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Der springende Punkt

Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 8 Min., Farbe, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1986

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
230
Englischer Titel
The Point
Anlaufdatum

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser Farb-Dokumentarfilm zeigt uns anhand einer einfach aufgebauten Grafik welche bedrohlichen Waffenarsenale seit Ende des Zweiten Weltkriegs auf der Erde entstanden. Beginnend mit einem Rückblick auf den Zweiten Weltkrieg und dem ersten Einsatz einer Atombombe in Japan wird der Bogen bis zum Abrüstungsvorschlag aus dem Jahre 1986 von Michail Gorbatschow in Reykjavík gezogen. Sein Ziel war es, bis zur Jahrtausendwende eine Erde ohne Kernwaffen zu schaffen. Allerdings war sein Gesprächspartner, der US-Präsident Ronald Reagan, anderer Meinung: er wollte sein Programm "Strategic Defense Initiative" (SDI) umsetzen und somit weitere Waffen auch drohend im Weltraum stationieren.

Filmstab

Regie
  • Walter Heynowski
  • Gerhard Scheumann
Drehbuch
  • Walter Heynowski
  • Gerhard Scheumann
Kamera
  • Horst Donth
Schnitt
  • Ilse Radtke
Regieassistenz
  • Traute Wischnewski
Szenarium
  • Walter Heynowski
  • Gerhard Scheumann
Dramaturgie
  • Wolfgang von Polentz
Ton
  • Eberhard Schwarz
Sprecher
  • Walter Niklaus

Auszeichnungen

  • Prädikat (1986): Wertvoll

Kurzinhalt (Englisch)

Archive footage of bomb detonations during the Second World War combined with abstract graphic elements which show the destructive potential of modern nuclear missiles. Together the images are a silent warning of armament and war.

Langinhalt

0:00:00

Stabeingaben: "Ein Film von Heynowski & Scheumann; Walter Martsch; Horst Donth; Traute Wischnewski; Ilse Radtke; Wolfgang von Polenz; Carmen Bärwaldt; Walter Niklaus; Eberhard Schwarz; Mathias Remmert". Umschnitt auf historisches Filmmaterial vom II. Weltkrieg: Wehrmachtsangehörige bestücken eine Kanone mit einer Granate im II. Weltkrieg (halbnah). Blick auf das Mündungsrohr der Kanone (halbtotal). Titeleinblendung aus der Kanonenmündung "Der springende Punkt". Blick auf die getarnte Kanone beim Feuern (halbtotal) (O-Ton). Granate um Granate wird eingeführt und abgeschossen (halbnah). Wechselschnitte von englischen, deutschen und russischen Soldaten bei der Beladung ihrer Kanonen (halbnah). Blick auf die verschiedenen Kanonen beim Abschuss (halbtotal). Luftaufnahme von fallenden Bomben aus Schächten der Kampfbomber (halbtotal). Flugaufnahmen aus dem Luftkämpfen im II. Weltkrieg (halbtotal). Luftaufnahme von fallenden Bomben und Einschlägen auf dem Erdboden (halbtotal). Stalinorgeln und andere Raketenwerfer feuern pausenlos ihre Geschosse ab (halbtotal) (O-Ton). Maschinengewehre feuern ratternd ihre Munition ab (halbnah) (O-Ton). Deutscher Soldat wirft eine Stielhandgranate (halbnah). Blick auf die Explosion eines Schienenstranges (halbtotal). Explosionen am Boden (halbtotal). Deutsche Wehrmacht feuert mit Mörsern (halbnah). Flugaufnahmen aus dem Cockpit eines Kampffliegers heraus bei Beschuss von Schiffen (halbtotal). Torpedos gleiten durch die See (halbtotal). Volltreffer an einem Frachtschiff (halbtotal). Marinesoldaten an Bordgeschützen (halbnah). Schiffkanonen feuern (halbtotal). Schwenk über einen abstürzenden Bomber über Wasser (halbtotal). Wasserbomben und Torpedos werden vom Schiff abgeschossen (halbtotal). Umschnitt

0:01:50

Ein schwarzer Punkt wird auf eine Glasscheibe gemalt und per Animation immer weiter bearbeitet und mit Fakten kommentiert (nah). Kommentar: "Die gesamte Menge des im II. Weltkrieg gezündeten Sprengstoffs sei durch diesen schwarzen Punkt ausgedrückt. Bringen wir in einem Feld gleicher Größe 50 solcher Punkte unter, so haben wir uns die Vernichtungskraft von 50 Mal II. Weltkrieg vorzustellen. Ist das eigentlich noch vorstellbar? Aber es geht noch weiter, wollen wir die gesamte auf unserer Erde eingelagerte nukleare Sprengkraft ausdrücken so müssen wir 120 Kästchen herstellen und dann mit jeweils 50 Punkten füllen. Fünfzig Mal 120, hier wird eine Vernichtungskraft dargestellt die der 6.000 fachen des II. Weltkrieges entspricht...". Umschnitt

0:02:50

Blick auf die Wochenzeitung "Die Zeit" mit der dort abgedruckten Grafik mit dem Titel "Nuklearer Winter: Leise rieselt der Schnee" (nah). Zoom auf einen Auszug des Artikels (nah) "Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion verfügen über etwa die gleich große Zerstörungskraft, der Kreis oben links (Einblendung) schließt 9 Megatonnen ein, die Waffen eines einzigen "Poseidon"-U-Bootes genügen (Einblendung eines Raketenabschusses aus dem U-Boot) um die 200 größten sowjetischen Städte zu vernichten". Zoom auf den Artikel (nah) "Die Sowjets verfügen über ähnlich große Waffensysteme". Kommentar: Es wäre also auch möglich die 200 größten amerikanischen Städte (Einblendung einer Stadt) zu vernichten". Spielfilmausschnitte aus dem amerikanischen Katastrophenfilm "The Day After Tomorrow": Feuer, Chaos, Zerstörungen und Atombombenexplosion (halbtotal). Umschnitt

