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Dierhagen

Regie: Kurt Barthel, 21 Min., Farbe, Dokumentarfilm
Deutschland
DEFA-Studio für Dokumentarfilme GmbH, 1991

Film-/Videoformat
Betacam SP
Sonstiger Titel
Dierhagen - Nov '91; Dierhagen November `91
Englischer Titel
DIERHAGEN

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser Farb-Dokumentarfilm berichtet über den Ort Dierhagen, der sich im Aufbruch befindet. Die Aufnahmen zeigen uns das Dorf im Herbsttraum, zwei Jahre nach der Wende. Viele Bürger haben gute Ideen, neue Unternehmungen werden gegründet und Traditionen ausgebaut, alle mit dem Ziel, die Region für kommende Touristenströme attraktiv zu machen, die Voraussetzungen sind da, das Meer, der Bodden und eine schöne Landschaft. Vorgestellt werden Handwerker, Bürgermeister, Bauherren, Mitglieder des Fremdenverkehrsvereins, Ratsmitglieder und ein Querdenker der Bürgerbewegung. Sie schildern überzeugend wie sie sich den "Umbau" ihres Ortes vorstellen und wie dies umgesetzt werden könnte. Außerdem berichtet der ehemalige Leiter des Politbüro-Erholungsheimes offen über die letzten Jahrzehnte, über die Pläne das Haus als Hotel zu nutzen und über das angrenzende Gebäude des FDGB für die Werktätigen.

Filmstab

Regie
  • Kurt Barthel
Drehbuch
  • Kurt Barthel
Kamera
  • Hans-Günther Kunkel
Schnitt
  • Karin Junge
  • Hans-Hinrich Selinski
Komponist
  • Jochen Kraußer
Ton
  • Hartmut Haase
Produktionsleitung
  • Ingrid Göse
Person, primär
  • Fritz Markwart
  • Otto Palatinos
  • Frank Regenbrecht
  • Dieter Schulz
  • Hartmut Westphal
Person, sekundär
  • Werner Jarowinsky
  • Egon Krenz

Kurzinhalt (Englisch)

Dierhagen in November 1991 the report of a village which finds itself in upheaval in the midst of its winter slumber.

New enterprises are founded and traditions strengthened, all with the goal of making the region attractive for the coming stream of tourists, for everything else is already at hand: the sea, the Bodden (a lagoon of the Baltic Sea), and the beautiful countryside.

Langinhalt

0:00:00

Blick über die Felder auf das Dorf Dierhagen (halbtotal). Einblendung des Filmtitels "Dierhagen - November `91". Umschnitt auf hölzerne Buhnen in der Ostsee bei Abendrot (halbtotal). Umschnitt auf ein kleines Motorboot Boot mit Markierungsbojen auf der Ladefläche (halbtotal). Umschnitt auf einen schwarzen Hund am Sandstrand (halbtotal). Sprecher: "Dierhagen zwischen Bodden und Ostsee, ein Dorf im Herbsttraum, zwei Jahre nach der Wende". Umschnitt. Rückwärtszoom vom Motorboot auf die Buhnen und den Sandstrand im Abendrot (halbtotal). Blick auf den rötlichen Sonnenball (halbtotal). Sprecher: "Verwöhnt von Strom der Sommernächte gähnt es noch müde vor sich hin, noch sieht hier vieles aus wie immer, doch manches ist nur noch die äußerliche Hülle. Die Monumente einer großen Illusion". Blick auf die menschenleeren und flachen Gebäude für die Einkaufsmöglichkeiten im Ort (halbtotal). Umschnitt.

0:01:05

Blick auf eine Reihe von hohen Futtersilos im Morgennebel (halbtotal). Umschnitt auf ein grasendes Pferd (halbtotal). Gegenschnitt auf die Gebäude der verlassenen LPG vor den Futtersilos (halbtotal). Umschnitt auf die verdreckten Wasserbecken an der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) (halbnah). Gegenschnitt auf eine Dorfstraße im Morgennebel (halbtotal). Sprecher: "Doch es bewegt sich was im grauen Dunst, viele brechen auf und er soll die Wege ebnen, der neue Bürgermeister Otto Palatinus. Doch er ist nur ein halber, als Jungunternehmer ist er selber Suchender". Blick auf Palatinus bei Elektroarbeiten an einem Lichtmasten (halbnah). Blick auf die Fertigstellung der Arbeit (halbnah). Umschnitt. Palatinos geht mit seinem Gehilfen zum Firmenfahrzeug mit Aufschrift "Elektrotechnik Otto Palatinos" (halbnah). Umschnitt auf eine Amtssitzung unter Leitung des Bürgermeisters Palatinos (halbnah) (O-Ton).

