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Erzählungen aus der neuen Welt

Regie: Joachim Hellwig, Richard Cohn-Vossen, Massimo Mida, 74 Min., sw, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1968

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
2035
Englischer Titel
Tales from New World
Anlaufdatum

Kurzinhalt

Dieser schwarz-weiß-Dokumentarfilm in "Totalvision" ist dem 150. Geburtstag von Karl Marx gewidmet. In sechs Episoden von vier Kontinenten zeigt er Menschen in Lateinamerika, Westafrika, Vietnam, Italien, der Deutschen Demokratischen Republik und aus der Sowjetunion. Der Film veranschaulicht wie eine Forderung des Kommunistischen Manifests - nach einer neuen Ordnung für eine neue Welt - zum Gesetz des Handelns geworden ist oder schon verwirklicht wurde.

Reihenfolge und Themen:

1. Lateinamerika: "Die Jungen und das Meer" (Mission des Proletariats dem Kapitalismus ein Ende zu setzen, um den Sozialismus aufzubauen).

2. Westafrika: "Gib uns den morgigen Tag" (Abkehr vom Kolonialismus und Verstärkung der Freiheitsbewegungen).

3. Vietnam: "Briefe aus der alten Welt" (Kampf der FNL gegen die US-Aggressoren und für ein unabhängiges und souveränes Südvietnam).

4. Italien: "Wohin soll ich gehen?" (Gegen die Macht der Monopole und Ausbau der Arbeiterklasse zur führenden Kraft der ganzen Gesellschaft).

5. Deutsche Demokratische Republik: "Ich und der Chef" (Die neue Stellung des Menschen in der sozialistischen Gesellschaft).

6. Sowjetunion: "Söhne des Prometheus" (Alle Studierenden haben durch die Verwirklichung der Gesetze des Marxismus die Möglichkeit zu würdigen Söhnen des sagenhaften Prometheus zu werden).

Filmstab

Regie
  • Joachim Hellwig
  • Richard Cohn-Vossen (Episoden-Regie UdSSR)
  • Massimo Mida (Episoden-Regie Italien)
Drehbuch
  • Bruno Baratti
  • Joachim Hellwig
  • Hans Oley
Kamera
  • Wolfgang Randel
  • Guiseppe Pinori (Segment "Italien")
Schnitt
  • Barbara Masanetz-Mechelk
Darsteller
  • Ernesto Camacho (Lateinamerika)
  • Alhaji M.B. Sulemana (Westafrika)
  • Nguyen Thi Kimson (Vietnam)
  • Daniela Surina (Italien)
  • Karl Pöschel (Deutsche Demokratische Republik)
  • Schamscha Aipanow (Sowjetunion)
Dramaturg
  • Claus Ritter
Komponist
  • Wolfram Heicking
Ton
  • Heinz Dinter
  • Heinz Reusch
  • Rolf Rolke
Produktionsleitung
  • Bruno Frasca
  • Hans Hohmann
Person, primär
  • Alexander Danilowitsch Alexandrow
  • Antonietta Elle
  • Lisbeth Walter
Person, sekundär
  • Vittorio Emanuele di Savoia (Vittorio Emanuele II.)
  • Albert Einstein
  • Friedrich Engels
  • Ernesto »Che« Guevara Serna
  • Ernest Hemingway
  • Wladimir Iljitsch Lenin
  • Karl Marx
  • Wilhelm Pieck

Langinhalt

0:00:00

Schwarz-weiß-Filmaufnahmen: Schwenk von oben über die Dächer mit qualmenden Schornsteine von London (halbtotal). Schwenk von oben in die ärmlichen und schmutzigen Hinterhöfe von London (halbtotal). Sprecher: "London, 19. Jahrhundert, hier arbeiten Karl Marx und Friedrich Engels nachdem sie Deutschland verlassen mussten. Mit dem Kapitalismus wächst die Verelendung des arbeitenden Menschen". Schwenk über eine Illustration von hungernden Menschen (nah). Schwenk über die Illustration einer Kundgebung im Hyde Park von London (nah). Sprecher: "Das Proletariat formiert sich als Klasse". Abblendung. Illustration von reitenden Militärs gegen Demonstranten in Deutschland 1848 (nah). Zwischenschnitte von Illustrationen aus der Revolutionszeit 1848 in Deutschland (nah). Sprecher: "Vor der bürgerlichen Revolution entdeckt Karl Marx die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung. Im Kommunistischen Manifest sagt er, die Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen". Abblendung. Französische Illustration "Vive la Commune" (nah). Sprecher: "Paris 1871, zum ersten Mal übt das Proletariat Macht aus". Zwischenschnitte von Illustration von den Kämpfen der Pariser Kommune (nah). Abblendung. Schwenk über ein Foto des Petersburger Smolny-Klosters (nah). Sprecher: "Petersburg 1905, das Proletariat um Bunde mit den bürgerlich-demokratischen Kräften attackiert das alte Russland". Schwenk über Illustrationen und Fotos aus der Revolutionszeit 1905 (nah). Foto von Lenin (nah). Umschnitt auf historische Filmaufnahmen (halbtotal) und Fotos aus Russland (nah). Sprecher: "Lenin entwickelt im Zeitalter des Imperialismus die Lehre von Marx und Engels weiter. Er schafft die Partei der Kommunisten die das Proletariat und die arme Bauernschaft Russlands zur großen sozialistischen Oktoberrevolution führt". Überblendung auf eine flatternde Rote Fahne (halbnah). Zoomende Überblendungen von Gesichtern aus vielen Bevölkerungsschichten und Nationen (nah). Sprecher: "Proletarier aller Länder vereinigt euch". Rückwärtszoom von einem Händedruck auf eine Personengruppe (nah). Das Foto wird durch Verschiebung der äußeren Ränder zum Formatfüllen Bild in Totalvision (nah). Umschnitt

0:03:10

Titeleinblendung auf das Gruppenfoto "Erzählungen aus der neuen Welt". Überblendung auf schwarzen Hintergrund mit weißer Schrift. Ein Film der DEFA-Gruppe "Profil". Stabangaben: Regie Joachim Hellwig. Produktion DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme Berlin - DDR. Totalvision auf ORWO Kinefilm. Buch Joachim Hellwig; Hans Oley; Bruno Baratti (Italien). Dramaturg Claus Ritter. Kamera Wolfgang Randel; Giuseppe Pinori (Italien). Montage Barbara Masanetz. Trick Horst Donth. Grafik Joachim Fritsche; Paul Schubert; Lothar Borchardt. Musikalische Gestaltung Wolfram Heicking. Ton Heinz Reusch; Heinz Dinter; Rolf Rolke. Regisseure Richard Cohn-Vossen (Sowjetunion); Massimo Mida (Italien). Produktionsleitung Hans Hohmann; Bruno Frasca (Italien). Die Erzähler werden in Filmeinblendungen vor heimischem Hintergrund vorgestellt: Westafrika: Alhaji M. B. Sulemanna. Vietnam: Nguyen Thi Kim Son. Italien: Daniela Surina. Sowjetunion: Schamscha Aipanow. DDR: Karl Pöschel. Lateinamerika: Ernesto Camacho. Umschnitt

0:05:05

1. Beitrag über Lateinamerika: Blick über das Meer mit Titeleinblendung "Die Jungen und das Meer" (halbtotal). Ein Fischerboot mit kleinem Segel passiert das Bild von rechts nach links (halbtotal). Sohn holt seinen alten Vater nach dem erfolglosen Fischen vom Ufer ab (halbtotal). Blick auf Fischer beim Flicken ihrer Netze (halbtotal) (O-Ton). Sprecher: "So steht es in der Geschichte vom alten Mann und dem Meer. Immer wieder konnten wir an der lateinamerikanischen Küste Hemmingways gleichnishafte Erzählung mit unserer dort erlebten Wirklichkeit in Beziehung bringen. Dem einzelnen Fischer jagen noch immer die Haie den Fang ab. Haie nennt man in Amerika auch die Finanzgangster und Börsenjobber". Zoom auf die beiden Fischer mit ihren Netzen (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf aufgebockte Fischerboote auf dem Uferbereich (halbtotal). Männer befreien mit Hämmern die Unterseite der Boote von Muscheln (halbnah) (O-Ton). Werftarbeiter reparieren die Fischerboote (halbnah). Mit einem Flaschenzug wird ein Schiffsmotor transportiert (halbtotal). Blick auf das langsame ablassen eines Bootes mit einem Holzgestell zum Wasser (halbnah). Blick auf Mitglieder einer Fischer-Cooperative auf dem Weg zu ihrem Boot (halbtotal). Umschnitt. Blick auf die Fischer beim Betreten ihres Bootes (halbtotal). Fische werden zu Ködern an Leinen mit Haken für den Haifischfang vorbereitet (halbnah). Umschnitt

