Videoarchive

Die Bestände werden durch PROGRESS Film-Verleih (Weltvertrieb) und die Stiftung Deutsche Kinemathek (Kinoverleih) ausgewertet.

Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm bei der DEFA-Stiftung

Das in über 15 Jahren von Thomas Grimm geschaffene Zeitzeugen-Archiv versteht sich als audiovisuelle Quelle autobiografischen Erinnerns. Auf über 3.500 Kassetten mit rund 1.700 Beiträgen geben weit über 1.000 Personen Auskunft, durch deren Selbstzeugnisse der Zuschauer eindrucksvolle zeithistorische Einblicke zur neueren deutschen Geschichte gewinnt. Aber auch die „einfachen Zeitzeugen“ kommen zu Wort, die aus dem eigenen Erleben die Entwicklung ihrer Zeit anschaulich schildern. Bildarchive und Sachdokumente vervollständigen die wertvolle Sammlung.

Thomas Grimm begann 1987 Interviews auf Video- und Filmmaterial aufzuzeichnen. Erste Gespräche führte er mit Persönlichkeiten wie Walter Markov, Jürgen Kuczynski, Freia Eisner und Hans Mayer, die aus ihren Jahrhundertbiographien erzählen. Später kamen vor allem Personen zu Wort, die auf herausragende politische, wissenschaftliche oder künstlerische Ereignisse zurückblicken konnten.

Die DEFA-Stiftung hat im Sommer 2004 dieses Produktionsarchiv der Firma Zeitzeugen TV erworben und als Zeitzeugen-Archiv Thomas Grimm in den Rechtebestand der DEFA-Stiftung übernommen. In einer Zeit, wo die Gesellschaft mit immer fragmentarischeren audiovisuellen Produkten überhäuft wird, hat sich Zeitzeugen TV dem individuellen Lebenslauf als ganzes gewidmet. Unter dem Motto „Erinnerungen als Verantwortung" leisten die Interviews einen nachhaltigen Beitrag zum Verständnis von Geschichte.

Cintec-Archiv

Der Cintec-Bestand dokumentiert auf rund 5.200 Kassetten mit circa 2.200 Stunden Filmmaterial das Ende der DDR und das Zusammenwachsen beider deutscher Staaten von 1985 bis 2004. Die Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft GmbH produzierte für öffentlich-rechtliche Sendeanstalten Dokumentationen, Nachrichten- und Magazinbeiträge zur Politik, Kultur und dem Alltag der DDR. Dabei entstanden viele Stunden Rohmaterial, die neben den politischen Ereignissen um 1989 auch den Alltag beider zusammenwachsender Staaten dokumentieren. Das Archiv umfasst Aufzeichnungen zum Fall und Abriss der Mauer, zur Währungsunion, zu Prozessen gegen DDR-Politiker und zahlreiche Zeitzeugengespräche.

Die Cintec Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft wurde bereits 1973 von dem englischen Journalisten und Kameramann George Peter Boultwood und dem Tontechniker Gerhard Biroth in Berlin (West) gegründet. Sie wollten an der Nahtstelle zwischen Ost und West Themen von politischer, kultureller und sozialer Brisanz journalistisch festhalten.

Cintec Kamerateams drehten Filmprojekte für westdeutsche und ausländische Sendeanstalten. Viele Produktionen - so zum Beispiel die für den WDR produzierte Sendereihe „Alltag Ost“ - entstanden damals in enger Zusammenarbeit mit Kollegen aus der DDR. Ab 1988 produzierte Cintec vermehrt aktuelle Nachrichten- und Magazinbeiträge, die an Sendeanstalten verkauft wurden. Bis 1994 entstanden in diesem Produktionsbereich etwa 3.500 Kamerakassetten, die neben den großen politischen Ereignissen den Alltag eines Landes in seiner historisch einmaligen Situation dokumentieren.

