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Pressekonferenz Lothar de Maizière

40:37 Min., Farbe
Deutschland
Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH, 1990

Film-/Videoformat
U-Matic

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieses Material zeigt eine Pressekonferenz zum Thema "Die Regierung der DDR informiert- Start in die Soziale Marktwirtschaft". Die Wirtschafts- und Währungsunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR ist an diesem Tag in Kraft getreten und die DM ist damit zum einzigen Zahlungsmittel in der DDR geworden. Durch diese Pressekonferenz führt Matthias Gehler. Lothar de Maizière berichtet vom ersten Kontakt mit der Deutschen Mark und spricht u. a. auch von den Chancen der Bürger in der DDR. Der Staatssekretär Maasen und ein Vertreter von der Direktion der Bundesbank geben ebenfalls Statements zur Wirtschafts- Währungs- und Sozialunion. Im zweiten

Band ist ein Interview mit Theo Waigel zu sehen, welches im Anschluss der Pressekonferenz stattfand. Waigel stellt sich den Fragen der Journalisten und geht u. a. auf folgende Themen ein: Reformprozess, Bundeshilfe, inflationäre Schübe, Streik der IG Metall, mögliche Belastungen für die BRD und Auswirkungen auf den Bundeshaushalt.

Filmstab

Kamera
  • Rainer Simon
Ton
  • Krzysztof Czajka
Person, primär
  • Lothar de Maizière
  • Matthias Gehler
  • Maasen
  • Angela Merkel
  • Theo Waigel

Langinhalt

C1/1181:

Schwenk über Presse und Kamerateams; Lothar de Maizière betritt Konferenzsaal; Gehler und de Maizière schütteln Hände; Gehler und Lothar de Maiziere betreten Bühne; Gespräch; diverse Personen kommen hinzu; Schild über Bühne mit Schriftzug "Die Regierung der DDR informiert- Start in die Soziale Marktwirtschaft"; diverse Personen auf Bühne; Lothar de Maizière legt Papiere auf Tisch zurecht; Mann geht heran (Staatssekretär Maasen?/ Innenministerium für Finanzen), begrüßt Lothar de Maizière; de Maizière nimmt Platz;

Matthias Gehler OT: "..ganzen Tag haben sie auf Höhepunkte gewartet/ ist ein bedeutender Höhepunkt für uns/ neben mir der Ministerpräsident der DDR (Deutsche Demokratische Republik)/ ? von der Bundesbank/ Staatssekretär Herr Maasen/ wir haben jedem ein Sparbuch organisiert/ ist der Betrag von einer DM drauf mit dem denkwürdigen Datum...";

Lothar de Maizière OT zum ersten Kontakt mit der D-Mark (Deutsche Mark): "Habe gestern Abend mit Familie letzte Mark der DDR ausgegeben/ heute morgen bin ich in der Sparkasse gewesen/ habe den Angestellten zugesehen/ habe über Stimmung und Befindlichkeit der Bürger besprochen/ zum Teil lange anstehen:..";

Lothar de Maizière OT: "Für uns Berliner ist dieser Tag durch ein weiteres Ergebnis gekennzeichnet/ um 00:00 h vergangene Nacht hat der letzte Grenzsoldat seinen Dienst getan/ seit heute gibt es keine Grenze mehr in Berlin/ wichtig an solch einen Tag zurückzudenken und zu sagen, wo sind wir den hergekommen/ wie sah es vor einem Jahr aus?/ hätten wir es für möglich gehalten, dass wir einen Tag wie den heutigen erleben?/ Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion, haben von Anfang an gesagt, es geht nur in diesem Paket/ werden Zukunft nur bauen können, wenn wir die Wirtschaft in Ordnung bringen/ Schritt zur sozialen Marktwirtschaft ist Schritt, der mutig und beherzt gegangen werden muss, der aber auch Risiken mit sich birgt/ enorme Leistungen bisher/ Arbeitsämter aufgebaut/ Umschulungskonzepte auf den Weg gebracht/ wird in der Verbindung dieser drei Elemente der Tag des Anschubs unserer Wirtschaft und damit des Anschubs des Schrittes zum Wohlstand sein.";