0:09:00

Szeneneinblendung zum Buch von Hemmingway: Der alte Fischer rudert mit seinem Boot auf das Meer hinaus (halbtotal). Umschnitt auf die Cooperativmitglieder auf ihrem Boot (halbtotal). Ein Motorboot fährt am Fischerboot vorbei (halbtotal). Blick auf den Schiffsführer am Ruder (halbnah). Erzähler: "Nirgendwo gibt es das Glück zu kaufen, man muß es nehmen. Nicht einer allein, der kommt nicht weit, den holen die Haie". Blick von unten auf den Masten des Bootes mit dem Netz (halbtotal). Fischer hängt kleine Köder an seine Angel (halbnah). Umschnitt. Fischer Manolo zieht einen kleinen Hai auf das Boot (halbnah). Langsam ziehen die Fischer die Köderleine auf das Boot (halbnah) (O-Ton). Blick von oben auf eine zappelnden großen Hai an der Fangleine (halbnah). Drehend versucht der Hai von der Leine los zu kommen (halbnah). Ein Fischer schlägt mit einem Holzknüppel auf den Schädel des Hais (halbnah) (O-Ton). Umschnitt. Szeneneinblendung zum Buch von Hemmingway: Der alte Fischer wirft von seinem Boot kleine Fischköder in das Meer und stellt eine weitere Angel auf (halbtotal). Umschnitt

0:11:50

Fischer der Cooperative ziehen den getöteten Hai an Bord (halbnah). Schwenk auf den Hai an der Bootsseite (halbnah). Ein Hammerhai wird mit großer Anstrengung an Bord gehievt (halbtotal) (O-Ton). Schwenk über den Hammerhai auf dem Fischerboot (halbtotal). Umschnitt. Szeneneinblendung zum Buch von Hemmingway: Der alte Fischer zieht langsam die Köderleine in sein schaukelndes Boot (halbtotal). Blick auf die Leine im Wasser mit einem großen Hai (halbtotal). Sprecher: "Er hat den Köder wie ein Mann genommen, und er zieht wie ein Mann, und er setzt sich ohne Panik zur Wehr. Ob er irgendeinen Plan hat, oder ob er genau so verzweifelt ist wie ich? Der Mensch darf nicht aufgeben, dachte der alte Mann, er kann vernichtet werden, aber er darf nicht aufgeben". Umschnitt auf die essenden Fischer der Cooperative auf ihrem Boot (halbnah). Schwenk über die essenden Männer an Bord (halbnah). Erzähler: "Was Hemmingways alter Mann dachte denken auch wir. Nicht aufgeben, wir, Vincente, Augustin, Roberto und meine drei Brüder werden hier draußen auf dem Meer mit den Haien schon fertig. An Land aber müssen die Fischer mit den anderen Haien um ihr täglich Brot kämpfen". Blick auf die essenden Männer auf dem schaukelnden Fischerboot (halbtotal). Umschnitt auf 7 Fischer mit Angeln am Heck ihres Bootes (halbtotal) (O-Ton). Gegenschnitt auf die Fischer von hinten (halbtotal). Fischer werfen die gefangenen Bonitos schnell hinter sich auf den Bootsboden und werfen die Angel wieder aus (halbtotal). Zoom auf die schnellen Bewegungen der Fischer (halbnah). Blick auf die gefangenen Bonitos an Bord (halbnah). Blick auf die Hand des Steuermannes (halbnah). Blick von oben auf die 7 Fischer mit Angeln (halbtotal). Umschnitt auf die zappelnden Fische an Bord (halbnah). Umschnitt

0:15:30

Blick von oben auf das Umpacken der Bonitos in Holzkisten (halbnah). Fischer schreibt die Fangmengen auf eine Tafel in der Cooperative (halbnah) (O-Ton). Fischer tragen die gefüllten Holzkisten zur Waage (halbtotal). Erzähler: "Draußen auf dem Meer haben wir gelernt mit Haien zu kämpfen. Hemmingway, großer Freund, schrieb die Geschichte vom alten Mann und dem Meer. Doch auch wir müssen endlich eine Geschichte schreiben, die neue Geschichte Lateinamerikas". Schwenk von den Bonitos auf große Haie auf dem Boden (halbtotal). Umschnitt auf die Fischerboote an der Anlegestelle des Ortes im Abendlicht (halbtotal). Schwenk über die Männer auf dem Anlegesteg (halbtotal). Abblendung. Weißer Text auf schwarzen Hintergrund: "Die historische Mission des Proletariats Lateinamerikas besteht darin, dem Kapitalismus ein Ende zu setzen und den Sozialismus aufzubauen. Luis Corvalan". Abblendung

0:17:00

2. Beitrag über Westafrika: Blick von oben auf die brechenden Wellen am steinigen Uferbereich (halbtotal) mit eingeblendetem Titel "Gib uns den morgigen Tag". Rückwärtszoom von den Wellen auf den Uferbereich an der Westküste Afrikas (halbtotal). Blick von oben auf den Küstenbereich (halbtotal). Sprecher: "Hier, an der Westküste Afrikas, Goldküste, Elfenbeinküste, Diamantenküste. Hier stehen noch die alten Forts, die Denkmale der europäischen Kolonialimperien, doch sie können im 20. Jahrhundert den Aufbruch des Kontinents nicht mehr verhindern". Schwenk über die Steinernen Reste eines Forts auf der Anhöhe (halbtotal). Zoom auf eine Steintreppe des Forts (halbnah). Umschnitt auf einen afrikanischen Häuptling mit farbenfrohen Stoffumhang (halbnah) (O-Ton). Rückwärtszoom vom Häuptling auf die ihn umgebenen Stammesmitglieder und Bedientesten (halbtotal). Sprecher: "Häuptlinge sitzen noch auf goldenen Stühlen, und schreiten wie noch vor über 100 Jahren unter dem Schirm. Junge Schirmträger zu finden aber wird immer schwerer, denn die jungen Afrikaner lernen heute in den Schulen lieber das "ABC". Untergebener des Häuptlings fächert im Wind zu (halbnah). Blick auf den Häuptling auf seinem Stuhl (halbnah). Umschnitt

0:18:25

Schwenk über das hölzerne Treppenhaus in einem Hofbereich (halbtotal). Männer gegen die Treppenstufen hinauf (halbtotal). Zoom auf die wartenden Männer und Frauen am Treppengeländer (halbtotal). Sprecher: "Die Menschen die hier warten, warten auf ihn, unseren Erzähler". Einzelne Gesichter von wartenden Männern (nah) (O-Ton). Blick auf das Gesicht einer Frau (nah), dazu der Erzähler: "Eine Lehrerin, sie ist wendig wie eine Eidechse und zäh wie die Rinde alter Bäume. Der Schulweg ist zu weit, einen Autobus braucht sie. Und diese beiden (Einblendung von Männern) sie geben keine Ruhe in ihrem Dorf. Saubere Wasserstellen und eine neue Straße wollen sie, aber der Häuptling hält nichts von neuen Moden. Neunzehn Kinder hat sie unter die Sonne gebracht (Filmeinblendung) ihr Mann hat fünf Frauen". Schwenk von oben über den eintreffenden Erzähler auf der Treppe (halbnah). Sprecher: "Mit allem was sie bedrückt kommen sie zu ihm, denn er versucht ihnen zu helfen die Schwierigkeiten ihrer neuen Zeit zu überwinden und ihr Leben von den Überresten des Kolonialismus zu befreien. Wir beobachteten ihn mit unserer Kamera". Erzähler spricht mit einigen Frauen auf der Treppe (halbnah). Blick auf den Erzähler bei der Begrüßung der Männer im Treppenhaus (halbnah). Umschnitt

0:20:00

Blick auf den Erzähler im Gespräch mit 3 Frauen im Besprechungsraum (halbtotal) (O-Ton). Erzähler spricht zu den Frauen "Ihr müßt mir jetzt alle Fragen beantworten, nur wenn ich alles weiß kann ich euch helfen". Erzähler befragt eine Frau im Off (halbnah) "Du hast ein schönes Kleid an, was hast Du dafür geben müssen? Steh auf und lass Dich betrachten, ich will sehen ob es so viel Wert ist". Frau steht lächelnd auf und spricht zum Erzähler (halbnah) (O-Ton). Blick auf den Erzähler und die Frauen am Besprechungstisch (halbtotal). Die Frauen beklagen die immer höheren Preise der Marktfrauen (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf das Gesicht des zuhörenden Erzählers (nah). Erzähler: "Aber die Marktfrauen, unsere Mammis, wollen verdienen, die Großhändler und die australischen Importkompanies erst recht. Sie schlagen auf, die Preise steigen, die Mammis machen mit. Ein verteufelter Kreis". Umschnitt auf einen überfüllten Markplatz (halbtotal). Schwenk von oben über den Marktplatz und den tragenden Frauen mit Waren auf ihren Köpfen (halbtotal). Zoom auf eine Frau mit Stoffballen auf der Schulter (halbnah). Schwenk über die große Auslage von bunten Stoffen an einem Marktstand (halbtotal). Umschnitt auf ein Geschäftshaus auf einer Hauptstraße (halbtotal). Schwenk über die Angebote im Textilgeschäft (halbtotal). Blick auf die Geschäftsinhaberin beim Zählen von Geldscheinen (halbnah). Umschnitt auf diskutierende Frauen hinter einem Drahtzaun (halbtotal) (O-Ton). Polizisten verwehren den Frauen den Zugang (halbtotal). Polizisten bespritzen die Frauen mit Wasser um sie vom Zaun fern zu halten (halbtotal). Erzähler: "Die Frauen wollen Geschäfte machen, dazu braucht man Stoffe, braucht man Geld und wieder Stoffe. Da kann es passieren dass die Marktfrauen ganze Zäune eindrücken und die Lager stürmen". Blick auf den Sturm der Frauen nach dem Fall des Drahtgitters (halbtotal). Polizisten schlagen auf die Frauen ein (halbtotal). Schwenk von oben über die Frauen im Innenhof des Stofflagers (halbtotal). Polizisten schließen das Drahtgittertor wieder (halbtotal). Blick von oben auf den Wechsel von Geld und Stoff auf dem Boden des Lagers (halbtotal). Schwenk über Mammis auf dem Marktplatz mit Stoffballen auf dem Kopf (halbtotal). Erzähler: "Und haben sich die Mammis was erkämpft, dann geht es auf den Markt, dann wird geredet, gehandelt, gewuchert. Hier geht es unerbittlich zu (Filmeinblendung) der Kampf ums Geld, ums liebe Geld". Blick auf Gesichter von Marktfrauen (halbnah). Umschnitt

