Filmstill zu "Seitensprung"

SEITENSPRUNG

Evelyn Schmidts DEFA-Debütfilm SEITENSPRUNG bildete den Auftakt weiterer Produktionen der Regisseurin, die sich mit Problemen des Zusammenlebens junger Leute in der DDR auseinandersetzten.

SEITENSPRUNG wurde durch die DEFA-Stiftung digital restauriert. Die Premiere der digital restaurierten Fassung findet am 3. Mai in Anwesenheit der Regisseurin auf dem FILMKUNSTFEST MV in Schwerin statt. Im Mai 2019 erscheint der Film bei ICESTORM-Entertainment auf DVD.

Kurzinhalt

Filmplakat zu "Seitensprung"

SEITENSPRUNG

(R: Evelyn Schmidt, 1979)

Die Eheleute Edith und Wolfgang führen mit ihrem fünfjährigen Sohn Danilo ein normales Familienleben. Eines Tages steht die zwölfjährige Sandra vor ihrer Haustür. Das Mädchen stammt aus einem Seitensprung Wolfgangs. Die Affäre zu Sandras Mutter hat Wolfgang insgeheim nie beendet. Nun ist Sandras Mutter tödlich verunglückt und Sandra möchte bei ihrem Vater leben. Für Edith bricht eine Welt zusammen, als sie vom Doppelleben ihres Mannes erfährt. Sie stellt ihn vor die Wahl: Entweder verlässt Sandra die Familie oder sie. Das Mädchen kommt ins Heim...
 Hier finden Sie die Filmdaten.

Hintergründe

SEITENSPRUNG feierte am 14. Februar 1980 Premiere im Berliner Colosseum und startete einen Tag später mit 17 Kopien in den DDR-Kinos. Das eigentliche DEFA-Premierenkino, das Berliner Kino International, war nach dem großen Erfolg von SOLO SUNNY (R: Konrad Wolf), der am 17. Januar 1980 startete und im Anschluss 14 Wochen hier gezeigt wurde, noch belegt. SEITENSPRUNG war daher ein bedeutend kleinerer Kinostart beschieden. Kurz nach der Premiere lief der Film im Rahmen des Internationalen Forums des Jungen Films auf der Berlinale in West-Berlin. Bis Oktober 1981 konnte SEITENSPRUNG knapp 300.000 Besucher in die DDR-Kinos locken. Als  Evelyn Schmidt 2018 vom Goethe-Institut nach Brasilien eingeladen wird, erfährt sie mit SEITENSPRUNG lebhafte, kontroverse Diskussionen – der Film verrmag auch heute noch sein Publikum aufzuregen.

DEFA-Trailer zu SEITENSPRUNG (R: Evelyn Schmidt, 1979)

Debütfilm

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre war unter dem neuen DEFA-Generaldirektor Hans Dieter Mäde die Strategie erkennbar, jüngeren Regisseuren wieder früher eigene Filmprojekte anzuvertrauen. Auf dem III. Kongress des Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR im Jahr 1977 wurde zudem ein Konzept verkündet, das mindestens ein Regiedebüt in der DEFA-Jahresproduktion vorsah. In der Folge drehten der chilenische Exilant Orlando Lübbert (*1945) mit DER ÜBERGANG (1978) und  Gunther Scholz (*1944) mit EIN APRIL HAT 30 TAGE (1979) ihre DEFA-Debütfilme. 1980 folgten Karl-Heinz Heymann (*1948) mit DARF ICH PETRUSCHKA ZU DIR SAGEN? und Helge Trimpert (*1951) mit WIE WÄRS MIT UNS BEIDEN. Evelyn Schmidt (*1949) reihte sich mit SEITENSPRUNG als erste Frau in diese Reihe neuer, junger Filmemacher ein.

Weibliches Trio

Setfoto zu "Seitensprung"

Evelyn Schmidt

bei den Dreharbeiten zu SEITENSPRUNG Fotografen: Frank Bredow, Klaus Goldmann

SEITENSPRUNG trägt eine weibliche Handschrift. Für Evelyn Schmidt ist es ihr erstes eigenes Kinospielfilmprojekt bei der DEFA. Nach dem Abitur absolviert sie zunächst ein Volontariat beim Fernsehen, bevor sie ein Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg beginnt. Nach dem Erwerb ihres Diploms durchläuft sie eine vierjährige Meisterschüler-Ausbildung bei  Konrad Wolf. 1976 dreht sie, noch unter ihrem Geburtsnamen Evelyn Rauer, für das Fernsehen der DDR ihren ersten eigenen Langfilm mit dem Titel LASSET DIE KINDLEIN… nach einem Drehbuch von  Wolfgang Kohlhaase. Der Film ist überaus erfolgreich und erhält 1978 einen „Silbernen Lorbeer des DDR-Fernsehens“. In ihrem DEFA-Debütfilm SEITENSPRUNG zeigt Schmidt sehr realitätsnah ein ganz normales Paar bei der Bewältigung eines familiären Problems, vor dem Hintergrund einer menschlich bewegenden Tragödie.

An Schmidts Seite arbeiteten Dramaturgin Erika Richter (*1938) und Autorin Regina Weicker (1945–2003). Erika Richter war für den Film erstmals als Dramaturgin bei der DEFA tätig. Es folgten weitere Projekte wie unter anderem DIE BEUNRUHIGUNG (Lothar Warneke, 1981), DAS FAHRRAD (Evelyn Schmidt, 1982) oder FARIAHO…! (Roland Gräf, 1983). Für Regina Weicker war es ebenfalls ihre erste Arbeit bei der DEFA. Die Autorin griff mit dem Stoff zum Teil autobiografische Erlebnisse auf – nach dem Tod ihrer Mutter lebte Weicker mehrere Jahre in einem Kinderheim.

Drehorte

Filmstill zu "Seitensprung"

SEITENSPRUNG

Das Schweriner Theater Fotograf: Jürgen Kruse

Die Dreharbeiten fanden unter anderem im mecklenburgischen Schwerin statt. Zu sehen sind repräsentative Orte der Stadt wie Theater, Schloss, Burggarten und Dom. Die Schlussszene spielt am Ostseestrand von Warnemünde. Weitere Szenen wurden in Berlin, Potsdam und Caputh gedreht. Sandras Heim ist das frühere Kinderheim „Park im Heim“ in Rheinsberg (Schlaborn).

Verfasst von Philip Zengel (Mai 2019).

DVD-Cover "Seitensprung"

DVD-Tipp

Am 2. Mai erscheint SEITENSPRUNG bei ICESTORM Distribution GmbH auf DVD.

zur DVD

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Verstanden
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