0:01:50

Palatinos berichtet über die Zukunftspläne für das Dorf Dierhagen (nah) (O-Ton) "Solche Geschichte zu planen mit einem langen Planungszeitraum, der dann auch sichert dass nichts verkehrt geht und vielen Dingen gerecht wird. So ein Plan der braucht seine Zeit, leider Gottes diese Zeit haben wir nicht, wir müssen alles auf einmal machen, alles nebeneinander machen...(Rückwärtszoom vom Gesicht auf die zuhörenden Ratsmitglieder am Kaffeetisch)...und daher ist die Gefahr groß dass an manche Stellen Punkte gesetzt werden, oder irgendwelche Eigeninitiativen, die notgedrungen durchgeführt werden müssen, kann sich vielleicht mal rausstellen dass das die verkehrte Richtung war und so vielleicht zum Hindernis wird". Umschnitt

0:02:30

Blick auf einen erzählenden Vertreter der Bürgerbewegung, Frank Regenbrecht, neben seinem Auto (halbnah) (O-Ton) "Wir haben kein Programm, sie haben es vom ersten Tag an nicht gehabt, und sie haben jetzt auch keins, und die verwahren sich gegen alles was in die Richtung geht, das man nun sagt, macht mal Perspektive auf, oder aber tretet zurück von eurer Verantwortung und laßt die ran die eventuell mehr können im Augenblick und weiter sehen vor allen Dingen". Umschnitt auf eine andere Sicht auf Regenbrecht (halbnah) (O-Ton) "Es kann nicht sein, wenn jemand sagt, ich will hier etwas ganz Großes anpacken, und solche Leute haben wir, selbst aus der eigenen Bevölkerung, dass eben nach dem Motto, kann der das überhaupt, und weiß der das überhaupt, und, hach, ob wir das auch nur können und dürfen und möchten, da muß gearbeitet werden dran...(Wischer)...Da gibt es nur eine einzige Perspektive, Tourismus, mit der Tatsache dass die Leute Saisonmäßig arbeiten werden müssen, aber ich bin auch ganz kühn und sage hier könnten wir 200 bis 300 kleinere Betriebe im so einem Ort durchaus halten, selbstständige Existenzen, angefangen vom Fahrradverleih und kleiner, bis hin zum Hotel oder Campingplatz, über Zimmervermittlung und was uns auch eben alles noch absolut fehlt, was aber dazu gehört, da gehören eben auch Außenstellen von Banken dazu in Bereichen unten am Strand, da gehören eben nicht nur Imbissbuden zu, sondern was weiß ich, mal ein Grieche oder Italiener könnte ich mir vorstellen, aber das sind Gedankengänge die natürlich bei den Leuten die zur Zeit die Macht durch die Stimme des Votums des Wählers haben auf Widerstand stoßen, weil Kleingeisterei im Spiel ist". Wischer

