Filmstill zu "Einfach Blumen aufs Dach"

Richard Nicolas

Regisseur, Autor

* 3. Oktober 1898 in Görlitz; † 7. März 1955 in Berlin

Biografie

Filmstill zu "Anna Susanna"

Richard Nicolas

bei den Dreharbeiten zu ANNA SUSANNA (R: Richard Nicolas, 1952) Fotograf: Heinz Wenzel

Richard Nicolas kommt 1948 zur DEFA, schreibt in schneller Folge einige Drehbücher und wird aufgrund seiner handwerklichen Routine von der DEFA-Direktion auch als Bearbeiter für bereits vorhandene Szenarien (heute: „Script Doctor“) eingesetzt. Ein spätes Regiedebüt wird dem 54jährigen mit ANNA SUSANNA (1952) ermöglicht.  

Über den am 3. Oktober 1898 in Görlitz geborenen Richard Nicolas sind nur wenige biografische Angaben bekannt. Nach eigenem Bekunden war er, bevor er Verbindungen zur DEFA knüpft, zwei Jahrzehnte lang als Drehbuchautor tätig und arbeitet als „Oberspielleiter an großen deutschen Provinzbühnen für Schauspiel und Operette“ (Nicolas in einem Brief an den DEFA-Direktor Sepp Schwab, 14. Mai 1951).

Unter seinem Pseudonym Richard Frenzel könnte er bereits 1921 mit dem Text eines Liedes der Szene „New York – Berlin“ an der Berliner Rudolf-Nelson-Revue „Bitte zahlen!“ beteiligt gewesen sein; zu den weiteren Autoren zählen Friedrich Hollaender und Kurt Tucholsky. 1934 legt Nicolas das Libretto für die Operette „Liebe auf Reisen“ (Musik: Theo Mackeben) vor. Er schreibt Schlagertexte für Seemannslieder, so etwa „Läuft im Hafen ein der Seemann“ (auch: „Der Seemann braucht ‘nen Kümmel“), „Durch die Nacht von Mond und Sternenlicht umflutet“ und „Wenn die Rosen blüh’n auf Gotland, ist der Sommer bald vorbei“. Als Richard Frenzel verfasst er zwischen 1938 und 1940 im Auftrag der Firmen Terra, Bavaria und K.U.-Film sieben Kurzspielfilme meist humoristischer Art für die Regisseure Jürgen von Alten und Alfred Stöger. Unter den Namen Richard Nicolas arbeitet er 1943 gemeinsam mit Helmut Käutner am populären Seemannsfilm GROSSE FREIHEIT NR. 7, der mit Hans Albers, Gustav Knuth und Ilse Werner in den Hauptrollen glänzend besetzt ist. In der kleinen Rolle als Admiral tritt Nicolas, mit angeklebtem Bart, auch selbst auf. Käutner nennt ihn später „einen Matrosen, mit dem ich zusammen diese Geschichte schrieb“. (Helmut Käutner im Gespräch mit Edmund Luft, 1973/74). Im August 1944 setzt Propagandaminister Goebbels Richard Nicolas auf die so genannte „Gottbegnadetenliste“, eine Liste von Künstlern, die vom Kriegsdienst befreit werden. Bis zum Ende des Krieges schreibt Nicolas gemeinsam mit Erich Ebermayer für die Firma Tobis noch zwei weitere Spielfilme: MEINE VIER JUNGENS (1944) und DIE JAHRE VERGEHEN (1944, Regie beider Filme: Günther Rittau). DIE JAHRE VERGEHEN wird am 6. Februar 1945, kurz vor der Zerstörung Dresdens, in der Elbestadt uraufgeführt.

Filmstill zu "Anna Susanna"

Gruppenfoto des Filmstabs von ANNA SUSANNA (R: Richard Nicolas, 1952) Fotograf: Heinz Wenzel

Filmstill zu "Anna Susanna"

Foto zum 75. Tag der Dreharbeiten von ANNA SUSANNA (R: Richard Nicolas, 1952). Rechts: Regisseur Richard Nicolas. Fotograf: Heinz Wenzel

In einem Fragebogen des Reichsverbands Deutscher Schriftsteller gibt er 1933 an, als freiwilliges Mitglied der SS-Standarte 42 angehört zu haben. Möglicherweise interessiert er sich hier für den populären Musikzug. In einer Befragung durch US-amerikanische Besatzungsbehörden im Mai 1947 erklärt er, von Februar bis April 1934 förderndes Mitglied der SS gewesen zu sein. Die Amerikaner resümieren: „removal to be discretionary“ (Entfernung nach eigenem Ermessen) und „can be employed“ (kann beschäftigt werden).

