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Die Prüfung

Regie: Andrew Thorndike, 31 Min., sw, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1952

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
845
Sonstiger Titel
Laß uns Dir zum Guten dienen, Deutschland, einig Vaterland
Englischer Titel
The Test
Anlaufdatum

Kurzinhalt

Dieser schwarz-weiß-Dokumentarfilm berichtet über den Neubau von Zentralschulen auf dem Lande und von der durchgeführten demokratischen Schulreform in der DDR. Vorgestellt werden die Grundschulen in Ducherow und Dessau und einige der dort lernenden Kinder. Des Weiteren wird vom "Tag des Lehrers" berichtet und von dem angesehenen Beruf der Pädagogen. Der Kommentar wird von Helene Weigel überzeugend vorgetragen und handelt oft von den Maßnahmen der DDR-Regierung, die der Förderung der Jugend und einer glücklichen und friedvollen Zukunft dienen sollen. Eine Gruppen-Vollversammlung der Jungen Pioniere zeigt die Hilfsbereitschaft der Kinder, um den Prüflingen bei der Bewältigung ihrer schwachen Fächer zu helfen. Themen wie Selbststudium der Kinder und Eltern werden in Zwischenschnitten vorgestellt. Schwerpunkt des Dokumentarfilms bleiben aber die Abschlussprüfungen der 8. Klasse in Ducherow und Dessau, dabei werden drei Kinder in den Vordergrund gestellt: Helga berichtet über den Aufbau des menschlichen Gehirns, Gudrun über die Friedenspolitik der Sowjetunion und Richard über die Ringparabel in Lessings Drama "Nathan der Weise". Mit Helene Weigels Schlusssatz "Mit der bestandenen Abschlussprüfung haben sich alle Kinder die Grundlage erarbeitet für ein kühnes, reiches Leben mit unerschöpflich weiten Perspektiven" und eingeschnittenen Traumbildern des Schülers Richard von möglichen Berufen endet der Film.

Filmstab

Regie
  • Andrew Thorndike
Drehbuch
  • Annelie Kunigk
Kamera
  • Ewald Krause
Schnitt
  • Ella Ensink
Komponist
  • Wernfried Hübel
Produktionsleitung
  • Heinz Bronowski

Auszeichnungen

  • IV. Weltfestspiele der Jugend in Bukarest (1953): 1. Preis

Kurzinhalt (Englisch)

Taking stock of the educational system. Recorded and specially staged for the film: final exminations at primary schools, GDR President Pieck visiting one of the State's honorary godchildren, and discussions on ecuational policy.

(Quelle: Tell me the story of your life. East German Film Biographies)

Langinhalt

0:00:00

Blick auf verschiedene Schulbücher (halbnah) mit eingeblendetem Filmtitel "Die Prüfung". Ein Dokumentarfilm über die Abschlussprüfung 1952 an den Grundschulen der Deutschen Demokratischen Republik. Stabangaben: Buch Annelie Kunigk. Kamera Ewald Krause. Sprecherin Helene Weigel. Musikalische Bearbeitung Wernfried Hübel. Schnitt Ella Ulrich. Ton Heinz Reusch und Kurt Wolfram. Regie Andrew Thorndike. Die Originalaufnahmen von den Abschlussprüfungen wurden gedreht: An der 5. Grundschule in Dessau und an der Zentralschule in Ducherow. Abblendung

0:01:00

Blick auf Fanfarenbläser der Freien Deutschen Jugend (FDJ) neben den vorfahrenden Staatskarossen in Leipzig (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf den winkenden Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) Wilhelm Pieck (halbtotal). Umschnitt auf klatschende Schulkinder (halbnah). Umschnitt. Blick von oben auf Wilhelm Pieck beim Betreten eines Hauses (halbtotal). Umschnitt auf das schlafende Kleinkind Wolfgang Pohl in seinem Kinderwagen (halbnah). Umschnitt. Wilhelm Pieck wird in der Wohnung von Familie Pohl sein 1.000 Ehren-Patenkind vorgeführt (halbtotal) (O-Ton). Mutter Pohl setzt sich mit dem Kleinkind neben Wilhelm Pieck (halbtotal). Blick auf die Eltern mit ihrem Wolfgang (halbnah). Wilhelm Pieck dazu im Off: "Also, liebe Eltern, gestattet mir dass ich Ihnen zur ihrer Geburt Ihres 7. Kindes meine herzlichsten Glückwünsche übergebe...(Blick auf den Dreher Erich Pohl)...Ich habe gern die Ehrenpatenschaft für den kleinen Wolfgang übernommen, der damit zu meinem 1.000 Ehren-Patenkind geworden ist". Blick auf die Familie und den redenden Pieck im Zimmer der Familie Pohl (halbtotal). Umschnitt

