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Gestern und die neue Stadt

Regie: Wolfgang Bartsch, 26 Min., Schwarz-Weiß, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1968

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
716
Sonstiger Titel
Halle - Leuna - Buna
Anlaufdatum
Veröffentlichungen
DVD: ICESTORM Entertainment GmbH / www.spondo.de/defa

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser schwarz-weiß-Dokumentarfilm in "Totalvision" berichtet über den Aufbau von Halle-Neustadt. Parallel dazu werden die Verkehrsprobleme im Raum Halle-Merseburg gezeigt und Szenen vom Ausbau der Infrastruktur eingeschnitten. In der vom Chefarchitekten Richard Paulick geplanten Neustadt sollen in der 1. Baustufe 22.000 Wohnungen für 70.000 Menschen entstehen und damit die Wohn- und Lebensbedingungen entscheidend verbessern. Dieses Großprojekt der Chemiearbeiterstadt soll, so die Planung, im Endausbau des Jahres 1980 über 100.000 Menschen beherbergen. Eingefangene Szenen aus dem Bau- und Planungsbereich, aber auch vom Leben in fertiggestellten Wohnbereichen lassen den enormen Arbeitsaufwand erkennen. Im Gegensatz zu späteren Großplattensiedlungen der DDR wurde Halle-Neustadt großzügig geplant, mit Kunst am Bau versehen und vor allem im 1. Wohnkomplex zwischen 1964–1968 üppig begrünt. Ergänzend berichtet ein Chemiewerkmeister den Lehrlingen über seinen Lebensweg und streift dabei die Geschichte zwischen 1918 bis 1945, sie wird mit historischen Filmausschnitten unterlegt.

Filmstab

Regie
  • Wolfgang Bartsch
Drehbuch
  • Wolfgang Bartsch
Kamera
  • Siegfried Oschatz
  • Franz Thoms
Schnitt
  • Lilo Weiße
Regieassistenz/ Co-Regie
  • Iris Gusner
Szenarium
  • Fritz Gebhardt
  • Iris Gusner
Dramaturg
  • Erich Legler
Komponist
  • Kiril Cibulka (auch: Zibulka)
Ton
  • Klaus Schieber
Produktionsleitung
  • Ulrich Kling
Sprecher
  • Werner Höhne
  • Rolf Ripperger
Person, primär
  • Joachim Bach
  • Heinz Beberiß
  • Richard Paulick
  • Horst Sindermann
Person, sekundär
  • Rudolf Hilscher
  • Paul Wegemann

Langinhalt

0:00:00

Schwenk über Arbeiter auf einer Großbaustelle (halbtotal). Schwenk vom Spiegelbild einer Stahlkonstruktion in Wasserpfützen auf die Konstruktion eines neuen Werkes (halbtotal). Schrifteinblendungen: DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme zeigt: "Gestern und die neue Stadt". Blick auf die Stahlkonstruktion (total) mit eingeblendeten Stabangaben: Fritz Gebhardt, Iris Gusner, Lilo Weisse, Erich Legler, Klaus Schieber, Siegfried Oschatz, Ciril Cibulka, Franz Thoms, Ulrich Kling, Wolfgang Bartsch. Abblendung

0:00:55

Aufblendung. Blick aus der Froschperspektive auf Vögel auf Stromleitungen (halbtotal). Schwenk über einen schnell durchfahrenden Omnibus im Ort (halbtotal) (O-Ton). Blick auf die verschreckt weg fliegenden Vögel (halbtotal). Schwenk über einen durchfahrenden Reisezug (halbtotal) (O-Ton). Blick auf den Omnibus von hinten bei der Dorfdurchfahrt (halbtotal). Sprecher: "Aus 700 Städten und Gemeinden, Zehntausende jeden morgen...(Blick auf Motorradfahrer)...Wege zur Arbeit bis zu vier Stunden und mehr...(Arbeiter läuft zu einem Omnibus am Morgen (halbtotal)...das ist so seit in den ersten zwei Jahrzehnten unseres Jahrhundert...(Männer laufen von einer Straßenbahn weg)...die Konzentration der chemischen Großindustrie...(Mitfahrt in einem Omnibus voller Werktätiger)...im Raum Halle-Merseburg begann". Blick auf den Busfahrer beim Halt an einem Bahnübergang (halbtotal). Fahraufnahme mit dem Omnibus mit Blick aus dem Fenster auf Industriegebiete (halbtotal). Schwenk über die Gesichter von Reisenden im Bus (halbnah). Umschnitt auf Arbeiter auf Fahrrädern (halbtotal). Zwischenschnitte von Personenzügen und Omnibussen (halbtotal). Umschnitt

