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Liebesbriefe 66

Regie: Walter Heynowski, Peter Voigt, 33 Min., Schwarz-Weiß, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1965 - 1966

Film-/Videoformat
35 mm
Länge in m
897
Englischer Titel
Love-Letters 66
Anlaufdatum

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieser schwarz-weiß-Dokumentarfilm im Breitwandformat "Totalvision" stellt uns 20 Ehepaare aus der DDR vor, sie waren bei Drehbeginn zwischen 22 und 70 Jahre alt und konnten auf ein bewegtes Leben zurück blicken. Mit einfühlsamen Worten tragen die beiden Erzähler die Worte des jeweils einen Ehepartners zum Thema Kennenlernen, Hochzeit, Ausbildung und Eheverlauf in aller Offenheit vor. Freude und Leid wechseln sich ab, unterlegt und belegt mit Privatfotos, Zeitungsausschnitten und kleinen Filmeinblendungen.

Filmstab

Regie
  • Walter Heynowski
  • Peter Voigt
Drehbuch
  • Walter Heynowski
  • Hans Jacobus
Kamera
  • Horst Donth
  • Dieter Frycia
  • Hans-Eberhard Leupold
Schnitt
  • Traute Wischnewski
Musik
  • Jean Kurt Forest
Ton
  • Hans-Jürgen Mittag
Redaktion
  • Hans Goldschmidt
DEFA-Fotograf
  • Hans Billhardt
  • Fotos aus Privatarchiv
Sprecher
  • Erwin Geschonneck
  • Gisela May
Person, primär
  • Hans-Joachim Ackermann
  • Werner Bogotta
  • Marlie Graumannthies
  • Hannelore Henße
  • Elsbeth Kilian
  • Stanislaus Kolaletschik
  • Richard Lorenz
  • Elly Mardie
  • Inge Mielkau
  • Erich Mucke
  • Lutz Müller
  • Heimgard Neumann
  • Hannelore Nickel
  • Wilhelm Pohl
  • Eva Sachert
  • Hertha Schanz
  • Hans Schniewer
  • Evelin Schröter
  • Hans-Georg Schumann
  • Bernd Tatarkowski
Person, sekundär
  • Adolf Hitler
  • Nadeshda Konstantinowna Krupskaja
  • Walter Ulbricht

Kurzinhalt (Englisch)

Erwin Geschonneck and Gisela May read the letters of unknown people and tell about the fate of individuals, their work, love and life.

Langinhalt

0:00:00

Schrifteinblendungen: Produktion DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, ORWO Kinefilm, Totalvision. Überblendung zu einem Rolltitel: Die Idee zu diesem Film verdanken wir dem Berliner Rundfunk. In seiner Sendereihe "Das Professorenkollegium tagt" wurden die Zuhörer um die Beantwortung von drei Fragen gebeten: 1. Wann haben Sie sich kennengelernt? 2. Was waren Sie damals? 3. Was sind Sie heute? Überblendung "LIEBESBRIEFE". Ein Film von Walter Heynowski unter Mitarbeit von Hans Jacobus. Fotos Thomas Billhardt und Privat. Kamera Horst Donth, Dieter Frycia. Montage Traute Wischnewski. Mitarbeiter: Hans E. Leupold, Peter Petersen, Jochen Stoff, Hans Goldschmidt, Hans-Jürgen Mittag. Musik Jean Kurt Forest. Erzähler Gisela May, Erwin Geschonneck. Regie Walter Heynowski, Peter Voigt. Abblendung

0:01:15

Dr. med. Hans-Joachim Ackermann, Halle: Gruppenfoto einer Internatsklasse (nah). Sprecher: " Wir lernten uns 1947 kennen, im Alter von 17 (Fotoeinblendung) bzw. mit 15 Jahren im Internat der Oberschule in Querfurt kennen. Unsere Wege trennten sich 1951, noch vor dem Abitur ging sie mit ihrer Mutter nach Westdeutschland. Nach 5 Jahre langen Briefwechsel habe ich sie 1957 drüben (Fotoeinblendung) besucht. Wir verlobten uns, sie war inzwischen Säuglings- und Kindergartenschwester (Fotoeinblendung) geworden. Ich studierte (Fotoeinblendung) bei uns in Halle Medizin. 1959 kam sie zurück und wir heirateten (Fotoeinblendungen). Ich war inzwischen ein junger Doktor der Medizin, jetzt sind wir glücklich und haben 2 gesunde Kinder (Fotoeinblendungen), Christine und Matthias. Na, ist das was? (Fotoeinblendungen)".