0:02:00

Sprecherin: "Und unser Wilhelm Pieck spricht über die Maßnahmen unserer Regierung...(Blick auf junge FDJ-Mädchen)...die alle einer glücklichen und friedlichen Zukunft unserer Jugend gelten. Die demokratische Schulreform hat Schluss gemacht mit dem Bildungsmonopol...(Zwischenschnitte von Gesichtern junger Menschen)...der Kapitalistenklasse. In unserem Staat werden unsere Kinder, die Kinder der Arbeiter, der Bauern, der Intelligenz, zu kühnen Erbauern eines sozialistischen Deutschlands erzogen...(Pieck streichelt Wolfgang Pohl)...Eine tiefe verantwortungsvolle Liebe für Deutschland erwecken wir in ihren Herzen". Umschnitt auf die Landschaft um die Wartburg (halbtotal). Umschnitt auf eine Gruppe von singenden Jungen Pionieren (JP) vor der Kulisse der Wartburg (halbtotal). Umschnitt. Blick über die Köpfe der singenden JP auf die unter ihnen liegende Landschaft (halbtotal). Kameraschwenk über die Landschaft des Thüringer Waldes (halbtotal). Umschnitt

0:03:00

Blick von oben auf den Neubau einer Schule (halbtotal). Umschnitt auf den Ort Unterwellenborn mit der "Maxhütte" am Horizont (halbtotal). Umschnitt. Kameraschwenk über die neu erbaute Grundschule in Unterwellenborn (halbtotal). Umschnitt auf die alte Schule in Unterwellenborn (halbtotal). Sprecherin: "Vier Klassenzimmer hatte der Kanonenkönig Flick in Unterwellenborn für ausreichend befunden, seine Arbeiter sollten Stahl schmelzen aber nicht lernen darüber nachzudenken wofür er verwendet wurde...(Kameraschwenk über einen Schulneubau und deren Erweiterung in Unterwellenborn)...In dieser Schule werden allseitig gebildete Menschen erzogen, sie werden wissen wofür sie mehr Stahl und besseren Stahl schmelzen...(Kameraschwenk von der Schule auf die "Maxhütte" )...für den Reichtum und den Frieden des Volkes...(Blick auf den Ort Röppisch)...Röppisch, ein Dorf im Thüringer Bergland, neben der Kirche die alte Dorfschule, sie hat nur ein Klassenzimmer...(Schrift "Ohne Fleiß kein Preis"! an der Schule)...indem früher die Kinder aller Altersstufen unterrichtet wurden...(Blick in den gefüllten Klassenraum)...in solchen einklassigen Landschulen erzog der Schulmeister die Kinder der Landarbeiter und kleinen Bauern...(Kameraschwenk über die lernenden Kinder)...zu unwissenden, unterwürfigen Knechten und Mägden. Wie es ein Junker befahl". Umschnitt

0:04:10

Blick auf die neu erbaute Schule in Röppisch (halbtotal). Sprecherin: "Die demokratische Schulreform hat das Schulwesen auf dem Lande völlig umgestaltet. Zentralschulen wurden geschaffen, in diese Zentralschule...(Kameraschwenk über die Kinder vor der Schule)...gehen heute die Kinder von Röppisch gemeinsam mit den Kindern aus drei Nachbardörfern". Blick auf die im Kreis tanzenden Mädchen vor der Schule (halbtotal). Sprecherin: "Neues Leben in unseren neuen Schulen...(Blick auf einen anderen Schulneubau in Ducherow)...Die Wissenschaft erobert das entlegenste Dorf. Ducherow, ein kleines Dorf im Bezirk Brandenburg...(Kameragang auf ein Schulfenster zu)...Dorfkinder lernen eine fremde Sprache". Blick in den Klassenraum auf die vorsprechenden Kinder (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt in den Klassenraum mit Blick auf die Tafel (halbtotal). Umschnitt auf den Lehrer und eine Schülerin an der Tafel beim Russischunterricht (halbnah) (O-Ton). Kamerafahrt auf die Schülerin Ingelore an der Tafel (halbnah). Sprecherin: Ingelore, die Tochter des Landarbeiters Erich Remer, will Saatgutzüchterin werden, sie wird russische Werke einmal in der Originalsprache lesen". Umschnitt auf den Physikunterricht in der Grundschule (halbtotal). Umschnitt auf zwei Mädchen bei einem Experiment (halbnah). Umschnitt