0:02:15

Rückwärtszoom von den qualmenden Schornsteinen auf das Industriegebiet (total). Umschnitt auf die aussteigenden Arbeiter des Personenzuges (halbnah). Sprecher: "Aus einem Ministerratsbeschluss der Deutschen Demokratischen Republik (DDR): Das Politbüro des Zentralkomitees (ZK) der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) bestätigte den Vorschlag zum Bau der Chemiearbeiterstadt Halle-West und zur komplexen Verkehrslösung im Gebiet Halle Merseburg. Das Präsidium des Ministerrates der DDR beschloss am 13. August 1964 die Grundkonzeptionen nach denen Halle-West mit 22.000 Wohnungen für 70.000 Einwohner bis 1973 zu errichten ist. Durch diese Maßnahmen werden die Wohn- und Lebensbedingungen für die Chemiearbeiter entscheidend verbessert". Zum Kommentar werden eingeblendet: Arbeiter gehen über die Überführungen der Gleise zur Arbeitsstätte (halbtotal). Blick von unten auf die Menschen auf den Treppen (halbtotal). Blick von oben auf den überfüllten Bahnsteig mit den Werktätigen bei Schichtwechsel (halbtotal). Totalaufnahme von oben auf die anströmenden Menschenmassen an den Überführungen des Bahngeländes. Blick auf das Gedränge an den Übergängen (halbtotal). Rückwärtszoom von oben auf die einströmenden Arbeiter vor dem Industriegebiet (halbtotal). Schwenk von oben über die Stadt Halle (halbtotal). Zoom über die Stadt Halle auf die neuen Plattenbauten im Stadtteil Halle-West (halbtotal). Umschnitt

0:03:15

Schwenk über Bauarbeiter in Halle-West (halbnah). Zwischenschnitte vom LKW`s, Baumaschinenfahrer, Kraneinweiser und Architekten auf der Großbaustelle (halbnah). Blick auf den Kranführer in seiner Kabine (halbtotal). Raupenfahrzeug verschiebt Sand auf dem Baugelände (halbtotal). Bauarbeiter erfrischt sich an einem Wasserhahn (halbnah). Bauarbeiter bedient die Mörtelmaschine (halbnah). Zwischenschnitte von Erdarbeiten (halbnah). Arbeiter richtet eine vom Kran einschwebende Betonwand aus (halbtotal). Blick auf Teerarbeiten der Straßen im neuen Wohngebiet (halbtotal). Blick auf einen Baggerführer in seiner Kabine (halbtotal). Fahraufnahme mit einem außenliegenden Baufahrstuhl mit Blick auf die neu erbauten Plattenbauten (halbtotal). Sprecher: "Eine neue Stadt, aber keine Stadt ohne Geschichte, in ihr lebt schon die Geschichte derer die Jahrzehnte auf sie warteten und derer die sie bauen". Blick in das Planungsbüro für den neuen Stadtteil Halles während einer Besprechung (halbtotal). Blick auf einen vortragenden Mitarbeiter des Bauausschusses (halbnah) (O-Ton Paulick) "...wenn wir diesen Komplex so hochbauen wollen besteht ja in dem Städtebaulichen Experiment was wir hier anstellen wollen, wir haben in Hoyerswerda mit Wohnkomplexen von 4-5.000 Menschen begonnen, in Schwedt sind sie auf 9.000 gestiegen, hier hatten wir anfangs 15-20.000 Einwohner in einem Komplex...(Blick auf die Baumodelle des neuen Stadtteils)...und werden hier 22 oder 23.000 Menschen unterbringen". Schwenk über die zuhörenden Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Raum (halbtotal). Im Off dazu ein Mitarbeiter: "...und ich meine das es wesentlich ist die Kindereinrichtung anzuhängen, das ist eine ganz systematische Entwicklung gibt, im 2. Wohnkomplex angefangen haben und im 3. Wohnkomplex fortgeführt haben, damit die noch gut besonnten Flächen durch die hohe Bebauung...(Blick auf Joachim Bach)...jetzt als Freiflache zur Verfügung stehen und nicht bloß von dem Baukörper selbst überbaut werden". Umschnitt auf Chefarchitekt Richard Paulick und Joachim Bach vor einem Plan an der Wand (halbnah) (O-Ton Paulick) "Die beiden können wir doch nicht zusammenfassen...aber wir werden sie dichter und höher bebauen als es hier jetzt dargestellt ist, weil wir die Einwohnerzahl von 70.000 auf 100.000 erhöhen wollen, das ist die Kapazität die wir in unseren Versorgungsleitungen haben". Umschnitt