0:22:50

Wechselschnitte von kaufwilligen Frauen und Frauen die Ware anbieten auf dem Marktplatz (halbnah). Erzähler: "Ich kann das ja verstehen, die haben viele Kinder unsere Mammis, und sie brauchen das Geld. Doch denen die die Stoffe kaufen wollen geht es genauso, doch wir dürfen nicht leben wie im Dschungel nach dem Gesetz des Urwalds. Fressen oder gefressen werden. Wenn unsere Läden unabhängig von kapitalistischen Input wären hätten wir es leichter". Schwenk über Frauenköpfe mit Stoffballen (halbtotal). Frauen feilschen um den Preis (halbnah). Blick auf das Zählen von Geldscheinen (halbnah). Umschnitt. Zoom über den Marktplatz auf parkende Lieferwagen die beladen werden (halbtotal). Frauen legen ihre Stoffe in den Kofferraum eines PKW (halbnah). Blick von oben auf die Abfahrt von Kleinbussen vom Marktplatz (halbtotal). Erzähler: "Heute ist es so, die gerissenen chartern sich Autos oder Lorries um mit dem Stoff in die entlegenen Dörfer zu fahren, dort treiben sie Handel auf eigene Faust mit überhöhten Preisen". Rückwärtszoom von den abfahrenden Kleinbussen auf den Parkplatz am Markt (halbtotal). Umschnitt. Fahraufnahme hinter zwei beschrifteten Lorries "Jesus only. Money First" und "All Things God" auf der Landstraße her (halbtotal). Umschnitt

0:24:00

Schwenk über die einfachen Häuser in einem Dorf (halbtotal). Schwenk über die arbeitenden Frauen und spielenden Kinder auf dem Dorfplatz (halbtotal). Frauen kochen am offenen Feuer auf dem Dorfplatz (halbtotal). Rückwärtszoom von einem Holz hackenden Mann im Männerbereich des Dorfes (halbtotal). Erzähler: "Jahrhunderte sind aufzuholen, es ist schwer, aber wir gehen unseren Weg. Leid, Armut, Ungerechtigkeit, wir werden sie aus der Welt schaffen und dafür sorgen dass keine neuen entstehen". Schwenk über die Marktfrauen mit ihren Stoffballen (halbtotal). Schwenk über Marktfrauen mit Lasten auf dem Kopf (halbtotal). Blick auf den Erzähler mit Frauen auf dem Marktplatz (halbtotal) (O-Ton). Erzähler diskutiert mit den Marktfrauen (halbtotal) (O-Ton). Erzähler: "Es ist schwer mit alten Gewohnheiten fertig zu werden, mühseliger als das Roden des Dschungels. Ich muß mir vieles sagen lassen...(Filmeinblendung)...und manchmal, verdammt, da haben sie recht". Marktfrauen und Kunden reden auf den Erzähler ein (halbtotal). Blick auf die Gesichter der diskutierenden Menschen (halbnah). Erzähler: "Die meisten unserer jungen Staaten in Afrika sind heute unabhängig, wir brauchen keine Angst zu haben das die dunklen Jahre wiederkehren wenn wir verstehen das Errungene zu sichern. Wir müssen alle aufpassen dass uns wirtschaftliche Abhängigkeit nicht auf einen kapitalistischen Weg führt und wir unsere erkämpfte Unabhängigkeit wieder verlieren". Blick auf die diskutierenden Menschen auf dem Marktplatz (halbtotal) (O-Ton). Schwenk über die Marktfrauen auf das Gesicht des Erzählers (halbnah). Abblendung. Weiße Schrifteinblendung auf schwarzem Grund: "Die Freiheitsbewegung in Afrika kann niemand mehr aufhalten, gleich welcher Widerstand von den imperialistischen Kräften geleistet werden mag. Sékou Touré". Abblendung

0:26:45

3. Beitrag über Vietnam: Blick auf anfliegende Kampfhubschrauber der US-Army über Vietnam (halbtotal) mit Titeleinblendung "Briefe aus der alten Welt". Flugaufnahme in einem Cockpit eines US-Hubschraubers (halbnah). Blick auf einen landenden US-Hubschrauber mit abspringenden US-Soldaten (halbtotal). Die Erzählerin Hguyen Thi Kimson tritt vor die Kinoleinwand mit den laufenden Bildern des Vietnamkrieges (halbnah) (O-Ton) "Briefe verbinden mich mit meinem Land, Briefe erzählen mir von der neuen Welt in Südostasien. Ich lese Briefe die auch dort geschrieben wurden". Kimson nimmt einen Stapel Briefe und zitiert daraus (halbnah) vor Hintergrundeinblendungen aus dem Vietnamkrieg (O-Ton) "Liebe Mutter, hier gibt es viele Kommunisten, in drei Tagen nahmen wir 12 gefangen und erschossen 33. Ich ging zu ihren Leichen als plötzlich die Frau des einen aus der Hütte kam. Ich zielte auf sie, und da ich eine automatische Waffe habe jagte ich blitzschnell 6 Schüsse hinaus, vier davon trafen sie, die beiden anderen schlugen in der Hütte ein, prallten von einer Steinwand ab und trafen das Kind". Sprecher: "Das schrieb US-Soldat Ronni Wilson aus Wichita, Kansas". Filmeinblendungen: Amerikanische Soldaten durchsuchen ein vietnamesisches Dorf (halbtotal). US-Soldat nähert sich mit seinem Sturmgewehr einer Hütte (halbtotal). Umschnitt

0:28:20

Sprecher: "Dieser Brief ging an Caroline in Detroit von einem Soldaten der ungenannt bleiben will". Zu Filmeinblendungen aus dem Vietnamkrieg liest Kimson im Off aus dem Brief vor: "Liebe Schwester, ich will Dir erzählen was heute passiert ist. Ein Fallschirmjäger der 173. Brigade...(Filmeinblendung: Vietnamesin mit Kleinkind auf dem Arm wird von einem US-Soldaten aus dem Erdloch vertrieben)...der an einer Grashütte vorbei kam schrie hinein, ich gebe euch 10 Sekunden und dann sprenge ich das verdammte Ding in die Luft. Er sah auf seine Uhr und warf nach 10 Sekunden eine Handgranate hinein...(Filmeinblendung: US-Soldaten stecken die Grashütten an und durchkämmen weiter das Dorf)...sie explodierte und dann steckte er die Hütte an...(Filmeinblendung: Mädchen geht an brennenden Hüttenresten vorbei)...in diesem Augenblick kam ich mit meinem Captain vorbei und er sagte zu mir, da lebt noch jemand, kannst du das stöhnen hören? Ich hörte es, wir machten Halt und guckten hinein. Vier tote Kinder im Alter von 3 bis 4 Jahren, wir zogen ein kleines Mädchen heraus, es hatte ein Loch im Kopf, so groß wie ein Geldstück, als ich es weg trug sah ich das es allmählich mit ihm zu Ende ging. Es war ungefähr 3 Jahre alt, es starb in etwa 15 Minuten". Filmeinblendungen: Mädchen und Frauen irren an den brennenden Grashütten umher (halbtotal). Alte Frau sucht nach Familienangehörigen (halbnah). US-Soldaten ziehen mit einer Vietnamesin einen Verletzten unter dem Gras hervor (halbtotal). Weinend kriecht die alte Frau über den Boden (halbnah). Blick in das Gesicht eines lachenden US-Soldaten (halbnah). Alte Frau geht mit ihrer Tochter und dem Baby an eine Sammelstelle für Gefangene (halbtotal). Schwenk über die weinenden und ängstlichen Familienmitglieder (halbnah). Gesicht einen weinenden Jungen (nah). US-Soldat steckt sich ein hart gekochtes Ei in den Mund und schält eine Banane (halbnah). Umschnitt