0:04:00

Blick auf die Kupfer-Dachrinne an einem Haus (nah). Detailaufnahmen des neu errichteten öffentlichen WC (halbnah). Rückwärtszoom vom verklinkerten Haus mit WC unter Kiefern auf den Parkplatz davor (halbtotal). Umschnitt auf ein Werbeschild für einen Kfz-Betrieb an der Bundesstraße (halbtotal). Blick auf das Grundstück an der eine Tankstelle geplant ist (halbtotal). Umschnitt. Kameraschwenk auf die Werkstatt des Kfz-Meisters Hartmut Westphal (halbtotal). Umschnitt auf Westphal in seiner Autowerkstatt (halbnah) (O-Ton) "Ich möchte eine Werkstatt, vielleicht mit einem Werkstattsvertrag mit einer Firma schließen, wenn es klappen sollte, dann eine Tankstelle und ein Autohaus eröffnen...(Wischer)...ich hab 10 Bewerbungen abgeschrieben, hab bis jetzt vier Absagen bekommen und werde wahrscheinlich für die restlichen sechs auch Absagen bekommen, weil der Ort nicht den Umfang an Leuten hat, es ist nicht so dicht besiedelt und die legen da ganz bestimmte Werte auf bestimmte...die Umgebung und das muß alles stimmen....(Wischer)...und wenn wir das mit der freien Werkstatt durchboxen, irgendetwas machen wir, und die Zeit wird auch kommen wo die Autofirmen diesen Standort Dierhagen auch nicht unbedingt so negativ sehen, nämlich hier ist auch eine steigende Tendenz in der Anwohnerzahl und an Attraktivität abzuzeichnen. Dierhagen wird mal ein absolutes...es wird mal eine gute Gemeinde werden, also auch die Umgebung. Es ist eine wunderschöne Landschaft, es wird sehr viele Leute hierher locken und es ist hier ein großer Durchlauf. Hier gibt es nur eine Straße die übers Fischland führt und die führt hier an meiner Werkstatt vorbei, und da bin ich eigentlich recht optimistisch". Umschnitt

0:06:00

Blick auf eine defekte Hupe im PKW (nah) (O-Ton). Westphal unterhält sich mit dem Besitzer des PKW über den fälligen TÜV (halbnah) (O-Ton). Umschnitt auf das Gesicht des Autobesitzers Dieter Schulz (nah). Sprecher: "Das ist Dieter Schulz, genannt Polle, er hat nicht nur einen schönen Bart, er hat den ersten Traum schon hinter sich, seine Imbissbude hat nicht überlebt". Blick auf den erzählenden Schulz in einer Gaststätte (halbnah) (O-Ton) "Man sieht einfach zu viel von diesen Business-Ständen da draußen, die sind ja wie Pilze aus der Erde geschossen...(Umschnitt auf Schulz vor der Gaststätte)..Ich habe ein Angebot mit Kühlschränken und Waschmaschinen etc. zu handeln, aber da fehlt es mir natürlich wieder...es ist zu abgelegen eben hier. Zwischen Fischdeich und Rügen ist ein Urlaubsgebiet, wie gesagt, aber nix auf die Dauer, ganzjährig sagen wir mal". Umschnitt auf eine Tür mit Schild "Wegen Inventur geschlossen" (halbnah). Sprecher: "Also bleibt die Bude geschlossen und "Polle" arbeitslos". Umschnitt auf Schulz beim Aufstellen eines Schildes "Getränke & Imbiss-Shop" vor seinem Haus (halbtotal) (O-Ton) "Also, da lief nix". Blick auf das Schild "Getränke & Imbiss-Shop. Dienstag Ruhetag! Inhaber D. Schulz, Dierhagen-Ost" (halbnah). Wischer

0:07:20

Blick auf ein neu erbautes Restaurant in Dierhagen (halbtotal). Umschnitt auf das kleinste Eisgeschäft mit Automat am Gartenzaun mit Selbstbedienung (halbtotal). Umschnitt auf das feinste Restaurant in Dierhagen von außen (halbtotal). Sprecher: "Aber halt, das ist ja die Rückseite. Das ist der Eingang...(Blick auf einen Zufahrtsbereich mit Tor und Stop-Schild)...der mal kein Eingang war, sondern ein Postenpunkt, aber da hieß das Ganze noch Erholungsheim...(Blick auf den Haupteingang)...des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik (DDR)...(Blick in das Foyer des ehemaligen Erholungsheimes)...und war ein Sperrgebiet...(Kameraschwenk vom Kaminzimmer auf den Parkbereich hinter großen Glasfenstern)...Jetzt droht ihm eine neue Zukunft, der Antrag läuft, es soll ein Spielcasino werden, dann kann man jeden Abend hören "rien ne va plus", nichts geht mehr". Wie hier die Mauern fielen, und noch mehr kann uns Herr Warning sagen". Umschnitt auf den Geschäftsführer des Hotels "Fischland", Herr Warning in der Empfangshalle des Hauses (halbnah) (O-Ton) "Das war dann im Herbst, ja, `89, hier waren auch noch die Gäste da die früher hier waren. Es gab ja noch die zentrale Einweisung zu der Zeit, wenn auch ganz wenige da waren, verständlich, und in den Nachbarhäusern liefen Kuren in den FDGB-Heimen, und die waren eigentlich die Ersten die dann vor der Tür gestanden haben, die haben dann Sternmärsche gemacht, die kamen dann mit Kerzen an. Es waren mitunter über hundert Leute die dann vor der Tür standen und Einlass begehrten, die dann rein wollten. Wir vor Ort hatten die Anweisung keinen rein zu lassen, und ich hatte das ja dann vor Ort zu erledigen, wir haben uns dann immer so verständigt, wir haben dann eine Gruppe gewählt die dann mit hier reingegangen ist, die sich dann vor Ort alles angesehen haben, na ja, und dann sind solche Sachen entstanden dass sie hier dann in die Schwimmhalle gekommen sind von den Nachbarhäusern, das sie hier in die Sauna gekommen sind, alles die Sachen die die FDGB-Heime ja nicht hatten...". (Wischer)

