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Malik

Regie: Giovanni Angella, 18 Min., fa/sw, Dokumentarfilm
Deutsche Demokratische Republik (DDR)
DEFA-Studio für Dokumentarfilme, 1967

Film-Videoformat
35 mm
Länge in m
499
Sonstiger Titel
Malik-Verlag; Malik-Ausstellung
Anlaufdatum
Veröffentlichungen
DVD: ICESTORM Entertainment GmbH / www.spondo.de/defa
DVD: University of Massachusetts (UMASS) - DEFA Film Library / www.umass.edu/defa

Kurzinhalt

Dieser schwarz-weiß Dokumentarfilm beschäftigt sich mit der Geschichte und den Veröffentlichungen des traditionsreichen Malik-Verlages seit seiner Gründung im Jahre 1916. Chronologisch werden die geschichtlichen Abläufe in Deutschland, die künstlerischen Strömungen und Widerstände gegen Militarismus und Bürgertum aufgezeigt. Die Brüder Heartfield und Herzfeld berichten in erzählender Weise über die schönen und umwälzenden Aufgaben des Verlages in schwierigen Zeiten Deutschlands und den Berliner Dadaismus, deren Sprachrohr die Brüder waren, bis hin zur Gründung des antifaschistischen Aurora-Verlages im Jahre 1944.

Filmstab

Regie
  • Giovanni Angella
Drehbuch
  • Paolo Chiarini
Kamera
  • Rolf Sohre
Schnitt
  • Ilse Radtke
Komponist
  • Kurt Zander
Produktionsleitung
  • Günter Schück
Person, primär
  • John Heartfield
  • Wieland Herzfelde
  • Heinrich Himmler
  • Alfred Hugenberg
  • Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen (Kaiser Wilhelm II.)
Person, sekundär
  • Ernst Barlach
  • Johannes R. Becher
  • Max Beckmann
  • Bertolt Brecht
  • Marc Chagall
  • Charles Spencer Chaplin (Pseudonym: Charlie Chaplin)
  • Theodor Däubler
  • Albert Ehrenstein
  • Maxim Gorki
  • George Grosz
  • Georg Heim
  • Käthe Kollwitz
  • Wladimir Iljitsch Lenin
  • Karl Liebknecht
  • Rosa Luxemburg
  • Erich Mühsam
  • Erwin Piscator
  • Anna Seghers
  • Upton Sinclair

Langinhalt

0:00:00

Einblendung: ein film des DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme. MALIK. Dokumentarfilm von Giovanni Angella unter der Mitarbeit von Prof. Paolo Chiarini von der Universität Rom. Schnitt Ilse Radtke. Aufnahmeleitung Herbert Lasarzewski. produktionsleitung Günter Schück. musikbearbeitung Kurt Zander. kamera Rolf Sohre, nationalpreisträger. regie Giovanni Angella.

0:00:44

Einschlag und Explosion einer Granate auf dem Schlachtfeld von Verdun im I. Weltkrieg (halbnah). Soldat fällt bei Einschlag um und wird mit Erde bedeckt (halbnah). Kettenfahrzeug überwindet Bombentrichter (halbnah). Tote Soldaten auf dem Boden (halbnah). Einblendungen von verschiedenen Holzschnitten und Grafiken von Käthe Kollwitz (nah). Deutsche Soldaten klettern aus den Schützengräben mit Sturmgepäck (halbtotal). Schwenk über tote Soldaten in Bombentrichtern (halbtotal). Einblendung von Karikaturen und Zeichnungen zum Thema Krieg und Tot (nah). Sprecher: "Aufgestanden ist er welcher er lange schlief, aufgestanden unten aus Gewölben tief, einem Turm gleich drückt er aus die letzte Glut, wo der Tag flieht sind die Ströme schon voll Blut, zahllos sind die Leichen schon im Schilf gestreckt, von des Todes starken Vögeln weiß bedeckt". Kommentar: "Prophetische Verse des 1912 tragisch ums Leben gekommenen Gymnasiasten Georg Heim, der zu den frühesten und bedeutendsten Dichtern des Expressionismus zählte...sie sahen die Krise der bürgerlichen Welt und ahnten die Schrecken des I. Weltkrieges...".

