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Ein Denkmal für Johann Sebastian

Regie: Peter Milinski, 19 Min., Farbe, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1984

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
530
Sonstiger Titel
Bachdenkmal

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser Farb-Dokumentarfilm berichtet über die Entstehung den neuen Denkmals von Johann Sebastian Bach in der Stadt Arnstadt, welches ihn als achtzehnjährigen jungen Mann, der lässig auf einem Meilenstein sitzt, zeigt. Geschaffen hat das Bronzedenkmal der Bildhauer Prof. Bernd Göbel aus Halle anlässlich des 300. Geburtstages von Bach im Jahre 1985. Begeisterte Bach-Interpreten wie der Gewandhausorganist Matthias Eisenberg und der Rockmusiker und Violinist Hans Wintoch mit der Gruppe "Electra" spielen Bach-Kompositionen, jeder nach seiner eigenen Interpretation. In aufgefangenen und eingeschnittenen Originaltönen äußern sie sich über ihre Haltung zu Johann Sebastian Bach und dessen Barockmusik und ihre heutige Umsetzung. Die Entstehung des unkonventionellen Denkmals des jungen Bachs auf dem Arnstädter Markt wird vom Gipsmodell über den Guss der einzelnen Bronzeteile bis hin zum fertigen Denkmal durch den Bildhauer Bernd Göbel begleitet und kommentiert.

Filmstab

Regie
  • Peter Milinski
Drehbuch
  • Peter Milinski
Kamera
  • Peter Milinski
  • Bernd Merten (Trick)
Schnitt
  • Petra Barthel
Kameraassistenz
  • Peter Ackermann
  • Kurt Cordes
Szenarium
  • Peter Milinski
Dramaturgie
  • Siegfried Hanusch
Musik
  • Archiv
  • Electra (Musikgruppe)
Ton
  • Carsten Gebhardt
Produktionsleitung
  • Ulrich Möller
Aufnahmeleitung
  • Holger Sperling
Text
  • Siegfried Hanusch
Beratung
  • Werner Felix
  • Heinz Baumert
  • Siegfried Hanusch
Sprecher
  • Peter Escher
Person, primär
  • Johann Sebastian Bach
  • Mark Blankenburg
  • Hans Wintoch (Pseudonym: Hans die Geige)
  • Bernd Aust
  • Matthias Eisenberg
  • Bernd Göbel
Person, sekundär
  • Leopold von Anhalt-Köthen (Fürst von Anhalt-Köthen)
  • Alexander Porfirjewitsch Borodin
  • Edvard Grieg
  • Wolfgang Amadeus Mozart
  • Karl Schuke
  • Wilhelm Sauer

Langinhalt

0:00:00

Gitarrist Mark Blankenburg und Violinist Hans Wintoch spielen ein Stück von Johann Sebastian Bach in moderner Interpretation (halbnah) (O-Ton). Keyboardspieler und Gründer der Band "Electra" Bernd Aust vor einem Schlagzeuger (halbnah). Harter Umschnitt auf den Gewandhausorganisten Matthias Eisenberg bei der Umsetzung des Originalstückes (halbnah) (O-Ton). Gegenschnitt auf den Violinisten Hans Wintoch (halbnah) (O-Ton). Umschnitt auf den Organisten Matthias Eisenberg (halbnah) (O-Ton). Umschnitt auf einen Bildhauer bei der Bearbeitung einer überlebensgroßen Gipsfigur (halbnah). Animierte Titeleinblendung von "DENK MAL" auf "DENKMAL".

0:01:55

Umschnitt auf das Gesicht des Violinisten Wintoch (halbnah). Umschnitt auf den sägenden Bildhauer Bernd Göbel an der Gipsfigur (halbnah). Titeleinblendung "DENKMAL für Johann Sebastian". Blick aus der Froschperspektive auf die Orgelpfeifen (halbtotal) (O-Ton). Eisenberg an der Orgel (halbnah). Umschnitt auf den Violinisten (halbnah) (O-Ton). Umschnitt. Bildhauer heben den Kopf des Gipsmodells ab (halbnah). Blick auf die Gipsmodelle von Bein, Hand und Rumpf auf dem Boden (halbnah). Bildhauer legt den Gipskopf zwischen die anderen Körperteile (halbnah). Sprecher: "Man kann ihn offenbar ganz verschieden interpretieren, den Johann Sebastian". Umschnitt

