der Lebensstandard für die meisten von uns nicht erheblich sinken soll...gründet unabhängige Gewerkschaften/ darf ich noch einen persönlichen Satz sagen: ...darf auf Demonstrationen getanzt werden."

diverse Kamerateams seitlich; Schild mit Bild von Egon Krenz als Wolf bzw. Großmutter verkleidet (Märchen) und Schriftzug "Großmutter, warum hast du so große Zähne?";

Schwenk auf Menschenmasse; Schild mit Schriftzug "Großmutter, warum hast du so große Zähne?" wird vor der Bühne hoch gehalten; Applaus; Zoom auf Bild von Egon Krenz; Aufzieher auf Schild; Lothar Bisky (Kulturwissenschaftler, Rektor der Filmhochschule Potsdam-Babelsberg) hält Rede;

"Bisky OT: ""...den ernsten Willen zur Demokratie werden die Jungen uns erst dann glauben, wenn sie unverfälscht (Schnitt).../...akzeptieren, zuzuhören und zuzuschauen, was sie uns zu sagen haben, mit ihnen zu streiten, zu helfen, aus eigenen und aus unseren Fehlern zu lernen..."(Schnitt);

Rede Mann: "..haben erlebt eine Aufbruchstimmung mindestens so wie diese heute/ wie groß war unser Entsetzen, als wir miterleben mussten, dass ausgerechnet unsere Regierung federführend daran beteiligt war, diesen Demokratischen Aufbruch abzubrechen";

Rede Steffi Spira (Schauspielerin);

"Spira OT (B. Brecht): ""...so wie es ist, bleibt es nicht. Wer lebt, sage nie Niemals. Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein. Und aus Niemals wird Heute noch! Ich wünsche für meine Urenkel, dass sie aufwachsen ohne Fahnenapell (Applaus), ohne Staatsbürgerkunde (Applaus) und dass keine Blauhemden mit Fackeln an den hohen Leuten vorübergehen. (Applaus)/ ich habe noch einen Vorschlag: Aus Wandlitz machen wir ein Altersheim! (Applaus)/ die über 60- und 65jährigen können jetzt schon dort wohnen bleiben (Gelächter), wenn sie das tun, was ich jetzt tue - Abtreten! (Applaus)"";"

klatschende Demonstranten von vorne; Demonstranten seitlich; Schwenk über Menschenmenge; diverse Transparente u. a. mit Losung "Rücktritt der Regierung" etc.; Demonstranten brechen langsam auf;

Demonstranten geben ihre Plakate und Schilder an der Bühne ab; diverse Aufnahmen von den Transparenten und Schildern

Interviews mit Demonstranten;

Mann OT zur Frage, wie die Demonstration denn gewesen sei: "Sehr gut/ habe sie mit vorbereitet.";

Mann OT: "Erleichtert in gewisser Hinsicht/ Solidarität der vielen Leute macht einen eigentlich ganz glücklich/ mein Plakat sagt genug aus!"; Aufwärtsschwenk auf Plakat mit Schriftzug "VORWÄRTS!";

junge Frau OT zur Frage, ob sie vorher schon mal auf einer Demo gewesen sei: "Nein, man wusste ja nicht, wo so etwas statt findet/ war toll...";

junge Frau OT: "Man hat hier so lange gestanden- vier Stunden oder so- und es hat trotzdem Spaß gemacht/ hätte noch zwei Stunden länger stehen können.";

Mann OT: "..vor allen Dingen sie sind nicht zugeführt worden, sondern sind freiwillig gekommen/ wenn es so weiter geht, dann kann man sagen: Es ist lebenswert hier!/ Dialog ja, aber Taten sollen folgen.";

älterer Mann OT zum Gefühl: "Beeindruckt mich eigentlich hier/ sehr schön.";

Frau OT: "...für mich ist das überhaupt kein neues Gefühl, weil ich schon immer so gedacht habe/ jetzt darf ich einmal handeln.";

Demonstranten diskutieren miteinander;

Frau OT: "Hat mich sehr erregt/ habe sehr gelitten unter dieser Sprachlosigkeit gegen diese Unterdrückung.";

Mann OT: "Ich bin Bundesbürger.../ würde mich sehr freuen, so etwas in BRD-Deutschland zu erleben...";

Jugendlicher OT zum Gefühl: "Na ja es geht...";

Mann OT: "War der erfolgreichste Arbeitstag meines Lebens/ habe es als Arbeitstag empfunden/ endlich mal auf die Straße zu gehen und mit einem Plakat zu sagen, was ich denke/ wir als Arbeiter haben heute die größte Chance unseres Lebens - im Raum Berlin- gehabt/ größte Auftritt...";

Mann OT zu Egon Krenz: "Egon Krenz ist für meine Begriffe nicht glaubwürdig!"; Demonstranten pflichten Mann bei

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