0:30:10

Kimson weiter im Off: "Die Kommunisten nennen uns die Marinet, die Mörder der Frauen und Kinder. Ja, wir haben Jungen von 14 und 15 Jahren getötet, auch Mädchen. Ihr fragt mich ob dieser Krieg sich der Mühe lohnt, ich weiß es nicht, alles zu verstehen ist hier sehr schwer". Blick auf einen jungen Vater mit seinen Kleinkind im Arm (halbnah). Blick auf das Gesicht eines jungen Vietnamesen (nah). Blick auf den essenden US-Soldaten (nah). Sprecher: "Diese Zeilen schrieb ein Marinesoldat nach Minnesota an seine Eltern". Kimson weiter im Off: "Beim letzten Angriff erbeutete ich ein feindliches Pistolenfutteral das ich John schenken werde...(Filmeinblendung von ängstlichen Gesichtern einer vietnamesischen Familie)...Gar zu gern wäre ich unter euch, meine lieben, aber hier gilt es einen Krieg zu beenden...(Gesicht eines rauchenden US-Soldaten)...und bis jetzt gibt es keinen Weg hier weg zu gehen, das ist ein Weg in den man nicht eingreifen kann...(Mutter mit ihrem Kleinkind)...sich jetzt zurück zu ziehen hieße alles den Kommunisten zu überlassen". Blick auf eine weinendes Kind auf dem Arm der Mutter (halbnah). Sprecher: "Bericht Captain John Hopkins nach San Franzisco, von diesem Brief erhielt Caroline von jenem Soldaten der ungenannt bleiben will". Gesichter von einem weinen Kind mit weinender Mutter (nah). Kimson im Off weiter: "Obwohl man von einem schmutzigen kleinen Krieg spricht der weit entfernt von den Vereinigten Staaten stattfindet...Schwenk von einem Kleinkind auf das Gesicht des Großvaters)...ist es in Wirklichkeit ein großer niederträchtiger Krieg...(zwei US-Soldaten ziehen einem gefangenen Vietnamesen zum Sammelplatz)...in dem wir Prügel beziehen". Umschnitt

0:31:45

Vietnamesin schießt mit ihrem Gewehr von einem Boot aus (halbnah). Blick auf das Gesicht der Bootsfahrerin (halbnah). Schwenk über kämpfende Frauen und Männer in den Sümpfen Vietnams (halbtotal). Vietnamesen laufen mit Gewehren durch die Reisfelder (halbtotal). Blick auf das Gesicht eines schießenden Vietnamesen am Maschinengewehr (halbnah). Blick auf das Mündungsfeuer seiner Waffe (nah). Mit Gräsern getarnter Vietnamese springt auf (halbnah). Umschnitt auf feuernde vietnamesische Soldaten der Nationalen Front an Maschinengewehren (halbtotal). Blick auf die flatternde Fahne der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams (halbnah). Blick auf die Gesichter von kämpfenden Frauen und Männer (halbnah). Umschnitt auf einen verletzten und kriechenden amerikanischen Soldaten im Gras (halbtotal). Sprecher: "Der mit 26 Jahren in Vietnam gefallene Captain Netlos Kinto". Kimson im Off dazu: "Ich glaube nicht das es hier voller Gefahren ist, aber laut Statistik ist die Wahrscheinlichkeit getötet zu werden gegenwärtig 1:200 und 1:50 verwundet zu werden. Ich bin außerdem ein vorsichtiger Mensch...(verletzter Soldat kriecht durch das Gras)...und nehme keine unnötigen Gefahren auf mich...(Soldat bringt einen Verletzten aus dem Gefahrenbereich)...Über die Hälfte meiner Kameraden sind hier, wäre ich nicht gegangen hätte ich ihnen nie wieder in die Augen sehen können". US-Soldaten waten mit voller Montur durchs Wasser (halbtotal). Blick auf einen erschöpften und verwundeten US-Soldaten (halbnah). Verletzter Soldat nimmt seine Pistole in die Hand und wischt sich das Blut aus seinem Gesicht (halbnah). Kimson weiter im Off: "Hier ist die Hölle, Tod und Vernichtung, ich weiß nicht wie ein Mensch das durchstehen soll. Wenn ich hier heraus komme...(Ein toter US-Soldat wird durch aus dem Wasser getragen)...will ich mein ganzes Leben dem Wohle der Menschheit widmen weil ich jetzt weiß was draußen in der Welt gespielt wird". Toter US-Soldat wird durch zwei Kameraden aus dem schlammigen Wasser gezogen (halbtotal).

0:34:05

Sprecher: "Berichtet der 19jährige Timothy Johnsen aus Milwaukee, die Mutter von Ronnie Wilson erhielt auch den folgenden Brief". US-Soldat säubert sein Sturmgepäck um Wasser (halbnah). Kimson dazu im Off weiter: "Zum ersten Mal, liebe Mutter, kam ein Gefühl in mir hoch als müsse ich mich übergeben...(US-Soldaten tragen Tote und Verletzte durch das Gras)...warum muß ich Frauen und Kinder töten? Auf welche Weise ist das recht? Oh wie sehr wünschte ich dass dieser Krieg beendet sei". Schwenk über US-Soldaten die einen verletzten Kameraden zum Sanitätshubschrauber begleiten (halbtotal). Weitere Verletzte steigen in den Hubschrauber (halbtotal). Schwenk über den abhebenden Hubschrauber (halbtotal). Umschnitt auf Nguyen Thi Kimson vor einer Leinwand mit eingeblendeten Kriegsszenen aus Vietnam (halbnah) (O-Ton) "Glauben Sie mir, es ist mir sehr schwer gefallen Ihnen diese Briefe vorzulesen. Solche Briefe sollen nirgendwo mehr geschrieben werden". Abblendung. Weiße Texteinblendung auf schwarzem Grund "Das einzige und höchste Ziel der südvietnamesischen FNL ist es, das Land zu retten. Es ist der größte Wunsch, ein unabhängiges und souveränes Südvietnam aufzubauen. Nguyen Huutho". Abblendung

0:35:40

4. Beitrag über Italien: Blick auf die Häuser eines Dorfes in bergiger Umgebung mit eingeblendetem Titel "Wohin soll ich gehen"? (halbtotal). Eine junge Frau kommt auf die Kamera zu und dreht sich zum Dorf um (halbtotal). Erzählerin: "Und es war Morgen, Allerheiligen, Antoinette Ellen war auf dem Weg der das Dorf hinter ihr zurück ließ. Ich, Daniela Surina, spiele eine Episode aus dem Leben dieser Antonietta. Wie gesagt, es war der 1. November 1966...(Antonietta reißt einen Teil ihres Kleides ab und steht im Minikleid und ihrem Rucksack an der Straße (halbtotal). Erzählerin: "Ich weiß nicht ob ich richtig gehandelt habe, es war Wahnsinn, aber ich sagte mir, hör zu, hier kommst du nicht weiter, hier verkümmerst du...(Schwenk von Fahrzeugen auf der Schnellstraße bis zur Anhalterin Antonietta am Straßenrand)...hier ist die Zeit stehen geblieben, du mußt nach Milano". Ein Vespa-Fahrer hält an und nimmt Antonietta mit (halbtotal). Blick von oben auf die Abfahrt der beiden auf der Vespa (halbtotal). Fahraufnahme auf der Autostrada mit Blick auf die Straßenbemalung "Milano" (halbtotal). Schwenk über die Vespa-Fahrer am Rande von Milano (halbtotal). Erzählerin: "In gewissen Augenblicken durchkreuzen mich heute...(Fahraufnahme am Mailänder Dom vorbei)...noch Einzelheiten dieser Reise, es war kühl und als wir ankamen...(Fahraufnahme durch Milano am Abend)...wurde es dunkel. Mir war bis dahin nichts passiert". Fahraufnahmen an beleuchteten Geschäften und Bürohäusern vorbei (halbtotal). Blick auf die Leuchtreklamen der Großstadt (halbtotal). Umschnitt

0:37:25

Antonietta steigt in einem neuen Stadtteil von der Vespa und winkt dem Fahrer zu (halbtotal). Erzählerin: "Dann kamen wir zu den neuen Häusern, ich war fest davon überzeugt das meine Freundin Carla...(Schwenk auf das Wohnhaus der Freundin)...mich erwarten würde, und ich hatte mich nicht getäuscht". Umschnitt in die Wohnung von Carla mit Poster von Che Guevara an der Wand (halbtotal) (O-Ton). Schwenk über die beiden lachenden Freundinnen bei ihren Unterhaltungen (halbnah) (O-Ton). Erzählerin: "Ich mußte damals lachen wenn ich an die Aufregungen zu Hause dachte, sicher glaubten sie ich wäre entführt worden, dabei hatte Carla mir gesagt ich müßte morgen draußen in der Fabrik anfangen". Carla und Antonietta stempeln ihre Stundenkarten in der Fabrik ab (halbnah) (O-Ton). Umschnitt auf die laufenden Webmaschinen in der Textilfabrik (halbnah). Carla und Antonietta an den Spinnmaschinen (halbnah) (O-Ton). Antonietta entnimmt volle Spulen an den Spinnmaschinen (halbnah). Erzählerin: "Instinktiv wollte ich auf dem Absatz kehrt machen, die Fabrik drohte mich zu verschlingen, niemand verstand sein eigenes Wort, und immer fühlte ich mich beobachtet...(Zwischenschnitte von den Frauen und Maschinen)...Die Torkontrollen fand ich echt komisch...(Blick auf den Kontrollkasten mit Lichtsignalen am Ausgang der Fabrik)...dann ärgerte ich dass sie denken jeder ist ein Dieb...(Blick auf das Abtasten der Frauen vor dem Verlassen der Fabrik)...bei rotem Licht wird man abgetastet, bei grünem Licht kann man weiter gehen, eine fürchterliche Prozedur. Es war schlimmer als auf dem Dorf". Blick auf die Zeiterfassung der Stempelkarten bei Schichtende (nah). Zwischenschnitte von Maschinen, Spulen, Kontrollen und Antonietta (halbnah). Erzählerin: "Wieder war es eine Welt die mich zu erdrücken drohte, sie machte mir Angst, ich träumte Nachts davon, ganz abgesehen davon das mir schon am 1. Tag der Doktor mir unangenehme Fragen gestellt hat. Ob ich Schwanger wäre, und so weiter, und ich mußte mich in Gegenwart einer Aufseherin waschen...(Filmeinblendungen)...als ob ich schmutzig sei". Umschnitt