0:03:15

Fahraufnahme mit dem PKW und Blick auf die Landschaft mit Berg und Wartburg (halbtotal). Schwenk (von oben) über die Stadt Eisenach (halbtotal). Zoom (von oben) auf die Wartburg (halbtotal). Umschnitt auf einen Arbeiter bei der Reinigung des neuen Denkmals von Johann Sebastian Bach vor der Thomaskirche in Leipzig (halbtotal). Umschnitt auf einen Bachlauf (halbtotal). Umschnitt auf das Eisengießen in eine Form (halbtotal). Rückwärtszoom von einem gerahmten Porträt von Johann Sebastian Bach an der Wand (halbnah). Umschnitt. Fahraufnahme auf die Wender- und Steinmeyer-Orgel in der Bachkirche in Arnstadt zu (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt

0:04:40

Blick auf den Bildhauer Bernd Göbel in seinem Atelier (halbtotal) (O-Ton) "Na ja, das Wichtigste war sicher dass es ein junger Mann war, insofern war diese Aufgabe für mich auch etwas ungewöhnlich weil das Bachbild was wir kennen meistens den alten Bach zum Gegenstand hat, und das ist auch sicher das, wenn man von einem Porträt ausgeht, das am weitesten verbreitete, und ich hab mich halt auch ein bisschen belesen, ja, zeitgeschichtliches und späteres, wie dieser Bach gelebt hat, welche Probleme er hatte, und ich bin zu der Überzeugung gekommen, das ist natürlich auch ein bisschen subjektiv, aber das es ein junger Mann war...(Einblendung von Arbeiten des Bildhauers)...der sicher die gleichen Mängel hatte wie ein junger Mann sie auch hat, und so habe ich mich bemüht ein bisschen was von dieser Jugendlichkeit auch in diese Figur zu kriegen". Umschnitt

0:06:00

Fahraufnahme durch das Schmiedeeiserne Gitter von 1640 auf die Schuke-Orgel von 1959 in der Divi Blasii Kirche von Mühlhausen zu (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt. Sprecher: "In Mühlhausen verzichtete Bach darauf sich mit seinen Vorgesetzten erst anzulegen. Als die sich über die Form der Kirchenmusik stritten zog er seines Weges, schon nach einem halben Jahr. Weimar lockte ihn und Johann Sebastian versprach sich ein gutes Fortkommen und schöpferische Freiheit". Umschnitt. Schwenk von den Grabplatten von Peter und Paul über den Innenraum mit Orgel der Stadtkirche St. Peter und Paul von Weimar (halbtotal). Schwenk über ein Gemälde von den Schuhen auf das Gesicht des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen (halbnah). Umschnitt auf ein Bach-Porträt (halbnah). Umschnitt auf die Wellen der Ostsee (halbtotal). Umschnitt auf das Aufschlagen einer Gießform (halbnah) (O-Ton). Umschnitt

0:07:05

Blick auf den spielenden Violinisten Hans Wintoch (halbnah) (O-Ton). Zoom auf das Gesicht von Hans Wintoch (nah) (O-Ton). Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Umschnitt auf den Organisten Matthias Eisenberg an seinem Instrument (halbnah) (O-Ton) "Ich glaube die bloßen Noten abspielen, damit ist es leider nicht getan. Man muß natürlich eine persönliche Note finden des Spiels, also das geschieht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern ich bin Beispielsweise ein Verfechter der so genannten Papageienmethode, das man doch erst einmal die Meister kopieren sollte, aber dann natürlich einen eigenen Stil finden soll". Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Umschnitt

0:08:20

Blick auf den Violinisten Hans Wintoch auf der Bühne (halbnah) (O-Ton) "Man ist nun mal kein Klassiker mehr und ich möchte auch gar nicht so unbedingt so Original klassisch spielen, zumal die Frage ist ob man dazu überhaupt fähig ist, weil einfach zu den Zeiten wo solche Stücke geschrieben wurden man es sowieso ganz anders interpretierte. Heute streiten sich, wenn ich mal zurück denke an meine Studienzeiten, die Professoren wie man Triller spielt, darüber sollte man sowieso gar nicht reden. Aber es gibt eben so ein paar Sachen an die man sich gern erinnert und die setzt man, integriert in seine Improvisation, oder in seinem freien Spielgerüst mit ein". Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Umschnitt auf das Bandmitglied Bernd Aust (halbnah) (O-Ton) "Wir haben eine neue Besetzung gegründet, und wir wollten einfach mal was anderes machen, wir wollten einfach davon weg kommen immer nur nachzuspielen, hatten aber selbst noch nicht viel Substanz um ständig auf eigenen Füßen stehen zu können. Wir haben uns also an das heran gewagt was für uns schon vertraut war an klassische Themen. Wir haben natürlich das Interessanteste heraus gesucht die sich dazu eigneten, nicht jedes Thema eignet sich dafür. Wir haben Borodin, wir haben Bach, wir haben Grieg bearbeitet, wir haben Mozart bearbeitet". Umschnitt

