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Zeitzeugengespräch: Günter Reisch (Porträt)

Regie: Steffi Unrein, 35 Min., Farbe, Dokumentarfilm
Deutschland
à jour Film- und Fernsehproduktion GmbH / Bauhaus-Universität Weimar, 2002

Film-/Videoformat
Betacam SP
Sonstiger Titel
Nelken für Reisch
Veröffentlichungen
DVD: ICESTORM Entertainment GmbH / www.spondo.de/defa

Kurzinhalt (Deutsch)

Dieses von der Bauhaus-Universität Weimar entstandene Porträt widmet sich verschiedenen Stationen aus dem Leben und Wirken des ehemaligen DEFA-Regisseurs Günter Reisch, geboren 1927. Während Reisch mit seinen Studenten einen Film dreht, blickt er zurück auf seine Anfänge als Assistent von Kurt Maetzig und erzählt über die Entstehung von Filmen wie "Trotz alledem!", "Anton der Zauberer" oder "Die Verlobte". Auch wie es nach der Wende zur Annahme einer akademischen Lehrtätigkeit kam, ist Thema dieses Gesprächs. Neben Yvonne Andrä begleiten private Filmaufnahmen und Ausschnitte zu den Dreharbeiten seiner Filme das Interview, ebenso kommen Kollegen und Wegbegleiter wie Kurt Maetzig, Andreas Dresen oder Günther Rücker zu Wort.

Filmstab

Regie
  • Steffi Unrein
Drehbuch
  • Yvonne Andrä
  • Wolfgang Bauer
  • Christine Jahn
  • Steffi Unrein
Kamera
  • Bahman Kormi
  • Michael Mertens
Schnitt
  • Wolfgang Bauer
Kameraassistent
  • Wolfgang Bauer
Ton
  • Wolfgang Bauer
  • Thomas Götz
  • Maren Krüger
Produzent
  • Klaus Schmutzer
Interviewer
  • Yvonne Andrä
Redakteur
  • Yvonne Andrä
  • Wolfgang Bauer
  • Christine Jahn
  • Maren Krüger
  • Inga Skowranek
  • Steffi Unrein
Person, primär
  • Andreas Dresen
  • Kurt Maetzig
  • Günter Reisch
  • Beate Reisch
  • Günther Rücker
  • Monika Schindler (geb. Behrendt)
Person, sekundär
  • Günter Reisch

Langinhalt

0:00:00

Titel "Nelken für Reich". Einspieler (Vorspann): alte Aufnahmen von Reisch auf einer Allee.

0:00:45

Reisch im Bild; er nimmt eine Handkamera und betrachtet sie ausgiebig. Reisch über sich: "Ich sehe das Leben in Ausschnitten und konzentriert, natürlich. Und ich sehe es so, wie ich es sehen will."

0:01:41

Eine Radiomoderatorin spricht mit Reisch über sein Filmprojekt. Blick auf ein marodes Treppenhaus.

Reisch unterhält sich mit zwei jungen Männern (Filmstudenten des Projekts) und gibt ihnen Regieanweisungen. Weitere Szenen von den Dreharbeiten. Kommentar Andreas Dresen: "Günter ist jemand, der kann gar nicht ohne Arbeit leben."

0:03:51

Interview mit Andreas Dresen: "Er genießt es über junge Leute Inspiration, frische Impulse zu bekommen." Blick auf Reisch in einem vollen Lagerraum. Reisch und seine Studenten suchen Filmrollen.

0:04:55

Private Aufnahme im Garten mit Gästen. Gespräch über privates Filmen. Einspieler eines jungen Günter Reischs, der auf einer Wiese zu einer Kamera läuft.

0:05:48

Interview mit Kurt Maetzig. Er erzählt, wie er Reisch nach der Gründung der DEFA als einen "verhungerten, knochendürren jungen Mann mit neugierigen Augen" kennengelernt hat, und ihm gleich die Gelegenheit gegeben hat, in einem "großen, schweren Film" anzufangen.

Einspieler zu "Ernst Thälmann (Teil 1: 1954/ Teil 2: 1955)" (aus Privatarchiv Reisch). Szenen von den Dreharbeiten. Kommentar Maetzig: "Ich versuchte, dass, was wir zusammen taten, auch immer in einen größeren Zusammenhang zu stellen."

0:07:20

Reisch im Interview. Reisch erzählt, dass er nach vier Jahren Dreharbeiten zu den Thälmann-Filmen keine Historien mehr drehen wollte.

Einspieler in s-w: "Junges Gemüse (1956). Regie: Günter Reisch / Autor: Günther Rücker und Kurt Bortfeltd". Inhalt der gezeigten Szene: zwei Männer unterhalten sich in einem Büro.

Reisch erzählt von seinen Filmen ("Das Lied der Matrosen" mit Kurt Maetzig und zwei Filme über Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg).

Ausschnitte aus den Filmen "Trotz alledem!" (1972) und "Solange Leben in mir ist! (1965) Dreharbeiten.

0:09:03

Bei den Dreharbeiten mit den Studenten; Reisch bespricht das weitere Vorgehen.

Blick auf Reisch in einem engen Raum voller Technik. Reisch bedient einen alten Schneidetisch.

