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Verhaftung Kessler und Stoph

15:30 Min.
Deutschland
Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft mbH, 1991

Film-/Videoformat
Betacam SP

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieses Material zeigt im ersten Teil ein Interview mit Jutta Limbach, in dem sie auf die Verhaftung von Heinz Kessler und Willi Stoph eingeht. Im Anschluss daran sind Außenaufnahmen von Stophs Wohnhaus in der Bersarinstraße zu sehen. Im zweiten Band werden Aufnahmen von Gedenkkreuzen gezeigt.

Filmstab

Kamera
  • Rainer Simon
Ton
  • Neidhardt Willerding
Redakteur
  • Ulli Oppold
Person, primär
  • Jutta Limbach
Person, sekundär
  • Heinz Keßler
  • Willi Stoph

Langinhalt

C1/1930:

Nordsternhaus T (Sitz der Senatsverwaltung für Justiz Berlin, Schöneberg); Nordsternhaus, innen; Jutta Limbach bahnt sich den Weg durch die Presse;

Jutta Limbach OT zu Hinweise auf mögliche Flucht: "Dem Leiter der Arbeitsgruppe Regierungskriminalität von der hiesigen Polizei Hinweise gegeben worden, dass einer der vier, Herr Keßler, beabsichtigt die Bundesrepublik zu verlassen.";

Limbach OT zur Frage, ob dies der Fall gewesen ist: "Kann nichts über den Wahrheitsgehalt dieser Hinweise sagen, kann nur sagen, sie waren so ernst zu nehmen, dass sie entsprechende Aktivitäten ausgelöst haben.";

Limbach OT zur Frage, ob Herr Keßler in seiner Wohnung festgenommen worden sei: "Soweit ich es weiß ja/ hatte sich zurückgemeldet und er ist vorläufig festgenommen worden."; Limbach OT zur Frage, ob die Vorwürfe gegen die jetzt Festgenommenen dieselben sind, die auch gegen Erich Honecker gerichtet worden sind: "Sind im Wesentlichen dieselben Vorwürfe/ die vier Herren, um die es geht waren Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates im Jahr 1954/ einer der Staatsanwälte der Arbeitsgruppe Regierungskriminalität hatte sich darüber hergemacht, das Statut und die Abstimmungsweisen des Nationalen Verteidigungsrates zu erkunden/ zum Schluss gekommen, dass alle Mitglieder die Verantwortung für die dort getroffenen Anordnungen tragen."; Limbach OT zu den Anordnungen: "Es ging um diese Anordnung, die Honecker im Jahre 1974 getroffen hatte, wo er doch gesagt hatte, dass bei Grenzdurchbruchsversuchen rücksichtslos von der Schusswaffe Gebrauch zu machen sei.";

Limbach OT zur Frage, ob Keßler und Stoph 'Ersatz-Honeckers' seien: "So ist es nicht/ wird nach wie vor von der Arbeitsgruppe Regierungskriminalität die Verhaftung Honeckers verfolgt werden/ für die Arbeitsgruppe war klar, dass sie ihre Ermittlungen auch von oben her fortsetzen/ versuchen würde festzustellen, wie die übrigen Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates in die Verantwortung eingebunden waren.";

Limbach OT zur Frage, ob sie aufgrund der Vorwürfe eine Verurteilung für wahrscheinlich halte: "Ist zunächst Sache des Richters/ diese vier Herren werden heute dem Haftrichter vorgeführt und das er zwei Fragen zu beantworten hat/ gibt es einen dringenden Tatverdacht hinsichtlich dieser gemeinschaftlichen Anstiftung zum Totschlag?/ besteht hier ein Haftgrund, also Fluchtgefahr oder Verdunkelungsgefahr?."; Limbach OT zur Frage, warum es nur vier Festnahmen gab: "Im Jahre 1974 waren es diese vier weiteren Mitglieder hinsichtlich derer die Arbeitsgruppe Regierungskriminalität zu dem Schluss gekommen ist, dass dort ein dringender Tatverdacht zu bejahen ist.";