0:06:00

Blick von oben auf die Anlagen der Chemiefabrik (total). Fahraufnahme über das Gelände der Chemiefabrik (halbtotal). Umschnitt auf lachende Chemiearbeiterinnen (halbnah). Fahraufnahme an Druck- und Lagerbehältern vorbei (halbtotal). Werkmeister im Gespräch mit seinen Lehrlingen (halbnah). Blick von oben auf den Werkmeister mit einer Gruppe Lehrlingen (halbtotal). Im Off der Werkmeister dazu: "Was soll ich euch nur aus meinem Leben erzählen? Das ist alles sehr einfach gefordert, aber doch mit einigen Schwierigkeiten verbunden...(ab hier ist der Werkmeister im Bild und spricht vor den Jugendlichen) (halbnah) (O-Ton) "Ich komme aus einer typischen Arbeiterfamilie, ich hatte mal die Absicht Maschinenschlosser zu lernen, es war damals für uns, die wir noch in die Schule gingen, der Inbegriff des Höchsten was ein Arbeiterjunge werden konnte. Na ja, herausgekommen ist dass ich dann 1922 das Handwerk eines Rohschlossers im Städtischen Wasserwerk gelernt habe. Müßt euch vorstellen in die Zeit meiner Lehre fällt die Inflation, von 45 Mark Taschengeld die heute so mancher Lehrling hat...(Schwenk zu den Gesichtern der Lehrlinge)...gab es zu unserer Zeit nicht. Ich kann mich an eine Sache erinnern, ich wollte mal ins Kino gehen...(Umschnitt auf den Werkmeister)...wir versuchten zu sparen, zu sparen und zu sparen, aber die Inflation war schneller als ich, es war einfach nicht möglich, es ist für euch heute alles unvorstellbar, das ist ne Tatsache, ich hatte das Geld nicht um mal ins Kino gehen zu können, denn das will ja mal jeder junge Mensch...(historische Filmeinblendung von Arbeitslosen und Demonstrationen während der Inflationszeit)...Das Glück Arbeit zu besitzen das wurde damals eigentlich gar nicht lauter. Ich habe drei Jahre gelernt, drei Jahre Geselle, und dann begann die Arbeitslosigkeit...(historische Filmeinblendungen)...Ich habe Jahrelang existieren müssen in der Woche für 4 Mark...(ab hier ist der Werkmeister im Bild)...was konnte man sich für diese 4 Mark kaufen? Wenn ich mich heute erinnere, ich habe zu Hause noch ein Büchlein liegen, da habe ich mir mal alles aufgeschrieben was wir uns damals so gekauft haben. Da gibt es solche Notizen, zwei Gasmünzen...(historische Filmeinblendung von einer Brotverteilung an Bedürftige)...ein Brot, 1/4 Pfund Blutwurst, 1/2 Pfund Margarine. Stellt euch doch vor, ihr habt mal ne Freundin...(historische Filmeinblendung junger Paare)...da geht man mal mit ihr aus, oder will mit ihr ausgehen. Meistens geht man an einem Konzertcafe vorbei...(Werkmeister wieder im Bild)...oder an einer Tanzdiele, man kann nicht rein, man kann sich es einfach nicht leisten weil man keinen Pfennig Geld in der Tasche hat. Es ist selbstverständlich dass wir jungen Menschen aus der damaligen Zeit politisch organisiert haben, das erzählt sich jetzt alles so leicht...(Schwenk zu den Lehrlingen)...ihr müßt wissen in dieser Zeit entwickelte sich der Faschismus...(historische Filmeinblendung von Rotfront-Kämpfern)...aber in dieser Epoche fällt auch die Gründung des Rotfrontkämpferbundes (RFB) Anfang der zwanziger Jahre. Uns ging es darum das bestmöglichste für die Arbeitslosen herauszuholen...(historische Filmeinblendung von einer KPD-Versammlung)...und nur mit Hilfe der Genossen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) sie eigentlich die klarsten Vorstellungen hatten wie man der Arbeiterklasse helfen konnte". Blick auf das Gesicht des erzählenden Werkmeisters (nah). Umschnitt