0:01:40

Kommentar: "Damals entstanden auch Werke bildender Künstler wie Beckmann, Barlach, Kollwitz und Munz, die, so verschieden sie waren, eine tiefe Unruhe vor dem Kommenden widerspiegelten und ihren Ausdruck in einer Reihe von rebellischen Zeitschriften...fanden...". Schwenk über die Titelseite der Wochenschrift "Die Aktion" (nah). Porträt von Erich Mühsam und Buchtitel "Revolution" (nah). Karikaturen der bürgerlichen Gesellschaft und des Militärs von Olaf Gulbranson (nah)

0:02:15

Wieland Herzfelde (halbnah) (O-Ton) "Berlin, Anfang 1916, wir haßten den Krieg, wir wußten, Freunde von uns, Künstler, Schriftsteller wie wir, aus allen Völkern, waren dort zum Morden eingesetzt was sie gar nicht wollten. Wir beschlossen, wir müssen etwas tun, wir gründeten eine neue Zeitschrift, sie hatte den Titel "Neue Jugend", und als erster in dieser Zeitschrift war es Johannes R. Becher der mit dem Gedicht "An den Frieden" aufrief etwas zu tun...". Schwenk von Herzfelde auf eine Tafel mit Foto von Becher und der Titelseite "Neue Jugend" (halbnah). Zeichnung von Theodor Däubler und Albert Ehrenstein (nah). Schwenk über ein Bild von Marc Chagall (nah). Titelseite "Neue Jugend" vom Juni 1917 (nah). Herzfelde im Off weiter: "...nach 6 Nummern wurde die Zeitschrift verboten, wir brachten rasch noch 2 Nummern heraus die wir noch "Wochenausgabe" nannten, die Zeitschrift erschien nun im Verlag "Malik"...".

0:03:38

Buchumschlag "Panzerkreuzer Potemkin" (nah). Schwenk über Fotos des Panzerkreuzers (nah). Kommentar: "Die große sozialistische Oktoberrevolution und der Novemberumsturz wurden für die Künstler um Malik der entscheidende Anstoß ihre Wort- und Bildsprache für die Massen verständlicher zu machen, sie taten den Schritt von expressionistischen Protest zum politischen Kampf". Historische Filmaufnahmen von der Oktoberrevolution und von Lenin (halbtotal). Titelseite der satirischen Zeitschrift "Der Gegner" (nah). Schwenk über eine Karikatur eines erhängten Bürgerlichen und eines Offiziers (nah). Schwenk über die Titelseite und Karikaturen aus "Die Pleite" (nah).

0:04:52

Historische Filmaufnahmen: Kaiser Wilhelm II. und Offiziere in Paradeuniformen (halbnah). Marschierende Bürger, Soldaten und Polizisten auf einem Marktplatz vor einer Militärkapelle (halbtotal). Kaiser Wilhelm II. nimmt die Parade ab (halbtotal). Foto- und Filmaufnahmen der Novemberrevolution in Berlin (nah und halbtotal). Polizisten machen Jagd auf Demonstranten (halbtotal). Karl Liebknecht bei einer Ansprache in Berlin (halbtotal). Demonstration vor dem Berliner Schloß (halbtotal). Revolutionäre und Militär mit Waffen (halbtotal). Blick (von oben) auf verhaftete Revolutionäre (halbtotal). Flugblatt "Schlagt ihre Führer tot ! Tötet Liebknecht!" (nah). Schwenk auf den Landwehrkanal (halbtotal). Kommentar: "Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, die Führer der kommunistischen Partei und tausende ihrer jungen Mitkämpfer wurden ermordet, der weiße Terror regierte". Einblendung von Fotos von Liebknecht und Luxemburg (nah). Radierungen und Holzschnitte von Käthe Kollwitz (nah).

