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Fliege, roter Schmetterling

Regie: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Farbe, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
Studio H & S, Berlin, 1980

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
447
Englischer Titel
Fly, Red Butterfly
Anlaufdatum

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser Farb-Dokumentarfilm berichtet über die Folgen der Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot in Kampuchea. Besonders den Kindern Kampucheas ist dieser Film gewidmet, sie mußten furchtbares erleiden und wurden sehr häufig Vollwaisen. In einer beispiellosen Solidaritätsaktion erarbeiteten, sammelten und spendeten die Jung- und Thälmannpioniere der DDR über 3 Millionen Mark, das Geld soll den Kindern im Waisenhaus von Phnom Penh helfen, um Medikamente, Kleidung und Nahrung anzuschaffen. Gezeigt werden in diesem Dokumentarfilm Szenen aus Kampuchea, außerdem Blumenbasare, Solidaritätsfeste, Altstoffsammlungen, sowie Frühstücks- und Weihnachtsbasare.

Filmstab

Regie
  • Walter Heynowski
  • Gerhard Scheumann
Drehbuch
  • Walter Heynowski
  • Gerhard Scheumann
Kamera
  • Peter Hellmich
Musikinterpret
  • Originalmusik ("Bruder, unbekannter Bruder")

Kurzinhalt (Englisch)

Dialogue between children from Kampuchea who talk about their terrible experiences during the Pol Pot regime and pupils from Erfurt, Arnstadt and Plaue who participated in the solidarity action „Fly, Red Butterfly“. They speak of their contribution to the 3 307 585.90 Marks for the children of Cambodia

Langinhalt

0:00:00

Rückwärtszoom vom Gebäude einer Grundschule in Kampuchea (halbtotal). Verschiedene Einstellungen des verlassenen Gebäudes (halbnah). Kommentar: "Die Schulen des Landes waren für überflüssig erklärt worden, sie wurden umfunktioniert zu Gefängnissen und Mördergruben. Männer hacken den Boden des Gebäudes auf und legen verscharrte Menschenskelette frei (halbtotal). Zoom auf Menschenschädel (halbnah). Umschnitt auf die (Keine Vorschläge) einer DDR-Schule mit einem roten Schmetterling aus Karton im Fenster (halbtotal) (O-Ton) der Schulkinder "Fliege, roter Schmetterling". Zoom auf den roten Schmetterling (halbnah) mit Titeleinblendung "Fliege, roter Schmetterling". Umschnitt

0:01:20

Ein Einheimischer berichtet unter einem Baum (O-Ton) mit deutscher Übersetzung: "Ich möchte von den Kindern erzählen. Sie haben die Kinder mit dem Kopf gegen diesen Tamarindenbaum geschlagen und einfach weggeworfen...(Zoom auf den Erzählenden)...Sie haben sie hintereinander aufgespießt, durch die Brust, und dann auf einen Haufen geworfen". Umschnitt auf eine Nagel einschlagende Hand (nah). Zwischenschnitte von Händen bei der Holzbearbeitung (nah). Hände bei der Tonbearbeitung, bei Näh- und Stickarbeiten, sowie bei Malarbeiten (nah). Hände bei Bastelarbeiten, bei der Weihnachtsbäckerei und bei Emalierarbeiten (nah). Umschnitt

0:02:20

Kambodschaner stößt mit dem Fuß die Echsen von ihrer Insel im Gehege einer Krokodilzucht (halbtotal). Krokodilwächter springt über den Wassergraben der Echsen (halbtotal). Junger Wächter berichtet (halbnah) (O-Ton) mit Untertiteln: "1977 haben die Verräter Kinder hergeschafft als Krokodilfutter...(Blick auf das Maul eines Krokodils)...Ich höre noch die Kinder schreien". Umschnitt auf malende Kinder in einer DDR-Schule (nah). Im Off ein Schulkind dazu: "Wir Kinder haben den roten Schmetterling zum Symbol unserer Solidarität gewählt. Ein Schmetterling ist ein zartes Wesen dem man gar nicht viel zutraut. Millionen Schmetterlinge können viel vollbringen und sie stimmen froh. Unser Schmetterling ist rot wie die Arbeiterfahne, das gibt ihnen die Richtung". Kinder malen rote Schmetterlinge mit Wasserfarben an ihren Schultischen (halbnah). Umschnitt auf erzählendes Mädchen (halbnah) (O-Ton) "Für die Aktion "Roter Schmetterling" hat unsere Klasse einen Blumenbasar gebastelt und den haben wir das Solidaritätsfest da mit aufgebaut und haben die Blumen verkauft. Da wurden 200 Mark als Erlös gespendet für ein Waisenhaus in Phnom Penh". Umschnitt. Zoom auf das Eingangstor des Waisenhauses in Phnom Penh (halbtotal). Ein anderes DDR-Schulkind (nah) (O-Ton) "Dieser Betrag wurde dann im Waisenhaus von Kampuchea abgegeben um den Kindern dort zu helfen". Umschnitt