0:04:10

Blick auf den schwarzen Punkt im aufgezeichneten Quadrat mit weiteren Animationen (nah). Kommentar: "Der zweite Weltkrieg. Die Menschheit verfügt heute über Vernichtungskräfte gegen die sich dieser II. Weltkrieg wie ein armseliger Versuch ausnehmen würde...(Filmeinblendung einer völlig zerstörten deutschen Stadt)...warnte schon Bertold Brecht". Schwenk über die Trümmerlandschaft der Stadt (halbtotal). Umschnitt auf den entstehenden Punk an der Glasscheibe (nah). Kommentar: "Ein lächerlicher kleiner Punkt, und doch symbolisiert er unterschiedliche historische Erfahrungen, denn der zweite Weltkrieg...(Filmeinblendung von brennenden Häusern in der Sowjetunion)...verwandelte große Teile der Sowjetunion in verbrannte Erde, der II. Weltkrieg forderte in der Sowjetunion über 20 Millionen Menschenleben...(Filmeinblendung von toten Zivilisten und Soldaten)...In eben diesem II. Weltkrieg, ging in den USA durch Kriegseinwirkungen...(Filmeinblendung von intakten Großstädten in den USA)...nicht eine Fensterscheibe entzwei. Glückliches Amerika". Schwenk über die Hochhäuser einer Stadt in den USA (halbtotal). Kommentar: "Während des gesamten II. Weltkrieges waren in den USA mehr Verkehrstote als gefallene Soldaten zu beklagen...(Filmeinblendung von US-Polizisten und Straßenverkehr)...aber auch jeder im II. Weltkrieg gefallene Amerikaner...(Toter US-Soldat im Wasser)...ist nicht dafür gestorben das die Erde heute unter der Last der Rüstungen stöhnt. Ein Zustand der sich zu entwickeln begann als eine amerikanische Maschine 1945...(Filmeinspielung vom einladen der Atombombe in einen amerikanischen Bomber)...diese Bombe nach Japan flog...". Bombe mit Beschriftung "Only the Beginning" auf einem Hubwagen (halbnah). Blick (von oben) auf die Atombombenexplosion über Hiroshima (halbtotal). Umschnitt

0:05:50

Kommentar mit Animationen unterlegt: "Mit dem Ende des II. Weltkriegs begannen die USA ein Atomwaffenpotenzial anzuhäufen, die Sowjetunion durchbrach dieses Monopol erst Ende der 40er Jahre. Der Atombombe folgten die Wasserstoffbombe, nukleare Sprengköpfe für Interkontinentale- und Mittelstreckenraketen, folgten Mehrfachsprengköpfe, Marschflugkörper, Neutronenbombe. Der Drang der USA nach militärischer Überlegenheit und Weltherrschaft hat die Sowjetunion gezwungen immer wieder nachzuziehen, und diese Rüstungsspirale verwandelte unsere Welt in ein Pulverfass das inzwischen die Existenz der ganzen Menschheit bedroht". Umschnitt auf Fotos von Friedensdemonstranten auf der Straße (nah). Foto eines Platzes im Wald mit Transparent "Hier entsteht ein Hoffnungsdepot" (nah). Foto mit westdeutschen Friedensdemonstranten bei einer Sitzblockade auf Zufahrtsstraßen (nah). Foto einer "lebenden Menschenkette für den Frieden" auf Landstraßen (nah). Verschiedene Fotos von Friedensdemonstrationen in aller Welt (nah). Kommentar: "Eine nie gekannte Unruhe hat die Völker erfasst, das Weltgewissen ist geweckt, und es muß die Weltentwicklung bestimmen wenn die Menschheit von dem angehäuften atomaren Vernichtungspotenzial wieder herunter kommen soll". Foto von Demonstranten in Skelettkostümen und Atombombenattrappe auf ihren Schultern (nah). Umschnitt

0:07:15

Treffen zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow in Islands Hauptstadt Reykjavík am 11. und 12. Oktober 1986 (halbtotal). Rückwärtszoom von den Politikern auf das Holzhaus in Reykjavík (halbtotal). Ronald Reagan und Michail Gorbatschow bei einem Fototermin im Haus (halbnah). Kommentar mit Animation: "Was dort gefragt war und von den Völkern erwartet wurde ist die Bereitschaft und Fähigkeit zu einem radikalen Umdenken, damit endlich konkrete Schritte zur Rüstungsbegrenzung und schließlich Abrüstung beginnen können. Noch in Reykjavik hielt der amerikanische Präsident (Foto von Reagan) an seinen SDI-Plänen fest, womit die Rüstung auch noch in den Weltraum getragen würde, und das hieße eine Unzahl weiterer solcher Kästchen aufzumalen, wie viele weiß heute noch niemand". Foto von Gorbatschow (nah). Kommentar "Wenn dagegen Wirklichkeit wird was Generalsekretär Gorbatschow vorgeschlagen hat, dann werden in diesem Jahrhundert alle Kernwaffen von unserem Planeten verschwunden sein". Umschnitt

0:08:10

Blick auf das weiße Zeichenpapier mit leeren Kästchen und der Jahreszahl 1999 (nah). Kommentar: "Blick auf das Ende unseres Jahrtausends, eine realistische Möglichkeit, eine reale Utopie". Überblendung von der Unschärfe der Jahreszahl 1999 auf den Nachspann: "DEFA-Studio für Dokumentarfilme © DDR 1986. Abblendung

0:08:34 ENDE

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