Gadum (? Direktion Bundesbank) OT zur Frage, wann die Bundesbank mit den Vorbereitungen begonnen hat: "...hatten insgesamt für die Vorbereitungen nur etwa sechs Wochen Zeit....";

Gehler berichtet von Falschgeld;

Gadum (? Direktion Bundesbank) OT: "...legen Wert darauf zuverlässig zu sein/ erreichen wir auch mit viel Arbeitseinsatz/ muss sich aber im Klaren sein, dass eine wertvollere Währung, wie es die D-Mark ist, auch für die Fälscher die wertvollere Währung ist/ die Mark der DDR war für die Fälscher weitgehend uninteressant bisher...";

Staatssekretär Maasen OT: "...gewaltiges Unternehmen Einführung der Wirtschafts- Währungs- und Sozialunion/ gewaltigen Umstellungen für unsere Wirtschaft, auch für Verwaltung, ist ohne ein umfassendes, ganz detailliertes und im Einzelfall bis in die konkreten Zusammenhänge organisiertes Schulungs-, Umschulungs- und Ausbildungssystem überhaupt nicht denkbar gewesen.";

Lothar de Maizière OT: "Habe ähnliche Zeugnisse der Zusammenarbeit gesehen/ war im Haus der Parlamentarier, wo die Bundesbank einen Sitz hat/ befinden sich Tresore der Staatsbank und der Bundesbank nebeneinander/ Herren da gehen miteinander um, als würden sie sich schon seit Jahren kennen/kollegial/ auch in der Zweigstelle der Sparkasse sind die Hälfte der Tätigen dort Westberliner Kollegen, die gesagt haben `an so einen Tag kommen wir rüber, helfen euch´, da entsteht schon neue Art von Gemeinschaft..";

Lothar de Maizière zu den Chancen der Bürger in der DDR: "Verfügen über eine Währung, die sich am Markt als wertvoll erweist/ Währung, die in der ganzen Welt Geltung hat/ wissen mit dem Geld kommt ein neues Kredit- und Bankenwesen in das Land/ völlig neue Situation/ Gründergeist kann sich entfalten und realisieren/ wir werden in ganz kurzer Zeit erleben, dass Bürger die Handwerksbetriebe eröffnen wollen mit Krediten ausgestattet werden/ oder die 10000, die ins freie Gewerbe gehen wollen/ werden Arbeitsplätze für die Zukunft entstehen/ werden merken, dass wertvollere Währung auch Leistung erfordert/ müssen acht Stunden am Tag gearbeitet werden..";

Lothar de Maizière OT: "...überall ist uns Respekt gezollt worden für das, was wir geleistet haben/ wird erkannt der Industriestandort DDR, zukünftig die fünf Länder werden das Tor nach Osteuropa sein/ bin überzeugt, dass wir in wenigen Jahren die modernste Industrie mit in Mitteleuropa haben werden/ Chance Brücke zwischen Westeuropa und Osteuropa zu werden.";

Lothar de Maizière OT: "..in den letzten Wochen durch das Kabinett, durch die Volkskammer eine Zahl von Gesetzen beschlossen und auf den Weg gebracht worden, wie sie andere Parlamente nur in ein oder zwei Legislaturperioden rüber bringen/ musste ein Teil von Gesetzen neu geschaffen werden/ Bsp. Kartellgesetz.../ drei Arbeitsfelder/ werden zweiten Staatsvertrag erarbeiten müssen, der Einigung möglich macht/ haben Ziel Rechtseinheitlichkeit in überschaubaren Zeiträumen zu gestalten/ müssen Länder bilden/ muss Landtagswahlen geben...";

C1/1182:

Pressekonferenz (PK) zum Thema "Die Regierung informiert: Start in die Soziale Marktwirtschaft"; Schnittbilder; Journalisten machen sich Notizen; Bühne WA mit Rednern am runden Tisch u.a. Bundesfinanzminister Theo Waigel und Angela Merkel, Kameras und Journalisten im VG; Zoom auf Theo Waigel ; anonyme Hand beim Schreiben; Kameramann seitlich; Gehler, Angela Merkel, Theo Waigel u.a. stehen hinter Tisch, sind in Gespräch vertieft;