0:09:20

Warning weiter (halbnah) (O-Ton) "Die Nomenklatur fing erst an bei Staatssekretären, stellvertretenden Ministern, ach, es war nachher auch nichts mehr...ich bin nach der Lehre hierher gekommen und dann ist mit der Zeit, da schleift sich das ab, da wundert man sich über Garnichts mehr, ja. Es ist nachher zum Schluss darüber in den letzten Jahren das, na ja, die Herrschaften wurden immer älter und ihre Kinder auch, das es nachher schon soweit war dass ebend, ja selbst die Kinder dann mit ihren Familien hier schon Urlaub machen konnten, und sogar Enkelkinder nachher schon bei einigen, und Funktionären dann in der Hochsaison sogar Plätze dann weg genommen haben, das war schon unverständlich, aber sonst hat man das...(Wischer)...also Wünsche von vornherein verneinen, so wurde uns gesagt, gabs erst mal gar nicht. Wenn irgendein Wunsch da war dann wurde das erst einmal entgegengenommen, wenns dann wirklich nicht ging dann, aber meistens gings". Umschnitt. Kameragang mit Warning durch eine Suite (halbnah) (O-Ton). Umschnitt. Kameraschwenk über ein luxuriös ausgestattete Suite (Halbtotal) (O-Ton Warning) "Hier gab es eben nur Einweisung für Politbüro-Mitglieder. Hier sind wir jetzt in der 3. Etage, und da waren in den letzten Jahren nur noch die Familie Krenz und die Familie Jarowinsky. Es waren ja nun auch schon Hotelbetreiber hier...(Kameraschwenk über einige Zimmerbereiche)...und irgendwelche Leute von Hotelketten die sich das angeguckt haben, unter dem Gesichtspunkt das zu kaufen, und hier sind sie immer ganz erschrocken und fassungslos, selbst für sie sind die 120 Quadratmeter sehr selten". Wischer