0:09:20

Mit Druckluft wird der gegossene Kopf des Bach-Denkmals nach dem Guss gereinigt (halbnah) (O-Ton). Bildhauer stellt den gegossenen Kopf zu den anderen gegossenen Körperteilen auf den Boden (halbnah). Umschnitt. Blick auf die spielende Band "Electra" auf der Bühne bei ihrem Schlussakkord (halbtotal) (O-Ton). Schwenk von den Musikern auf die applaudierenden Zuhörer im Saal (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Hans Wintoch erzählt weiter (halbnah) (O-Ton) "Eines was ungeheuer wichtig für mich ist, warum ich weg bin ist dass ich viele technische Mittel habe, wie zum Beispiel ein Echogerät, oder einen Phasenverdreher, womit sich für mich noch neue Möglichkeiten ergeben nen Töne zu bilden, oder die Töne in Musik umzuwandeln, und dabei muß man eigentlich sogar erwähnen, jetzt macht er in seinen jungen Jahren eigentlich da er unheimlich experimentierfreudig war, und sonst wäre er ja jetzt nicht noch ein so anerkannter Meister, der so derartige Sachen probiert, da haben einige Leute in der damaligen Zeit das Grübeln gekriegt. Und, ich wage einfach mal zu behaupten wenn er die Möglichkeiten hätte damals gehabt, mit solchen Effektgerät, mit solchen Sachen zu arbeiten, die er jetzt einsetzt, na, ich glaube...der hätte es auch automatisch gemacht, logisch, das liegt in ihm, in dem Kerl". Umschnitt

0:10:50

Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Matthias Eisenberg an der Orgel weiter (halbnah) (O-Ton) "Mit dem...Bach das ist, na ja, das ist heute etwas überspitzt dargestellt, und natürlich hat Bach auch gewisse Normen gekannt, er hat sie auch in der Musik, kann natürlich wie ein junger Mensch manchmal flippt man aus, warum nicht, ja, das spiegelt sich vielleicht auch Zeiten seiner Kompositionen wieder. Zu Beginn, die frühen Kompositionen, sind alle sehr ungestüm möchte ich sagen, der weit ausladend ausholend, manchmal vielleicht auch sogar etwas ungeschliffen, ja, der Bach ist auch nicht gleich als Meister vom Himmel gefallen". Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Umschnitt auf den Keyboardspieler Bernd Aust (halbnah) (O-Ton) "Das ist erst einmal auf alle Fälle eine Musik die mit sehr viel Ideen behaftet ist, und diese Ideen umzusetzen auf unser Instrumentarium ist für einen professionellen Musiker im Prinzip kein Problem, wichtig war es, und das ist die Hauptsache bei der Sache dass das was man will auch von der Bühne runter kommt, das die Ideen die man hat das die auch, dass der Funke zum Publikum rüber springt und wenn man das perfekt macht dann glaube ich gelingt es".