Journalist interviewt Waigel; Waigel OT zu den Problemen: "Nein, es gibt Probleme/ habe das nie minimalisiert/ aber Chancen sind größer/ ohne diese Reform wäre es zu katastrophalen Zuständen gekommen/ hier haben wir die Chance Kapital her zu bekommen/ neue Arbeitsplätze zu schaffen/ Umstrukturierungsprozess unter den Bedingungen auch der Solidarität der Bundesrepublik Deutschland zu vollziehen...";

dichtes Gedränge auf dem Flur; Waigel im Pressepulk; Theo Weigel geht in Konferenzraum;

Journalisten; Pressekonferenz mit Theo Waigel;

Waigel OT: "...Markt in der DDR (Deutsche Demokratische Republik) wird ein offener Markt ein/ laden alle ein, sich an diesem am Prozess zu beteiligen/ Kapital ist willkommen...";

Waigel OT: "Ich meine, dass ist ein gemeinsames Problem, das nicht nur die Europäer lösen können/ genauso Problem der Vereinigten Staaten, der Japaner und der Kanadier/ müssen zu gemeinsamer Lösung kommen/ sicher, dass Präsident Bush das weiß/ er als erfahrener Staatsmann sich dieser Verantwortung bewusst ist/ können alle nicht daran interessiert sein, dass der Reformprozess in der Sowjetunion in politischer wie auch in ökologischer Hinsicht unterbrochen würde/ müssen gemeinsam Beitrag leisten/ hier muss sich Zusammenarbeit der westlichen Länder, der Weltwirtschaftsländer bewähren...";

Theo Waigel steht auf; Mann entfernt Mikrophon; Waigel wird von Journalisten angesprochen; Waigel stellt sich den Fragen der Journalisten; Statement Waigel, diverse Mikrophone im Bild;

Waigel OT: "..heute früh habe ich mir schon Gedanken gemacht/ habe an das Jahr 1948 gedacht/ war 9-jähriger Bub/ habe mit großer Sorge verfolgt `Was geschieht in Deutschland?', damals als zwei verschiedene Währungen entstanden, die ja die Folge der politischen Spaltung war/ darauf folgte Berliner Blockade/ heute haben wir wieder gemeinsame Währung in Deutschland die D-Mark (Deutsche Mark)/ beide Staaten kommen zusammen/ europäischen Länder kommen zusammen/ findet Ausgleich der Weltmächte statt/ glückliche Stunde und glücklicher Tag.";

Waigel OT zur Frage, was geschehen wird, wenn die Bundeshilfe nicht ausreicht (Bsp. Arbeitslosigkeit): "Haben breites Instrumentarium/ niemand kann ganz genau berechnen, was alle auf uns zukommt/ wird auch aus dem Wirtschaftswachstum der DDR finanziert werden können/ Produktivität nimmt doch ab heute gewaltig zu/ Produktivität wird mit Sicherheit um 10% steigen/ Wachstum wird steigen/ Chance in Privatisierung der Betriebe, Privatisierung von Grund und Boden/ Treuhandanstalt wird wichtige Rolle spielen/ alle anderen Instrumentarien der Arbeitsmarktpolitik: Kurzarbeitergeld, Qualifizierungsmaßnahmen, Investitionszulage.../ Vorsorge getroffen, dass kein Betrieb wegen der Umstellungsprobleme von Ostmark auf D-Mark in Liquiditätsprobleme kommen kann.";

Waigel OT zur Frage, ob er nicht befürchte 'nachbuttern' zu müssen: "...haben zusätzlich zu dem, was im Fonds 'Deutsche Einheit' enthalten ist, auch entsprechende Ausgaben in den Normalhaushalten/ war bereits im ersten Haushalt enthalten, im ersten Nachtragshaushalt und im zweiten Nachtragshaushalt z.B. die Anschubfinanzierung für die Arbeitslosenversicherung, die Rentenfinanzierung findet sich im zweiten Nachtragshaushalt und nicht im Fonds 'Deutsche Einheit'/ haben Instrumentarien so vorbereitet, dass aus dem Wachstum der DDR heraus auch ein Teil dessen finanziert werden kann und muss, was jetzt ansteht / sind darauf vorbereitet.../ beste Vorbereitung durch hervorragende Finanzpolitik.";