Limbach OT zur Frage mit welchem Gefühl sie in das Verfahren geht/ Unsicherheit über ausreichend Anklagepunkte: "Keine Frage des Gefühls und des Glaubens/ Staatsanwaltschaft Berlin arbeitet unter dem Legalitätsprinzip und ihre besonderen Voraussetzungen kennen sie ja alle/ Staatsanwälte, die sich auf diese verschiedenen Bereiche, wie eben auf diese Protokolle des Nationalen Verteidigungsrates stürzen und zu ermitteln versuchen/ wir müssen Vertrauen in die Rechtsstaatlichkeit der Verfahren haben/ müssen auch akzeptieren, wenn Richter zu dem Entschluss kommen, dass in dem einen oder anderen Fall, aufgrund des 'in dubio pro reo'- Grundsatzes, der dringende Tatverdacht nicht mehr zu bejahen ist, dann sind das die Besonderheiten auf unser rechtstaatliches System hinsichtlich derer wir auch dann, wenn wir von der politischen Schuld zutiefst überzeugt sind, nicht irre machen lassen dürfen.";

Limbach OT zur Frage, ob sich der Fall 'Harry Tisch' wiederholen können: "Sie können nie ausschließen bei einem rechtsstaatlichen Strafverfahren, dass ein Richter zu dem Ergebnis kommt, dass entweder die Tat damals noch nicht unter Strafe gestellt war und es kann sich immer wieder der Fall ereignen, dass Richter zu dem Ergebnis kommen, dass die Beweislage nicht ausreichend ist/ ist nun einmal nicht einfach Unrechthandlungen von staatlichen Funktionären festzustellen."; Limbach OT zu Siegerrecht: "Situation heute ist gänzlich eine andere als sie nach 1945 gewesen ist/ hier wird Justiz auf deutschen Boden von deutschen Richtern geübt, auch wenn es bislang der Fall ist, dass im Wesentlichen Staatsanwälte ermitteln und Richter urteilen, die aus den Altländern der Bundesrepublik stammen/ werden aber auch einige Fälle in den neuen Ländern verhandelt werden unter gleichen rechtsstaatlichen Voraussetzungen.";

Limbach im Interview T; Haus von Willi Stoph (Bersarinstraße); Zoom auf Balkon mit geöffneter Tür; Abwärtsschwenk auf Hauseingang; Fenster; Aufzieher auf Hausfassade; Geschäft mit Schriftzug "Gardinen Melcher"; Aufwärtsschwenk auf Balkon; Gardinen Geschäft; Ausschnitt Hausfassade, Zoom auf Balkon; Schwenk von Straße mit Verkehr auf Wohnhaus; Schild mit Hausnummer mit Schriftzug "67"; Hauseingang; Hausnummer GA; Straßenschild mit Schriftzug "Bersarinstraße"; Schwenk auf Straße; Frau Stoph im Hausflur; Frau Stoph möchte kein Interview geben, reagiert sauer; Hauseingang; Fassade Froschperspektive; Frau Stoph kommt aus Haustür herau; Frau Stoph geht Straße entlang

C1/1931:

Fernsehturm angeschnitten; Aufzieher auf Gedenkkreuze an Maueropfer; Fernsehturm angeschnitten; Leute betrachten die Gedenkkreuze; Schwenk auf Spree und zurück; Gedenkkreuz mit Schriftzug "Ottfried Reck- November 1962"; Aufzieher auf Gedenkkreuze; Menschen spazieren an der Straße entlang; Schwenk auf Mauerkreuze/ Gedenkkreuze; Beerdigungskranz GA an Gedenkkreuz; Aufzieher auf Gedenkstätte (sehr windig); Zoom auf Beerdigungskranz; Gedenkkreuze Froschperspektive; Gedenkkreuz mit Schriftzug "Den Opfern der Gewalt"; Schwenk über Namen der Opfer; Gedenkkreuz mit Schriftzug "Den Opfern der Gewalt" Froschperspektive

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