0:02:13

Hannelore Nickel, Berenthagen: Schwenk über ein Foto vom Mann zur Frau (nah). Sprecherin: "Mein Mann und ich lernten uns im Krankenhaus kennen, ich war 15 und besuchte meine Mutter die dort lag und mein Mann war 22 und besuchte seine Schwester die dort lag. Er war bei seinem Vater auf dem Bauernhof beschäftigt. Ich lernte Verkäuferin, (Fotoeinblendung) als ich 18 war heirateten wir (Fotoeinblendung). Wir feierten die Hochzeit mit 86 Verwandten, dann gingen wir in die LPG (Fotoeinblendungen). Mein Mann hat inzwischen sein Examen als Staatlich geprüfter Landwirt abgelegt und er arbeitet als Komplexbrigadier (Fotoeinblendung eines Zeitungsausschnittes "Feldbrigadier Otto Bickel, Berenshagen) in der LPG. Das Studieren ist meinem Mann sehr, sehr schwer gefallen, schon die Meisterprüfung, denn er hatte nur 2 Jahre eine Dorfschule besucht (Fotoeinblendung), aber er hat es geschafft. Ich arbeite im Feldbau mit, aber als gelernte Verkäuferin möchte ich doch lieber wieder in meinen Beruf. Wir beide sind nun 10 Jahre glücklich verheiratet (Fotoeinblendung) und möchten mit keinem tauschen. Unser Henri möchte Musiker werden (Fotoeinblendung) unser Thilo will LPG- Vorsitzender (Fotoeinblendung) werden".

0:03:21

Lutz Müller, Walsleben/Osterburg: Foto von einer Veranstaltung während der Kulturwochen 1958 (nah). Sprecher: "Wir lernten und am 16.12.1958 bei einem zentralen Republikausscheid der Kulturwochen kennen. (Fotoeinblendung: Jugendliche mit Schildern "Wir wollen Frieden, Einheit, Sozialismus"). Wir, das waren zwei junge Magdeburger, 17 und 18 Jahre alt. (Fotoeinblendung: Jugendliche unter einem Leitspruch "Wissen ist Macht! Um zu Wissen muß man lernen!"). Lehrerstudent bzw. Sekretärin (Fotoeinblendung) beim Rat des Bezirkes. Wir haben beide am selben Tag Geburtstag, und an diesem 16. Dezember (Fotoeinblendung) heirateten wir auch. 1961 war unsere sozialistische Eheschließung im Haus der Lehrer (Fotoeinblendung) in Magdeburg. Ja, heute ist meine Frau Direktor (Fotoeinblendung) in einer Betriebsakademie des sozialistischen Handels, sie hat ihre Berufsschulleherprüfung (Fotoeinblendungen) per Fernstudium abgelegt, das bedeutet, meine Frau war 3 Jahre lang jedes Wochenende von Freitagabend bis Sonntagabend nicht zu Hause, unser Sohn (Fotoeinblendungen) befand sich in dieser Zeit in der Krippe, die hat aber nur im Sommer auf, von November bis März musste er bei Nachbarn untergebracht werden. Ich bin jetzt Mitarbeiter der SED-Kreisleitung (Fotoeinblendungen) für das Aufgabengebiet Volksbildung. Ja, vor uns haben wir, meine Frau 5 Jahre Fachschule für Binnenhandel in Magdeburg (Fotoeinblendung) ich, 3 Jahre Fernstudium Pädagogische Psychologie in Leipzig".

0:04:42

Hannelore Henße, Weimar: Foto von Handballspielern (nah). Sprecherin: "Er war Handballspieler, ich war Handballspielerin. Kennen gelernt haben wir uns auf dem Sportplatz beim gemeinsamen Training. (Fotoeinblendung). Mein Mann war Schornsteinfegen, (Fotoeinblendungen) ich habe studiert. Heute ist mein Mann Bezirksschornsteinfeger, ich bin Diplomingenieur (Fotoeinblendung). Wir freuen uns sehr wenn wir jeden Abend wieder gesund von unserer Arbeit heimkehren, bei dem Beruf meines Mannes ist das nämlich immer so eine Sache (Fotoeinblendungen)