0:04:10

Kinder gehen in Reihe aus dem Waisenhaus von Phnom Penh (halbtotal). Gegenschnitt. DDR-Schüler (halbnah) (O-Ton) "Also ich war mit meinem Freund Altstoffe sammeln, wir sind durch die Häuser gegangen, dabei haben wir 57 Flaschen und 42 Gläser gesammelt. Den Betrag den wir dabei eingekriegt haben, haben wir für das Waisenhaus in Kampuchea gespendet". Blick auf die vielen Waisenkinder in Phnom Penh (halbnah). Umschnitt auf eine DDR-Schülerin (halbnah) (O-Ton) "Aber es sind ja viel mehr Kinder dort als reinpassen, die brauchen jetzt Lebensmittel und Medikamente, und deshalb haben wir für das Waisenhaus 2.200 Mark gespendet damit sie sich Medikamente kaufen können und Lebensmittel". Gegenschnitt auf die Waisenkinder (halbnah). Eine Mitarbeiterin des Waisenhauses mit einem abgemagerten Kind auf dem Arm erzählt (halbnah) (O-Ton) "Dieser Junge ist 2 Jahre alt, er hat noch eine ältere Schwester. Die ganze Familie wurde ermordet, nur die beiden Kinder überlebten...(Zoom auf eine Verletzung am Kopf des Jungen)...hier haben die Pol Pot-Banditen mit dem Bajonett zugestochen, sie wollten auch das Kind umbringen. Unsere Soldaten haben das Kind gefunden und gepflegt, sie brachten es vor einem Monat in unser Waisenhaus". Umschnitt

0:05:35

Junges DDR-Mädchen (halbnah) (O-Ton) "Ich habe Altstoffe gesammelt, habe auf Taschengeld verzichtet und habe auf andere Süßigkeiten verzichtet. Dadurch möchte ich für Kampuchea Geld verdienen". Umschnitt auf ein erzählendes Waisenkind (halbnah) (O-Ton mit Untertiteln) "Ich bin Pheab, mein Vater hieß Ngou San. Wir wurden aus Phnom Penh verjagt. Unser Arbeitskommando mußte Schilf ernten, wir standen dabei im Wasser bis zum Hals. Die Wellen von den Motorschiffen schlugen uns über den Kopf, einige von uns ertranken...(Zoom auf das Gesicht und die nervösen Finger des Mädchens)...Zu Mittag brachte man uns Reis in einer Tasche, wir mußten stehend im Wasser essen. Wenn Schiffe vorbei fuhren schlugen die Wellen über uns. Viele von uns sind tot, auch meine Eltern. Als sie meinen Vater holten war ich unterwegs mit dem Arbeitskommando...als die Befreier kamen wollten alle zurück nach Hause, ich kam hier ins Heim, ich kann schon etwas lesen. Ich habe zugenommen und bekomme wieder Kraft".

0:07:20

DDR-Schüler mit Pionierhalstuch (halbnah) (O-Ton) "Also ich weiß das früher einmal dort eine Regierung unter Pol Pot regiert hat und die das Volk ausgedrückt und ausgebeutet hat. Also Kampuchea hat eine Revolution veranstaltet und hat Pol Pot gestürzt. Ich weiß dass jetzt eine neue Regierung dort ist, aber dass da große Teile Kampuchea zerstört sind, und wir mit unserem Geld Solidarität dort helfen wollen". Umschnitt auf ein kleines Waisenkind (halbnah) (O-Ton mit Untertiteln) "Ich bin Loch Vanna, meine Eltern und viele andere wurden ermordet. Ich lief weg, aber sie fingen mich. Man brachte mich ins Dorf nach Prey Tor Toeung, wir waren 65 Gefangene. Viele wurden mit Stangen totgeschlagen und erstochen...". Rückwärtszoom auf den Jungen mit dem Fragensteller (halbtotal) (O-Ton) "Dich, mein Kleiner, haben sie auch gestochen"? Waisenkind hebt sein Hemd und eine große Narbe wird sichtbar (halbnah) (O-Ton) "In den Bauch und auf den Kopf. Im Morgengrauen kroch ich in ein Haus, nach 3 Tagen bin ich weggelaufen. Dann kamen die Vietnamesen. Ich habe zugenommen und lerne hier, ich weiß schon etwas". Umschnitt