0:10:47

Interview mit Monika Schindler, Schnittmeisterin. Sie erzählt, dass Reisch sich nie abfällig über Kollegen geäußert hat.

Blick auf Andreas Dresen. Dieser lobt Reischs freundliches und offenes Wesen.

Blick auf Monika Schindler. Sie erzählt von Reischs Einfallsreichtum.

Schwenk von Reisch auf die Studenten bei den Dreharbeiten im Raum mit dem Tisch.

Kurt Maetzig erwähnt die "übersprudelnden Fantasie" Reischs.

Schindler berichtet von Reischs Hang zum übertriebenen Einsatz von Effekten.

Dresen attestiert Reisch eine Führungsqualität nicht durch "Terror", sondern durch "Charme".

0:12:06

Blick auf Schindler, die von Reisch angesprochen wird und sich umdreht. Reisch erwähnt, dass die beiden mindestens fünf Filme zusammen gedreht haben. Gespräch über die gemeinsame Vergangenheit. Reisch habe einen "Hang zum Komischen" kann über Filme lachen.

Reisch und seine Studenten beim Abendessen. Reisch erzählt zur Freude seiner Studenten, dass auch etwas "Erotik" in einen Film gehört.

0:13:53

Aufnahme von zwei Schauspielern im Bett (bekleidet). Reisch erläutert die Anforderungen an eine gute Komödie. Filmausschnitte aus "Anton der Zauberer" (1977). Einige Männer in blau-gelben Sträflingsuniformen arbeiten an Drehbänken.

0:16:11

Interview mit Günther Rücker. Er erklärt seine Theorie, dass Reisch wegen der veränderten Bedürfnisse der Zuschauer angefangen habe, Komödien zu drehen. Reisch erzählt, dass er in der DDR "Komödien gemacht hat, solange es sie gab" und nach der Wende sich ernsteren Themen zuwandte.

Reisch legt ein dickes Buch auf einen Tisch, Kommentar: Drehbuch mit Fotos.

0:18:30

Ausschnitte aus "Die Verlobte" (1980). Eine Gefängnisinsassin unterhält sich mit der Wärterin.

0:19:57

Interview mit Günther Rücker: Reisch und er hätten immer ähnliche Ansichten gehabt.

Rücker bei den Dreharbeiten zu "Die Verlobte" (1980) (Privatarchiv Reisch).

Er erzählt von der schweren Krankheit und den darauf folgenden Operationen, die Reisch erleiden musste. Laut Rücker waren alle Beteiligten beeindruckt vom souveränen Umgang Reischs mit seiner Situation.

0:21:45

Reisch sitzt auf der Couch in seinem Wohnzimmer. Neben ihm seine Frau Beate. Reisch erzählt, dass er seine Krankheit durch die "unaufdringliche" Hilfe seiner Familie und wegen der Verantwortung für seine Kinder überstanden hat.

0:22:43

Private Szenen vom Boot der Familie. Ein Boot wird zu Wasser gelassen.

0:23:32

Frau Reisch erzählt von der Wichtigkeit des Bootes für die Familie, aber auch die Kosten die es verursachte. Einspieler: Blick auf Herr und Frau Reisch auf einem Pier vor ihrem Boot. Kommentar (fortgeführt von Fr. Reisch): Sie erzählt von Reischs Wunsch, das Boot zu verkaufen und dafür ein digitales Schneidegerät zu kaufen.

0:24:18

Reisch und ein Student an einem Computer. Reisch zeigt den Bildschirm einer Kamera. Im Bild sind Andreas Dresen und Günther Rücker vor einer Menschenansammlung. Dresen: "Günter dokumentiert schon wieder sein Leben in Echtzeit."

Interview mit Günther Rücker: Rücker ist froh über die vielen Aufnahmen Reischs.

Interview mit Andreas Dresen: Reisch sei ein Mann des Films.

0:26:32

Dreharbeiten mit den Studenten. Reisch bittet um Ruhe und erklärt dem Studenten an der Kamera die folgende Einstellung. Ein Student erklärt Reisch das Arbeiten mit einem PC. Kommentar Maetzig: Reisch sei immer bereit gewesen, sich in eine neue Sache einzuarbeiten.

0:28:33

Mehrere Leute tragen den alten Schneidetisch aus Reischs Wohnung in einen Laster.

Blick beim Fahren aus dem offenen Lagerraum des Wagens heraus.

Kommentar von Andreas Dresen: Er vermutet, dass Reisch über das Scheitern des "gesellschaftlichen Entwurfs" der DDR wohl eine "gewisse Traurigkeit" empfindet.

0:30:55

Interview mit Andreas Dresen. Dresen ist sich sicher, dass durch die neue Dynamik der Wende positive Impulse für Gesellschaft und Künstler entstehen.

Reisch erzählt, dass Filme heute komplizierter zu drehen sind, er sich aber immer älter fühlt.

Die Studenten verlassen das Haus. Kommentar von Reisch: Er wünscht sich noch weiter mit jungen Menschen an Filmen zu arbeiten.

0:33:05

Blick auf Reisch. Er betont sein Interesse jungen Filmkünstlern bei der Arbeit und Inspiration zu helfen. Abspann.

0:35:30 ENDE

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