0:12:00

Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Matthias Eisenberg an der Orgel weiter (halbnah) (O-Ton) "Ich finde bemerkenswert an diesem Johann Sebastian Bach ist das er sich nicht selbst verleugnet hat, das er seine Grundeinstellung und seine Einsichten bewahrt hat und viele Werke von Komponisten die nach ihm gelebt, die sind heute vergessen worden, aber seine Musik hat sich doch bis in unsere Zeit behauptet". Umschnitt auf ein animiertes Mosaikbild von Johann Sebastian Bach (halbnah). Umschnitt. Blick auf die Hände von Matthias Eisenberg auf den Tasten der Orgel (nah) (O-Ton). Rückwärtszoom von den Händen auf den Organisten (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt unter Beibehaltung der Orgelmusik auf das Zusammenbauen der gegossenen Denkmalteile mit einem Elektroschweißgerät (halbnah). Umschnitt mit Zoom auf den Bildhauer Bernd Göbel (halbnah) (O-Ton) "Natürlich war dieser Bach, sonst würden wir ja heute nicht hier sitzen, ein unheimlich begabter junger Mann, der also zu seiner Zeit mit 18 Jahren bereits in der Lage war Dinge zu Papier zu bringen die heute noch gespielt werden und die uns heute noch begeistern. Natürlich ist mir das sehr sympathisch das gerade Herr Bach eben auch gar nicht so furchtbar...(Gegossener Kopf wird auf die entstehende Figur gesetzt)...wohlerzogen war und sich seiner Zeit immer sehr devot gezeigt hat. Na ja, wenn Sie so wollen liegt es sicher im Wesen der Jugend, es steht der Jugend schon zu Dinge infrage zu stellen und Dinge anders zu sehen". Umschnitt

0:14:15

Blick auf die Schuke-Orgel im Neuen Gewandhaus zu Leipzig (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf den spielenden Organisten Matthias Eisenberg (halbnah) (O-Ton). Umschnitt in die Thomaskirche zu Leipzig mit Blick auf die Sauer-Orgel (halbtotal). Sprecher: "Inzwischen sind 20 Jahre vergangen, Johann Sebastian ist Anfang vierzig und Thomaskantor, ein noch heute hochgeschätztes Amt. Seine Musik und die Akten bezeugen es, unbequem ist er immer noch, und der ist schöpferisch". Umschnitt auf den Kopf des neuen Denkmals des jungen Johann Sebastian Bach (halbnah). Langsamer Rückwärtszoom vom Kopf auf das neue Bronze-Denkmal des lässig auf einem Meilenstein sitzenden 18jährigen Johann Sebastian Bach in Arnstadt (halbtotal). Umschnitt auf den erzählenden Bildhauer Bernd Göbel (halbnah) (O-Ton) "Ob nun jeder sich den Bach so vorstellt wie ich ihn mir vorgestellt habe wage ich zu bezweifeln, und vielleicht ist das auch wichtig das ihn sich nicht jeder so vorstellt, so wie er dort sitzt das erzeugt ja an und für sich eine Auseinandersetzung, und so viel Bereitschaft muß man vielleicht der Arbeit des Anderen entgegen bringen, und sagen ich tu das mal nicht gleich ab sondern ich guck mir erst das mal in Ruhe an, ich geh mal rings herum und versuche dann, wie man sagt, den Einstieg zu finden, oder ich kann mich damit identifizieren oder nicht". Umschnitt

0:16:15

Blick auf die Hände des Organisten Matthias Eisenberg auf den Tasten (nah) (O-Ton). Rückwärtszoom von den Händen auf den Organisten bei seiner Interpretation von Bachs "Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565" (halbnah) (O-Ton). Schwenk vom Organisten über den Schriftzug über der Gewandhausorgel "Severa verum Gaudium" auf die quer stehenden Orgelpfeifen (halbtotal). Umschnitt auf Stabangaben: Es musizierten Gruppe-electra mit Hans Wintoch und Gewandhausorganist Matthias Eisenberg. Meinungen äußerten: Hans Wintoch, genannt "die Geige", Bernd Aust, Leiter der Gruppe Electra, Gewandhausorganist Matthias Eisenberg und Bildhauer Professor Bernd Göbel. Beratend zur Seite standen: Prof. Dr. Werner Felix, Dr. Heinz Baumert und Siegfried Hanusch. Am Film arbeiteten: Petra Barthel Schnitt, Carsten Gebhardt Ton, Bernd Merten Trick, Peter Achermann und Kurt Cordes Kameraassistenz, Holger Sperling Aufnahmeleitung, Ulrich Möller Produktion. Autor, Regie und Kamera Peter Milinski. Umschnitt auf den spielenden Organisten Eisenberg (halbnah) (O-Ton). Schrifteinblendung: Das Denkmal für Johann Sebastian von Prof. Bernd Göbel steht in Arnstadt wo Bach mit 18 Jahren als Organist begann. Umschnitt: Ein Film des DEFA-Studios für Dokumentarfilme, Arbeitsgruppe "Effekt". DDR © 1984. Abblendung

0:18:50 ENDE

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