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Gerhart Hauptmann - zum 100. Geburtstag

Regie: Joop Huisken, 17 Min., sw, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1962

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
450
Anlaufdatum

Kurzinhalt

Ein schwarz-weiß Dokumentarfilm, der das Leben und Wirken von Gerhart Hauptmann würdigt. Anhand der zitierten und gezeigten Werke, sowie einem Ausschnitt einer Weber-Theatervorführung wird der Einfluss erkennbar, den Hauptmann auf die Literatur hinterlassen hat. Stationen seines Lebens und die vorgestellten Exponate aus seinem Umfeld runden die Würdigung, die anläßlich seines 100. Geburtstages entstand, ab.

Filmstab

Regie
  • Joop Huisken
Drehbuch
  • Egon Sartorius
Kamera
  • Joop Huisken
Schnitt
  • Inge Dochow
Komponist
  • Gerhard Rosenfeld
Produktionsleitung
  • Gerhard Abraham
Redakteur
  • Paul Ickler
Person, primär
  • Johannes R. Becher
  • Wilhelm Pieck
  • Sergei I. Tjulpanow
Person, sekundär
  • Willy Bodenstein
  • Jutta Klingberg
  • Käthe Kollwitz
  • Max Reinhardt
  • Lew Nikolajewitsch (auch: Leo) Tolstoi

Langinhalt

0:00:00

Einblendung der Unterschrift von Gerhart Hauptmann auf schwarzem Hintergrund mit Zusatz: zum 100. Geburtstag. Archivaufnahme aus den 1930er Jahren: Gerhart Hauptmann, am Tisch sitzend, setzt die Brille auf und liest (nah) (O-Ton) "Wie steht es mit dir nun fragte ich mich, auch du bist ins himmelblaue entrückt und hast höchstens einige kurze Luftwurzeln, ob sie die Erde jemals erreichen und gar in sie eindringen können, weiß du nicht. Jetzt aber hatte ich plötzlich die Kühnheit nach allem profanen Humus- und Düngerartigem um mich zu greifen, das ich bisher nicht gesehen, weil ich es nicht für würdig erachtet hatte im Bereiche der Dichtkunst einzugehen. Und abermals wie im Blitz erkannte ich meine Feite und tiefe Lebensverwurzelung und das es eben dieselbe sei aus der mein Dichten sich nähren könne. Auch fielen mir zur rechten Zeit die niederländischen Bilder in den Sälen meines Vaterhauses ein. So und nicht anders verlief der innere Zauber der mich zu einem gesunden, verwurzeltem Baume machte. Und als ich die "Macht der Finsternis" von Leo Tolstoi gelesen hatte erkannte ich neben Mann, der im bodenständigen dort begonnen, womit ich nach langsam gewonnener Meisterschaft im Alter aufhören wollte..."

0:02.17

Aufnahmen von Seen, Wäldern, Wiesen und Wegen in der Umgebung des Ortes Erkner in Brandenburg (halbtotal), in dieser Umgebung wohnte Hauptmann um die Jahrhundertwende. "Villa Lassen" (halbtotal), hier entstanden seine frühen Werke, heute ist hier eine Schule untergebracht. Schwenk auf eine Gußeiserne Gedenktafel (nah) mit Aufschrift: "Hier wohnte Gerhart Hauptmann der Dichter der Weber und des Biberpelz vom 20. September 1885 - 15. September 1889".

0:03:26

Birkenwald (halbtotal). Blick aus dem Wald auf die Seiten eines vorbeifahrenden Güterzuges mit Waggons (halbtotal). Bahnwärterhäuschen mit Schranken und Güterzug (halbtotal). Schwenk von den Geleisen auf den Laubwald (halbnah). Angezurrte Frachter auf einem Kanal (nah und halbtotal). Foto des jungen Hauptmann vor einem Frachter wird eingeblendet. Schwenk über eine Auswahl seiner Werke wie "Einsame Menschen", "Winterballade", "Die versunkene Glocke", "Die Weber". (halbnah). Buchtitel (nah) von "Kjetteren fra Soana", "Voerman Henschel", "The Weavers".

0:04:38

Glasvitrine mit Fotos und Texten (nah mit Schwenk): Verein Freie Bühne "Vor Sonnenaufgang", "Die Weber" und "Die Ratten". Programmhefte und Fotos (nah) aus dem Deutschen Theater "Florian Geyer", "Der Biberpelz". Fotos und Zeitungsartikel "Morgen-Zeitung" mit Schlagzeile "Das Gerhart Hauptmann-Festspiel verboten" (nah). Zoom auf ein Foto aus dem Jahre 1932 mit Hauptmann und Max Reinhardt (nah).

0:05:52

Schwenk über die Radierung von Käthe Kollwitz vom "Weberzug". Kommentar: "Verboten waren wieder und wieder "Die Weber", das Drama wirkte wie ein Sturmläuten....zum ersten mal standen kämpfende Proletarier auf der Bühne. Die Weber haben ihre künstlerische und politisch revolutionäre Kraft bis auf den heutigen Tag bewahrt". Zum Kommentar werden eingeblendet: Plakatankündigung zur Premiere von "Die Weber" (nah), Spielplan-Monatsübersicht des "Gerhart-Hauptmann-Theaters-Intendant Jutta Klingberg" in Görlitz (nah). Ausschnitt aus einer Theatervorführung (total und halbnah) mit O-Ton "... keinen Bissen Brot, ist das nicht zum Erbarmen? Erbarmen, ha! ein schön Gefühl, euch Kannibalen fremde, ein jedes kennt schon euer Ziel, ‘s ist der Armen Haut und Hemde". (halbnah) O-Ton "...ich bin ein braver Mensch gewest mei Lebe lang, und nun seht mich an! Was hab ich davon? Wie seh ich aus? Wa hab'n se aus mir gemacht? Hier wird ein Mensch langsam gequält...".