0:05:20

Kameraschwenk über notierende Schulkinder bei einem Unterricht im Freien oberhalb der Stadt Mühlhausen mit Blick auf die Marienkirche )halbtotal). Sprecherin: "Ein uns vertrautes Bild, eine Schulklasse studiert die Vergangenheit unseres Volkes. Hier in Mühlhausen wirkte Thomas Münzer...(Blick auf den Lehrer umgeben von Kindern)...an seinem Beispiel studieren die Kinder die revolutionären Züge unserer Geschichte. Der Lehrer erzählt wie vor mehr als 400 Jahren der große Revolutionär in der Marienkirche...(Kameraschwenk über das Südportal und die eintreffende Schulklasse)...die Bauern und Bürger aufrief zur Einigkeit und zum Kampf gegen die Frohnherren". Umschnitt auf die hoch schauenden Kinder vor dem Südportal (halbnah). Zwischenschnitte des Südportals (halbtotal). Umschnitt in einen Klassenraum beim Mathematikunterricht (halbtotal). Sprecherin: "Nur auf der Höheren Schule lernten früher die Kinder der bevorrechteten Klassen...(Blick auf die Schultafel mit Funktionsgleichungen)...heute lernen sie unsere Kinder im Mathematikunterricht jeder Grundschule". Umschnitt auf eine Landschaft an einer Talsperre (halbtotal). Kameraschwenk auf laufende Schulkinder an der Talsperre bis zu einem Freibad (halbtotal). Sprecherin: "Unser Staat mißt der Körpererziehung große Bedeutung zu, sie ist Prüfungsfach in den Abschlussprüfungen der Grundschule". Umschnitt auf Trocken-Schwimmübungen der Schulkinder im Freien (halbtotal). Umschnitt auf den Kopfsprung der Kinder in das Freibadbecken (halbtotal). Kameraschwenk über die Brustschwimmer im Becken (halbtotal). Gegenschnitt auf die anfeuernden Schulkinder am Beckenrand (halbtotal). Umschnitt

0:07:10

Blick auf eine diktierende Lehrerin in der Grundschule (halbnah) (O-Ton) "Die Sonne guckte zum Fenster herein, und weckte den kleinen Langschläfer". Kameraschwenk von der Lehrerin auf die mit Tinte schreibenden Kinder an ihren Pulten (halbtotal). Sprecherin: "Mit 10 Jahren legen die Kinder die erste Prüfung ihres Lebens im deutschen Diktat ab. Sie sollen Meister werden in der Beherrschung unserer schönen Muttersprache". Blick auf einzelne konzentriert schreibende Kinder (nah). Blick über die Schulter eines Mädchens auf den geschriebenen Satz (halbnah). Umschnitt. Kameraschwenk über den Gang des Lehrers zu seiner Klasse (halbnah). Umschnitt in den Klassenraum auf die aufstehenden Kinder bei Erscheinen des Lehrers (halbtotal). Parole an der Wand "Wir lernen für den Frieden" (halbtotal). Sprecherin: "Am Tage des Lehrers beglückwünschen die Schüler der 8. Klasse...(Filmeinblendung)...in der Dessauer Grundschule den verdienten Lehrer des Volkes...(Schüler überreicht Blumen)...Franz Bauer. Der Antifaschist Franz Bauer, der ehemalige Schriftsetzer, gehört zu den neuen Erziehern. Wie kühn die demokratische Schulreform verwirklichen, sich selbst unermüdlich weiterbilden, und so Meister ihres Berufes werden". Lehrer Bauer bedankt sich bei den Kindern (halbnah) (O-Ton) "Ich danke euch sehr. Die größte Freude aber für mich ist, dass einige der besten von euch Lehrer werden wollen...(Blick auf die Kinder)...In unserer Republik genießt der Lehreberuf ein hohes Ansehen, wie könnte es auch anders sein in einem Staat wo der Mensch das Wohlergehen und das Glück der Menschen im Mittelpunkt stehen...(Umschnitt auf das Gesicht des Lehrers)...Der Lehrer gibt seine ganze Energie, sein Herzblut, alles Wertvolle was in ihm ist seinen Schülern, seinem Volk. Das sagte einmal...(Blick auf ein Mädchengesicht)...der große sowjetische Staatsmann Kalinin. Um Lehrer zu werden muß man über ein großes Wissen verfügen, da muß man sehr ernst und sehr fleißig lernen. Nun, ihr werdet in den Abschlussprüfungen zeigen, euren Lehrern, euren Eltern, eurem Volk, wie ihr eure Schulzeit genutzt habt". Umschnitt