0:09:20

Blick vom Baukran auf das entstehende neue Wohngebiet (halbtotal). Fahraufnahme mit dem Laufkran von oben über die Produktionshalle für vorgefertigte Betonwände mit integrierten Fenstern und Türen (halbtotal). Überblendung auf einen Ingenieur im Steuerraum des Chemiewerkes (halbtotal). Blick auf das Außenlager für vorgefertigte Brücken- und Hausteile aus Beton (halbtotal). Umschnitt auf einen Kranführer in seiner Kabine (halbtotal). Blick von oben aus dem drehenden Kran über die Baustelle (halbtotal). Überblendung auf fertiggestellte Hausfassaden (halbtotal). Rückwärtszoom von den Balkonen der Neubauten (halbtotal). Umschnitt. Zwischenschnitte von den Rohbauten des neuen Wohngebietes mit seinen vielen Kränen (halbtotal). Umschnitt. Blick auf einen fertiggestellten Wohnbereich mit Einkaufsmöglichkeiten (halbtotal). Umschnitt. Kameragang mit Arbeitern vor den neuen Wohnhäusern (halbtotal). Blick auf kehrende Frauen vor einem Wohnhaus (halbtotal). Reinigungskraft putzt Fenster in einer neuen Wohnanlage (halbnah). Arbeiter kehren in ihre neuen Wohnungen zurück (halbtotal). Reinigungskraft säubert die Wohnung und räumt ein Zimmer auf (halbtotal). Schwenk auf einen Kleiderschrank mit abgestellten Bierflaschen (halbnah). Umschnitt auf eine erzählende weibliche Reinigungskraft (halbnah) (O-Ton) "Ach, Bierflaschen, überall Bierflaschen, ich habe die ganze Fenster voll...(Blick auf eine lachende Kollegin)...was soll man machen? Bierflaschen alle, verteilen wir ins Bett, jeder kriegt welche. aber am Tag sind sie weg, es hilft ja nischt, so kriegt man sie weg. Man muß sie erziehen...oder maßregeln, oder ich sage gleich er kriegt direkt einen auf den Wanst, das sage ich euch, wenn er nicht hört...och, das schneiden sie raus...Aber sonst, im allgemeinen, die sind sehr dankbar, es wird viel diskutiert dieser Tage...". Schwenk zu einer Kollegin (halbnah) (O-Ton) "Ich habe eine Wohnung sauber gemacht, ausgewaschen, gebohnert, und andern früh komme ich rein und da habe ich gedacht ich bin auf einem Feldweg. Da hatte ich natürlich eine richtige Wut, und da habe ich gesagt, wenn ich die jetzt erwische dann passiert was. Also wenn einer reingekommen wär, ich glaube ich hätte den Besen genommen. So, was blieb mir anderes übrig, ich mußte die Wohnung wieder eben neu sauber machen und am anderen Tag habe ich aufgepasst bis ich sie dann erwischte, dann habe ich sie rangenommen, und, na ja, da haben sie mich in den Arm genommen und gesagt, Mutter wir ändern uns, das passiert nicht wieder, wir nehmen auch immer einen Besen...". Umschnitt auf eine andere Reinigungskraft (halbnah) (O-Ton) "...und deswegen ist der Betrieb auch ans Herz gewachsen, man könnte nicht von heute auf morgen sagen, ach, ich gehe, auch wenn es mal einen kleinen Verdruss gibt, den es überall auf der Arbeit gibt, aber so leicht kündigen und davongehen, das bringt man gar nicht fertig". Umschnitt

