Berlinale 2026
Internationale Filmfestspiele Berlin
Wenn vom 12. bis zum 22. Februar 2026 die 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin stattfinden, sind im Programm der diesjährigen Retrospektive „Lost in the 90s“ zwei Kurzfilme aus den letzten Jahren der DEFA vertreten. Zudem gibt es Talks mit Stiftungsvorstand Stefanie Eckert und zum 13. Mal wird der Heiner-Carow-Preis vergeben.
Retrospektive „Lost in the 90s“
Eduard Schreiber fängt in seinem Essayfilm ÖSTLICHE LANDSCHAFT (1991) die Endzeitstimmung auf einer Müllkippe bei Ostberlin ein. Überreste eines untergegangenen Landes: Symbole der Vergangenheit treffen auf privaten Hausrat. Der Film läuft gekoppelt mit Jean-Luc Godards DEUTSCHLAND NEU(N) NULL (1991) am 20. Februar um 21:30 Uhr sowie am 21. Februar um 19:00 Uhr jeweils in der Akademie der Künste (Hanseatenweg). Mit IN MY NEIGHBOURHOOD (1991) von Gábor Steisinger hat auch das DEFA-Animationsfilmschaffen einen Auftritt beim wichtigsten deutschen Filmfestival. Zwischen bröckelnden Häuserfassaden ist Platz für bunte Graffiti: „Null Bock auf Deutschland“ und „Geld macht böse“. Dazu Rap mit Breakdance in strahlenden Farben: Leben blüht in den Ruinen auf. IN MY NEIGHBOURHOOD läuft zusammen mit BERLIN, BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE 1990 (R: Konstanze Binder, Lilly Grote, Ulrike Herdin und Julia Kunert) am 16. Februar, 15:00 Uhr im Cubix 5 am Alexanderplatz sowie am 18. Februar, 19:00 Uhr und am 22. Februar, 12:30 Uhr jeweils in der Deutschen Kinemathek (Mauerstraße 79, 10117 Berlin) . Tickets sind über die Berlinale erhältlich.
Berlinale Talk: Film Heritage in Transition
Die Retrospektive „Lost in the 90s“ beschäftigt sich nicht nur mit Ästhetik und Zeitgeist, sondern auch mit dem verlorenen Filmerbe aus den Nachwendejahren. Aufgrund der turbulenten Zeit in Mittel- und Osteuropa, in der staatliche Produktions- und Archivstrukturen transformiert und Filmstudios privatisiert oder verkauft wurden, sind viele Werke nicht zentral katalogisiert oder aufbewahrt worden. Den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, wie Ukraine oder Georgien, fehlt ab den 1990ern der direkte Zugang zum eigenen Kulturgut – nach wie vor lagern unzählige Originalnegative im russischen Filmarchiv. Im Gespräch tauscht sich die künstlerische Leiterin der Deutschen Kinemathek Heleen Gerritsen am Samstag, 14. Februar, um 14:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Kinemathek mit Eva Näripea (Leiterin des Filmarchivs, The National Archives of Estonia), Ivan Kozlenko (Ehemaliger Leiter des Dovzhenko Center, Kyjiw), Tomasz Kolankiewicz (Leiter der Filmoteka Narodowa, Warschau) und Stefanie Eckert (Vorstand der DEFA-Stiftung) aus. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Berlinale .
Berlinale Edition: „KINO! Film Salon“ mit PAUL UND PAULA
Anlässlich der diesjährigen Berlinale lädt der virtuelle „KINO! Film Salon“ des German Film Office in Zusammenarbeit mit Telescope Film zu einer besonderen Gesprächsrunde ein: Am 15. Februar, 20:00 Uhr (MEZ), ist Stefanie Eckert zu Gast, um mit Moderator Jim Kolmar über Heiner Carows DIE LEGENDE VON PAUL UND PAULA (1972) zu sprechen. Das Format des Filmsalons bietet monatlich eine Plattform für Liebhaber des deutschen Kinos, um über Filme zu diskutieren, die aktuell im Streaming in den USA verfügbar sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schauen das jeweilige Werk vorab unabhängig an und kommen anschließend im digitalen Raum zusammen, um sich mit Expertinnen und Experten über Hintergründe und Sehgewohnheiten auszutauschen. Stefanie Eckert wird Einblicke in die Bedeutung sowie die Produktions- und Wirkungsgeschichte des DEFA-Kultfilms geben. Das Gespräch findet in englischer Sprache statt. Anmeldungen sind vorab hier möglich.
Heiner-Carow-Preis
Zum 13. Mal wird die DEFA-Stiftung zur Förderung der deutschen Filmkunst den mit 5.000 Euro dotierten Heiner-Carow-Preis vergeben. Der Preis wird für einen ersten oder zweiten, majoritär deutschen Dokumentar- oder Spielfilm an eine filmschaffende Person ausgelobt, die gegenwärtig in Deutschland ansässig und tätig ist. Neun Filmproduktionen sind diesmal nominiert. Die Jury besteht in diesem Jahr aus der Schauspielerin Şafak Şengül, dem Filmemacher Jan Soldat und Maren Liese (DEFA-Stiftung). Die Preisvergabe erfolgt am Samstag, 21. Februar, im Rahmen der Preisverleihung der unabhängigen Jurys im Pressezentrum der Berlinale im Hyatt Hotel am Potsdamer Platz.
Berlinale Forum: Premiere für Volker Koepps CHRONOS
Der frühere DEFA-Regisseur Volker Koepp kehrt mit seinem neuesten Werk zu den Internationalen Filmfestspielen Berlin zurück: CHRONOS – FLUSS DER ZEIT wird im Rahmen der Sektion Forum uraufgeführt. In dieser Produktion setzt Koepp seine langjährigen, bis in die 1970er-Jahre zurückreichenden, filmischen Erkundungen in der Region Sarmatien fort. Der Film folgt dem Lauf der Memel – in der Antike als Chronos bekannt – und verknüpft Beobachtungen des Alltags mit den einschneidenden biografischen und politischen Umbrüchen der Gegenwart, von den Folgen der Pandemie bis hin zu den Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Weltpremiere findet am 15. Februar, um 10:00 Uhr im Delphi Filmpalast statt. Eine weitere Vorführung folgt am Donnerstag, 19. Februar, 14:00 Uhr im Cinema Paris. Das Team der DEFA-Stiftung wünscht Volker Koepp und dem gesamten Filmteam eine erfolgreiche Uraufführung!

Abschied von einem untergegangenen Staat: ÖSTLICHE LANDSCHAFT (R: Eduard Schreiber, 1991) Fotograf: Sebastian Richter

Animierte Graffiti-Landschaften: IN MY NEIGHBOURHOOD (R: Gábor Steisinger, 1990) Fotograf: Steffen Nielitz