0:09:20

Blick auf singende Jungen und Mädchen in Kleidung der Jungen Pioniere (halbtotal) (O-Ton). Kameraschwenk über singende Mädchen und Jungen (halbnah) (O-Ton). Umschnitt auf die Eröffnung der Gruppen-Vollversammlung der JP durch ein Mädchen (halbtotal) (O-Ton) "Liebe Pioniere, ich eröffne unsere heutige Gruppen-Vollversammlung mit unserem Gruß für Frieden und Völkerfreundschaft: Seid bereit". Umschnitt auf die antwortenden Kinder (halbtotal) (O-Ton) "Immer bereit". Umschnitt auf den Freundschaftsratsvorsitzenden Hilmar vor dem Logo und 2 Fahnen der JP (halbtotal). Sprecherin: "In wenigen Wochen sind die Abschlussprüfungen...(Blick auf den redenden Hilmar)...den Jungen Pionieren liegt es besonders am Herzen das alle Abschlußschüler die Prüfung bestehen". Hilmar (halbnah) (O-Ton) "Wir sind besonders verpflichtet gute oder sehr gute Leistungen zu erzielen. Wir haben uns heute hier zusammengefunden um zu beraten was wir machen können, damit alle Schüler der 8. Klasse, ohne Ausnahme, die Grundschule gut abschließen...(Umschnitt auf das Gesicht von Hilmar)...Ich eröffne die Diskussion und bitte um Vorschläge". Blick auf die stillen JP im Raum (halbtotal). Umschnitt auf Hilmar (Halbnah) (O-Ton) "Warum sagt ihr nichts? Raus mit der Sprache. Ich weiß doch von mir, bei uns sind überall noch Lücken. Gisela...(Einblendung)...wie steht mit Dir in Russisch? Oder Erika...(Einblendung)...warum malst Du noch immer Zettel in der Stunde, pass lieber auf". Blick auf die stummen Mädchen und Jungen (halbtotal). Achim zeigt auf, erhebt sich und berichtet (halbnah) (O-Ton) "Ich will euch ganz ehrlich sagen, in Mathematik sehe ich völlig schwarz für mich, diese Aufgaben habe ich noch gar nicht richtig verstanden. Vieleicht kann mir da jemand helfen damit ich das auch versteh". Blick auf den Protest der Mitschüler im Raum (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf den aufstehenden Manfred (halbnah) (O-Ton) "Nun ist gut Achim, kommst Du eben mal zu uns, und Rolf, Du kannst auch mitkommen, dann werden wir die Aufgaben morgen mal zusammen besprechen, wir werden schon Klarheit darüber bekommen". Umschnitt

0:12:00

Blick auf das Gesicht des nachdenkenden Achim (nah). Umschnitt auf die Mathematik lernenden Schüler Achim, Rolf und Manfred (halbtotal). Sprecherin: "So wie diese drei sitzen indem letzten Wochen vor der Abschlussprüfung Tausend und Abertausend Schüler zusammen...(Blick auf Rolf)...um miteinander und voneinander zu lernen...(Kameraschwenk zum erklärenden Manfred)...Viele wollen mehr wissen als in ihren Schulbüchern steht...(Blick auf Schüler in eine Pionierbibliothek)...in den Pionierhäusern finden sie Rat und Hilfe für das Selbststudium". Blick auf Erika bei der Entgegennahme eines Buches aus der Pionierbibliothek (halbnah). Umschnitt auf die lernende Waltraud (halbnah). Sprecherin: "Selbststudium, selbst studieren, planmäßig, gründlich, wissenschaftlich studieren...(Blick auf Waltraud an einem Tisch voller Bücher neben einem Bücherregal)...Mit dem Buch arbeiten, mit dem Buch vertraut sein, das lernen die Kinder der Arbeiter und Bauern. Auf die kleine Waltraud stolz zu sein...(Blick auf zuschauende und nähende Mutter von Waltraud)...hat Mutter allen Grund. Günter lernt...(Einblendung)...lernt mit Eifer und Konzentration, er will auf die Oberschule gehen...(Rückwärtsfahrt von Günter und seiner Schwester am Tisch)...so lernt auch die Schwester, eine junge Motorenschlosserin. So lernt die Mutter und auch der Vater...(Kameraschwenk zu den beiden)...der Maschinenschlosser Rudi Ockert. Gudrun hat Glück, beim geometrischen Zeichnen kann ihr der Vater...(Blick auf die beiden)...ein Ingenieur, gut raten. Achim lernt ein Gedicht". Blick auf den im Zimmer hin und her laufenden Achim mit seinem Gedichtband (halbtotal). Kamerafahrt auf den immer wieder vorsagenden Achim (halbnah). Umschnitt auf den Hund neben Achim (nah). Umschnitt auf den lesenden Jungen (halbnah). Sprecherin: "Lesen und studieren, die Welt erkennen um sie zu verändern, das ist das große Ziel unserer Kinder". Umschnitt