0:12:15

Rückwärtszoom mit Schwenk von oben über das neue Wohngebiet mit seinen Plattenbauten (total). Umschnitt auf den erzählenden Werkmeister (halbnah) (O-Ton) "1933 kam dann der Machtantritt der Nazis, schon Ende 1932 setzte eine Verhaftungswelle ein wo eine ganze Reihe führender Funktionäre der Kommunistischen Partei verhaftet wurden. (Umschnitt) Und eines Tages erschien ein guter Freund bei mir und sagte, Walter, wie ist es, willst Du wieder mitmachen? Und ich schloß mich dann einer illegalen Gruppe an, ich war damals zusammen mit Paul Wegmann der in der Arbeiterbewegung eine bestimmte Rolle gespielt hat, der schon 1918 mit dem Revolutionsaufruf unterschrieben hat. (Umschnitt) Man hat ihm heute einen kleinen Erinnerungsstein gesetzt, er selber ist dann während des Krieges in irgendeinem Konzentrationslager (KZ) zugrunde gegangen. (Umschnitt) Im Oktober 1936 bekam ich vom Arbeitsamt den Auftrag mit im Leunawerk...(historische Filmeinblendung des Werkes)...zu melden. Ich wurde dort als Schlosser eingestellt, als ich das erste mal das Werkstor passierte, dann zu meinem neuen Arbeitsplatz ging...(historische Filmeinblendung aus dem Inneren des Werkes)...hinten nach der Generatoranlage, dann machte das auf mich einen derartig düsteren Eindruck...(historische Filmeinblendung)...ich hatte das Gefühl ich sei in die Hölle gekommen...(ab hier ist Werkmeister wieder im Bild)...Ich sagte mir damals, ne Martin, wo bist du bloß hingeraten...(Schwenk über die Gesichter der Lehrlinge)...Im Mai 1944 begannen dann die ersten wirksamen Bombenangriffe...(Fotoeinblendungen)...der Amerikaner und Engländer auf das Leunawerk...(ab hier Werkmeister im Bild)...Als dann 1945 der Krieg zu Ende ging bestand das Werk nur noch aus einem einzigen Trümmerhaufen". Umschnitt

0:14:25

Schwenk über den Taubenbrunnen von Rudolf Hilscher vor dem neuen Wohngebiet (halbtotal). Umschnitt auf die Sitzung des Bauausschusses (halbtotal) (O-Ton) "Ich glaube nicht das die Fenster sehr zur Wirkung, zur Dynamik dieser...(Einwand: das sollen sie gar nicht)...eben, ich finde sie geradezu beängstigend nah an der Gestaltung selbst...". Umschnitt auf die Mitglieder des Bauausschusses (halbtotal). Umschnitt auf den mexikanischen Architekten (O-Ton mit deutscher Übersetzung) "Und ich zu meiner Kenntnis gibt es weder in Mexiko noch in Frankreich oder anderen Stellen in Spanien solche Wände in solch großen Komplex der ausgeführt wurde unter solchen Bedingungen". Umschnitt. Blick auf den Bildhauer Heinz Beberniß bei der Gestaltung einer Skulpturengruppe "Völkerfreundschaft" aus Styropor (halbtotal) dazu berichtet er im Off: "Mein Gedanke war eine Gruppe zu schaffen die wie ein Blütenstrauß zusammensteht in einer gewissen Ernsthaftigkeit, aber doch auch die Heiterkeit von Blumen und von Verbindungen Mensch und Volk. Ja, ich wünsche mir das derjenige der diese Gruppe das erste Mal sieht fühlt das Menschen der verschiedensten Völker und Rassen zusammengehören". Blick von unten auf den Künstler bei der Modellierung (halbnah). Blick aus der Froschperspektive auf die Arbeit des Künstlers an einem Gesicht (halbnah). Heinz Beberniß trägt die Styropor-Skulptur zur Seite (halbtotal). Umschnitt