0:08:55

DDR-Mädchen erzählt (halbnah) (O-Ton) "Ich hatte mir eigentlich eine Puppe gewünscht, aber wir hörten durch unsere Klassenlehrerin von den Vorgängen in Kampuchea...(Filmeinblendung von hungernden Waisenkindern)...da spendete ich 8,15 Mark". Umschnitt auf Puppen und Tiere aus Stoff und Fell (halbnah) im Off dazu "Wir haben kleine Hunde und große Hunde aus Fell gebastelt, aber auch Topflappen aus Filz...alle Sachen werden doppelt angefertigt...(ab hier die erzählende Schülerin im Bild)...jedes Kind macht eines für zu Hause und eines wird auf Soli-Basaren verkauft. Der Erlös wird gespendet für die Kinder in Kampuchea". Schwenk vom Gesicht eines Waisenkindes auf ein Huhn in seinem Arm (nah). Umschnitt auf einen DDR-Schüler (halbnah) (O-Ton) "Als ich zum Training wollte habe ich mir gedacht, na ja, heute ist Altstoffsammlung und da geh ich noch ein bisschen Altstoff sammeln. Und da habe ich eine Frau gefragt ob sie Altstoff haben, und da hat sie gesagt, ja, in der Wilmerstraße ist ganz viel...(Einblendung von leeren Wein- und Sektflaschen)...und dann bin ich hin gegangen und ha da ganz viel Altstoff weggebracht". Kinder wiegen ihre gesammelten alten Zeitungen an der Abgabestelle (halbnah). Umschnitt

0:09:55

Blick auf einen DDR-Schulchor (halbtotal). Schüler mit Pioniertuch tritt vor (halbnah) (O-Ton) "Solidarität den Kindern in Kampuchea, weil wir wollen das auch die Kinder des befreiten Kampucheas genügend zu essen, ein warmes Zimmer, ein Bett, und einen Platz zum Lernen haben. Wir wollen das jeder Junge und jedes Mädchen in Glück und Frieden aufwachsen kann". Einblendung von Waisenkindern in Kampuchea (halbtotal). Zoom auf das Gesicht eines abgemagerten Jungen (nah). Umschnitt auf einen weiteren DDR-Schüler (halbnah) (O-Ton) "Zum...ich habe das...ich habe Taschengeld mitgebracht in die Schule und gab das Taschengeld meiner Lehrerin. Ich krieg in der Woche immer 50 Pfennig von meiner Mutti". Umschnitt auf ein Mädchen (halbnah) (O-Ton) "Unsere Klasse hatte sich verpflichtet den Klassenraum sauber zu machen und zu pflegen, dafür bekommen wir dann 40 Mark, und diesen Erlös spendeten wir den Kindern in Kampuchea". Gesichter von Waisenkindern (nah). Eine DDR-Schülerin (halbnah) (O-Ton) "Ja, wir haben mit unserer Lehrerin eine Weihnachtsfeier veranstaltet, und da sind wir auf den Gedanken gekommen Solidarität zu spenden, und da hat ein Schüler aus unserer Klasse eine Sparbüchse mitgebracht, und als wir dann in der Disko tanzen wollten hat er sich vor den Tanzraum gestellt und hat gesagt, ihr müsst erst was abgeben sonst kommt ihr hier nicht rein". Umschnitt

0:11:05

Blick auf das ausrollen eines Kuchenteigs (halbnah). Eine Schülerin erzählt dazu im Off: "Unsere Klasse hat einen Kuchenbasar veranstaltet und die Zutaten haben wir selbst bezahlt und den Kuchen haben wir dann auf dem Schulhof verkauft...(ab hier ist die Schülerin zu sichtbar)...Das Geld was wir für den Verkauf erhalten haben war 55,50 Mark, und das haben wir für die Kinder im Waisenhaus von Phnom Penh gespendet". Blick auf die Gesichter von Waisenkindern (halbnah). Umschnitt auf die Schülerin Claudia (halbnah) (O-Ton) "Wir haben 2 Frühstücksbasare und eine Altstoffsammlung durchgeführt...". Frage aus dem Off: "Sag mal Claudia, was ist denn das, ein Frühstücksbasar"? Claudia weiter (O-Ton) "Da haben wir selbst geschlachtete Wurst und Essen, und Kinder haben selbstgeschlachtete Wurst mitgebracht, und unsere Lehrerin hat Brötchen frisch gekauft beim Bäcker...die haben wir bestrichen, aber ohne Butter. 35 Pfennig hat ein halbes Brötchen gekostet, beim 1. Basar hatten wir 22 Mark, bei dem anderen weiß ich nicht, insgesamt waren es dann 50 Mark. Das Geld haben wir gespendet und die 27 Mark von der Altstoffsammlung, da haben wir insgesamt 77 Mark für die Kinder Kampucheas gespendet". Umschnitt