0:14:30

Blick auf ein Mädchen beim Blumen schneiden im Garten (halbtotal). Umschnitt auf das Mädchen mit Rosen (halbnah). Sprecherin: "Morgen beginnen mündlichen Prüfungen, das sind große Tage im Leben unserer Kinder...(Mädchen schneidet Pfingstrosen ab und stellt sie in eine Vase)...Mit Freude und Begeisterung schmücken sie und ihre Lehrer...(Blick auf die Blumen im Prüfungsraum neben einer Thälmann-Büste)...den Prüfungsraum. Hier werden sie beweisen dass sie ihre Schulzeit gut genutzt haben". Blick auf das Ausschmücken des Raumes mit großem Schild "Wir Mädel und Jungen der 8. Klassen der Zentralschule Ducherow geben unser Bestes für den Aufbau und die Verteidigung unserer Heimat" (halbtotal) Umschnitt. Schulkinder laufen zur Neubäuerin Kummert und begrüßen diese (halbtotal). Die Kinder überreichen ihr den Einladungsbrief (halbnah). Sprecherin: "Sie ist Mutter von 6 Kindern, hat im Elternbeirat besonders aktiv gearbeitet, nun wird sie die Eltern bei der Prüfung vertreten...(Kameraschwenk über zwei Frauen auf dem Fahrrad)...Die Bäuerin Frau Glamann fährt mit ihrer Helga zur Handelsorganisation (HO) um neue Schuhe zu kaufen...(Blick auf die beiden vor dem Schaufenster)...Der Abschluss der Grundschulzeit ist ein Fest für die ganze Familie...(Blick auf Richard beim Friseur)...Was Frau Lange 3 Monate nicht geschafft hat, das tut ihr Richard heute ganz von selbst". Umschnitt

0:15:50

Kamerafahrt den Lehrer Thomas in seinem Zimmer beim Korrigieren der Arbeiten (halbtotal). Umschnitt auf das Gesicht des Lehrers (nah). Sprecherin: "Wie Tausende seiner Kollegen sitzt Lehrer Thomas lange über den Arbeiten der schriftlichen Prüfung. Er will die Korrektur der Prüfungsarbeiten heute beenden...(Blick auf eine Mathematikaufgabe)...morgen beginnt ein neuer Abschnitt, die mündlichen Prüfungen. Abblendung. Kameraschwenk über ein blühendes Kornfeld bis auf das Dorf Ducherow (halbtotal). Umschnitt auf ein Schulmädchen was sich hübsch einkleidet zum Prüfungstag (halbnah). Umschnitt. Mädchen bindet sich das JP-Halstuch um (nah). Gegenschnitt auf eine Gruppe von Mädchen auf dem Weg zum Prüfungsort (halbtotal). Kameraschwenk über die Jungen und Mädchen auf der Dorfstraße von Ducherow (halbtotal). Umschnitt in den Prüfungsraum mit der mit FDJ-Fahne und gerahmten Bildern von Walter Ulbricht und Otto Grotewohl an der Wand (halbtotal). Blick auf die sechsköpfige Prüfungskommission in Ducherow (halbtotal). Sprecherin: "Die Prüfungskommission hat sich versammelt, Vorsitzender ist der Schulleiter...(Einblendung)...er erklärt die Prüfungsvorschriften des Volksbildungsministeriums, die für alle Grundschulen einheitlich und verbindlich sind...(Blick auf ein Prüfungsmitglied)...Vor der Prüfungskommission liegen die vom Volksbildungsministerium festgelegten Prüfungsfragen...(Zwei Mädchen und ein Junge betreten den Raum)...Jetzt ist der große Augenblick da...(Blick auf die 3 Prüflinge)...wie diese drei, so treten heute alle Kinder der 8. Klasse an die Tische...(Einblendung)...auf denen die Prüfungsfragen liegen. Die gleichen Fragen in Stadt und Land". Umschnitt