0:15:40

Umschnitt auf die Sitzung des Bauausschusses (halbtotal) (O-Ton) "Ja, ich möchte persönlich erst mal sagen dass mir die ganzen Vorlagen wie sie hier liegen sehr symphytisch ist, und Professor Rendauer hat auch gesagt dass die Voraussetzung der Architektur nicht...(Blick auf den Redner)...die Architekten mögen mir verzeihen, nicht gerade ideal ist um solche monumentale Dinge zu gestalten...(Blick auf den mexikanischen Architekten)...und ich glaube wir sollten auch diese thematischen Inhalte als positiv akzeptieren". Umschnitt. Blick von oben auf einen Künstler in seinem Studio (halbtotal) dazu der Künstler im Off: "Ja, man wollte für die Kinder eine Ballspiel-Situation haben, das war vorgegeben, und ich habe natürlich jetzt versucht...(Blick auf den Künstler am Modell)...was bietet sich uns eigentlich an das das Kind eben es suchen kann, neue Möglichkeiten des Spiels, vielleicht auch auf engen Raum. Ich meine das müssen wir mit einkalkulieren, was anderes ist wenn ein Kind in den Wald laufen Kann, dann hat es Kilometer, nech, aber ich muß versuchen so interessant zu sein das ich im kleinsten Raum...(Kinder am fertig gestellten Kunstwerk)...viel dem Kind bieten kann, damit es eben spielen kann. Ich weiß nicht wie ich es sonst sagen soll". Detail des Gesamtwerkes (halbnah). Blick auf die gestaltete Wand des Künstlers im neuen Wohngebiet (halbtotal). Umschnitt auf den Taubenbrunnen im neuen Wohngebiet (halbtotal). Umschnitt

0:16:55

Blick auf das Gesicht des erzählenden Werkmeisters (halbnah) (O-Ton) "Nach 1945 saßen wir dann da auf unseren Trümmern, da ging es nicht nur darum Trümmer zu beseitigen, sondern da mußte man auch eine ganze Reihe anderen geistigen Schutt beseitigen, und das erheblich. Das war unsere erste Arbeit nach`45. Das ganze Werk war zerschlagen...(Fotoeinblendung)...es gab aufgrund der Zeit eine sehr mangelhafte Zuteilung an Lebensmitteln die gerade ausreichten das der Körper sich halbwegs so reproduzieren könne...(Umschnitt auf die zuhörenden Lehrlinge)...Man kann das alles nicht so schildern, ich kann euch nur eins sagen, unter den Bedingungen...(Schwenk von den Lehrlingen zum Erzähler)...wie wir damals gearbeitet haben, hat die Arbeiterklasse eine Leistung...(Filmeinblendung der Leunawerke)...vollbracht die beispiellos in der Geschichte ist". Umschnitt . Blick von oben auf die Anlagen des Leunawerkes (halbtotal). Zoom auf eine Ingenieurin bei ihrem Kontrollgang durch das Gelände (halbtotal). Fahraufnahme durch das Werksgelände mit Blick auf Kugelförmige Sammelbehälter (halbtotal). Ingenieurin nimmt ihren Schutzhelm ab (halbnah). Umschnitt..