Im Frühjahr 1990 gründeten Peter Boultwood und Mathias Remmert, ehemals bei der DEFA beschäftigt, eine Cintec Dependance in Berlin Mitte. Die Geschäftsführung übernahm Mathias Remmert, ab 2002 Annette Metzger. Nach dem Ausscheiden von Peter Boultwood beteiligte sich die Tellux GmbH am Unternehmen. Neben einigen Langzeitproduktionen, die baubegleitend die Etablierung politischer und kultureller Instanzen in Berlin dokumentieren, produzierte Cintec Dokumentationen, Feature und Reportagen aus den Bereichen Politik, Zeitgeschehen und Kultur. Im Juli 2005 stellte Cintec ihren operativen Betrieb ein und übereignete der DEFA-Stiftung ihren Filmbestand.

Wydoks-Archiv

Anfang 2009 hat die DEFA-Stiftung den filmischen Nachlass des Vereins Wydoks e. V. und seines ehemaligen, im Jahr 2000 verstorbenen Vorsitzenden Alexander „Aljoscha“ Rompe zur Auswertung erworben. Rompe war Sänger der von ihm 1983 gegründeten Ost-Berliner Punkband „Feeling B.“. Die ehemaligen Mitglieder Christian „Flake“  Lorenz, Paul Landers sowie Christoph Schneider machen heute in der Band Rammstein Karriere. Rompe gründete 1990 den Verein und besetzte ein leerstehendes Gebäude in der Schönhauser Allee 5, in dem eine Kulturstätte für Konzerte und kreatives Schaffen entstand.

Das Archiv umfasst ca. 100 Stunden Material. Es handelt sich um einen einmaligen Bestand aus der Nachwendezeit. Von besonderem Interesse sind Materialien zu Demonstrationen, u. a. Mainzer Straße sowie Konzertmitschnitte und Interviews der Band „Feeling B.“.

Blickpunkt-Archiv

Die DEFA-Stiftung hat Anfang 2010 das Archiv der Firma TI:ME:CO:DE Berlin erworben. Die Firma wurde 1990 gegründet und ist spezialisiert auf Features, Dokumentationen und Reportagen, die über diverse TV-Anstalten ausgestrahlt werden. TI:ME:CO:DE Berlin hat bis 2005 jahrelang die Sendung „Blickpunkt – Berichte aus den neuen Bundesländern“ für das ZDF realisiert. Im Archiv sind Sendebeiträge auf 11 Sendebändern und dazugehöriges Rohmaterial auf über 750 Betacam SP und Digital-Betacam-Kassetten vorhanden.

Das ZDF hat diese Sendung alle vier Wochen in einer Länge von 30 Minuten ausgestrahlt, innerhalb dieser Sendung wurden jeweils 3-5 Minuten-Beiträge gesendet. So entstanden ca. 200 Beiträge. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt in der Betrachtung der sogenannten „Neuen Bundesländer“ und ein zusammenwachsendes Deutschland nach der Wende. Die Beiträge beschäftigen sich mit den Problemen der Menschen der vergangenen DDR. Sie berichten von ihren alltäglichen und nicht immer einfachen Lebensumständen. Berufliche und private Veränderungen sowie die emotionale Wirkung und Reaktion auf neue Strukturen im Bildungs- und Kulturbereich werden im Gesamtkonstrukt einer sich wandelnden Gesellschaft evaluiert. Schonungslos und ehrlich werden Problembereiche gespiegelt, die hauptsächlich auf eine Perspektivlosigkeit von Menschen aller Altersklassen verweisen, die in Brandenburg, Berlin, Mecklenburg Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt ihr Leben gestalten. Weitere Themen sind: Jüdische Friedhöfe, Fischer auf der Oder, Interview mit H.D. Genscher, Synagoge in Dresden oder ehemalige Stasi-Mitarbeiter (IM).

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung stimmen Sie der Verwendung zu. Datenschutzhinweise

Verstanden
menu arrow-external arrow-internal camera tv print arrow-down arrow-left arrow-right arrow-top arrow-link sound display date facebook facebook-full range framing download filmrole cleaning Person retouching scan search audio twitter cancel