0:12:25

Zoom auf einen Balkon voller Kinder im Waisenhaus von Phnom Penh (halbtotal). Kinder winken in die Kamera (halbnah). Umschnitt auf die DDR-Schulkinder (halbnah) (O-Ton) "Fliege roter Schmetterling". Schulkinder mit ihren gebastelten roten Schmetterlingen rufen lauthals (halbnah) (O-Ton) "Fliege roter Schmetterling". Wechselschnitte zwischen den Waisenhauskindern und den Schulkindern mit Schmetterlingen (halbnah). Umschnitt auf ein erzählenden DDR-Mädchen (halbnah) (O-Ton) "Bei einem großen Solidaritäts-Meeting da war ein großes Kulturprogramm von der Chor- und Flötengruppe, dann hat der Arbeiterveteran, Genosse Hampel, gesprochen, und...". Umschnitt auf ein Schülerin aus der Oberstufe (halbnah) (O-Ton) "...anschließend sprach der Arbeiterveteran Genosse Hampel zu uns, und zum Abschluss seiner Rede gab er uns von seiner Rente 50 Mark für unsere Solidarität ab". Umschnitt auf das Gesicht eines Waisenkindes (nah). Oberschülerin weiter (halbnah) (O-Ton) "...wir bekamen von der, eh, von der...". Umschnitt auf die jüngere Schülerin, sie ergänzt: (halbnah) (O-Ton) "...Genossen von der Volksbildung anschließend eine große Torte geschenkt, die wir dann am nächsten Tag versteigert haben...(im Off: die habt ihr nicht aufgegessen?)...nein, die haben wir dann verkauft und das Geld auf das Solidaritätskonto übergeben...(im Off: hat euch das nicht leid getan mit der Torte?)...och, gar nicht, das Geld war ja für einen guten Zweck bestimmt, für die Kinder Kampucheas". Umschnitt

0:14:00

Gesicht eines Waisenkindes (nah). Schülerin berichtet (halbnah) (O-Ton) "Wir hatten sehr viele Hagebutten gesammelt...(habt ihr die verkauft?)...das hat jeder gemacht. Die meisten von uns hatten über 1 Kilo...(und da ist zum Schluss Geld zusammen gekommen, ja? Und wofür habt ihr dieses Geld hergegeben?)...Für die Solidarität". Umschnitt. Waisenkinder gehen in Phnom Penh mit ihren Betreuern spazieren (halbtotal). Waisenkinder kommen auf die Kamera zu (halbtotal). Im Off ein Betreuer aus Kampuchea: "Die Kinder können nicht regelmäßig zur Schule kommen weil sie oft sehr krank sind und es noch an Medikamenten mangelt. Manche Schüler haben auch nichts anzuziehen, oder andere wieder haben nur ein Hemd, oder eine Hose und schämen sich so in die Schule zu kommen. Es fehlt an allen, zum Beispiel an Lehrbüchern, Bleistiften, überhaupt an Lehrmaterialien". Die Waisenkinder gehen in langer Reihe an der Kamera vorbei (halbtotal). Unterlegte Schrifteinblendungen. "Die Jung- und Thälmannpioniere der DDR erarbeiteten, sammelten und spendeten in ihrer Solidaritätsaktion 3.307.585 Mark für die Kinder der Volksrepublik Kampuchea". Umschnitt

0:16:30

Schild zwischen Puppen und Tierfiguren "Solidaritätsaktion. Helft den Kindern in Kampuchea" (halbnah). Schwenk zu einem Schild zwischen den Puppen und Tieren "Der Erlös des Spielzeugbasars 124,25 Mark spenden wir für die Solidarität" (halbnah). Abblendung. Studio H & S © 1980

0:16:55 ENDE

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