0:18:00

...auf die erzählende Ingenieurin neben ihrem Mann in ihrer Wohnung (halbnah) (O-Ton) "Ich hab Chemie studiert, mein Mann hat Verfahrenstechnik studiert...". Schwenk über ein Hinweisschild an der Straße "Technische Hochschule für Chemie" (halbnah). Umschnitt auf den erzählenden Ehemann (halbnah) (O-Ton) "Das ist an und für sich das Bindeglied zwischen der Chemie und zwischen Maschinenbau, und in der Beziehung wieder eine glückliche Synthese, jetzt vom fachlichen her gesehen...". Fahraufnahme im Gelände der Technischen Hochschule für Chemie (halbtotal). Kameragang im Gebäude der Hochschule (halbtotal). Umschnitt. Ehefrau weiter "Weil das eine günstige Verbindung ist zwischen Verfahrenstechnik und Chemie, abgesehen davon das wir verheiratet sind wäre es natürlich schön wenn wir auch zusammen promovieren könnten...". Umschnitt auf den Ehemann (nah) (O-Ton) "Vor allen Dingen war die Bereitschaft vorhanden wirklich zu lernen und entsprechende Leistung zu vollbringen, und wir haben deshalb auch relativ gut abgeschnitten...und anschließend gings auf nach Bitterfeld". Schwenk über das Ehepaar (halbnah). Umschnitt auf die erzählende Chemikerin (nah) (O-Ton) "Praktisch ein Jahr, und wir waren eigentlich ganz gut vorbereitet von der Schule her schon, das für uns keine Idealvorstellung in dem Sinne gemacht haben, das eben dort jeder im weißen Kittel, wie man das sich so vorstellt, akademisch, ja, rumrennt in wunderbaren Labors , sondern wir sind direkt dort in die Produktion eingestiegen als Arbeiter, sozusagen Hilfskräfte...(Schwenk zum Ehemann)...wir hatten ja nichts gelernt und haben uns dort auch im Abendstudium an der Betriebsakademie zum Chemiefacharbeiter qualifiziert". Umschnitt auf den Ehemann (halbnah) (O-Ton) "Das erfüllt auch irgendwie mit Stolz das man nicht ganz unnütz da im Betrieb gewesen ist". Schwenk zur Ehefrau (halbnah). Umschnitt. Das Ehepaar schließt bei der Oma im Garten ihre gemeinsame Tochter in die Arme (halbtotal) im Off dazu die Mutter: "Im November 1965 wurde unsere Tochter geboren, Franka, und das ist eigentlich ein etwas leidiges Kapitel unserer Ehe...(Blick auf die schmusende Tochter auf dem Arm der Mutter und des Vaters)...Wir haben unsere Tochter nicht hier weil wir bloß ein Zimmer haben und das ist dann schlecht wenn man abends noch arbeiten muß, das Licht muß gelöscht werden damit das Kind schlafen kann, und so ist sie nun schon seit ihrer Geburt dort bei der Oma...(ab hier ist die Erzählerin im Bild)...Wir hoffen das es noch in diesem Jahr wird wenn wir eine Wohnung bekommen, ne Dreizimmerwohnung in Halle Neustadt, dann nehmen wir unsere Tochter zu uns, und sie wird ja dann auch 3 Jahre alt und kann in den Kindergarten gehen, sodass wir sie dann jeden Tag auch abholen können, und sie haben sie dann für uns". Umschnitt

0:20:20

Blick auf die zur Arbeit gehenden Werktätigen im neuen Stadtteil (halbtotal). Arbeiter und Angestellte beim Überqueren einer Straße (halbtotal). Blick auf Eltern mit Aktentaschen und ihrem Schulkind mit Tasche (halbtotal). Blick auf die morgendlich eintreffenden Werktätigen am Bahnhofsgelände (halbtotal). Mutter schiebt ihr Kleinkind auf einem Fahrrad (halbnah). Mutter bringt ihre fünf Kinder zum Kindergarten und Schule (halbtotal). Schwenk über die Eltern mit ihren Kindern am Kindergarten (halbtotal). Vater trägt sein Kind auf der Schulter (halbnah). Vater schiebt einen Kinderwagen (halbnah). Blick auf die eintreffenden Werktätigen auf dem Bahnsteig (halbtotal). Kinder mit Tornister und Taschen auf dem Weg zur Schule (halbtotal). Blick auf einen abfahrenden Personenzug (halbtotal). Umschnitt auf eine beschriftete Schultafel "Unsere Stadt in 20 Jahren" (halbnah). Rückwärtszoom von der Tafel in die Klasse für Deutschunterricht (halbtotal). Umschnitt auf einen Jungen beim Vorlesen seines Aufsatzes (halbnah) (O-Ton) "An einem schönen, sonnigen Nachmittag saß ich auf unserem Balkon von dem ich einen Blick über ganz Halle-Neustadt habe. Gerade sind die Arbeiter dabei die alten Häuschen des alten Passendorf abzureißen, ich sehe ihnen zu und dabei kommen mir die Gedanken: Wie wird unsere Stadt in 20 Jahren aussehen"? Umschnitt auf ein vorlesendes Mädchen (nah) (O-Ton) "Ich sitze jetzt im Interhotel uns schaue mir den Stadtplan von 1968 an. Ich stelle fest dass dort wo 1968 noch kahle Flecke waren, stehen jetzt überall Gebäude oder schöne Parkanlagen". Blick auf die Schülerinnen und Schüler (halbtotal). Umschnitt auf einen vorlesenden Jungen (nah) (O-Ton) "Dem Hang nach dem Grünen hat der Mensch noch nie widerstehen können". Umschnitt

