Filmstill zu "Ein Lord vom Alexanderplatz"

DEFA-Preis in Chemnitz verliehen

Der Förderpreis der DEFA-Stiftung ging an die Regisseurin Karin Heberlein für Ihren Spielfilm SAMI, JOE UND ICH (Schweiz 2020)

Die DEFA-Stiftung gratuliert der Regisseurin Karin Heberlein herzlich zum Förderpreis der DEFA-Stiftung für ihren Spielfilm SAMI, JOE UND ICH. Die Verleihung fand am 20. Oktober 2021 im Rahmen des Filmfestivals Schlingel statt. In der Jurybegründung von Mirko Wiermann (DEFA-Filmverleih in der Deutschen Kinemathek) heißt es:

Das Flirren des Sommers ist verräterisch, Hoffnungen und Erwartungen werden von den Unwägbarkeiten des Lebens nur allzu oft enttäuscht. Eine ganz frühe Einstellung, ein unscharf-verhangener
Blick durch einen Vorhang, deutet dies bereits an - eines der wenigen metaphorisch zu lesenden Bilder in einem ansonsten geradlinig inszenierten und erzählten Film. Die Protagonistinnen Jocelyn, Samira und Leyla, drei 16-jährige Schülerinnen aus Migrantenfamilien in einem Zürcher Vorort, beenden voller Vorfreude ihre Schulzeit. Unaufgeregt und mit beobachtendem Gestus folgt die Kamera ihren Schritten ins Leben.

Das Versprechen von Freiheit bleibt allerdings nur Illusion: Samis Eltern, traumatisiert durch den Bosnienkrieg, kontrollieren das Mädchen aufs Schärfste und verbringen sie schließlich nach Bosnien. Joe wird in ihrem ersten Job von ihrem Chef sexuell attackiert und missbraucht. Sehr dezent-andeutend inszeniert ist gerade diese Szene des Verbrechens an der 16jährigen; der emotionale Impact wirkt dadurch umso eindringlicher. Leyla, selbst in einem rigiden Ausbildungsverhältnis gefangen, sucht nach Auswegen mit und für ihre Freundinnen. Die drei jungen Frauen (und mit ihnen wir als Zuschauer) stehen damit vor bedeutsamen Fragen: Wem kann man sich anvertrauen, wie sich mitteilen? Wie soll man sich traumatisierenden Erfahrungen stellen?

Einfache Antworten gibt es nicht, schnelle Lösungen noch weniger. Trotz jener bitteren Ereignisse vermittelt sich der Film jedoch durchweg positiv, enthält sich vor allem jeder Sentimentalität. So suggeriert auch der pastellfarbene Sonnenuntergang, auf den sich Joe und Leyla am Filmende zubewegen, keineswegs eine verharmlosende, idyllische Konfliktlösung, sondern bestätigt vielmehr die kraftvolle (Leyla, dem „ich“ des Titels, zu Beginn und nochmals am Ende in den Mund gelegte) Aussage des Films, das wir uns stets mehr Träume im Herzen bewahren müssen, als das Leben zerstören kann.

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