Seine vertraglichen Beziehungen zur DEFA beginnen Ende September 1948 mit dem Auftrag für das Treatment DER KAHN DER FRÖHLICHEN LEUTE nach dem gleichnamigen Roman des Autors Jochen Klepper, der sich gemeinsam mit seiner jüdischen Frau 1942 das Leben genommen hat. Die Komödie aus dem Milieu der Binnenschiffer soll im Sommer 1949 auf der Elbe gedreht werden; doch das Drehbuch ist noch unfertig, als der erste Drehtag beginnt. So müssen Regisseur Hans Heinrich und Produktionsleiter Adolf Hannemann während des Drehs 133 Zusatzeinstellungen „erfinden“.

Richard Nicolas wird bald darauf mit der filmischen Adaption des Stücks BÜRGERMEISTER ANNA nach Friedrich Wolf und der Erzählung DIE LETZTE HEUER von Ludwig Turek betraut. Dass er dabei routiniert zu Werke geht, belegen die verzeichneten Daten: Nachdem er am 10. Oktober 1949 mit dem Drehbuch zu BÜRGERMEISTER ANNA beauftragt wurde, liefert er das fertige Skript schon am 29. November 1949 ab. Die Abnahme erfolgt noch im selben Monat. Auch DIE LETZTE HEUER, ein antifaschistischer Abenteuerfilm, entsteht in Rekordfrist zwischen dem 25. Januar (Auftrag) und dem 19. Mai 1950 (Abnahme des Drehbuchs). In einem Artikel der Moskauer Fachzeitschrift „Iskusstvo kino“, nachgedruckt in der Ost-Berliner Monatszeitschrift „Neue Film-Welt“, wird Nicolas als Prototyp eines Drehbuchschreibers bezeichnet, der aus der „alten Zeit“ kommt und nun in die neue, „fortschrittliche“ Zeit hineinwächst. Der sowjetische Dramaturg Igor Tschekin, von der sowjetischen Militärverwaltung 1950/51 zum Künstlerischen Berater der DEFA bestellt, erinnert sich in seinem resümierenden Artikel über fünf Jahre DEFA an diverse Begegnungen. Bei seinem Vorstellungsgespräch habe Nicolas dem DEFA-Vorstand erklärt: „Goebbels erkannte mich nicht an, da ich keine Drehbücher mit politischen Themen schreiben wollte. Ich will sie noch heute nicht schreiben. Interessieren Sie See-Sujets ohne Politik?“ Zunächst habe er zur Antwort bekommen: „Nur Luft und See? Nein.“

 Filmstill zu "Der Kahn der fröhlichen Leute"

Alfred Maack in DER KAHN DER FRÖHLICHEN LEUTE (R: Hans Heinrich, 1949) Fotografen: Heinz Czerwonski, Herbert Kroiss

Filmstill zu "Bürgermeister Anna"

Micaela Kreißler und Eva Rimski in BÜRGERMEISTER ANNA (R: Hans Müller, 1950) Fotograf: Erich Kilian