0:05:35

Wilhelm Pohl, Cottbus: Foto einer lächelnden Frau (nah). Sprecher: "Am 7. Mai 1933 lernte ich meine Frau beim Tanzen kennen, sie war Hausangestellte (Fotoeinblendung) bei einem Arzt, ich war Kaufmännischer Angestellter, (Fotoeinblendung) jedoch Arbeitslos und ging deshalb zur Dresdner Straßenbahn (Fotoeinblendung). Seit Februar 1936 sind wir sehr glücklich verheiratet (Fotoeinblendung)

0:06:54

Evelin Schröter, Eisenhüttenstadt: Foto von Gleisbauarbeitern (nah). Sprecherin: "Wir lernten uns 1956 bei der Arbeit kennen, mein Mann war damals Gleisbauerbeiter, ich Gleisbauarbeiterin (Fotoeinblendung) 1957 heirateten wir (Fotoeinblendung). Heute arbeiten wir beide in Eisenhüttenstadt, mein Mann ist Kraftfahrer (Fotoeinblendungen) er bedient einen Autokran beim Aufbau der Neuen Hütte in EKO, und ich arbeite als Kraftfahrerin (Fotoeinblendung) bei der VEB Kraftverkehr und der Spedition Eisenhüttenstadt. LKW-Kipper 401. (Filmeinblendung) Von 1959 bis 1964 war ich nicht Berufstätig, dann las ich einen Aufruf in der Bezirkszeitung das sich Kraftfahrer melden sollten (Fotoeinblendungen) wobei auch Frauen in Aussicht gestellt wurde als Kraftfahrer ausgebildet zu werden. Ich meldete mich zu Fahrschule an (Fotoeinblendungen) wovon mein Mann nichts wüsste, der es aber recht bald durch die Kinder erfuhr. Unsere Kinder Michael, Margot, Andrea (Fotoeinblendungen) wollen sämtlich Kraftfahrer lernen".

0:08:08

Werner Bogotta, Potsdam: Foto eines lesenden Mannes auf seiner Schlafcouch (nah). Sprecher: "Dem Studentenwohnheim gegenüber lag ein Kindergarten, jeden morgen beim Rasieren sah ich sie. (Fotoeinblendung) Durch eine Wette mit meinen Kommilitonen (Fotoeinblendung) um einen Kasten Bier lernte ich meine jetzige Frau am 29.3.1963 kennen, wir verlobten uns bald. (Fotoeinblendung) Ich studiere heute noch und sie nahm inzwischen ein Zusatzstudium an der Humboldtuni (Fotoeinblendung) auf. Am 7.8.1965 haben wir auf dem Standesamt in Potsdam (Fotoeinblendungen) unter Anwesenheit der gesamten Verwandtschaft geheiratet, wir haben uns gemeinsam eine kleine Mansardenwohnung (Fotoeinblendung) eingerichtet".

0:08:53

Frau Andre, Forchheim: Detailaufnahmen eines Fotoporträts einer Frau (nah) Sprecherin: "1939 hatte ich eine Stelle zum Bedienen der Gäste hier in der Nähe angenommen, es sprach sich herum (Fotoeinblendung vom Gasthof "Weisses Ross") eine neue Bedienung. Es war allerhand zu tun, unter den neuen Gästen war auch (Fotoeinblendungen) mein jetziger Mann, er war Zimmermann, wir heirateten (Fotoeinblendung) und gingen dann in die Landwirtschaft seiner Eltern (Fotoeinblendung). 1940 bis 1945 war mein Mann Soldat (Fotoeinblendung), er ließ im Krieg ein Bein. 1956 gingen wir beide in die LPG (Fotoeinblendungen) und seit 1957 bedienen wir gemeinsam den Rinderstall der LPG (Fotoeinblendung) und hatten schon viel guten Erfolg. 1962 erhielt ich als Prämie (Fotoeinblendung) für die gute Milchleistung unserer Kühe eine Reise nach Leningrad mit der "MS Fritz Heckert" (Fotoeinblendung). Ich stamme nicht aus der Landwirtschaft, aber es macht mir viel Spaß, ich bewirte die Rindviecher viel lieber (Fotoeinblendungen) wie manches mal früher die zweibeinigen Gäste. So habe ich meine weiße Schürze in die blaue Schürze (Fotoeinblendung) und Hose vertauscht, allerhand was? Wenn ich es gesundheitlich noch machen kann (Fotoeinblendungen) würde ich gerne noch lange so weiter machen".