0:17:30

Jedes Kind nimmt sich einen Fragezettel vom Tisch (halbnah). Blick auf einzelne Gesichter der lesenden Prüflinge (nah). Umschnitt. Die drei setzen sich jeweils an einen mit Blumen geschmückten Prüfungstisch (halbtotal). Sprecherin: "Jeder hat 5-10 Minuten Zeit zum Nachdenken und für einige Notizen. Blick auf den lesenden Jungen (halbnah). Umschnitt auf die Notizen schreibende Helga, die aufzeigt (halbnah). Sprecherin: "Helga meldet sich zuerst". Im Off der Prüfer: "Na Helga. dann fang Du mal an". Helga steht auf und geht zur Prüfungskommission (halbtotal) O-Ton) "Mein Thema lautet: Beschreibe den Bau des Gehirns und sprich über die Funktion einiger Gehirnzentren". Im Off der Prüfer: "Schön Helga, dann nimm Dir am besten das Modell zu Hilfe". Kameraschwenk über Helga die das Modell eines Gehirns zu sich nimmt (halbnah) (O-Ton) "Das Gehirn wird durch eine knöcherne Schädelkapsel eingeschlossen, außerdem wird es von drei schützenden Häuten umgeben. Von der harten Hirnhaut, von der Spinngewebshaut, und von der weichen Hirnhaut...(Umschnitt auf Helga von vorne)...Das Gehirn gliedert sich in fünf Hirne, in das Vorderhirn, bei den Säugetieren auch Großhirn genannt, das Zwischenhirn, Mittelhirn in das Kleinhirn und in das Nachhirn. Der wichtigste Teil des Gehirns ist das Großhirn, eine tiefe Furche zerteilt das Großhirn in zwei Hemisphären...(klappt das Hirn auf)...Jede Hirnhälfte wird durch tiefe Falten in Hirnlappen zerlegt, in den Stirnlappen, in den Scheitellappen, in den Hinterhauptslappen und in den Schläfenlappen. In der Großhirnrinde befinden sich die Stellen die die Erregung des Menschen aufnehmen und die Bewegung der Sinnesorgane steuern, diese Stellen nennt man Hirnzentren". Umschnitt auf einen Prüfer (halbnah) (O-Ton) "Einen Augenblick mal Helga, ich glaube hier hast Du einen Fehler gemacht...(Blick auf Helgas Gesicht)...Du hast gesagt, die Gehirnzentren steuern die Erregung der Sinnesorgane. Ist das richtig? Was wird durch die Gehirnzentren gesteuert"? Blick auf Helga (halbnah) (O-Ton) "Die Zentren steuern die Erregung der Sinnesorgane...(Helga überlegt)...die Bewegungen werden gesteuert die der Mensch ausführt". Prüfer (halbnah) (O-Ton) "Gut, nun sag uns noch etwas über die Bedeutung des Gehirns". Umschnitt auf Helga mit dem Hirnmodell in der Hand (halbnah). Sprecherin: "Noch vor wenigen Jahren wäre Helga wahrscheinlich noch Dienstmagd beim Grafen von Schwerin geworden, aber unsere Helga wird die Oberschule besuchen und studieren". Umschnitt