Tschekin weiter: „Nicolas erschien immer öfter im Hause in der Krausenstraße (dem Sitz der DEFA-Leitung, R.S.). Der Autor von einst beobachtete alles, was in dem zerstörten Berlin nach der Beendigung des Krieges geschaffen wurde. (...) ,Was drehen Sie‘, schrie er fast aufgeregt, wenn er manchmal mit Maetzig oder Dudow zusammentraf. ,Filme über Krieg, Zerstörung und Elend? Warum erinnert Ihr noch daran?‘ – ,Es muss sein, denn die Deutschen sollen nie das Vorgekommene vergessen‘, bekam er lakonisch zur Antwort. – ,Warum will die DEFA nicht Filme mit neutralen Themen drehen?‘, fragte Nicolas beharrlich. Er blieb hartnäckig, ging jedoch von der Krausenstraße nicht weg. Dem böse brummenden Schriftsteller gefiel scheinbar etwas in dieser für ihn neuen und sonderbaren Welt. (...) Der mit ,Seeluft‘ durchdrungene Nicolas begann offensichtlich zu zweifeln. ,Sieht es so aus, dass ich an Land bleiben kann?‘, fragte er den bewährten Schriftsteller und ehemaligen Matrosen Ludwig Turek. ,Du packst die Sache nicht richtig an‘, sagte ihm Turek, ,Deine See gleicht einer stehenden Pfütze, da ist kein Leben drin.‘ – Nach einigen Tagen erschien Richard Nicolas wieder bei der DEFA. ,Hören Sie‘, sagte er, ,wie wäre es, wenn ich das Drehbuch zu einem Filmlustspiel über ein Seemannsmädchen schreiben würde, das Selbständigkeit erringen will und das Recht, den Kahn zu führen, der ihn nach dem Tode des Vaters geblieben ist? Wenn ich ein Drehbuch schreiben würde, in dem junge, gesunde Menschen mitwirken, die sich den alten Brummbären und Kleingläubigen widersetzen und sie unterkriegen?‘ – ,Schreiben Sie dieses Drehbuch‘, antwortete man Nicolas bei der DEFA. – ,Aber es wird keine Politik enthalten.‘ – ,Schreiben Sie dieses Drehbuch‘, sagten ihm unter Lächeln die künstlerischen Leiter der DEFA. Sie hatten wunderbar begriffen, dass das Angebot von Nicolas für ihn fast eine ,Revolution‘ war. So entstand das Filmlustspiel DER KAHN DER FRÖHLICHEN LEUTE.“ Zusammenfassend notiert Tschekin: „Mit Absicht ist hier mit einer solchen Genauigkeit der Fall Richard Nicolas behandelt, denn er charakterisiert am anschaulichsten alle Veränderungen und Umgestaltungen im Autorenmilieu, das sich um die DEFA gebildet hat.“

Nach den jeweils auf einen Film bezogenen Verträgen erhält Nicolas für 1951, 1952 und 1953 einen Jahresvertrag als Autor mit festem Monatsgehalt. In diese Verträge eingeschlossen sind Überarbeitungen bereits vorliegende Drehbücher, so für den propagandistischen Gegenwartsfilm DIE MEERE RUFEN (Regie: Erich Kubat) und das Rennfahrerdrama SEIN GROSSER SIEG (Regie: Franz Barrenstein). Produktionsdirektor Albert Wilkening antwortet auf eine Anfrage des Ministeriums der Finanzen, Nicolas habe „von allen Autoren am stärksten zur Erfüllung des Produktionsplanes beigetragen“. Die von ihm ausgearbeiteten Drehbücher hätten „wegen der routinemäßigen Sicherheit innerhalb kurzer Fristen und dementsprechend mit geringerem finanziellen Aufwand“ verfilmt werden können. (30. August 1954).

Filmstill zu "Die Meere rufen"

Käte Alving und Hans Klering in DIE MEERE RUFEN (R: Eduard Kubat, 1951) Fotograf: Heinz Wenzel

Filmstill zu "Sein großer Sieg"

Claus Holm in SEIN GROSSER SIEG (R: Franz Barrenstein, 1952) Fotograf: Hermann Gehlen

Aber viele seiner Filmideen bleiben auch unrealisiert, darunter „Störtebeker“ über den legendären Ostsee-Piraten, für dessen Besetzung ein sowjetischer Berater sogar Hans Albers zur DEFA holen will. Andere Titel, die schon während der literarischen Vorarbeit scheitern, sind „Eiland der Vergessenen“, „Und das Leben ist doch schön“, „Peter setzt sich durch“ sowie „Brandung“ über den Alltag auf dem DDR-Segelschulschiff „Wilhelm Pieck“. Nicolas‘ Exposé einer musikalischen Komödie „So klingt’s in Klingenthal“ wird später für EINMAL IST KEINMAL genutzt - das Regiedebüt von Konrad Wolf. Nicolas bedingt sich aus, dass er die von der DEFA abgelehnten Filme bei Firmen in der Bundesrepublik unterbringen darf. Das betrifft zum Beispiel „Eiland der Vergessenen“, „Hafenballade“ und „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“. Tatsächlich ist Nicolas 1950 kurzzeitig im Gespräch, ein Drehbuch nach Erich Kästners Stück „Seine Majestät Gustav Krause“ in der Bundesrepublik zu realisieren. Auch daraus wird nichts.