0:11:00

Sprecher: "Nichts Besonderes vielleicht, aber hier erholten sich die Werktätigen…(Filmeinblendung eines Flures im FDGB-Haus)…Toiletten am Ende des Ganges, 70 Arbeitsplatze gingen verloren…(Blick in den ehemaligen Veranstaltungssaal mit Bühne)…nicht zu vermarkten, sagen die Vermarkter". Blick auf das FDGB-Heim von außen (halbtotal). Wischer. Blick auf einen Neubau mit Reetdach und Schild "Haus Wendhook" (halbtotal). Sprecher: "Das sollte mal Parteiheim werden, jetzt hat der Erbe es zurück bekommen, setzt auf gehobenen Tourismus und kümmert sich ums große Ganze in Dierhagen". Blick in den Restaurantteil des Hauses (halbtotal). Umschnitt in einen luxuriös ausgestatteten Aufenthaltsraum (halbtotal). Umschnitt auf den Besitzer am Tresen mit Bier-Zapfanlage (halbtotal). Sprecher: "Aus dem Schiffsmotorenschlosser Mittelbach wurde der Pensionsvater". Mittelbach (halbtotal) (O-Ton) "Wir, sage ich auch im Fremdenverkehrsverband wo ich mitarbeite, streben an hier in jedem Jahr eine Saisonverlängerung, das heißt dass wir hier vielleicht ein Kurmittelhaus bauen um somit auch Leute in der Vor- und Nachsaison hierher zu bekommen...(Wischer mit Wechsel auf das Gesicht von Mittelbach)...wir möchten aber auch keinen Massentourismus hier haben, sondern wir möchten einen individuellen Tourismus haben, so haben wir uns im Fremdenverkehrsverband entschieden, denn wenn wir jetzt hier anfangen in dieser Region Fischland-Darß, ja, Hochhäuser zu bauen, oder wie man dazu sagt, Bettenhäuser, wo 400 bis 500 Betten in einem Haus sind, ja, das entspricht nicht unseren Vorstellungen. Wir möchten lieber einen individuellen Tourismus, dieser Tourismus ist natürlich dann so dass er dann natürlich auch teurer sein muß...(Wischer mit Wechsel auf Mittelbach in der Halbtotalen)...Ich hatte ja damals den Vorschlag gemacht auf der letzten öffentlichen Gemeindesitzung, und zwar fand ich das gut wie das in Kampen ist, ja, alle Häuser die vor Jahren gebaut wurden Reetgedeckt sind, mit weichem Dach also, so, und das entspricht ja unserer Region Fischland-Darß, und da habe ich gesagt, es wäre schön wenn wir einen Entschluss fassen könnten, ab jetzt, denn man kann nicht alles rückgängig machen, aber alle Häuser die in Zukunft gebaut werden das sie Reetgedeckt werden, und das wird sich nicht in 1-2 Jahren auszahlen, aber mindestens in 10-15 Jahren, das dann unsere Kinder sagen könne, oh, ist das eine schöne Gegend hier, alle Häuser nur mit Reet gedeckt". Wischer

0:12:50

Sprecher: "Der Fremdenverkehrsverein von Dierhagen schwebt zwischen Gründung und handeln. Noch misstrauen viele Vermieter und Wirte dem Ganzen, es klingt so nach Funk". Blick auf das Lokal "Zum gemütlichen Störtebecker" im Abendlicht von außen (halbtotal). Umschnitt in den Versammlungsraum (halbtotal). Umschnitt auf ein Mitglied des Vereins (halbnah) (O-Ton) "Das ganze Programm, O.K., aber wenn ich für einen höre, dann höre ich auch gleichzeitig Stimulierung auf Preise, das gibts hier schon so ungefähr in dieser Richtung, einer will dem anderen diktieren welche Preise er zu nehmen hat, und das haut nicht hin". Umschnitt auf einen zukünftigen Vermieter von Wohnraum (halbnah) (O-Ton) "Ich bin der Meinung es müßte ein Firmenverein sein, und wie ich das jetzt hier in Dierhagen angesprochen habe, da haben sie auch zu mir gesagt, man könnte beitreten, so, und man uns auch geschrieben, so, und verkehrt ist es nicht". Umschnitt auf das Vereinsgebäude (halbtotal). Umschnitt auf das Schild "Fremdenverkehrsverein e. V. Dierhagen, Zimmervermittlung" (halbnah). Wischer

0:13:45

Umschnitt auf zwei Fischer mit ihrem kleinen Motorboot am Strand (halbtotal). Sprecher: "Wie die Helden der Sage, so steigen sie aus dem Wasser, die Fischer von Dierhagen gehören zur Landschaft wie Buhnen und Deiche. Optisch eine Urlauberattraktion, doch davon können sie nicht leben". Blick auf die beiden Fischer bei der Sicherstellung von Fang und Schiffsmotor am Strand (halbtotal). Umschnitt auf einen Fischer mit seinem Fang am Liegeplatz seines Bootes (halbtotal). Sprecher: "Zwar gilt der Bodden als die Kinderstube des Zanders, doch die Zeiten haben sich geändert. Es reißt ihnen kein Devisen hungriger Staat mehr die Fischkisten aus den Händen, die Fangbestimmungen sind strenger geworden...(Blick auf die Fische im Netz)...die Großhändler machen harte Preise". Blick auf ein eintreffendes Fischerboot (halbtotal). Umschnitt. Kameraschwenk über zwei Fischer mit ihrer Kiste voller Fische (halbnah). Umschnitt auf das Wiegen der Fische in orangenen Kisten mit Aufdruck "See- und Küstenfischer Mecklenburg-Vorpommern" (halbnah). Gegenschnitt auf das Fischerhaus im Hafengebiet (halbtotal). Umschnitt