0:40:00

Antonietta kauft auf der Straße heiße Maronen (halbnah). Erzählerin: "Einzig der Sonntag war schön in der Stadt wenn ich mir die heißen Maroni kaufte und dann durch die Straßen schlenderte...(Schwenk von einem Straßenkünstler auf die Maronen essende Antonietta)...trotzdem fühlte ich mich an solchen Tagen einsam. Carla verstand mich nicht, sie sah eben das Leben anders". Schwenk über den Mailänder Dom (halbtotal). Schwenk über Touristen und Kinder mit Tauben auf dem "Piazza del Duomo" (halbtotal). Schwenk über die Geschäfte und Glasdächer der "Galleria Vittorio Emanuele II" (halbtotal). Blick von unten mit drehender Kamera auf die Glaskuppel der Galleria (halbtotal). Umschnitt auf ein Lokalschild "Boom" (halbnah). Schwenk vom Schild auf Antonietta (halbnah). Blick auf die anstehenden Menschen vor dem Lokal (halbtotal). Schwenk von den anstehenden Menschen am Lokal auf die älteren Frauen auf der gegenüberliegenden Straßenseite (halbnah). Umschnitt. Erzählerin: "Einmal blieb ich hier stehen, ich hörte Musik wie am ersten Tag, dann sprach mich Piero an...(Filmeinblendung)...er nahm mich einfach an die Hand und zog mich hinein". Schwenk über Antonietta und Piero im Tanzlokal (halbtotal) (O-Ton). Zwischenschnitte von Gesichtern und Körperbewegungen der Tanzenden (halbnah). Schwenk über die schüchtern und langsam tanzende Antonietta (halbnah). Erzählerin: "Ich kann heute nicht mehr sagen warum, aber hier fühlte ich mich nicht mehr so allein...(Blick auf die lockere und lachend tanzende Antonietta)...sie waren alle von zu Hause abgehauen und lebten hier ihren langen Tag, das war ihr Protest wie sie meinten...(Zwischenschnitte von Lichtreklame, Comiczeichnungen, Grafiken und lachenden Gesichtern)...ich blieb bei ihnen. Carla sah ich dann lange nicht mehr". Blick auf die tanzenden jungen Paare (halbtotal). Umschnitt

0:42:10

Erzählerin: "Manchmal sagte ich mir, hör zu, so kommst du nicht weiter, irgendwie zog es mich zu Carla...(Antonietta begrüßt Carla vor der Fabrik)...Eines Tages traf ich sie vor der Fabrik, sie gab mir ihr ganzes Geld...(Filmeinblendung)...und es kam mir vor als wenn sie sagen wollte, was ist aus dir geworden. Umschnitt. Antonietta mit Piero in einem Lokal (halbtotal) (O-Ton). Erzählerin: "Auch mein Piero verstand mich nicht mehr, siehst du, sagt er, arbeiten heißt sich zu unterwerfen, das Joch zu akzeptieren...(Fahraufnahme auf den sprechenden Piero neben Antonietta)...das sie dir in der Fabrik aufzwingen". Umschnitt auf demonstrierende Frauen vor einem Fabrikgebäude (halbtotal) (O-Ton). Blick auf Antonietta mit Piero und anderen diskutierenden Menschen (halbtotal). Erzählerin: "Hat er recht oder hatte er nicht recht? Ändert sich diese Welt wenn man sich abseits stellt und so protestiert? Carla hatte gesagt, komm übermorgen zu uns, dann wirst du sehen wie man handeln muß". Antonietta entfernt sich von Piero (halbtotal). Umschnitt. Carla begrüßt Antonietta vor der Textilfabrik inmitten von streikenden Kollegen und Kolleginnen (halbtotal) (O-Ton). Carla hält ein Plakat "Sciopero" (Streik) der Gewerkschaft in der Hand (halbtotal). Antonietta reiht sich in den Zug der Streikenden ein (halbtotal). Erzählerin: "Hier endet eigentlich die Erzählung von Antonietta Elle, die Arbeiter in der Textilfabrik streikten. An diesem Tag traf Antonietta wieder mit Carla zusammen...(Blick auf die streikenden Frauen)...und am darauf folgenden Abend schlossen sie sich...(Blick auf Transparente der Streikenden)... dem "Marcia della pace" (Marsch des Friedens) an...(Schwenk von den Transparenten auf Rote Fahnen mit Stern)...vom Norden nach dem Süden an". Umschnitt

0:44:20

Schwenk über den eintreffenden Piero unter den Streikenden (halbnah). Schwenk über Kleinplakate "Pace nel Vietnam" und Transparente "No alla NATO" der Demonstranten (halbtotal). Piero spricht Demonstranten an und sucht nach Antonietta (halbtotal) (O-Ton). Plakat "Il Vietnam ai Vietnam! Torna a Casa americano" (halbnah). Schwenk von oben über Kleinplakate "Vietnam libero Pace nel mondo" und "Stop! Al Bombardamenti USA" (halbtotal). Schwenk über Antonietta und Carla im Demonstrationszug (halbtotal) (O-Ton). Blick aus der Froschperspektive auf Transparente und Plakate der Demonstranten (halbtotal). Blick auf die Füße der Demonstranten (halbtotal). Demonstranten mit Transparent "Il nuovo Facismo all`ombra della NATO" (Der neue Faschismus im Schatten der Nato) (halbtotal). Abblendung. Weißer Text auf schwarzem Grund "Um die Macht der Monopole einzuschränken und zu zerschlagen, muß die Arbeiterklasse im Bündnis mit der großen Masse der Werktätigen zur führenden Kraft der ganzen Gesellschaft werden. Palmiro Togliatti". Abblendung

0:46:10

5. Beitrag über die Deutsche Demokratische Republik (DDR): Blick in eine Straße mir Reihenhäusern und eingeblendetem Titel "Ich und der Chef" (halbtotal). PKW mit dem Kennzeichen "XP70-10fährt an einem Haus vor und der Fahrer steigt aus und putzt die Frontscheibe (halbtotal). Eine Frau verlässt das Haus und begrüßt den Fahrer mit Handschlag (halbtotal) (O-Ton) "Guten Morgen, also heut wird ein recht langer Tag, sind Sie darauf vorbereitet? Wir müssen erst einmal nach Oberlumnitz". Beide steigen in den PKW und fahren los (halbtotal). Umschnitt auf das Gesicht des Fahrers (nah) dazu die Gedanken, vorgetragen durch den Erzähler: "Ob sie wohl Sorgen hat? Probleme hat sie ja immer, wir reden aber über alles, mit mir kann man über alles diskutieren. Endlich Feierabend ist ganz selten, wir haben zu viel am Hals. Wenn die Lisbeth heim kommt muß sie erst einkaufen für die Familie, manchmal nehme ich es ihr ab, allerdings bloß wenn ich zwischendurch ein bisschen Zeit hab. Früher habe ich bloß Männer gefahren, da war so etwas nicht nötig. Na ja, bei einer Frau macht man schon ein bisserl mehr. Meine Frau sagt immer das ich auch ein bisserl mehr helfen könnte, mit anderen Frauen wäre ich viel netter. Die beiden Frauen kennen sich schon seit 1945, sie haben an der gleichen Maschine gearbeitet. Lisbeth war damals eine der ersten in der Freien Deutschen Jugend (FDJ)". Umschnitt. Blick von hinten auf den Kopf des Fahrers (halbnah). Erzähler weiter im Off dazu: "Wenn ich hier vorbei fahre da ärger ich mich jedes Mal, die kriegen hier solch einen Kasten hin gebaut...(Blick auf einen entstehenden Neubau)...aber finden ihren Plan nicht, wir finden einen Plan aber sitzen noch immer in den alten Buden...(Blick in den Rückspiegel des Fahrers auf Lisbeth)...Die Chefin mahnt weil sie doch zur Elektroindustrie gehören, wir aber nur zur Textilindustrie, ich denk die sollten wenigstens mal anständig Dampf dahinter machen. Umschnitt