0:10:06

Erich Mucke, Berlin-Köpenick: Schwenk über 2 Porträtfotos (nah). Sprecher: "Wir sind jetzt 59 Jahre verheiratet (Fotoeinblendung), wir haben immer im Kampf für das was wir heute erreicht haben gestanden, also Mitglied der Arbeiterpartei bin ich seit 1905 (Fotoeinblendung Porträt) meine Frau seit 1907 (Fotoeinblendung Porträt). 1918 erhielt ich (Fotoeinblendung) als Soldat 15 Jahre Zuchthaus wegen Meuterei, durch die Revolution wurde ich befreit. Ja, 1931 ging ich mit meiner Frau in die Sowjetunion (Fotoeinblendung), Lenins Frau, Genossin Krupskaja, delegierte mich, ich war Mechaniker (Fotoeinblendung) in das Elektrosabot (Fotoeinblendung). Ich bin jetzt 50 Jahre in der Partei (Fotoeinblendung) und da ich ohne Aufgabe nicht leben will, bin ich Vorsitzender unserer Hausgemeinschaftsleitung. Ich kann mir kaum eine glücklichere Ehe denken (Fotoeinblendung) am 14.10.1967 wird unsere Diamantene Hochzeit sein".

0:11:20

Elly Mardie, Borna: Foto eines Brautpaares (nah). Sprecherin: "Als mein Mann den Saal betrat teilte ich meiner Freundin in der Unbekümmertheit meiner 18 Jahre mit, heute muß ich mit dem da tanzen. Und wir tanzten hinein in unsere Ehe, jetzt, nach 33 Ehejahren (Fotoeinblendungen) denke ich im Stillen, wie gut das ich damals sagte, mit dem da muß ich heute tanzen (Fotoeinblendung). Mein Mann ist Formleger (Fotoeinblendungen) und muß sehr schwer arbeiten, ich arbeite in einer Konservenfabrik (Fotoeinblendung), unsere 2 Kinder sind unser Reichtum, der Junge ist heute 28 Jahre alt (Fotoeinblendung), Diplomingenieur und in leitender Stellung, das Mädchen ist 19 (Fotoeinblendung), hat auch Abitur und macht zur Zeit den Facharbeiterbrief als Industriekaufmann (Fotoeinblendungen). Danach nach Berlin zum Außenhandelsstudium. Außer ihnen besitzen wir eine herrliche Neubauwohnung (Fotoeinblendung).

0:12:16

Diplomforstingenieur Hans-Georg Schumann, Reigner: Foto von marschierenden Forststudenten mit Waldhörnern (nah). Sprecher: "1955, im September, lernte ich meine Frau kennen, wir waren beide damals Studenten (Fotoeinblendungen) an der Forstwirtschaftlichen Fakultät der Humboldtuniversität in Eberswalde. Als Kuriosum möchte ich anführen das meine Frau (Fotoeinblendungen) als einziges Mädchen unter 44 männlichen Forststudenten war. Ich selbst habe mich gleich im 1. Semester als Platzhirsch (Fotoeinblendung) betätigt und alle anderen Bewerber abgeschlagen, obwohl ich mir zuerst auch 3 Körbe eingehandelt habe. Na, 1958 verlobten wir uns dann (Fotoeinblendung) in Warna (Fotoeinblendung eines Zeitungsausschnittes "Schöne, junge Försterin) am schwarzen Meer, und 1960 heirateten wir (Fotoeinblendungen). Meine Frau ist Oberforstmeister, Hauptreferent für Produktionsplanung (Fotoeinblendungen) beim Staatlichen Komitee für Forstwirtschaft beim Landwirtschaftsrat der DDR und Mitglied der Parteileitung. Na ja, ich bin Oberförster (Fotoeinblendungen) für Technologie im Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb in Hangelsberg, ja, wegen der Dienstgradunterschiede muß ich zu Hause (Fotoeinblendungen) um meine Gleichberechtigung kämpfen, aber sagen Sie das bitte nicht öffentlich sonst muß ich vor der Genossin Oberforstmeister (Fotoeinblendung) stramm stehen".