1951/52 drängt Nicolas darauf, einen Film als Regisseur machen zu dürfen.  Wolfgang Kohlhaase, der ihm in dieser Zeit gelegentlich in der Berliner Niquet-Klause begegnet, einem beliebten Treffpunkt von DEFA-Autoren, erinnert sich an eine Lieblingsszene von Nicolas, die er unbedingt noch in einem Film unterbringen möchte: Eine alte Seemannsmutter wartet sehnsüchtig auf ihren Sohn, den sie nach seiner Ankunft endlich in die Arme nehmen kann. – Das von ihm bereits 1950 geschriebene Projekt ANNA SUSANNA, das eine solche sentimentale Szene enthält, liegt ihm auch deshalb sehr am Herzen: die Geschichte eines Versicherungsbetrugs vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise – auf Betreiben eines Reedereibesitzers wird eine Viermastbark versenkt und die Versicherungssumme kassiert; ein Vorgang, der von ehrlichen Matrosen aufgedeckt wird. Die Dreharbeiten beginnen im Januar 1952.  Walter Beck, damals Regieassistent, erinnert sich: „Nicolas ist weniger auf Filmkunst orientiert als vielmehr auf handfestes Handwerk. Er ist durch und durch ein Pragmatiker des Ateliers.“ Im Johannisthaler DEFA-Atelier wird das Segelschiff „Anna Susanna“ maßstabgerecht 1:1 aufgebaut. Ein bewegliches Fundament macht Schwankungen des Schiffes möglich. Auf einem haushohen Gerüst steht ein Zug mit Loren, aus dem Wasser über eine Gleitbahn abgekippt werden kann. Die DEFA-Handwerker sind in Hochform.  

Filmstill zu "Anna Susanna"

Günther Simon, Werner Peters, Peter Marx und Harry Hindemith in ANNA SUSANNA (R: Richard Nicolas, 1952) Fotograf: Heinz Wenzel

Filmstill zu "Anna Susanna"

Friedel Nowack und Eva Probst in ANNA SUSANNA (R: Richard Nicolas, 1952) Fotograf: Heinz Wenzel

Doch ANNA SUSANNA steht unter keinem guten Stern. Das Jahr 1952 ist bei der DEFA ein Krisenjahr. Die Studiodirektion ist unsicher über die politische Wirkung einzelner Filme, lehnt zahlreiche Stoffe ab und greift immer wieder in die Arbeiten ein. Auch bei ANNA SUSANNA werden kurz vor Drehschluss Umbesetzungen verlangt. Bereits abgebaute Dekorationen müssen neu errichtet werden. Nach dem Ende der Arbeiten wünscht die Direktion zudem einen neuen Schluss. Walter Beck: „Die betrogenen Seeleute kommen zu kurz, der Versicherungsbetrug scheint nur unter seinem kriminellen Aspekt betont, weniger aber unter seinem sozialen. Es werden neue Schlussszenen geschrieben. (...) Die Stimmung im Atelier unterschreitet den Nullpunkt.“

Am 27. Februar 1953 wird ANNA SUSANNA uraufgeführt und noch im selben Jahr nach Österreich, Ungarn, Polen und Bulgarien verkauft. Das „Neue Deutschland“ indes ist mit der politischen Ausrichtung des Films unzufrieden und zitiert in seiner Kritik vom 26. März 1953 einen Leserbrief von Studenten des Leipziger Instituts für Publizistik: „1929 war die KPD unter Führung Ernst Thälmanns gerade in Hamburg sehr aktiv. Davon ist jedoch im Film nichts zu verspüren. (...) Unverständlich ist, warum die Mehrzahl der Seeleute kleinbürgerlicher Herkunft ist und dementsprechend kleinbürgerliche Ziele verfolgt. Das kann man nicht als typisch bezeichnen, denn die meisten Seeleute gehörten doch der Arbeiterklasse an. (...) Durch den Seemannsschlager wird die machtvolle Demonstration (in der Schlussszene des Films) zu einem harmlosen Spaziergang herabgewürdigt.“ Solche Sätze lassen in der DEFA-Direktion wieder einmal die Alarmglocken läuten.