0:48:45

Blick durch die Windschutzscheibe auf die Häuser und Landschaften (halbtotal). Blick über die Schulter von Lisbeth Walter auf den Fahrer beim Halt in Oberlumnitz (halbnah). Lisbeth steigt aus den Wagen und betritt das Haus (halbtotal). Umschnitt auf die Gesprächsteilnehmer im Konferenzraum (halbtotal). Lisbeth und die Gesprächsteilnehmer nehmen am runden Tisch Platz (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf die redende Lisbeth (halbnah) (O-Ton) "Genossen, die Tagesordnung ist ja bekannt, es geht mir darum heute zu beraten und festzulegen wie wir im nächsten Jahr die uns übergebene Staatsaufgabe, 94 Millionen Paar Strümpfe, mit unseren 5 1/2 Tausend Beschäftigten herstellen können. Ich würde vorschlagen das dazu die einzelnen Werkleiter berichten über ihre Vorstellungen, und wir begonnen mit dem Werk Oberlumnitz". Umschnitt auf den Fahrer von Lisbeth neben seinem Wagen (halbtotal). Fahrer setzt sich auf eine Holzbank und liest eine Zeitung (halbnah) dazu im Off der Erzähler: "Bei ihr da oben liegt wieder eine Masse Papier auf dem Tisch. Die ganze letzte Woche war ich mit ihr unterwegs, in Schwarzau, in Duden. Wenn die Zulieferbetriebe nicht spuren klappt es bei uns auch nicht, weil dann muß man ständig auf dem Kiem sein, in der Zeitung heißt das dann Kooperationskette. Alles wird wie am Schnürchen laufen wenn die Leute es begriffen haben". Fahrer steckt sich eine Zigarette an, faltet die Zeitung zusammen und setzt sich in den Wagen (halbtotal) dazu im Off der Erzähler: "Die Lisbeth überzeugt sich immer in der Praxis davon, das spart Papier". Umschnitt

0:50:40

Fahraufnahme neben den Maschinen mit Blick auf Lisbeth Walter beim Kontrollgang zwischen den Spinnmaschinen (halbtotal) (O-Ton). Erzähler im Off dazu: "Wenn Westdeutsche hier herein kommen denken sie immer, das hätten wir alles Herrn Bierfelder, was der Fabrikant war der früher hier rumkommandiert hat...(Liesbeth trifft auf den Meister zwischen den Spinnmaschinen)...weg genommen, da müssen wir lachen. Seine ganzen Maschinen haben wir längst verschrottet...(Blick auf Lisbeth mit Meister im Gang zwischen den Spinnmaschinen)...und die Menschen wird der Herr Bierfelder, die er heute in Westdeutschland für sich arbeiten läßt, nicht mehr wiedererkennen". Blick auf die Spulen auf den Maschinen (halbnah). Schwenk über die Maschinen und Spulen (halbnah) dazu der Erzähler im Off: "Das sind unsere neuesten Maschinen die in Karl-Marx-Stadt gebaut wurden, aber wir haben auch den letzten Schrei aus dem Ausland...(Filmeinblendung)...als Wettbewerbsaufforderung für unsere Maschinenbauer sozusagen". Blick auf eine Stumpfmaschine der Marke "Union Special" (halbnah) (O-Ton). Blick auf eine Arbeiterin mit an der Nylonstrumpfmaschine (halbnah). Blick auf einen Verpackungsautomaten für Nylonstrümpfe (halbnah) (O-Ton). Umschnitt

0:52:15

Schwenk über Lisbeth Walter mit einer Angestellten beim Gang vom Betriebsgebäude zum wartenden Fahrer im PKW (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt. Fahraufnahme mit dem Wagen mit Blick auf die Unterhaltung der beiden Frauen (halbnah) (O-Ton) Angestellte: "...weil wir keinen Platz haben, nicht wahr, nicht geschlafen, da reicht es nicht mehr". Lisbeth: "Wie viel Leute seid ihr denn jetzt im Haus"? Angestellte: "Vierzehn Personen im Haus, zwei Zimmer auf dem Spitzboden und zwei auf dem Wäscheboden, nicht wahr, einfach auf dem Boden...". Blick auf den Fahrer am Steuer (halbnah) dazu der Erzähler: "Auch das haben wir öfter, die Sprechstunde hält sie meistens selber. Sie kennt natürlich auch die anderen Leute aus der Leitungsschicht, aber sie will jeden sauber halten. Zu mir kommen sie auch mit allem Möglichen, ich hab da ein einfaches Rezept: Den kleinen Kram erledigt sich von selber, ich kenn doch jeden, bei den dicken Sachen da warte ich den günstigen Zeitpunkt ab, dann frag ich sie. Wenn mir mal eine Laus über die Leber läuft da sag ich es erst gleich, wenn es falsch war entschuldige ich mich hinterher, aber ich habe meinem Herzen Luft gemacht". Blick auf den Fahrer bei der Ankunft am Haus der Angestellten (halbnah). Umschnitt.

0:53:35

Blick in den Gartenbereich eines Wohnhauses (halbtotal). Lisbeth Walter und die Angestellte gehen zum Garten auf die wartenden Familienmitglieder (halbtotal) (O-Ton). Zoom auf die Begrüßung der Familienmitglieder durch Lisbeth (halbtotal) (O-Ton) "Schönen guten Tag, ja, wir kennen uns ja alle. Und, die Kinder hier gehören alle dazu"? Blick über die Schulter des Fahrers auf die Familienmitglieder (halbtotal) dazu im Off der Erzähler: "Ja, in der Wohnungsfrage siehts noch ein bisschen mau aus bei uns, die Fabrik wird immer besser und die Häuser platzen aus den Nähten". Umschnitt auf wartende Mannequins mit dem Betriebsleiter im Empfangsbereich des Volkseigenen Betriebes (VEB) Feinstrumpfwerk ESDA in Thalheim (halbtotal) (O-Ton) "Da kommt auch die Frau Direktor". Lisbeth Walter kommt an den Tisch und läßt sich die Mannequins vorstellen (halbtotal) (O-Ton) "Darf ich vorstellen, das ist Fräulein Helga, Fräulein Petra, auch wieder ein Fräulein Helga, die Zweite würde ich sagen, und das ist Fräulein Inge...". Lisbeth Walter spricht zu den Mannequins (halbtotal) (O-Ton) "Ich darf Sie ganz herzlich begrüßen in Thalheim unseren Feinstrumpfwerken, und ich darf doch mal auf ihre Beine schauen denn heute soll es um Strümpfe gehen. Wir haben nicht mehr allzu viel Zeit, ich möchte Sie jetzt bitte mit ins Auto nehmen, in den Wagen. Wir fahren nach Karl-Marx-Stadt, dort wollen wir unsere Kollektion vor den Vertretern des Außenhandels und der Industrie einmal vorlegen. Wenn ich Sie bitten darf". Umschnitt

0:55:10

Fahraufnahme mit Blick durch die Windschutzscheibe auf die Mannequins, Lisbeth Walter und den Fahrer (halbnah) (O-Ton) dazu im Off der Erzähler: "Also ich an ihrer Stelle ich hätte ein elendes Spundes, die Musterverteilung ist immer so eine Sache, da muß der Chef seinen Mann stehen". Blick auf die Ankunft in Karl-Marx-Stadt und das aussteigen aus dem Wagen (halbnah). Umschnitt auf den Tisch mit den Vertretern des Außenhandels und der Industrie (halbtotal) (O-Ton) "Genossin Walter, es ist Ihnen doch klar das wir diesen Artikel nur dann in unsere Kollektion aufnehmen können wenn alle Produktionstechnischen Voraussetzungen gegeben sind". Umschnitt auf Lisbeth Walter (halbnah) (O-Ton) "Ja, das ist auch für uns eine Bedingung die wir stellen wenn wir eine Kollektion dann vor jeder Messe zu Bestätigung vorlegen". Umschnitt . Zoom auf das prüfen einer neuen Strumpfhose durch ziehen und zerren mit den Händen (halbnah). Im Off "Wir kommen zur nächsten Neuheit, und zwar Estalon, ich würde vorschlagen das wir uns ebenfalls diesen Strumpf noch einmal etwas näher ansehen". Umschnitt auf Lisbeth Walter neben zwei Mitarbeitern (halbtotal) (O-Ton) "Ja, ich würde auch hier Helga bitten das sie uns diesen Strumpf hier einmal vorführt. Ich möchte hier betonen das wir mit dem Chemiefaserwerk "Wilhelm Pieck" in Schwarza-Rudolstadt...(Blick auf die Beine des Mannequins auf dem Laufsteg und die zuschauenden Prüfer)...eine Monophieseide entwickelt haben mit besonderem Charakter, der dann in unserer eigenen Zwirnerei texturiert wird, dadurch erhält dieser Strumpf diese hervorragenden Eigenschaften, vollkommen faltenlosen Sitz am Bein, sehr geschmeidig...(Lisbeth Walter ab hier zu sehen)...und elastisch, und wir glauben damit das also das Spitzenerzeugnis in der Estan-Kollektion entwickelt zu haben, und damit auch bei unserer Kunden Anklang zu finden". Umschnitt. Blick auf die Mannequins mit Lisbeth Walter in Karl-Marx-Stadt (halbtotal) (O-Ton) "Sie haben ja ganz wunderbare Sachen dabei". Lisbeth "Der Strumpf mit dem Silberfaden hat Ihnen gefallen, der Halterlose, ja der ist auch gut". Schwenk über die Frauengruppe beim Gang bis zum wartenden Fahrer, Lisbeth spricht ihn an (halbtotal) (O-Ton) "Na Karl, hast Du Dir die Zeit vertrieben"? Karl "Ja, natürlich. Wie war es denn Chef"? Lisbeth "Na ja, ich meine ganz so einfach war es nicht, aber es war schon gut. Die Mädchen waren ganz gut". Umschnitt auf die lenkenden Hände des Fahrers Karl bei der Rückfahrt (halbnah) dazu der Erzähler im Off: "So, jetzt ziehen wir mit Gesang ins nächste Restaurant". Umschnitt auf die Notizen schreibende Lisbeth Walter im Fond des Wagens (halbnah). Gesicht von Lisbeth Walter während der Fahrt (halbnah). Lisbeth sortiert ihre mitführenden Geschäftsunterlagen (halbnah). Umschnitt auf den singenden Fahrer Karl (halbnah) (O-Ton) "Das schönste Mädchen der Welt ist meine Rosmarie...(Lisbeth lächelt zum Gesang)...den schönsten Namen der Welt hat meine Rosmarie, den einen der mir gefällt...". Hingebungsvoll singt Karl bei der Fahrt (halbnah) (O-Ton). Umschnitt.