0:13:40

Heimgard Neumann, Güstrow: Fotoüberblendungen von Porträts (nah). Sprecherin: "Wir lernten uns am 19. Oktober 1957 beim Ernteeinsatz kennen (Fotoeinblendungen) durch einen Zufall arbeiteten die Helfer aus 2 Betrieben, aus 2 verschiedenen Städte auf dem gleichen Kartoffelfeld, ich fiel ihm auf (Fotoeinblendungen). Mein Mann war damals Schlosserlehrling und ich Stenotypistin (Fotoeinblendungen), heute ist er nach einem Studium an der Ingenieurschule (Fotoeinblendung) für Eisenbahnwesen in Dresden, Diplomingenieur und ich bin heute Vertragsbearbeiterin (Fotoeinblendung) in der GHG-Textil. Wir sind seit 1962 glücklich verheiratet (Fotoeinblendungen), Ende 1963 kam der Stammhalter (Fotoeinblendung), 1964 die Einberufung zum Wehrdienst, Unteroffizier in Ausbildung. (Fotoeinblendungen) Natürlich freue ich mich auf jeden Urlaub".

0:14:41

Eva Sachert, Sprotta/Leipzig: Foto mit Schwenk von der Schuhen auf die Gesichter eines Paares (nah). Sprecherin: "Ich lernte meinen Mann 1947 im VEB Eilenburger Zelluloidwerk kennen, wir arbeiteten beide dort im Dialyt-Betrieb als ungelernte Chemiearbeiter. Im Oktober des Jahres feiern wir unseren 18jährigen Hochzeitstag, (Fotoeinblendung) denn mein Mann, wie immer, sicherlich vergessen wird. Er war im April 10 Jahre Bürgermeister einer Eilenburger Gemeinde, (Fotoeinblendungen) sein Stolz ist der Bau des Paschwitzer Gemeindehauses in eigener Regie, ohne Baufirma, ohne Bauleiter und ohne Bauleute. Kosten circa 130.000 Mark. Ich arbeite seit Jahren am hiesigen Kindergarten als Wartungs- und Reinigungskraft (Filmeinblendung). Zur Zeit bereite ich mich im Fernstudium (Fotoeinblendungen) auf die 1. Prüfung als Kindergärtnerin vor, ich hoffe im Frühjahr 1967 mein Staatsexamen erfolgreich abschließen zu können (Filmaufnahme der putzenden Eva Sachert).

0:16:00

Marlie Graumannthies, Schkeudiz: Porträt einer Frau (nah). Sprecherin: "Kennen gelernt und geheiratet einmal ganz anders (Fotoeinblendung). Es war in der Zeit des I. Weltkrieges, Tausende blutjunger Menschen kämpften in Flandern. Erschüttert vom Kriegsgeschehen stellte ich mich als junges Mädel (Fotoeinblendung) dem Lazarettdienst zur Verfügung, Freundin spielten mir einen Streich und ließen meinen Namen in einer Feldzeitschrift erscheinen (Fotoeinblendung "Le petit Parisien"). 263 Zuschriften, einer von ihnen...ohne Gefreitenknopf (Fotoeinblendung) der vor Ypern lag, wurde später mein Mann (Fotoeinblendung). 2 1/2 Jahre wechselten wir über 400, heute noch vorhandene, Feldpostbriefe (Fotoeinblendung), waren nur theoretisch verliebt, trotzdem treu. Nach Kriegsschluß in Rostock die 1. Begegnung (Fotoeinblendung). Unsere Hochzeitsreise führte uns nach Warnemünde (Fotoeinblendung), wir siedelten als Städter auf 1 Hektar Land (Fotoeinblendung), plagten uns und wurden nicht froh, aber alt. Mein lieber Mann (Fotoeinblendung) leistet trotz hohen Alters Gesellschaftliche Arbeit in einer LPG, er schuf als Leiter einer bäuerlichen Handelsgenossenschaft mit den Sozialismus auf dem Lande. 1932 kam nach 10 Jahren Ehe unser einziger Sohn (Fotoeinblendung: Geburtsanzeige in einer Tageszeitung), ihn interessierten schon immer die Tiere (Fotoeinblendung). Seine abgeschlossene Ausbildung als Veterinärmediziner (Fotoeinblendung) in Leningrad verdanken wir dem Sozialismus. Er ist heute Mitglied des Landwirtschaftsrates (Fotoeinblendungen) des Bezirkes Neubrandenburg. Nach seinem Doktor hat er zu Hause geheiratet (Fotoeinblendung), es war die 1. sozialistische und daher aufsehenerregende Hochzeit im Mecklenburgischem Landstädtchen Gnoien".