0:14:45

Sprecher: "Wer in der Branche überleben will der muß Ideen haben. Auf der anderen Seite des Boddens, im nahen Ribnitz, hatte die Fischereigenossenschaft seit Jahrzehnten einen kleinen Laden, ein Kleckergeschäft...(Rückwärtszoom von einem Hinweisschild an einem Neubau "FGV Fischland Ribnitz. Hier entsteht auf eine Fläche von 2.000 Quadratmetern 1 Supermarkt, 1 Café, 15 Geschäfte/Boutiquen" auf das entstehende Fachwerkhaus)...nun klotzen sie und machen was Großes". Umschnitt auf einen Handwerker am Giebel des neuen Hauses (halbtotal). Umschnitt auf einen Steinmetz auf dem Gerüst (halbnah). Zwischenschnitte des Neubaues (halbtotal). Sprecher: "Ein neues Haus ist entstanden, dahinter verbirgt sich eine Passage, die kleine Fischergasse mit Pavillons und Supermarkt und in den Räumen oberhalb Büros...alles vom Feinsten". Kameraschwenk über das neu entstehende Haus (halbtotal). Umschnitt. Blick von oben auf den Neubautrakt mit Passage (halbtotal). Umschnitt. Kameraschwenk von den Baucontainern auf den entstehenden Neubau (halbtotal). Umschnitt

0:15:45

Sprecher: "Binnen- und Hochseefischer, erfahren bei Wind und Wetter, nun lernt er neues dazu, Fritz Markwart. Wie kommt ein Fischer auf diese Idee"? Blick auf Fritz Markwart (halbnah) (O-Ton) "Ja, wissen Sie, wir sind ja hier als Genossenschaft schon seit 1913 am Ort tätig in Ribnitz und der Grund und Boden auf dem wir uns hier befinden gehört der Genossenschaft seit 1926, und wir haben hier auch immer Einzelhandel betrieben und daraus entstand auch die Idee hier etwas zu schaffen, das uns ein zweites Standbein bringt, damit unsere Fischer in Ruhe die nächsten 20 und 30 Jahre ihren Beruf nachgehen können....(Wischer)...Wir haben immerhin noch über 200 Quadratmeter dazu kaufen müssen, und diese 200 Quadratmeter die waren schon mit Problemen behaftet, das muß ich so sagen, aber wir haben, sag ich mal, sehr schnell von der Sache her beginnen können, jawohl, wir haben offene Ohren gehabt bei der unteren Bauaufsichtsbehörde, das man Baubegleitend uns die Sache immer Stück für Stück genehmigt hat, das muß ich eindeutig sagen, was schleppend zu Anfang begann war die Sache mit dem Magistrat, das die Genehmigungen oder die Beschlüsse die dort gefasst wurden eben nicht richtig zu Papier gebracht wurden und auch den Weg zu uns noch nicht so recht fanden. Wir haben uns denn über Wochen hinaus über die Journaille gegenseitig besprochen, sag ich mal, und das hat uns echt näher gebracht, denn seit Oktober 1990, muß ich sagen, haben wir doch ein recht gutes Einvernehmen mit dem Magistrat, mit dem Stadtparlament und auch mit dem Landrat, sodass wir dort sagen können, ja, in der Frage sind wir uns echt näher gekommen". Umschnitt

0:17:20

Blick auf die Schreiner bei Arbeiten an der Passage der Fischergasse (halbtotal). Kameraschwenk von den Sägearbeiten auf andere Handwerker (halbtotal). Umschnitt auf den arbeitenden Dachdecker (halbtotal). Umschnitt auf die Bodenverleger in der Passage (halbtotal). Umschnitt auf das Gesicht von Fritz Markwart (nah) (O-Ton) "Wir lernen alle, möchte ich das mal so sagen, wir lernen alle. Wir lernen am Bau, die Firmen lernen am Bau, wenn wir dieses fertig haben sind wir alle ein gemeinsames Stück weiter...(Wischer)...Wir erhalten hier, zum Beispiel schaffen wir Arbeitsplätze im Rahmen des Verkaufes, im Rahmen eines Imbisses sind neue Arbeitsplätze nötig und die werden wir auch besetzen, aber auch um dieses ganze Objekt betreuen zu können brauchen wir zum Beispiel einen Hausmeister und Reinigungskräfte die wie dann natürlich noch aus unseren Reihen bestücken werden, das ist ganz klar, aber wir sichern auch, und darf man nicht vergessen, aufgrund dessen dass wir dieses begonnen haben und auch fertigstellen werden, sichern wir immerhin 25 Fischern, die, die auch in Zukunft ihren Beruf ausüben wollen, die Sicherheit geben wir ihnen dass sie es auch können". Umschnitt