0:58:40

Blick durch die Windschutzscheibe auf Karl und Lisbeth während der Fahrt (halbtotal) dazu im Off der Erzähler: "Ich möcht mal sagen, der "Wolga" zieht doch besser mit dem anderen Wagen habe ich mich zuletzt richtig geschämt. Ja, einen "Tatra" müßte man haben, der macht seine 160 Sachen, mit dem kämen wir schneller nach Berlin, aber die Lisbeth meint, Karl, werde nicht Größenwahnsinnig. Bei unseren Terminkalender...(Blick auf die lachende Lisbeth)...könnten wir ein Flugzeug brauchen, da wären wir jetzt schon lange auf dem Fichtelberg...(Filmeinblendung einer Fahraufnahme mit den Mannequins auf der Schwebebahn auf dem Fichtelberg)...Warum die Lisbeth bei der Aussprache mit den Mädeln so hoch angesetzt hat ist mir schon klar, wir wollen ja mit der Jugend hoch hinaus, denn immerhin müssen sie ja eines Tages das weiter bringen was wir Genossen begonnen haben". Fahraufnahme mit der Schwebebahn und Blick auf die Mannequins in den Einzelsitzen (halbtotal). Umschnitt auf das Restaurant auf dem Fichtelberg mit eintreffenden jungen Frauen (halbtotal). Umschnitt in das Restaurant mit den erzählenden jungen Frauen (halbnah) (O-Ton) "Ich meine es kommt ja nicht auf die Schönheit drauf an, Charakter ist ausschlaggebend". Umschnitt auf Lisbeth Walter (halbnah). Eine anderes Mannequin (O-Ton) "Ja, man freut sich das trotzdem irgendwie, wenn es jetzt ein hübscher junger Mann ist mit dem sich trotzdem gut versteht. Ich möchte, das Aussehen spielt doch bei uns jetzt auch noch eine gewisse Rolle mit. Und da habe ich jetzt einen jungen hübschen Jungen gesehen, Mensch, der würde mir gefallen, wenn ich den als Freund hätte. Wir sagen doch nicht gleich den seinen Charakter möchte ich kennen, wir gehen ja zuerst nach dem Äußeren. Wie sieht er aus, ist er sportlich oder so". Schwenk über die jungen Frauen. Frage von Lisbeth Walter im Off: "Woran merkt man denn das man sich richtig liebt und das es für ein ganzes Leben reicht? Eine junge Frau (halbtotal) "Das man auch Verständnis füreinander hat, das man auch in Zeiten wo es mal schwer kommt einander unterstützt". Ein anderes Mädchen: "Wenn man an einen zukünftigen Mann denkt muß man doch den Charakter sehr dabei beachten, es gehört mehr dazu als nur das Äußere". Frage im Off von Lisbeth Walter: "Und ich meine ob es reicht wenn man sich miteinander nur mal sagt das man sich liebt". Umschnitt auf die jungen Frauen (halbnah) (O-Ton) "Ach, das fühlt man doch wenn man sich liebt und wenn man sich für den Partner einsetzen möchte, auch in schweren Zeiten mal. Also ich meine es muß ja nicht wieder so kommen wie früher. Aber es ist doch manchmal ne gewisse Situation wo es nicht immer so klappt". Umschnitt

1:01:00

Blick auf den Thekenbereich des Restaurants (halbtotal). Karl setzt sich an die Theke und bestellt etwas (halbtotal) (O-Ton). Zoom auf Karl an der Theke (halbnah) dazu im Off der Erzähler: "Also ehrlich gesagt, so ein Gespräch unter Weibsen ist nicht mein Bier...". Umschnitt auf Lisbeth Walter (halbnah) (O-Ton) "Wann bin ich also glücklich, bin ich glücklich wenn ich mir alles kaufen kann? Ich meine mancher fühlt sich glücklich wenn er einen Treffer in der Lotterie gehabt hat, wenn er ein Auto besitzt, wenn er vielleicht in einem eigenen Haus wohnt. Nur, reicht das also aus um glücklich zu sein, oder ist das Glück des Einzelnen nicht auch abhängig von dem Glück der Umwelt, der Gesellschaft in der man lebt? Blick auf die zuhörenden jungen Frauen (halbtotal). Umschnitt auf Lisbeth Walter (halbnah) "Wann bist Du glücklich"? Schwenk zur antwortenden Frau neben Walter (halbnah) (O-Ton) "Wann bin ich glücklich bin? Eine Gewissensfrage. Ich würde sagen wenn ich ein Leben hab was mich befriedigt. Dass ich erst mal meinen Beruf ausüben kann, dass ich jetzt den Partner fürs Leben gefunden habe, und auch dass ich vor allen Dingen ein Leben führen kann, das ich nicht denken muß es könnte eventuell ein Krieg kommen oder irgendwelche großen Gefahren die uns noch bedrohen. Das beruhigt irgendwie". Umschnitt auf eine Fragestellerin (halbnah) (O-Ton) "Ja Frau Walter, das ist für uns was wir unter Glück verstehen, was verstehen Sie denn unter Glück"? Schwenk zur lachenden Lisbeth Walter (halbnah) "Na ja, ich würde fast mich dieser Meinung hier anschließen. Wenn ich also spüre dass ich den Platz den ich einnehme in der Gesellschaft auch richtig ausfülle, ja, wenn meine Arbeit Anerkennung findet, und wenn dazu auch die persönlichen Dinge die man dann zu Hause um sich hat auch in Ordnung sieht, ja, dann bin ich auch glücklich. Dann bin ich zufrieden und das gehört also dazu das man spürt man wird gebraucht, man wird geachtet und auch anerkannt. Umschnitt auf das Restaurantsgebäude auf dem Fichtelberg von außen und dem abfahrenden PKW mit Karl und Elisabeth Walter (halbtotal). Abblendung. Weiße Schrift auf schwarzem Grund: "Die neue Stellung des Menschen in der sozialistischen Gesellschaft und die brüderliche Beziehung der Menschen zueinander machen die tiefgreifende Veränderung sichtbar, die durch die antifaschistische Umwälzung und die sozialistische Revolution in der DDR vor sich gegangen ist. Walter Ulbricht". Abblendung

1:03:40

6. Beitrag über die Sowjetunion: Blick auf eine winterliche Landschaft mit eingeblendetem Titel "Söhne des Prometheus" (halbtotal). Blick auf ein landendes Passagierflugzeug auf dem verschneiten Flughafen von Novosibirsk (halbtotal) (O-Ton). Blick auf die Düsenmotoren und das Heck der Maschine mit Aufschrift "CCCP-88664-Aeroflot (halbtotal). Schwenk über einen jungen Mann beim Verlassen der Maschine über die Gangway (halbnah). Passagiere steigen in den Shuttlebus auf dem Flugfeld (halbtotal). Erzähler: "Als wir auf der Suche nach unserer letzten Erzählung aus der neuen Welt Akademgorodok, die Stadt der Wissenschaften in Sibirien besuchten, kam uns die Idee zu einer Geschichte erst auf dem Flugplatz von Novosibirsk...Ein Junge stieg die Gangway hinab...an jedem Tag erfuhren wir von diesem Jungen das er in der Stadt der Wissenschaften Physik studieren wird und das er aus Usbekistan kam". Umschnitt auf Studenten im Hörsaal der Universität (halbnah). Umschnitt auf den Studenten aus Usbekistan im Hörsaal (halbnah). Physikprofessor vor einer Formel an der Kreidetafel (halbnah) (O-Ton). Zwischenschnitte von Studentinnen und Studenten (halbnah). Erzähler: "Irgendwo an der breiten Tafel vorn stand vielleicht an diesem Tag noch von einer Vorlesung die Formel des 26jährigen Einstein...(Zoom auf die Formel auf der Tafel)...die physikalische Formel unseres Jahrhunderts "Energie ist Masse mal Vakuum, Lichtgeschwindigkeit im Quadrat". Zoom auf den Studenten aus Usbekistan inmitten seiner Mitlernenden (halbtotal). Erzähler: "Dem zukünftigen Kernphysiker könnte die Formel von nun an zum Schicksal werden, so wie es die Gesetze der Gesellschaft von Marx entdeckt und von Lenin und der Partei der Bolschewiki in diesem Land erstmals verwirklicht, dem Jungen ermöglicht haben hierher zu kommen". Blick auf das Gesicht des Studenten (nah). Umschnitt