0:17:54

Richard Lorenz, Rathewalde: Foto-Porträt eines Soldaten mit Mütze "Marinekorps Flandern" (nah). Sprecher: "In der Morgendämmerung eines Augusttages des Jahres 1917 sah ich als Gefechtsordonanz des II. Bataillons, 1.Matrosenregiment, Marinekorps Flandern, bei einem Meldegang auf einem Granattrichter eine Feldflasche schwimmen, ich brachte dieselbe in meinen Besitz. Bei der in der folgenden Freiwache vorgenommenen gründlichen Reinigung des Fundes (Fotoeinblendung) fiel mir ein Zettel in die Hände, der zwischen Stoffmantel und der eigentlichen Flasche gelegen hatte, darauf standen die Worte, herzliche Grüße aus der Heimat sendet (Fotoeinblendung des Porträts) Fräulein Hertha Schanz, Dresden, Fritz Reuterstraße 16. Es entsprang sich zwischen uns ein Briefwechsel (Fotoeinblendung). Nach dem Krieg, am 30.12.1920 schlossen wir den Bund der Ehe (Fotoeinblendung). Wir führen nun schone eine 45jährige Ehe (Fotoeinblendung) doch unsere glückliche Ehe wurde von den Schattenseiten des Lebens nicht verschont. Ich lernte 2 Jahre Tischler (Fotoeinblendung) dann unterbrach der I. Weltkrieg meine Lehre. Ja, unser einziger Sohn, er hatte 2 Jahre Architektur (Fotoeinblendung), dann unterbrach der II. Weltkrieg seine Ausbildung, er ist gefallen (Fotoeinblendung) mit 21 Jahren. Dieser elende Krieg, er hat ja über die ganze Menschheit großes Leid gebracht. Na, heute bin ich Rentner (Fotoeinblendung) ich bin aber noch als Betriebstischler tätig, im Berghotel "Bastei" in der sächsischen Schweiz".

0:19:33

Elsbeth Kilian, Leipzig: Foto-Porträt einer Frau (nah). Sprecherin: "Ich war 17 Jahre jung und sehr verliebt, geheiratet wurde erst 8 Jahre später (Fotoeinblendungen). Wir hatten nichts, das Schaffen war schwer, es war 1934. Die Ehe blieb 6 Jahre lang Kinderlos (Fotoeinblendung), dann kamen 2 Buben (Fotoeinblendung), wir waren alle vier sehr glücklich, solange wie Hitler für seinen unseligen Krieg auch (Fotoeinblendung) die letzten Reserven brauchte. Deshalb nahm die glückliche Ehe ein jähes Ende (Fotoeinblendung), nur 12 Wochen war er an der Front und kam nie wieder. Hart war das Schicksal, aber es wurde gemeistert (Fotoeinblendung) und heute? Die Entbehrungen all der Jahre sind vergessen (Fotoeinblendungen) ich bin stolz auf meine Söhne die inzwischen Ehemänner wurden (Fotoeinblendung). Der eine ist Holzmodellbauer, der andere Dekorateur (Fotoeinblendung). Thomas ist außerdem ein guter Turnierreiter (Fotoeinblendung). Ich bin Steno-Sachbearbeiterin (Fotoeinblendung), ich liebe meinen Beruf, acht Jahre Abgeordnetentätigkeit liegen hinter mir (Fotoeinblendung), und auch meine Kinder sind stolz auf mich, auf meine Leistungen".

0:20:53

Hanns J. Schniewer, Hoyerswerda-Neustadt: Foto-Porträt eines Mannes (nah). Sprecher: "Ich hatte ja großes Glück das ich meine Frau überhaupt kennen lernen konnte, denn als 18jähriger (Fotoeinblendung) ging ich in die Fremdenlegion. Ich war in Indochina eingesetzt (Fotoeinblendungen), mein Glück war das ich in Dien Bien Phu nicht gefallen bin (Filmeinblendung vom Indochinakrieg) und von den Vietnamesen gefangen genommen wurde. 1955 wurde ich ausgeliefert nach Algerien, aber als ich erneut als Legionär eingesetzt werden konnte haute ich ab. Am 4. Mai 1956 kam ich (Fotoeinblendungen) in die DDR, ich arbeitete als Heizer, ab 1962 im Kreiskrankenhaus Salzwedel. Meine jetzige Frau (Fotoeinblendung) war im gleichen Krankenhaus Küchenleiterin. Na, alles andere ging im D-Zug-Tempo, Hochzeit, (Fotoeinblendungen) Thomas, Michael, heute ist meine Frau Schweißerin (Fotoeinblendungen) und das eigentlich nur weil sie bei einem Arbeitsplatzwechsel, statt wie versprochen als Köchin, nur als Küchenhilfe eingestellt werden sollte, damit war sie natürlich nicht zufrieden und sie ging in die "Schwarze Pumpe" (Fotoeinblendung) wo ihre Ausbildung als E-Schweißerin möglich war. Nach 5 Monaten wurde sie bereits als Aktivistin (Fotoeinblendung) ausgezeichnet. Ich bin heute Kranführer (Fotoeinblendungen) im Wohnungsbaukombinat Hoyerswerda. Wir sind beide in unseren neuen Berufen seit 3 Jahren sehr zufrieden, unsere Ehe ist glücklich, die Jungen sind gesund (Fotoeinblendung), eine herrliche Wohnung haben wir auch, der Verdienst ist gut. Preisfrage was wollen wir mehr als glücklich und zufrieden sein?"