Waigel OT zur Frage, ob er inflationäre Schübe befürchte: "Nein, sind nicht zu befürchten/ unsere Geldmengenpolitik bleibt in der Hand der Bundesbank und insofern stabilitätsorientiert/ Bürger in der DDR haben sich stabilitätsbewusst verhalten/ nur wenig Geld abgerufen/ werden Geld vernünftig anlegen/ Konsumrausch findet nicht statt/ kommt uns entgegen.";

Waigel OT zum Streik der IG-Metall: "Streiks sind im Augenblick schlechteste Methode um bessere Zukunft zu erreichen/ Lohnforderungen müssen sich an der Zunahme der Produktivität orientieren/ je stärker Produktivität steigt, je mehr können wir im Lohnbereich Erhöhungen durchführen/ meisten Betriebsangehörigen in der DDR sind sich dessen bewusst/ Betriebe müssen zunächst das erwirtschaften, was an Löhne ausgezahlt werden soll.";

Waigel OT zur Frage, ob er sich als "Herr im Hause" fühle, da die DDR-Regierung ihre Kredit- und Haushaltspolitik mit ihm abzustimmen hat: "Nein, glaube auch noch nicht, dass ich den Eindruck erwecke/ Bescheidenheit ist selbstverständlich/ habe mich mit Kollegen Romberg menschlich und fachlich gut verstanden/ Zusammenarbeit war gut/ bin für die Steuergelder der Bürger in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) verantwortlich und die Bürger verlangen von mir, dass dieses Geld auch vernünftig angelegt wird/ von daher meine Mitwirkung.";

Waigel OT zur Frage, welche Belastungen auf die Bundesrepublik zukommen (DDR wichtigster Wirtschaftspartner der Sowjetunion): "Herausforderung und Chance zugleich/ immer darauf hingewiesen, dass Osthandel wichtig ist/ politisch und ökonomisch wichtig/ wollen alle den Reformprozess in Osteuropa und in der Sowjetunion unterstützen/ wollen nicht, dass es Rückschlag gibt/ sehe Chancen, denn Osteuropa ist riesiger Markt, bietet riesige Möglichkeiten.../ sind in wichtigen Gesprächen mit der Sowjetunion/ Bürgschaft für fünf Milliarden Kredit für Sowjetunion...";

Waigel OT zu den Erwartungen: "Sowjetunion und die RGW-Länder (Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe) haben schon vor dieser Zeit vereinbart, dass sie ihre Rechnungseinheiten auf eine neue Größenordnung stellen müssen/ Rechnungen nicht mehr stimmen/ bringt für alle Länder Vor- und Nachteile/ muss neu berechnet werden.";

Waigel OT: "..wo sehr viel Arbeit geschehen ist in den letzten Monaten/ möchte Menschen in der DDR für ihre Arbeitsleistung großen Respekt zollen / ...ungeheurer Umlernprozess/ neues Rechnungssystem, neues Bilanzsystem, neues Steuersystem/ aus der Kommandowirtschaft in eine innovative freie Wirtschaft zu kommen/ künftig wird man sich um den Absatz kümmern müssen/ Vertriebsnetz muss ausgebaut werden/ Handel, Zwischenhandel, Groß- und Einzelhandel haben große Chance/ bin sehr optimistisch/ bei den Menschen in der DDR ist doch jetzt so viel Freiheitsdrang und Aktivität vorhanden..";

Waigel OT zu den Risiken der Währungsunion aus der Sicht eines Schwaben: "Habe ein Amt übernommen/ wusste zum Zeitpunkt nicht, was auf mich zukommen wird/ gibt theologischen Spruch, hoffe er bewahrheitet sich `Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand´/ wobei ich nicht den Bundeskanzler mit dem lieben Gott vergleichen möchte.";

Waigel OT zu den Auswirkungen auf den Bundeshaushalt: "Planen keine Steuererhöhungen../ Investitionen für die Einheit werden sich nicht nur für unsere Generation, sondern auch für die nächste Generation positiv auswirken...";

Nachgestellte Szene; Journalist stellt Fragen an den Bundesfinanzminister Theo Waigel nach

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