Filmstill zu "Star mit fremden Federn"

Friedel Rostock und Horst Naumann in STAR MIT FREMDEN FEDERN (R: Harald Mannl, 1955) Fotograf: Herbert Kroiss

Filmstill zu "Star mit fremden Federn"

Werner Peters in STAR MIT FREMDEN FEDERN (R: Harald Mannl, 1955) Fotograf: Herbert Kroiss

Trotzdem heißt es in einer DEFA-Aktennotiz vom Februar 1953: „Herr Nicolas hält sich aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit der DEFA für verpflichtet, seine Dienste nach wie vor in erster Linie der DEFA anzubieten.“ Nächstes Projekt des Autors soll der Zirkusfilm CAROLA LAMBERTI – EINE VOM ZIRKUS (Regie: Hans Müller) mit Henny Porten sein. Doch das Drehbuch wird ihm aus der Hand genommen und an Arthur A. Kuhnert übertragen; die DEFA missfällt die Tendenz als „unverbindlicher“ Unterhaltungsfilm. DEFA-Dramaturgin Marieluise Steinhauer, die engen Kontakt mit Nicolas hält, berichtet der DEFA-Leitung im Dezember 1953 von einer erheblichen Missstimmung des Autors: „Er habe keine Lust mehr, hinter der DEFA herzulaufen. (...) Ich habe ihm gesagt, dass er durch seine Lebensführung seine künstlerischen Kräfte zerrüttet. Natürlich wollte er es nicht wahrhaben. Die DEFA sei allein schuld, auch daran, dass er als Autor so schlecht geworden ist, denn sie hätte ihm die Lust zur Arbeit genommen, behauptet er. Die Tatsache des Abstiegs hat er nicht bestritten – und auch nicht bestreiten können.“  Steinhauer spielt dabei auf Nicolas‘ Alkoholkrankheit an.

Dennoch werden die Beziehungen nicht abgebrochen; DEFA-Chefdramaturg Karl Georg Egel und Marieluise Steinhauer schreiben am 11. Dezember 1953 an Richard Nicolas: „In einem künftigen Fall, so hoffen wir, wird es doch möglich sein, dass Sie ein Drehbuch für uns schreiben, das Ihnen Freude macht und von uns akzeptiert werden kann.“ So erhält Nicolas die Gelegenheit, 1954 das von Heino Brandes eingereichte Szenarium zu STAR MIT FREMDEN FEDERN zu bearbeiten, eine Verwechslungskomödie mit  Werner Peters in einer Doppelrolle. Außerdem verfasst er Szenarien für zwei satirische Kurzspielfilme der Reihe DAS STACHELTIER: DER VORBILDLICHE KUNDE und WENN DIE FRAU VERREIST (beide 1954, Regie:  Richard Groschopp). Der letzte Vertrag mit Nicolas datiert vom Dezember 1954; hier wird er mit den literarischen Vorarbeiten zum Fußballlustspiel „11:1“ (später: DREI MÄDCHEN IM ENDSPIEL, Regie:  Kurt Jung-Alsen) betraut. Diese Arbeit kann er nicht mehr beenden. Der in Berlin-Müggelheim wohnhafte Autor stirbt „nach schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit“, wie es in der Todesanzeige heißt, am 7. März 1955.

Verfasst von Ralf Schenk. (Stand: Oktober 2020)

Literatur

  • Igor Tschekin: Die DEFA-Filme. In: Neue Film-Welt, Berlin/DDR, Heft 11/1951.
  • Hermann Müller: Anna Susanna. In: Neues Deutschland, Berlin/DDR, 26.3.1953.
  • Walter Beck: Mär und mehr. Ein arbeitsbiographisches Kaleidoskop. DEFA-Stiftung 2019, S. 77–80.

Eine erweiterte Filmografie können Sie unter filmportal.de einsehen.

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