0:21:55

Blick auf die ausziehenden Arbeiter (halbtotal). Kisten, Bücher und Bierflaschen werden auf einen Anhänger geladen (halbtotal). Umschnitt in die Schulklasse auf einen vorlesenden Jungen (halbnah) (O-Ton) "Weiterhin ist in der Sporthalle ein Turnier der Jüngsten, es spielen Damaskus gegen Halle-Neustadt. Spielberechtigt sind Kinder der Jahrgänge 1976 bis `79, in der Schwimmhalle ist ein Wasserballturnier der älteren Herrn, der älteste Mitspieler ist 33 Jahre". Umschnitt auf den Chemiker und seine Frau bei Umzugsvorbereitungen (halbtotal). Umschnitt auf einen Schüler (nah) (O-Ton) "Auf Block 9.999 befindet sich der Start- und Landeplatz für die Lufttaxen". Lachen in der Klasse (halbtotal) (O-Ton). Umschnitt auf den Umzug des Chemiker-Ehepaares (halbtotal). Vorlesender Junge in der Klasse (nah) (O-Ton) "Über der Stadt schweben große Scheinwerfer, sie beleuchten die ganze Stadt. Diese Scheinwerfer sind etwas ganz besonderes, alle Blumen öffnen sich wieder, diese Scheinwerfer bezeichnen die Einwohner auch als Sonnen". Umschnitt auf die Abfahrt des Chemiker-Ehepaares bei ihrem Umzug (halbtotal). Blick auf den Ehemann auf der Ladefläche mit Wanduhr in der Hand (halbnah). Fahraufnahme hinter dem Pritschenwagen mit dem Umzugsgut her (halbtotal). Blick von oben über die Fahrt des Pritschen-Umzugswagens durch die Stadt Halle (halbtotal). Vorbeifahrt des Umzugswagens am "Gutjahrbrunnen" in Halle (halbtotal). Fahraufnahme an einem "Möbeleinrichtungshaus" vorbei (halbtotal). Umschnitt

0:23:35

Blick aus der Vogelperspektive auf die modernen und neuen Schnellstraßen von Halle über dem Riebeckplatz (halbtotal). Zoom auf den Rundpavillon auf dem Riebeckplatz (halbtotal). Zoom über das Händeldenkmal auf die Türme der Marktkirche "Unser lieben Frauen" (halbtotal). Umschnitt. Fahraufnahme mit Blick auf den Umzugswagen auf der Landstraße (halbtotal). Umschnitt auf ein eingerüstetes Haus in Halle-Neustadt (halbtotal). Blick auf die anstehenden Neumieter vor dem Haus (halbtotal). Blick auf die Schlüsselübergabe an die neuen Mieter (nah). Horst Sindermann geht grüßend und lächelnd durch ein Spalier von Menschen (halbtotal). Werkmeister winkt in die Kamera (halbtotal). Volkskammerabgeordneter Horst Sindermann durchschneidet unter Beifall ein Band zur Eröffnung der neuen Bahnstrecke (halbtotal). Sprecher: "Hunderttausend werden hier wohnen, mit der Schnellbahn wird die Fahrtzeit nach Buna zehn, nach Leuna 20 Minuten betragen. Halle-Neustadt, kurz bevor der Ausbau des Stadtzentrums beginnt. Halle-Neustadt im 20. Jahr unserer Republik. Das Chemiker-Ehepaar öffnet ihre Balkontür in der neuen Wohnung in Halle-Neustadt (halbtotal). Umschnitt. Rückwärtszoom vom Ehepaar auf dem Balkon auf die neue Wohnanlage (halbtotal). Umschnitt. Blick auf einen Rammbock bei der Bodenbefestigung (halbnah) (O-Ton). Zwischenschnitte von Bauarbeitern, Maurern und Technikern (halbnah). Blick auf Betonierarbeiten (halbtotal). Schwenk aus der Vogelperspektive über die im Bau befindlichen Wohnkomplexe von Halle-Neustadt (halbtotal). Abblendung

0:25:10 ENDE

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