0:20:15

Blick auf ein Mädchen vor der Prüfungskommission in Dessau (halbtotal). Sprecherin: "Von Ducherow nach Dessau in die 5. Grundschule...(Blick auf ein Mädchen beim Lesen der Prüfungsfragen). ..Prüfung in Gegenwartskunde. Gudrun die Tochter des Ingenieurs Ernst Rosenthal...(Gudrun vor der Prüfungskommission)...spricht über die Friedenspolitik der Sowjetunion". Blick auf die redende Gudrun (nah) (O-Ton) "Im Jahre 1942, als die Hitlertruppen weit in die Sowjetunion eingedrungen waren, war es Generalissiomo Stalin der sagte: Die Hitler kommen und gehen, der deutsche Saat, das deutsche Volk aber bleibt. Als der II. Weltkrieg 1945 beendet war trafen sich die Staatsmänner der Sowjetunion, der USA und England in Potsdam und beschlossen dort das Potsdamer Abkommen. Auch hier war es wieder Generalissimo Stalin der da drauf hinwies...(Blick auf Helga von hinten vor der Prüfungskommission)...die wirtschaftliche und politische Einheit Deutschlands zu schaffen, aber die westlichen Besatzungsmächte dachten gar nicht daran die Potsdamer Beschlüsse in die Tat umzusetzen...(Blick von vorne auf Helga)...Diese Beschlüsse hinderten sie daran ihre aggressive Kriegspolitik gegen die Sowjetunion und gegen die Volksdemokratien zu entfachen...(Umschnitt auf das Gesicht von Helga)...In der ganzen Zeit, von 1945 bis jetzt, war es immer wieder die Sowjetunion die da drauf hinwies dass ein Friedensvertrag für Deutschland von großer Wichtigkeit ist...(Blick auf Helga von der Seite vor der Prüfungskommission)...So hat die Sowjetunion immer wieder durch die Tat bewiesen dass sie ein wahrer Freund des deutschen Volkes ist, sie will sich und uns den Frieden bewahren. Ich möchte später einmal studieren und dazu muß Frieden sein...(Blick auf Helgas Gesicht)...und aus diesem Grunde empfinde ich tiefe Freundschaft zu dem sowjetischen Volk". Umschnitt

00:22:00

Sprecherin: "Zurück zu der Grundschule in Ducherow…(Blick auf die Prüfungskommission)…Deutschprüfung. Richard, der Sohn des Landarbeiters Paul Lange…(Einblendung)…erzählt die Ringparabel aus Lessings "Nathan der Weise". Umschnitt auf Richard neben der Prüfungskommission (halbtotal) (O-Ton) "Ich habe eine Geschichte aus dem Drama "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing: In einem Gespräch zwischen Sultan Saladin, einem Mohammedaner, und Nathan, einem Juden, stellt der Sultan die Frage welche Religion die Beste sei? Als Antwort erzählt Nathan der Weise die Ringparabel: Im Osten lebte vor langer Zeit ein Mann der einen kostbaren Ring besaß, dieser Ring hatte die wundersame Kraft...". Sprecherin: "Richard hat die Ringparabel wirklich verstanden, er zieht seine eigenen Schlussfolgerungen aus diesem Meisterwerk des großen deutschen Humanisten und Dichters, Gotthold Ephraim Lessing". Umschnitt auf das Gesicht von Richard (halbnah) (O-Ton) "...er gab ihm einen weisen Rat. Er antwortete: Es eifre jeder seiner unbestochenen, von Vorurteilen freie Liebe nach, es strebe jeder von euch um die Wette, die Kraft des Steins in seinem Ring an Tag zu legen...(Richard überlegt und schaut dann doch in seine Notizen)...Wir kennen aus der Geschichte der Ringparabel, das es falsch ist zu fragen ob eine Religion den Vorrang vor anderen hat...(Umschnitt auf Richard von der Seite vor dem Tisch der Prüfungskommission)...Lessing will uns mit dieser Geschichte viel mehr zeigen, er nimmt das Gespräch über den Wert der Religion zum Anlass um uns wichtige Erkenntnisse zu vermitteln. Er sagt uns, das nicht der Wert eines Volkes davon abhängig ist, welcher Rasse oder welcher Religion es angehört...(Umschnitt auf das Gesicht von Richard)...Was bedeuten die Worte des Richters, es eifre ein jeder seiner unbestochenen, von Vorurteilen freie Liebe nach? Keine Rasse und keine Religion sind über andere zu stellen. Der Wert eines Menschen ist auch nicht davon anhängig welcher Rasse oder welchem Volk er angehört, sondern das ist wichtig: Was tut der Einzelne, was tut ein ganzes Volk um die hohen Ideale der Menschheit, wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Freundschaft und Liebe der Menschen und Völker untereinander, und Wahrhaftigkeit zu verwirklichen? Von diesen Idealen träumten die Menschen seit Jahrtausenden, und die besten Menschen haben seit jeher dafür gekämpft...(Richard schluckt und schaut auf seine Notizen)...Lessing will die Menschen zum Handeln aufrufen, er sagt uns, es arbeite ein jeder und ein ganzes Volk daran der Menschheit zu höherer Erkenntnis zu verhelfen, die Menschen klüger zu machen, ihre Einsicht in die Gesetze der Natur und Gesetzmäßigkeit der Geschichte zu vergrößern...(Umschnitt auf das Gesicht (nah))...Auch ich habe erkannt, dass ich dazu beitragen kann die Träume der Menschheit zu verwirklichen. Ich will für die Freiheit meines Volkes eintreten und für die Freundschaft mit allen Völkern". Sprecherin: "Danke Richard, das war wirklich schön". Umschnitt