0:07:23

Spielplanübersicht "Landestheater Dessau-Intendant Willy Bodenstein" (nah) und "Mecklenburgisches Staatstheater", sowie "Volkstheater Rostock" (nah). Fassade "Deutsches Theater" in Berlin in der Abenddämmerung (halbtotal und halbnah). Fassade "Theater des Friedens" in Rostock (halbtotal und halbnah). Außenansicht "Volksbühne" in Berlin (total). Buchumschlag "Florian Geyer" (nah), Plakat "Der Biberpelz" (nah), Buchumschlag "Die Weber" (nah), Plakat "Hauptmann-Ehrung 15.11.1962-Einsame Menschen" (nah).

0:08:05

Außenansicht "Märkisches Museum" in Berlin (halbtotal). Innenräume des Museums mit Hausgeräten, Möbeln, Kunstwerken und Erinnerungsstücken aus dem Leben Gerhart Hauptmanns (halbnah). Besucher vor Vitrine (nah). Eine Ausgabe in Blindenschrift "Die Weber" (nah). Fahraufnahme durch die Räume der Bibliothek (halbnah). Museumsmitarbeiter in einem Bibliotheksraum (Blick von oben, halbnah und Schwenk). Kommentar: "...die 6.000 bändige Bibliothek des Dichters...dient der Forschung und dem Studium, sie zeugt von dem Bienenfleiß mit dem Hauptmann zur Entwicklung unserer Nationalliteratur beigetragen hat". Exponat mit Beschriftung "Hotel Preussische Krone, Salzbrunn, in dem Gerhart Hauptmann am 15.11.1862 geboren wurde" (nah und Schwenk auf das Foto). Weitere Exponate in einer Glasvitrine, u. a. das Abschlußzeugnis von Hauptmann (nah). Mutter mit zwei Mädchen vor Vitrine (halbnah)

0:10:12

Foto aus dem Jahre 1945 mit Johannes Robert Becher und Gerhart Hauptmann (nah). Die letzte Willensäußerung Hauptmanns (nah) mit folgendem Text: "Deutsches Volk ! Es gibt keinen Augenblick, in dem ich nicht Deutschlands gedenke, obgleich mein Teil leider nicht mehr die Kraft besitzt, so zu wirken, wie ich möchte. Jeder kleine Fortschritt bedeutet mir, Tag und Nacht, im Traum und im Wachen, Deutschland. Ich kenne keinen anderen Gedanken und alles ist nur der. Wenn etwas hinzukommt, so ist es der feste Glaube an Deutschlands Neugeburt, und davon lasse ich nicht einen Augenblick. Es gibt keinen Gedanken, der hier nicht freudig einstimmte. Ich weiß, das alle guten Kräfte, ich möchte sagen, der Welt, von gleichem Willen bewegt sind, und so hoffe ich fest, noch an der allgemeinen Wiedergeburt voll teilnehmen zu können. Unterschrift Gerhart Hauptmann, Agnetendorf, 4. Oktober 1945".

0:11:11

Beerdigung Gerhart Hauptmanns, Trauergäste auf dem Weg zum Friedhof in Kloster auf Hiddensee (halbnah). Sarg wird zur Gruft getragen (Blick von unten, halbnah). Wilhelm Pieck, Johannes Robert Becher und der sowjetische Kulturoffizier Sergei Iwanowitsch Tjulpanow am Grab (nah). Sarg wird von 6 Trägern in die Gruft herabgelassen (nah). Zoom über den Friedhof auf den Findling mit Schrift "Gerhart Hauptmann" (total und nah). Außenaufnahme der "Gerhart-Hauptmann-Gedächtnisstätte" auf Hiddensee (halbtotal und nah). Besucher strömen zum Haus und besichtigen den Gartenbereich (halbnah). Modern eingerichteter Bibliotheksraum (halbtotal). Jugendliche Besucher (nah). Eßzimmer (nah). Kreuzgang mit Stehpult (halbnah). Vitrine mit Exponaten "Hauptmann und Hiddensee" (nah). Vitrine mit Fotos "Grosse Schauspieler in Hauptmann-Rollen" (Rückwärtszoom), nah). Besucher (nah) betrachten die verschiedenen Unterschriften Hauptmanns zwischen 1884 bis 1945 (nah). Überblendung von Porträtaufnahmen Hauptmanns (nah) von 1879, 1890, 1900, 1912, 1917, 1932 und 1942.

0:14:58

Blick über Hiddensee (Gesamtansicht). Wellen schlagen an den Strand von Hiddensee (nah). Blick über die Dünen zur Ostsee im Gegenlicht (Gesamtansicht). Kieselsteine ragen aus dem Wasser heraus (nah). Einblendungen: Sie sahen einen Film des DEFA Studios für Wochenschau und Dokumentarfilme. Gestaltung und Kamera: Joop Huisken, Nationalpreisträger. Musik: Gerhard Rosenfeld. Schnitt: Inge Dochow. Redaktion: Paul Ickler. Aufnahmeleitung: Klaus Bachnik. Produktionsleitung: Gerhard Abraham.

0:16:27 Ende

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