0:22:31

Inge Mielkau, Lunzenau im Vogtland: Zeichnung eines Schützenhauses (nah). Sprecherin: "Am 5. Juli 1952 lernte ich meinen Mann Heinz Mielkau kennen, abends auf der Terrasse in Penich im Schützenhaus. Da kam er und warf mir einen kleinen Ball zu, so lernten wir uns kennen. Ich war damals Hilfsarbeiterin (Fotoeinblendung) in der Strickgarnspinnerei in Amerika, so heißt das Dorf tatsächlich und er war beim Bauern Friedemann (Fotoeinblendung) in Arnsdorf bei Penich. Er sagte mir damals, was ich von ihm sehr anständig fand, (Fotoeinblendung einer Straße und der umgebenen Landschaft) das er ein Kind hätte wofür er bezahlen müsse. Sollte ich dafür kein Verständnis haben soll ich es ihm gleich sagen, ob es mir recht war, weil er mit etlichen Mädchen schlechte Erfahrungen gemacht hätte. Er ging den nächsten Tag mit zu meinen Eltern, was mir anfangs nicht ganz recht war (Fotoeinblendung), er fragte ob er mit mir gehen dürfe. Er gefiel mir sehr gut, er war schwarz, groß und breitschultrig, hatte aber etwas Schüchternes an sich. So blieben wir zusammen, nach ein paar Wochen meldete er sich freiwillig bei der (Fotoeinblendung) Polizei an wo er eine Zeitlang blieb. Im Dezember 1952 (Fotoeinblendung) mußten wir heiraten, wir hatten einen schweren Anfang, ich konnte mir nicht viel kaufen vor der Ehe, es gab ja auch selten was, und wenn sehr teuer. Meine 1. Bettwäsche kostete über 300 Mark, dafür mußte ich ein Jahr sparen. Mein Mann war auch sehr arm, 1953 wurde mein Sohn Thomas geboren (Fotoeinblendung), 1954 meine Tochter Silvia, dann war 6 Jahre Schluss, 1960 kam unsere Simona (Fotoeinblendungen). Es gab sehr trübe Tage in den ersten sieben Jahren unserer Ehe, aber ich hatte ihn gern, arbeiten ging ich immer mit (Filmeinblendung) auch heute noch. Jetzt bin ich Weberin mit Facharbeiterbrief in der Möbelstoffweberei Lunzenau (Filmeinblendung), ich geh gern arbeiten, ich könnte es mir gar nicht vorstellen zu Hause nur am Herd zu stehen. Dies ist mir aber nur möglich weil mein Mann (Fotoeinblendungen) und meine lieben Kinder mich in jeder Beziehung unterstützen. Mein Mann kocht, bäckt, kocht ein, bügelt, (Fotoeinblendung) näht, er macht alles mit wenn ich nicht dazu komme. So hilft der eine dem andern, ich bin stolz auf ihn (Fotoeinblendung), er hat sich auch verbessert, erst war er beim Bauern, nun ist er Brigadier in der Kohle, beim Entladen in der Waggons in der Papierfabrik Lunzenau. Wir sind alle drei bei der freiwilligen Feuerwehr (Fotoeinblendung), mein Mann 10 Jahre, ich 2 Jahre (Fotoeinblendung), mein Sohn 1 Jahr, dies nur nebenbei. Wir sind glücklich (Fotoeinblendungen) mit unseren Kindern und unserer Arbeit".