0:06:05

Kommentar: "In den blutigen Jahren 1919 bis 1920 entstand um George Grosz, Hausmann, Huelsenbeck, John Heartfield mit seinem Bruder, der Berliner "Dadaismus", dem bewußten Gegensatz zum Züricher Dadaismus des Jahres 1916, radikal politisch war...". Eingeblendet werden zum Kommentar: Zeitungsartikel und Foto des toten Liebknecht (nah), Polizist auf einem Pferd führ Gefangenen ab (nah), Zeitschrift "Platz dem Arbeiter" (nah), Plakate "Platz ! dem Arbeiter" und "Hoch die rote Republik" (halbnah). John Heartfield (halbnah) (O-Ton) "Unser Dadaismus trat für die Vernichtung aller Ismen in der Kunst ein. Wir Berliner Dadaisten richteten höllische Angriffe gegen die bürgerliche Kultur und dem Kunstbetrieb der und anekelte. Der Berliner Dadaismus war hart wie die Zeit in der er entstand, er war vornehmlich satirisch und es war die unversöhnliche Satire die wir aus dem Dadaismus in die Arbeit späterer Jahre übernahmen, das gilt vor allen für die Arbeit die mich mit meinen Bruder Wieland Herzfelde und mit unserem gemeinsamen Freund George Grosz verband". Eingeblendet zu den Worten Heartfields werden: Titelseiten der Zeitschrift "Dada" (nah), Fotos des "Dada-Trotts" (nah), Fotomontagen von Heartfield (nah), Titelseite "Dada siegt" (nah), Ticket zur ersten "Dada-Messe" in Berlin (nah), Umschlag des Malik-Verlages zu einer "Originallithographien-Mappe von Grosz" (nah).

0:07:15

Kommentar: "Der Berliner Dadaismus blieb eine Episode, da er auf die Massen kaum eine Wirkung ausübte...". Schwenks über einige Buchausgaben und Illustrationen des Malik-Verlages aus der Zeit des Dadaismus (nah). Buchumschlag "Das Gesicht der herrschenden Klasse" von George Grosz (nah). Kommentar: "Das Werk ist in erster Stelle eine Bilanzaufnahme der gesellschaftlichen Realität, in Zeichnungen und Aquarellen enthüllte Grosz das Leben im damaligen Deutschland". Auswahl von Illustrationen aus den Mappen von Grosz aus den Jahren 1917 bis 1928 (nah). Wechselseitige Schnitte mit Karikaturen und Fotomontagen von Grosz und Heartfield (nah).

0:10:25

Kommentar: "Die Klassenjustiz stellte den Verlag und viele seiner Mitarbeiter fast jedes Jahr vor Gericht, besonders die Mappen "Gott mit uns", "Ecce Homo" und "Hintergrund" führten zu sensationellen Prozessen". Karikatur des Gekreuzigten mit Gasmaske (nah). Foto der Verlagsleiter vor Gericht (nah). Karikaturen von Soldaten und Menschen mit Tierköpfen (nah). Schwenk über den Buchumschlag "Steh auf, Prolet!" (nah). Eröffnungsanzeige des "Proletarisches Theater" in Berlin (nah). Programmhefte der "Piscator-Bühne" am Nollendorfplatz von 1927/1928 (nah). Fotos von Aufführungen aus dem "Piscator" (nah).