0:25:30

Blick auf die Tür "Lehrerzimmer - Bitte nicht stören-Zensurkonferenz" (halbnah). Umschnitt in das Lehrerzimmer auf die beratenden Pädagogen (halbtotal). Sprecherin: "Nach vier arbeitsreichen Wochen ist die Prüfung beendet, die Zensuren müssen gut überlegt sein...(Kameragang an den Lehrern vorbei)...das Abschlusszeugnis ist ein wichtiges Dokument. Vorbei sind die Zeiten wo Geldbeutel, Rang und Namen der Eltern den Lebensweg der Kinder bestimmten. Heute entscheiden allein die Fähigkeit...(Blick auf einzelne Pädagogen)...und Leistungen der jungen Menschen...(Blick auf ein Prüfungsprotokoll)...ihre Liebe und Ergebenheit für die große Sache...(Blick auf das Abschlusszeugnis von Richard Lange)...eines sozialistischen Deutschlands. Dieses Zeugnis bestätigt dem kleinen Richard Lange, Sohn eines Landarbeiters, das er ein ausgezeichneter Schüler war". Kameraschwenk vom Zeugnis ausfüllenden Klassenlehrer auf das Fenster im Arbeitszimmer bei Nacht (halbnah). Sprecherin: "Lieber Richard, Du hast Dir mit diesem Zeugnis die Grundlage erarbeitet für ein kühnes, reiches Leben mit unerschöpflich weiten Perspektiven. Schlaf gut Richard, alle Wege stehen Dir offen". Kameraschwenk vom Fenster auf den schlafenden Richard in seinem Zimmer (halbnah). Umschnitt auf das Gesicht des schlafenden Richard (nah). Überblendung...

0:26:40

...auf einen Zweimaster bei voller Fahrt (halbtotal). Umschnitt auf das Segelschulschiff der DDR-Volksmarine (halbtotal). Umschnitt auf den Kapitän neben Matrosen (halbnah). Umschnitt. Kameraschwenk von oben über marschierende Soldaten der DDR-Streitkräfte (halbtotal). Umschnitt auf den grüßenden Präsidenten Pieck neben russischen und DDR-Offizieren bei Abnahme der Parade (halbtotal). Umschnitt auf einen Dirigenten (halbnah). Kameraschwenk von oben über das spielende Sinfonieorchester (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt. Blick auf die Bühne mit Chor und Orchester unter einem Bild von Beethoven mit Jahresangaben "1770-1827" (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt mit Kameraschwenk vom Dach eines entstehenden Neubaues auf Handwerker mit Architekt und die Stadt Berlin (halbtotal). Blick auf das Gesicht des Architekten (halbnah). Umschnitt auf einen Mähdrescher auf dem Kornfeld (halbtotal). Umschnitt auf den Führer des Mähdreschers (halbnah). Umschnitt auf die Chemiker in einem Labor (halbtotal). Umschnitt auf das Anschnallen eines Segelfliegers (halbnah). Umschnitt. Mit einer Seilwinde wird das Segelflugzeug nach oben katapultiert (halbtotal). Blick von unten auf das Segelflugzeug (halbtotal). Umschnitt auf einen Röntgenarzt bei der Untersuchung eines Patienten (halbtotal). Umschnitt auf den Bergmann Adolf Hennecke unter Tage (halbnah). Umschnitt auf zuschauende Bergmänner (halbnah). Umschnitt auf einen Staatsakt der DDR Parole "Ruhm und Ehre den Helden der Arbeit" auf dem Vorhang auf der Bühne (halbtotal). Kameraschwenk über die Vertreter von Staat und Partei auf der Bühne bis zum redenden Wilhelm Pieck (halbtotal). Umschnitt auf Pieck am Rednerpult (halbnah). Umschnitt auf die Parole "Ruhm und Ehre den Helden der Arbeit" (halbnah). Überblendung auf den träumenden Richard im Bett (halbnah). Abblendung

0:29:45 ENDE

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