0:18:35

Blick auf eine Besichtigung des Baufortschritts in der Passage durch den Architekten aus Berlin und dem Bauherrn (halbtotal). Umschnitt auf den Architekten (halbnah) (O-Ton) "Und ich hoffe das es uns hier gelingt, kommen Sie mal wieder wenn wir fertig sind...Hier hinter können Sie ja vielleicht nochmal rein gucken, das ist ein 9 Meter langer Mosaikenstern". Umschnitt auf die Mosaikarbeiten auf dem Boden (nah). Rückwärtszoom von der Hand des Handwerkers auf einen Teil des Sterns (halbtotal). Umschnitt auf den zuschauenden Architekten (halbnah) (O-Ton) "Die Leute hatten eine Aufgeschlossenheit, ich hab in meinem ganzen Leben noch nie Bauherren gehabt die so fantastisch mitgegangen sind wie diese 30 Fischer, mit dem Chef Herrn Markwart, also so einen Bauherrn habe ich überhaupt noch nicht gehabt. Die haben immer gesagt, mach mal, und ein Urvertrauen, kein Misstrauen und einfach allem aufgeschlossen, und da natürlich die Handwerker zu finden, da waren zunächst mal so alte SED-Chargen die sich dann Selbständig gemacht haben, und ich hatte an und für sich nichts dagegen wenn sie was konnten, aber viele konnten eben nicht. Da haben sich langsam dann so die Könner raus kristallisiert, und als die denn kapiert haben was wir hier machen, da ging das dann richtig schön los". Wischer

0:19:45

Blick auf ausgelegte Fischernetze in der Ostsee (halbtotal). Umschnitt auf ausgelegte Fischernetze an Land zur Trocknung (halbtotal). Umschnitt. Eine Seemöwe landet auf der Netzbefestigung im Wasser (halbtotal). Umschnitt auf einen Waldweg in Dierhagen (halbtotal). Umschnitt auf einen Hausneubau mit Reetdach in Dierhagen (halbtotal). Umschnitt auf die Eindeckung eines Hauses mit Reet (halbtotal). Umschnitt auf den Handwerker bei der Verlegung des Reets auf dem Dach (halbnah). Blick von unten auf den Dachdecker bei der Reetverlegung (halbtotal). Sprecher: "Die neuen Aufgaben um das schöne Alte zu erhalten, besser vielleicht, um das Schöne bewahren zu können muß man der Zeit gewachsen sein, das ist die Schwierigkeit vor der die Menschen in Dierhagen stehen, und das gilt für die ganze Region. Lasst alles, es ist so schön romantisch hier, das ist eine These die sich der Gast erlauben kann". Wischer. Blick auf neue und alte Häuser mit Reetdächern entlang der Straße (halbtotal). Sprecher: "Getrennt nur durch eine Landstraße, Dierhagen-Dorf, Dierhagen-Strand, träumt es von einem neuen Sommer". Zwischenschnitte von kleineren und größeren Ferienhäusern mit Reetdach (halbtotal). Umschnitt auf einen begrünten Damm (halbtotal). Umschnitt auf eine Fischerbott auf dem Sandstrand (halbtotal) mit Stabangaben auf Rolltitel: Kamera Hans-Günther Kunkel. Schnitt Hans-H. Selinski. Ton Hartmut Haase. Produktionsleitung Ingrid Göse. Buch und Regie Kurt Barthel. Hergestellt im DEFA-Studio für Dokumentarfilme GmbH im Auftrage von DFF-LMV. Abblendung

0:21:05 ENDE

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