Filmstill zu "Vorspiel"

Preise der DEFA-Stiftung 2020

Die Preisjury der DEFA-Stiftung hat auf ihrer diesjährigen Sitzung beschlossen, ein Zeichen für das Kino zu setzen und ausschließlich engagierte Spielstätten und Verleihfirmen auszuzeichnen.

Das Jahr 2020 ist für alle ein Besonderes. Die Einschränkungen, die die Covid-19-Pandemie mit sich brachte und bringt, hat vor allem den Kulturbereich stark getroffen. Monatelang waren die Kinos geschlossen und mussten um ihr Überleben kämpfen. Auch mit der Öffnung der Kinosäle tritt noch keine Normalität ein. Die Preisjury der DEFA-Stiftung hat auf ihrer diesjährigen Sitzung deshalb beschlossen, ein Zeichen für das Kino zu setzen und ausschließlich engagierte Spielstätten und Verleihfirmen mit Programmpreisen in einem Gesamtwert von 25.000 Euro auszuzeichnen. Gewürdigt werden Kinos, die sich mit ihrem Programm in besonderem Maße um das Filmerbe verdient gemacht haben. Die prämierten Filmverleihe zeichnen sich durch ein Engagement für kleine Filmproduktionen jenseits des Mainstreams aus. Die Preisträger sind das Puschkino in Halle (Saale), die Ritterhuder Lichtspiele, das Welt-Theater Frankenberg (Sachsen), die Drop-Out Cinema eG und der Eksystent Filmverleih.

Das Wochenende vom 20. bis zum 22. November 2020 ruft die DEFA-Stiftung zum Wochenende des DEFA-Films aus. Kinos können für den genannten Zeitraum DEFA-Filme ohne die sonst übliche Filmmiete beim DEFA-Filmverleih in der Deutschen Kinemathek buchen. Die Buchungen können ab sofort vorgenommen werden. Die anfallenden Gebühren übernimmt die DEFA-Stiftung.

Das DEFA-Kinowochenende steht in direktem Zusammenhang mit einem historischen Datum: Am 22. November 1945 erfolgte die erste gemeinsame Beratung von Filmemachern, Schriftstellern und Kulturfunktionären über den Aufbau einer neuen Filmproduktion in der Sowjetischen Besatzungszone im Berliner Hotel „Adlon“. Das DEFA-Kinowochenende bildet den Auftakt für alle geplanten Projekte zum 75. Gründungsjubiläum der DEFA im kommenden Jahr. Das Kinowochenende ersetzt die ursprünglich für den 20. November 2020 geplante 20. Preisverleihung der DEFA-Stiftung. Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist eine Ausrichtung der Veranstaltung in diesem Jahr nicht möglich.

Ergänzung vom 29. Oktober: Aufgrund des verhängten Veranstaltungsverbots im November 2020 wird das DEFA-Filmwochenende auf den Zeitraum 14. bis 16. Mai 2021 verschoben.

Die Preisträger im Überblick

  • Puschkino Halle (Sachsen-Anhalt)
    Das Puschkino bereichert die Kinoszene in Halle (Saale) mit einem vielfältigen Arthouse-Programm – neben aktuellen Spiel- und Dokumentarfilmproduktionen hat auch das Filmerbe seinen festen Platz im Programmplan. Etabliert sind die Reihen „Filmmontag“ und „Film im Gespräch“, die regelmäßig DEFA-Produktionen beinhalten. Moderator Paul Werner Wagner begrüßte bereits zahlreiche DEFA-Filmschaffende zum Filmgespräch vor ausverkauftem Haus.
     
  • Ritterhuder Lichtspiele (Niedersachsen)
    2011 gründete sich der „Freundeskreis Ritterhuder Lichtspiele“ um das Traditions-Kino vor seiner Schließung zu bewahren. Seitdem kuratieren die Vereinsmitglieder mit viel Engagement das Kinoprogramm und etablierten das Filmtheater zu einem wichtigen kulturellen Ort in der kleinen niedersächsischen Gemeinde. Zuletzt präsentierte das Kino in einer Filmreihe „Kino aus der DDR“ monatlich verschiedene DEFA-Produktionen.
     
  • Welt-Theater in Frankenberg (Sachsen)
    Das unter Denkmalschutz stehende „Welt-Theater“ ist eines der ältesten Lichtspielhäuser in Sachsen. Das Kino verfügt noch über die originale, vollständig erhaltene Projektionstechnik und präsentiert sein Filmprogramm auf 35-mm-Kopien. Der Kinoverein IG „Welt-Theater Frankenberg/Sa.“ e.V. betreibt das Kino spendenfinanziert auf gemeinnütziger Basis. Im Kinoprogramm finden sich regelmäßig Filmklassiker der DEFA.
     
  • Drop-Out Cinema eG
    Der Filmverleih hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Programmvielfalt in deutschen Kinos zu fördern und Filme zu unterstützen, die es schwer haben, einen Verleih zu finden. Unter dem Label „Cinema Obscure“ bietet Drop-Out exzentrischen Filmen von zumeist jungen Filmemachern eine Plattform. In der Vergangenheit förderte der Verleih unter dem Titel „DOKfilm“ auch Dokumentarfilmproduktionen mit gesellschaftlich-relevanten Fragestellungen.
     
  • Eksystent Filmverleih
    Der Eksystent Filmverleih macht insbesondere osteuropäische Filme und international unabhängige Produktionen für das deutsche Publikum zugänglich. Bisher hat der Verleih rund 30 Filme in die deutsche Kinolandschaft gebracht, die auf Festivals prämiert wurden oder thematisch herausragen. Mit der Filmreihe „Femmes Totales“ fördert der Verleih insbesondere das Filmschaffen von Regisseurinnen.
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