Die DEFA-Stiftung präsentiert: MORD OHNE SÜHNE
Kino Krokodil, Berlin
Im Rahmen ihrer monatlichen Filmreihe zeigt die DEFA-Stiftung ausgehend von einer 35mm-Filmkopie ein heute wenig bekanntes DEFA-Filmhighlight aus den 1960er-Jahren.
Basierend auf dem 1958 erschienenen Roman „Im Namen des Volkes?“ von Theo Harych, thematisiert MORD OHNE SÜHNE einen realen Justizmord, der sich in der Zeit der Weimarer Republik im Mecklenburgischen ereignete.
Der ehemalige polnische Kriegsgefangene und Landarbeiter Jakubowski wird verdächtigt, das Kind seiner Lebensgefährtin ermordet zu haben. Obwohl Oberlandjäger Lippert, der Jakubowski eingangs verhaftete, die Unschuld des Angeklagten eindeutig nachweisen kann, unternimmt der voreingenommene Justizapparat alles, den fälschlich angeklagten Polen dennoch zum Tode zu verurteilen.
Neben der expressiven Bildgestaltung von Kamera-Debütant Peter Krause besticht der Film durch die Leistungen von Günther Simon, dessen Darstellung des Oberlandjägers Lippert eine vielschichtige Figur hervorbringt, sowie von Wojciech Siemion, der als Jakubowski eine ebenso eindrucksvolle wie berührende Charakterstudie liefert. Des Weiteren brillieren in einprägsamen Nebenrollen Manja Behrens, Wilhelm Koch-Hooge, Horst Schönemann und Fred Delmare. Für Regisseur Balhaus wurde MORD OHNE SÜHNE die letzte seiner insgesamt acht Regiearbeiten im DEFA-Studio.
Lange Zeit war der Film im DEFA-Filmverleih nicht mehr verfügbar. Wir freuen uns, MORD OHNE SÜHNE nun mittels einer aus der Filmuniversität Babelsberg übernommenen 35mm-Kopie wieder präsentieren zu können.
Eine Filmeinführung hält Mirko Wiermann (DEFA-Filmverleih). Tickets sind im April über das Kino Krokodil erhältlich.

Günther Simon in MORD OHNE SÜHNE (R: Carl Balhaus, 1962) Fotograf: Horst Blümel

Wojciech Siemion in MORD OHNE SÜHNE (R: Carl Balhaus, 1962) Fotograf: Horst Blümel