0:11:53

Herzfelde vor einer Ausstellungswand (halbnah) (O-Ton) "Ich glaube wirklich, der Verlag war in mancher Hinsicht etwas neuartig, wir arbeiteten mit so viel Freude und Lust das wir kaum von Arbeit sprachen. Wir haben außerdem stets uns gesagt das unsere Arbeit nie gut genug ist, und unser Motto war, das Publikum merkt alles". Verlagserscheinungen mit Werken von Maxim Gorki, Barbusse, Andersen Nexö, Leo Tolstoi, Ehrenburg, Majakowsky und Upton Sinclair etc. (nah). Kommentar: "Malik bringt auch die ersten Werke deutscher proletarischer Dichter und Erzähler heraus und das alles in hohen, billigen Auflagen, bester Ausstattung, die die Entwicklung des modernen Massenverlages vorweg nehmen". Umschläge von "Die rote Woche", "Arbeiterfriede", "Freiwillige Knechtschaft" und "Die Kunst ist in Gefahr" (nah).

0:14:20

Historische Filmaufnahmen aus der Inflationszeit (halbtotal). Weltwirtschaftskrise in New York (halbtotal). Fabriktor schließt sich in Deutschland (halbnah). Foto von Hitler bei der Abnahme einer Parade (nah). Fotos von Aufmärschen der NSDAP mit Fahnen in deutschen Städten (nah). Filmaufnahme von Alfred Hugenberg mit Zylinder (halbnah). Himmler mit Hitlergruß auf einer Parade (halbtotal). Schnelle Schnitte von Foto- und Filmaufnahmen aus der Zeit des Faschismus in Deutschland (halbnah). Kommentar: "Es folgte die systematische Zerstörung aller Begriffe und Werte wie Freiheit, Kultur, Humanität, Sozialismus". Foto von verhafteten Kommunisten und Sozialdemokraten in Arbeitslagern (nah). Foto von Geschäften mit Schmierereien "Ist in Dachau" (nah). Filmaufnahmen von der Bücherverbrennung im März 1933 (halbtotal).

0:15:22

Kommentar: "Bis 1938 setzen die Brüder Heartfield und Herzfelde ihre Tätigkeit in Prag fort, dort erschienen die neuen die "Neuen deutschen Blätter"... (nah) ...viele emigrierte Schriftsteller arbeiteten daran mit". Fotos von Anna Seghers, Bertold Brecht und Hitler (nah). Fotos von Theateraufführungen: Schauspieler als Hitler und Charlie Chaplin als Hitler (nah). Fotos von Brecht bei einer Besprechung, Buchtitel "Dreigroschenoper" und Brechts Gesammelte Werke (nah). Filmaufnahmen von deutschen Soldaten bei ihren Einnahmen von Ländern und Städten (halbtotal).

0:16:07

Kommentar: "1939 beginnt die letzte Etappe in New York, Herzfelde versucht seine Verlagstätigkeit wieder aufzunehmen...er gibt eine Zeitschrift heraus unter dem Titel "Deutsche Schriftsteller im Exil" heraus, aber erst 1944 gelingt es ihm einen gemeinschaftlichen Verlag deutscher Autoren, den Aurora-Verlag ins Leben zu rufen". Filmaufnahmen von der Ankunft von Emigranten in den USA (halbnah). Albert Einstein (halbnah). Schwenk über einen Buchumschlag "Direction-Exiled German Writers" (nah). Symbol des neuen Verlages (nah). Abfeuerndes Geschütz eines Schlachtschiffes in der Dunkelheit (halbtotal).

0:16:51

Drehende Leuchtreklame auf dem Dach des "Berliner Ensemble" (halbtotal). Rückwärtszoom und Schwenk von der drehenden Reklametafel auf die gegenüberliegende Hausfassade mit Aufschrift "Der Malik Verlag" 1916-1947" (halbtotal). Zoom auf den Eingangsbereich des Ausstellungsgebäudes (halbnah). Schwenk vom Logo des Malik-Verlages auf die Tafeln der Ausstellung in der Akademie der Künste zur Verlagsgeschichte (halbnah). Abspann: die autoren des Films danken Prof. John Heartfield und Prof. Wieland Herzfelde sowie der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin - DDR - für ihre Mitarbeit.

0:17:35

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