1:06:00

Blick auf einen rufenden Muezzin in Usbekistan (halbnah) (O-Ton). Erzähler: "Hier in der asiatischen Sowjetrepubliken, hier in Usbekistan, bewahrt man die Denkmäler vergangener Kulturen, die uralten Städte der Welt wie Bukhara und Samarkand". Schwenk über die Stadt Bukhara (Buxoro) mit ihren Moscheen und Minaretten (total). Umschnitt auf den Altstadtbereich (halbtotal). Blick von unten auf den Treppenaufgang zur Zitadelle von Bukhara (halbtotal). Blick auf die betenden Männer in einer Moschee (halbtotal) (O-Ton). Schwenk über die aufstehenden Männer in der Moschee (halbtotal). Erzähler: "Die Emire, Sultane und Kalifen regelten den Lauf der Sonne für jeden Sterblichen der in ihrem Staube wandelte. Nur die Perlen islamischer Baukunst...(Blick von unten auf das Kalon-Minarett in Bukhara)...einst hoch über den armseligen Lehmhütten, nur das bunte Treiben auf den Basaren, nur die Lieder Harfis, die Streiche Nasreddins, die Bücher Avicennas, die Sterntafeln und der Sextant Udo Becks haben die grausamen Reiche eines Tamerlan überdauert". Blick von unten auf das Kalon-Minarett in Bukhara (halbtotal). Blick von oben auf Moscheen und Minarette in Bukhara (halbtotal). Zwischenschnitt vom lebhaften Treiben in der Stadt Bukhara (halbtotal). Erzähler: "Der Sichelmond als Zeichen der Herrschaft ist untergegangen, die Sowjetmacht führte in Mittelasien, Orient und Okzident unter einem neuen Zeichen zusammen". Blick auf Studierende vor einem modernen Universitätsgebäude (halbtotal). Fahraufnahme an modernen Wohngebäuden vorbei (halbtotal). Erzähler: "Physik hätte der junge Student auch in der Universität in Taschkent studieren können, doch die kühnsten Vorstöße in den Mikrokosmos der Materie und seiner unerschöpflichen Energieballung geschehen heute in der sibirischen Taiga". Fahraufnahme an modern gestalteten Gebäuden vorbei (halbtotal). Umschnitt

1:08:00

Flugaufnahme mit Blick auf ein tiefer fliegendes Passagierflugzeug (halbtotal). Erzähler: "Ein Düsenflugzeug brachte ihn aus den glühenden Sonnen der Wüste hinüber in die kühle Sachlichkeit der Hörsäle und Labors in Sibirien". Umschnitt auf den usbekischen Studenten inmitten seiner Kommilitonen während des praktischen Physikunterrichtes in einem Labor (halbnah) (O-Ton). Kernphysiker erklärt den Studenten die Funktion der Atomforschungsgeräte (halbnah) (O-Ton). Gesicht des konzentriert zuhörenden Studenten aus Usbekistan (nah). Umschnitt auf die Gründer von Akademgorodok bei einer Kaffeerunde vor einem Kamin (halbnah) (O-Ton). Blick von der Seite auf die Wissenschaftler vor dem brennenden Kamin (halbtotal). Erzähler: "Unser Student aus Usbekistan wird ihr Schüler sein, und eines Tages wird er vielleicht mit ihnen zusammen sitzen, diskutieren über die Wunder und Wirklichkeit dieser jungen Stadt. Mit ihnen gemeinsam hat er dann in diesem Gehirntrust mit den spröden Formen der Wissenschaft zu ringen die in der sozialistischen Gesellschaft immer mehr zu einer unmittelbaren Produktivkraft, zum Nutzen des Menschen werden. Vielleicht mit jenem bekannten Hydrodynamiker Lawentrew...(Filmeinblendung)...Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, oder mit diesem exakten Mathematiker Alexandrow...(Blick auf den redenden Alexander Danilowitsch Alexandrow)...Als Gleicher unter Gleichen wäre er dann eingereiht in ein Kollektiv von Persönlichkeiten". Umschnitt

1:10:00

Blick in einen Saal am "Bunten Abend" mit Studenten und wissenschaftlichen Persönlichkeiten (halbtotal) (O-Ton). Schwenk über einen älteren Wissenschaftler der Studenten begrüßt (halbtotal). Blick auf den applaudierenden Studenten aus Usbekistan (halbtotal). Studenten werden auf der Bühne geehrt (halbnah). Blick auf den anwesenden Wissenschaftler Lawentrew (halbnah). Erzähler: "Die sozialistische Gesellschaft hat für alle die Möglichkeiten dazu aufgetan und sie darauf vorbereitet. Inzwischen können sie viele Geburtstage feiern, tanzen und singen...(Blick auf die Musikkapelle)...aber das selbst denken das der Wahrheit dient, das alles für den Menschen, werden immer mehr ihre Prinzipien sein...(Blick auf die tanzenden Studenten)...die ihr Handeln künftig im Kollektiv bestimmen müssen", Blick auf den usbekischen Physikstudenten (halbnah). Zwischenschnitte von Studentinnen und Studenten im Saal (halbnah). Blick auf moderne Tänze der Studentenpaare (halbtotal). Umschnitt auf das Öffnen einer Sicherheitstür im Atomforschungslabor (halbtotal). Kernphysiker an seinen Überwachungsgeräten (halbnah). Zwischenschnitte von den Geräten, Studenten und Instrumenten im Labor (halbnah). Erzähler: "Eines Tages sollen sie dabei sein wenn hochenergetische Strahlenbündel gesteuert werden". Detailaufnahmen von Geräten im Labor (nah). Kernphysiker legt einen Schalter um (halbnah). Erzähler: "Eines Tages werden sie dabei sein wo Elektroden und Positionen, oder Protonen und Antiprotonen im Teilchenbeschleuniger fast mit Lichtgeschwindigkeit zusammen prallen...(Gesicht des Kernphysikers)...wenn Energien bis zu 70 Milliarden Elektronenvolt frei werden und die kleinen Sonnen aufblitzen, dann könnten auch sie spüren welche Möglichkeiten das Atom in sich birgt". Blick auf die installierten Geräte im Versuchslabor (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf einen Wissenschaftler im Hörsaal der Universität (halbnah) (O-Ton) "Aber um hier einmal wissenschaftlich arbeiten zu können müssen Sie lernen, lernen und nochmals lernen, wie es Lenin forderte und Einstein sagte. Männer wie er sind die Hüter und Erneuerer des Gewissens der Menschheit". Blick auf die zuhörenden Studenten (halbtotal). Umschnitt auf den usbekischen Physikstudenten (nah).

1:13:20

Blick auf einen Stahlarbeiter beim Anstich (halbnah). Flüssiges Eisen läuft in die Wannen (halbtotal). Schwenk über das ausschießende Wasser an einem Wasserkraftwerk (halbtotal). Erzähler: "Materie in der Größe eines Stückes Kreide könnte eines Tages Wasserkraftwerke ersetzen...(Blick auf einen Formationsflug einer Düsenjägerstaffel am Himmel)...moderne Transportmittel der Menschen bewegen, Großstädte jahrelang mit Energie versorgen...(Blick auf russische Satelliten in einer Ausstellungshalle)...unseren sozialistischen Alltag reicher machen, und Menschen mit Raketen zu fernen Welten treiben". Blick auf russische Kampfjets im Abendlicht (halbtotal). Umschnitt auf den Start einer Rakete (halbtotal). Umschnitt auf den studierenden Usbeken (halbnah) Erzähler: "Alle die hier studieren haben durch die Verwirklichung der Gesetze des Marxismus unter der Führung der Partei die Möglichkeit zu würdigen Söhnen des sagenhaften Titan Prometheus zu werden, der gegen den Willen der Götter zum Sonnenwagen hinauf stieg und den Menschen das Feuer brachte". Abblendung. Weiße Schrifteinblendung auf schwarzem Grund: "Der Weg, der Russland zum Sozialismus geführt hat, ist die Hauptstraße der Weltgeschichte, der ganzen menschlichen Zivilisation. Leonid Iljitsch Breshnew". Abblendung

1:14:33 ENDE

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