0:25:33

Bernd Tatarkowski, Leipzig: Porträt eines Mannes (nah) Sprecher: "Sicher wird mein Bericht Ungläubigkeit und Kopfschütteln vor rufen, auch wirft mein Brief nicht das beste Licht auf mich (Fotoeinblendungen), dennoch will ich Ihnen ehrlich berichten. Eine Verlobung war schon mal in die Brüche gegangen, 1959 bin ich nach dem Westen abgehauen, kam dann aber wieder zurück (Fotoeinblendung). Auch mit meiner Arbeitsmoral stand es nicht gut, na ja, ich wohnte unglücklich möbliert, altes Zimmer, da ging ich eben Trinken (Fotoeinblendungen), und dann habe ich sie kennen gelernt (Fotoeinblendungen) beim Tanzen. Erst wollte sie nichts von mir wissen, als dann die Kneipe zu machte sind wir nach in die Mitropa gegangen, und da hat es sich dann noch ergeben. Am 4. Januar 1964 waren wir dann auf dem Standesamt (Fotoeinblendung), meine Frau in einem Alltagskleid da meine Schwiegermutter alles absichtlich verschlossen hatte, aber wir wurden getraut. Bei der Feierlichkeit, trotz der peinlichen Kleidung, kamen mir die Tränen. Kaum aus dem Standesamt gekommen begannen die Sorgen, lachen Sie nicht. Ich (Fotoeinblendung) hatte bis auf meine Wäsche nichts, ebenso meine Frau (Fotoeinblendung), wir hatten noch 50 Pfennige. Mein Werkleiter aber lieh mir 50 Mark. Ja, wir gingen Pferdefleisch speisen, (Fotoeinblendung) Flasche Wein trinken (Filmeinblendung der Eckkneipe) und dann schlafen. Ich wohnte bei einer bösen Wirtin (Fotoeinblendung) in Untermiete, heute haben wir eine annehmbare Wohnung, Wäsche (Fotoeinblendung), Geschirr, einen kleinen Jungen (Fotoeinblendung), Sofa, Fernsehen (Fotoeinblendung), Sessel, eben all das was uns für den Anfang stolz macht und den Beweis erbringt das alles Charaktersache ist. Ich werde sicher bald Dreher (Fotoeinblendungen), bisher bin ich nur angelernt. Wer die Kirschen isst, muß auch die Steine ausspucken".

0:27:37

Stanislaus Kolaletschik, Brog/Demmin: Porträt eines Mannes (nah). Sprecher: "Ich bin geboren am 9.8.1904, meine Frau (Fotoeinblendung) am 31.1.1903. Wir sind jetzt 43 Jahre verheiratet, damals war ich beim Gutsbesitzer Kutscher (Fotoeinblendung) und meine Frau war Stubenmädchen. Heute bin ich LPG-Bauer (Fotoeinblendungen), Feldbaubrigadier, Sekretär der Grundorganisation der SED und im Rat der Gemeinde. Unsere Kinder, ja, 1946 Doris (Fotoeinblendung), nach dem Abitur jetzt auf dem Institut für Lehrerbildung, 1942 Dieter (Fotoeinblendung), Traktorist auf unserer LPG, 1937 Kurt (Fotoeinblendung), Brotfahrer bei HO-Lebensmittel, 1935 Ruth (Fotoeinblendung), ging 1960 nach Drüben, 1933 Eva (Fotoeinblendung), im Stall des Volkseigenen Gutes Schwichtenberg, 1931 Fritz (Fotoeinblendung), Bauer in unserer LPG, 1930 Hans (Fotoeinblendung), Aktivist, Schlosser und stellvertretender Parteisekretär, 1928 Günther (Fotoeinblendung), bei der Wasserwirtschaft im Kreis Demmin, 1926 Gerhard (Fotoeinblendung), Kreissekretär des Deutschen Turn- und Sportbundes, 1924 Erika (Fotoeinblendung), Beiköchin in einer HO-Gaststätte, 1922 Erich (Fotoeinblendung), Major der NVA. Ja, neun unserer Kinder sind verheiratet, wir haben bis heute (Fotoeinblendung) 27 Enkelkinder, ja, jung gefreit hat nie gereut (Fotoeinblendung). Umschnitt auf Filmaufnahmen der kompletten Familie Kolaletschik mit Kindern und Enkelkindern auf einem Feld (halbtotal). Abblendung

0:29:55

Schrifteinblendung: Unser allergrößter Erfolg ist das allmähliche Zusammenwachsen so unterschiedlicher Menschen und Kräfte zu einer neuen sozialistischen Gemeinschaft im großen wie im kleinen. Walter Ulbricht. Abblendung

0:30:06 ENDE

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